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Einreisesperre gegen Personen, die in Italien wegen Verbindungen zur Mafia gemäss Artikel 416bis des italienischen Strafgesetzbuchs verurteilt sind
Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Präsidentin (Herzog Eva, Präsidentin): Es liegt Ihnen ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Die Kommission und der Bundesrat beantragen, die Motion abzulehnen.
Zopfi Mathias · Mit-M · Ständerat · Glarus · Grüne Fraktion
Die vorliegende Motion von alt Nationalrat Marco Romano wurde im Nationalrat mit 127 zu 46 Stimmen bei 14 Enthaltungen angenommen. Sie verfolgt ein grundsätzlich sehr unterstützungswürdiges Ziel, nämlich dass Personen, die in Italien rechtskräftig wegen Verbindungen zur Mafia verurteilt wurden, nicht mehr in die Schweiz einreisen dürfen; dies nicht nur, um diese Personen irgendwie zu bestrafen, sondern um die Unterwanderung der Schweiz durch die Mafia zu verhindern, wie es der Motionär ausdrückt. Ohne das Thema weiter zu vertiefen, lässt sich sagen, dass das Problem der Mafia in der Schweiz nicht unterschätzt werden darf und die Schweiz im Kampf gegen die Mafia nicht irrelevant, sondern im Gegenteil in erheblichem Umfang beteiligt und auch gefordert ist.
Trotz dieser Ausgangslage empfiehlt Ihnen die Kommission aber einstimmig, die Motion abzulehnen; dies deshalb, weil die Motion die Einreisesperren zu generell fordert, quasi als Automatismus. Das ist mit rechtsstaatlichen Überlegungen nicht zu vereinbaren. Die Motion fordert nämlich das systematische Verfügen von Einreiseverboten ohne Prüfung des Einzelfalles. Diese Prüfung ist aber zwingend notwendig. Unser Rechtsstaat wirkt nun einmal so, dass man den Einzelfall beurteilen muss und nicht generell Verfügungen treffen kann. Das heisst aber nicht, dass Einreiseverbote nicht möglich sind, im Gegenteil. Sie können schon heute verfügt werden, und sie werden auch verfügt. Das muss aber im Einzelfall passieren.
Das wird, wie gesagt, heute bereits gemacht, und zwar immer wieder und schon quasi systematisch. Insbesondere werden Einreiseverbote geprüft und verfügt, wenn eine Person, die wegen Verbindungen zur Mafia rechtskräftig verurteilt wurde, nicht mehr in Haft ist. Dann ist logischerweise Dringlichkeit gegeben. Bei Personen, die sich noch in Italien in Haft befinden, werden Einreiseverbote zwar auch geprüft und verfügt, aber es ist natürlich weniger dringend.
Wir haben uns in der Kommission versichern lassen, dass solche Einreiseverbote, wenn es nötig ist, innert sehr kurzer Frist verfügt werden können. Es ist auch möglich, Einreiseverbote zu prüfen und zu verfügen, wenn eine Person in Italien - aus welchem Grund auch immer - von einem Gericht freigesprochen worden ist, sich aber aus den vorhandenen Akten ergibt, dass sie eben Verbindungen zur Mafia hat. Bei den Einreiseverboten handelt es sich nämlich nicht um ein Strafverfahren, sondern um ein Verwaltungsverfahren.
Ihre Kommission hat sich von der Direktorin des Fedpol versichern lassen, dass sich die Schweizer Behörden sehr bewusst sind, dass der Mafia mit Konsequenz begegnet werden muss. Einreiseverbote werden, wie ich gesagt habe, tatsächlich geprüft und auch häufig verfügt. Die Kommission kam deshalb zum Schluss, dass die Motion abzulehnen ist, weil sie nicht notwendig ist und aus rechtsstaatlicher Sicht zu weit geht.
Ich beantrage Ihnen im Namen der Kommission entsprechend, die Motion abzulehnen.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
Un premier constat de contextualisation, si j'ose le dire ainsi: dans la grande majorité des cas, on fait malheureusement partie de la mafia à vie. Rares sont celles et ceux qui parviennent à quitter la mafia. De manière cynique, je pourrais dire que rares sont celles et ceux qui l'ont quittée et qui y survivent. Qu'est-ce que cela signifie pour notre pays?
En vertu de la loi fédérale sur les étrangers et l'intégration, Fedpol peut déjà - et il le fait - prononcer des interdictions d'entrée; il prononce également des expulsions pour sauvegarder la sécurité intérieure et/ou extérieure de la Suisse. Comme cela a été dit, et je serai brève, aujourd'hui déjà, Fedpol interdit régulièrement l'entrée sur le territoire aux personnes condamnées en Italie ou en Suisse en raison de leur appartenance ou de leur soutien à la mafia. Les statistiques attestent cette pratique.
Il est essentiel de préciser que de telles mesures ne peuvent par contre pas être imposées systématiquement dans le sens d'un automatisme. Dans un Etat de droit, chaque situation doit être examinée individuellement, et une interdiction d'entrée ou une expulsion sont des atteintes aux droits fondamentaux. C'est d'ailleurs le défi à relever lors de la mise en oeuvre de l'initiative populaire fédérale "pour le renvoi des étrangers criminels".
Par contre, comme cela a été relevé par M. le conseiller aux Etats Zopfi, si on entend par "systématiquement" le fait que des interdictions d'entrée soient systématiquement examinées et, si possible, prononcées à l'encontre de mafieux ou de personnes soutenant la mafia, je peux d'ores et déjà vous assurer que c'est le cas. Fedpol le fait aujourd'hui. Même si un mafioso est acquitté en Italie, Fedpol peut agir et agit. Parfois, une personne est acquittée en Italie parce qu'un élément constitutif de l'infraction pénale n'est pas donné, mais il peut ressortir des dossiers de la police ou de la justice italienne que la personne fait partie de la mafia ou la soutient, et cela peut suffire pour que Fedpol puisse démontrer une menace pour la sécurité intérieure ou extérieure et prononcer justement une interdiction d'entrée.
L'avantage des mesures d'éloignement administratives est qu'elles peuvent être prononcées même en l'absence d'une condamnation pénale. La personne concernée par une mesure de Fedpol peut, en tout état de cause, faire recours auprès du Tribunal administratif fédéral.
En conclusion, les interdictions d'entrée ou les expulsions systématiques, dans le sens où ce terme peut être juridiquement admis, sont déjà une réalité aujourd'hui. Par conséquent, le Conseil fédéral propose, à l'instar de votre commission, le rejet de la motion.
Herzog Eva · P-F · Ständerat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Abgelehnt - Rejeté