24.3054
Kürzung der Entschädigungen für Ratsmitglieder bei freiwilligen Abwesenheiten wie Auszeiten und Ferien ab 14 Tagen
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Antrag der Mehrheit
Ablehnung der Motion
Antrag der Minderheit
(Büchel Roland, Aeschi, Page, Thalmann-Bieri)
Annahme der Motion
Proposition de la majorité
Rejeter la motion
Proposition de la minorité
(Büchel Roland, Aeschi, Page, Thalmann-Bieri)
Adopter la motion
Glarner Andreas · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Vor Jahresfrist wurde der Fall eines Parlamentariers publik, welcher sich auf Kosten der Steuerzahler eine zweimonatige Auszeit gönnte. Dies sei allen Parlamentariern gegönnt - allerdings sollte nicht der Steuerzahler dafür aufkommen müssen. Und somit müssen wir die Regelung entsprechend ändern und die Jahreseinkommen und Entschädigungen auch bei kürzeren Abwesenheiten entsprechend anpassen. Nur am Rande bemerkt sei, dass dieser Politiker natürlich mit Kind und Kegel in den Fernen Osten flog - etwas, das er und seine Genossen uns mit der völlig überdrehten Angst vor einem allfälligen Klimawandel und der daraus entstehenden völlig unsinnigen Gesetzgebung verbieten wollen.
Nun ist es ja nicht so, dass der betroffene Politiker sonderlich vermisst worden wäre. Es gab sogar Reaktionen, welche darauf hinwiesen, dass es sogar günstiger käme, wenn er eine längere Auszeit nehmen würde.
Keine Kassierin, die von diesem Parlamentarier und seinen Genossen angeblich vertreten wird, kein Strassenbauer, keine Coiffeuse, kein Handwerker kann am Arbeitsplatz solche Spiele machen. Diese Leute können übrigens auch nicht erst um 8 Uhr aufstehen, wie von gewissen Parlamentariern kolportiert wird - nein, in der Regel haben diese wirklich Arbeitstätigen um diese Zeit die erste Pause verdient.
Stellen Sie sich vor, Sie seien eine Kassierin in einem Supermarkt, eine Coiffeuse, ein Bauarbeiter oder ein Chauffeur eines Lieferwagens. Wie gerne würden Sie einmal eine zweimonatige Auszeit nehmen - einfach, um Kraft zu tanken, dem Alltagstrott zu entfliehen oder sich wieder einmal während einer längeren Zeit den Kindern widmen zu können. Dies wäre aber bei den meisten Arbeitsverhältnissen schon deshalb grundsätzlich undenkbar, weil die Stellen ja nicht doppelt besetzt sind. Die Kassierin, der Strassenbauer, die Coiffeuse, der Chauffeur und auch der Handwerker müssten mindestens eine entsprechende Lohneinbusse in Kauf nehmen, oder sie würden ihre Stelle verlieren. Nicht so beim selbstgewählten Feudalismus des eidgenössischen Parlamentes - hier kann man einfach so mir nichts, dir nichts einmal für zwei Monate abhauen, untertauchen, sich abmelden und dann trotzdem das volle Gehalt kassieren. Wo bitte in der Privatwirtschaft können Sie solches tun?
Zu vergleichen ist unser Grundgehalt nämlich zum Beispiel mit dem Grundgehalt eines Aussendienstlers, welcher nebst diesem Grundgehalt eine Provision für erfolgreiche Verkäufe erhält. Kein Arbeitgeber würde diesem Aussendienstler das Grundgehalt bezahlen, während er landesabwesend ist. Im konkreten Fall wird aber genau das getan, und das ist absurd.
Man kann diesen Vorstoss hier gerne als unnötig brandmarken, und das wäre er auch, wenn hier drin nur anständige Menschen sitzen würden. Aber sich ein Grundgehalt zuzuschanzen, es zu kassieren, ohne tatsächlich anwesend zu sein, ist unanständig.
Dass nun eine Mehrheit des Büros nicht bereit ist, mit diesen Sonderprivilegien für die sonst schon fürstlich entlöhnten Parlamentarier aufzuräumen, spricht Bände. Die Mehrheit des Büros ist offensichtlich schon derart weit weg von den Sorgen und Nöten der arbeitenden Bevölkerung, dass sie nicht mehr spürt, welche Empörung sie auslöst, wenn sie derartige Ungerechtigkeiten einfach durchwinkt, statt sie zu stoppen. Und natürlich hat die Mehrheit des Büros auch noch Probleme im Zusammenhang mit der angedachten Lösung gesucht - das spricht Bände. Im Wissen darum, dass ich hier verlieren werde, habe ich doch immerhin die Gewissheit, dass die Leute, die mit ihren Steuern auf ihrem hart erarbeiteten Gehalt Ihnen Ihren Lohn hier bezahlen, auf meiner Seite sind.
Der betroffene Parlamentarier und seine Genossen können ja nach den nächsten Wahlen wieder ihre Wunden lecken und sich fragen, warum die Wählerinnen und Wähler Parteien wählen, deren Mitglieder sich für diese Leute, für die arbeitende Bevölkerung, einsetzen, während sie sich als Cüpli-Sozialisten laufend Privilegien zuschanzen, diese verteidigen und sie gar noch ausbauen.
Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Hier kann ich es sehr kurz machen. Ich glaube, Herr Glarner hat genau das richtige Wort gesagt. Das Wort heisst Anstand. Es ist anständig, für eine Leistung Geld in Form der Vergütung, die wir bekommen, entgegenzunehmen. Es ist nicht anständig, solche Vergütungen entgegenzunehmen, wenn wir keine Leistung erbringen. Deshalb bin ich gar nicht so pessimistisch wie Sie, Herr Glarner, dass der Rat nicht diesen Anstand, diese Vernunft gegenüber den Bürgern, gegenüber den Leuten, die auf der Tribüne sitzen, walten lässt.
Ich bin für die Annahme der Motion und könnte mir gut vorstellen, dass der eine oder andere sich noch einmal überlegt, ob er hier dagegen sein soll.
Roduit Benjamin · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
La motion de notre collègue Glarner a été déposée le 28 février 2024. Elle charge le bureau de modifier l'article 12 de l'ordonnance de l'Assemblée fédérale relative à la loi sur les moyens alloués aux parlementaires de sorte que toute absence volontaire de 14 jours ou plus, par exemple dans le cadre d'un congé sabbatique ou de vacances, donne lieu à une réduction de l'indemnité annuelle et de la contribution annuelle aux dépenses du parlementaire concerné. Dans son développement, M. Glarner s'appuie sur des articles de presse qui mentionnent le cas particulier d'un parlementaire ayant pris un congé sabbatique de deux mois.
Lors de sa séance du 3 mai 2024, le bureau a pris connaissance du projet de réponse préparé par le secrétariat du Parlement. La motivation du rejet de la motion par la majorité du bureau repose sur quatre points.
Premièrement, l'article 12 alinéa 2 de l'ordonnance prévoit une réduction de façon équitable lorsqu'un ou une parlementaire, pour des motifs autres que la maladie ou l'accident, n'a pas participé aux travaux du Conseil ou des commissions durant un trimestre au moins. Cette disposition s'appuie sur un arrêté fédéral datant de 1972 déjà. Jusqu'à aujourd'hui, il n'est jamais arrivé qu'un parlementaire ou une parlementaire s'absente volontairement pendant un trimestre ou plus et que son revenu et sa contribution annuels soient réduits.
Mit anderen Worten: Die aktuellen Bestimmungen sind sinnvoll und haben sich im Laufe der Zeit bewährt.
Deuxièmement, le revenu annuel et la contribution annuelle sont versés aux parlementaires sous forme de forfaits afin de rémunérer les travaux préparatoires effectués - et ce depuis 1968 - et à titre de contribution aux dépenses de personnel et de matériel liées à l'exercice du mandat parlementaire. Ils ne sont donc pas destinés à nous indemniser pour notre participation aux séances. Ce sont les indemnités journalières qui ont cet objectif.
Daher sollte die völlig richtige Grundidee dieser Pauschale respektiert werden.
Troisièmement, il s'agit de tenir compte des spécificités de notre Parlement de milice. La manière d'organiser notre travail pour le Parlement ainsi que les modalités de notre présence à Berne relèvent de notre organisation personnelle, avant tout professionnelle et familiale, et de notre responsabilité individuelle. Comme membres de commissions, nous passons x heures à préparer une réunion, avec des centaines de pages de documents. Il arrive qu'à une certaine période, on travaille beaucoup plus que ce qui correspond à l'indemnité et qu'en contrepartie on travaille moins en été.
Parlamentarier zu sein bedeutet nicht, einen klassischen Beruf auszuüben, es ist an sich nicht einmal ein Beruf.
Quatrièmement, la motion serait difficile à mettre en oeuvre. En premier lieu, la majorité du bureau estime que l'Assemblée fédérale et la Délégation administrative n'ont pas pour vocation de contrôler les présences ou les absences en dehors des sessions et des séances. Les absences devraient être systématiquement annoncées et justifiées. Calculer les réductions et réduire les forfaits en conséquence entraînerait une charge administrative démesurée.
Enfin, la norme de quatorze jours serait très difficile à mettre en oeuvre dans la période estivale, alors que, traditionnellement, les commissions ne siègent pas pendant cinq semaines. Faire acte de présence à la Galerie des Alpes ou dans une salle réservée pour gérer ses courriels privés suffirait-il à rassurer l'auteur de la motion?
Unsere Bundesversammlung hat viel Besseres zu tun, als - wie einigen Funktionären in der Verwaltung so oft vorgeworfen wird - kleinliche Kontrollen einzuführen.
Une minorité estime néanmoins qu'il convient de modifier l'ordonnance au motif discutable que ce n'est pas au contribuable de supporter les coûts des vacances des parlementaires.
Au final, le bureau vous propose, par 8 voix contre 4, de rejeter la motion.
Abstimmung
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Die Mehrheit des Büros beantragt die Ablehnung der Motion. Herr Glarner und eine Minderheit Büchel Roland des Büros beantragen die Annahme der Motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 68 Stimmen
Dagegen ... 115 Stimmen
(1 Enthaltung)