22.3521
Wie können Regulierungsunterschiede zwischen der Schweiz und der EU im Bereich der sozialen Sicherheit abgebaut und die Situation der Arbeitnehmenden verbessert werden?
Imboden Natalie · Mit-F · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion
Es geht im Postulat um das Verhältnis zur Europäischen Union und konkret um die Frage, wie die Zusammenarbeit im Bereich der sozialen Sicherheit und insbesondere die Situation der Arbeitnehmenden verbessert werden können. Im Kern dieses Postulates steckt die Überzeugung, dass es auch für die Diskussion in der Schweiz und für die Akzeptanz einer engeren Zusammenarbeit mit der Europäischen Union wichtig ist, dass wir im Bereich der sozialen Beziehungen klare Fortschritte erreichen. Denn, und das ist meine Überzeugung, Europa geht nur sozial.
Konkret will dieses Postulat den Bundesrat auffordern, in einem Bericht darzulegen, wie im Bereich der sozialen Rechte und des Arbeitnehmendenschutzes durch die Übernahme von EU-Richtlinien die Lage der Arbeitnehmenden in der Schweiz und auch die Integration in den europäischen Binnenmarkt verbessert werden können; insbesondere verweise ich auf eine neue EU-Richtlinie zur Lohngleichheit, die hier neue Standards gesetzt hat.
Sie haben es sicher alle verfolgt: Innerhalb der Europäischen Union gibt es die europäischen Säulen der sozialen Rechte. Diese formulieren wesentliche Bestandteile, so Mindeststandards für Arbeitsverträge, Vorgaben, mit denen die Lohngleichheit umgesetzt werden soll, die Elternzeit, aber auch Mitbestimmungsrechte in Unternehmen, die Gleichbehandlung von Arbeitnehmenden in atypischen Verhältnissen oder auch die Stärkung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht.
Auch wenn wir - das ist uns allen bekannt - im Moment kein Rahmenabkommen mit der EU haben, ist doch die Form der institutionellen Zusammenarbeit mit der EU wichtig. Mit einem raschen Beitritt auch zu bereits existierenden Agenturen - wir kommen im nächsten Vorstoss darauf zurück - können praktische Schritte zur Verbesserung der Verständigung innerhalb der beiden Bereiche gemacht werden. Auch können die Arbeitsbedingungen verbessert werden.
Der Bundesrat schreibt in seiner ablehnenden Antwort: "In der Arbeitsmarkt- und der Sozialpolitik der Schweiz sind die entsprechenden Entwicklungen im EU-Recht bereits in weiten Teilen berücksichtigt, weshalb der Bundesrat eine vertiefte Prüfung der Regulierungsunterschiede nicht für sinnvoll erachtet." Diese Aussage, Herr Bundesrat Parmelin, stimmt meines Erachtens so nicht, denn, wie bereits gesagt, die Mindestlohnrichtlinie der EU wurde im November 2022 angenommen, tatsächlich kurz nach der Verfassung der Antwort. Die Lohntransparenzrichtlinie der EU wurde im Juni dieses Jahres angenommen, und auch bei der Konzernverantwortung ist die EU weiter als die Schweiz, wie wir wissen.
Mit der Überweisung dieses Postulates geben wir hier die Möglichkeit, diese Fragen genauer anzuschauen. Es ist ja keine Motion. Ein Bericht soll eine Auslegeordnung machen. Mit der Unterstützung dieses Postulates kann dann das Parlament auch parallel zu den weiteren Schritten im Zusammenhang mit dem Rahmenabkommen eine Auslegeordnung vornehmen und en connaissance de cause auch über die weiteren Schritte entscheiden.
Gehen Sie hier mit der Unterstützung einen Schritt in Richtung einer sozialeren Zusammenarbeit mit der Europäischen Union.
Parmelin Guy · BR-M · Bundesrat · Waadt
A la suite de la décision de ne pas signer l'accord institutionnel avec l'Union européenne, le Conseil fédéral a examiné la possibilité de réduire les divergences entre le droit suisse et celui de l'Union européenne. Le but était de stabiliser la voie bilatérale. Les partenaires sociaux, les cantons et les milieux économiques ont été impliqués dans la démarche. Elle concernait d'abord les domaines couverts par les accords sectoriels sur l'accès au marché intérieur.
L'analyse a confirmé qu'une réorientation fondamentale impliquant une large adaptation du droit suisse au droit de l'Union européenne dans le domaine de la politique de l'emploi n'était pas indiquée. En matière de politique du marché du travail, la Suisse vise un marché du travail le plus ouvert et le plus flexible possible, tout en offrant un filet de sécurité sociale ciblé. En matière de sécurité sociale, la Suisse n'a pas adopté la politique sociale de l'Union européenne. Cependant, le Conseil fédéral suit toujours les développements dans l'Union européenne et, le cas échéant, est prêt à y réagir si cela devait s'avérer nécessaire.
Le système suisse, vous le savez, repose sur un partenariat social fort, qui débouche sur un dialogue social vivant, ce qui permet de trouver des solutions sectorielles ciblées. Cette approche a fait ses preuves, tant dans les phases de conjoncture favorable que dans celles de ralentissement économique, comme le montrent divers indicateurs - chômage, emploi, évolution des salaires, fourchettes salariales.
Le postulat dont il est question fait partie d'une série d'interventions parlementaires déposées en 2021 et 2022 sur le thème de la comparaison et de l'analyse de certains aspects du droit du travail de l'Union européenne et du droit du travail suisse, en particulier celui de la protection des travailleurs.
Le 28 juin 2022, la Commission de politique extérieure de votre conseil a déposé le postulat 22.3872, chargeant le Conseil fédéral de présenter un rapport sur les principales différences entre le droit suisse et le droit européen dans le domaine de la protection des travailleurs.
Ce postulat a été adopté par le Conseil national le 29 septembre 2022. Un rapport est donc en préparation. Dans le postulat dont il est question aujourd'hui, les mêmes éléments sont traités. Le Conseil fédéral est donc d'avis que la réalisation de ce postulat n'apporterait pas de valeur ajoutée aux débats et vous prie, en conséquence, de le rejeter.
Abstimmung
Präsident (Candinas Martin, Präsident): Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
Abstimmung - Vote
Für Annahme des Postulates ... 81 Stimmen
Dagegen ... 107 Stimmen
(3 Enthaltungen)