22.4505
Datenlage zur Umsetzung der Kinderrechte verbessern
Riniker Maja · P-F · Nationalrat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Antrag der Mehrheit
Annahme der Motion
Antrag der Minderheit
(Sauter, de Montmollin, Gafner, Giacometti, Heimgartner, Hess Erich, Riem, Rüegsegger, Tuena, Wandfluh)
Zustimmung zur Änderung
Proposition de la majorité
Adopter la motion
Proposition de la minorité
(Sauter, de Montmollin, Gafner, Giacometti, Heimgartner, Hess Erich, Riem, Rüegsegger, Tuena, Wandfluh)
Approuver la modification
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Sie haben einen schriftlichen Bericht der Kommission erhalten.
Revaz Estelle · Mit-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
La motion 22.4505 charge le Conseil fédéral de créer ou d'adapter les bases légales nécessaires afin de recueillir, à l'échelle nationale, des données comparables sur la mise en oeuvre des droits de l'enfant. Déposée le 16 décembre 2022, elle a été adoptée par notre conseil le 12 juin 2024, par 128 voix contre 64. Le 19 juin 2025, le Conseil des États a décidé, sur proposition de sa commission, de la transformer en mandat d'examen et de charger le Conseil fédéral d'élaborer un rapport.
La Suisse ignore combien d'enfants vivent aujourd'hui en foyer, en famille d'accueil ou sous d'autres formes de placement. Plus largement, nous manquons également de données comparables dans des domaines cruciaux comme la santé, l'éducation, le handicap, la migration ou encore les enfants victimes ou auteurs de violences. En revanche, nous disposons de statistiques détaillées dans des tas d'autres domaines. Nous connaissons en effet le nombre de chats ou le nombre de vaches à corne par commune. En Suisse, nous avons des statistiques sur la race de chats préférée des Suisses et des Suissesses, mais pas sur les problématiques qui touchent nos enfants.
La majorité de la commission considère que cette situation est inacceptable. Elle empêche de mettre en oeuvre correctement la Convention de l'ONU relative aux droits de l'enfant, de cibler les mesures nécessaires et d'en vérifier l'efficacité. La Confédération et les cantons investissent massivement dans la protection de l'enfance, mais, sans données fiables, le travail se fait à l'aveugle. Résultat, il y a des critiques régulières à l'échelle internationale et surtout une protection insuffisante de nos enfants les plus vulnérables. La majorité de la commission estime que les lacunes sont déjà largement documentées et qu'il est temps d'agir. Elle rappelle que la Conférence des directrices et directeurs cantonaux des affaires sociales ainsi que la Conférence en matière de protection des mineurs et des adultes soutiennent explicitement la création d'une statistique nationale. Les cantons ne peuvent pas franchir seuls cette étape.
Le Conseil national a déjà envoyé un signal clair en adoptant la motion originale à une large majorité. Pour la majorité de la commission, la question n'est plus de savoir si de meilleures données sont nécessaires. Elle considère en effet que ce besoin est incontestable. Pour la majorité de la commission, la question est maintenant de savoir si nous voulons nous contenter d'un ixième rapport supplémentaire et temporiser sur un thème si important ou si nous voulons enfin créer les bases légales nécessaires pour permettre une collecte nationale de données comparables. Pour la majorité de la commission, il est urgent de passer à l'action et d'adopter la motion dans sa version initiale. Une minorité partage le constat qu'il manque des données, mais estime que cette statistique relève de la compétence des cantons. Elle craint une surcharge administrative pour la Confédération et considère qu'il convient d'abord de réaliser un état des lieux approfondi. Dans cette optique, elle propose de suivre le Conseil des États et de transformer la motion en mandat d'examen.
Par 13 voix contre 11, la commission vous propose d'adopter la motion dans sa version initiale.
Durrer-Knobel Regina · Mit-F · Nationalrat · Nidwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Die Motion Müller-Altermatt 22.4505 fordert, dass zur Umsetzung der Kinderrechte in der Schweiz schweizweit vergleichbare Daten erhoben werden können. Eine schweizweit einheitliche Kinder- und Jugendhilfe- bzw. Kindesschutzstatistik soll gewährleisten, dass Aussagen über die Entwicklung, den Schutz und die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen möglich sind. Anders als in anderen Bereichen, beispielsweise bei der Katzenpopulation, fehlt eine einheitliche, harmonisierte Datenlage im Bereich der Kinderrechte.
Nachdem der Ständerat die Motion abänderte und forderte, dass nur ein Bericht über mögliche fehlende Daten verfasst werden sollte, hat die WBK-N an ihrer Sitzung vom 4. September über dieses Geschäft beraten. Wie bereits der Ständerat anerkennt die WBK-N die Relevanz der Thematik. Die Mehrheit der WBK-N argumentiert, dass die aktuellen Daten zu schwach seien, um einen echten Schutz der Betroffenen zu erreichen, weshalb auch die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren die Motion unterstützt.
Die Kommission beantragt mit 13 zu 11 Stimmen, die Motion in ihrer ursprünglichen Fassung anzunehmen.
Eine Minderheit Sauter beantragt, der Änderung des Ständerates zuzustimmen. So brauche es zunächst in einem Bericht des Bundesrates eine Auslegeordnung, vor allem, da die Kantone bereits jetzt Massnahmen ergreifen könnten.
Die Mehrheit der Kommission ist aber der Meinung, dass es schon verschiedene Prüfaufträge gab und auch genügend Prüfberichte. Es sei jetzt Zeit, die Begriffe und Konzepte zu vereinheitlichen. Die Datenlage sei unklar, und es brauche Daten in den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit, Bildung, Gewalt, Behinderung, Migration oder Pflegeverhältnisse. Es gibt auch eine internationale Verpflichtung, die Datenlage in Bezug auf den Kinderschutz und die Jugendhilfe zu verbessern. Die Schweiz hat die UN-Kinderrechtskonvention schon vor vielen Jahren ratifiziert. Um einen besseren Schutz gewährleisten und um die Angebote überprüfen zu können, braucht es die nationalen Daten darüber, welche Kinderrechte schweizweit umgesetzt werden.
Aus diesen Gründen ist die Mehrheit der Kommission der Ansicht, dass eine weitere Verzögerung der falsche Weg ist. Sie unterstützt deshalb die ursprüngliche Fassung der Motion.
Sauter Regine · Mit-F · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Die ständerätliche Schwesterkommission hat sich ausführlich mit der vorliegenden Motion befasst. Ihre Mehrheit ist zum Schluss gekommen, die Argumente des Bundesrates zu teilen, wonach im föderalen System der Schweiz in erster Linie die Kantone und Gemeinden für die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zuständig sind und deshalb die Erfassung der infrage stehenden Daten auch sehr unterschiedlich erfolgt. Dies mache eine schweizweite Statistik zu einem äusserst komplexen und aufwendigen Vorhaben, für welches zuerst zahlreiche Grundsatzfragen inklusive der Verfassungsgrundlage geprüft werden müssten. Zudem wies man darauf hin, dass beim Bund zur Verbesserung der Datenlage im Kinderrecht bereits verschiedene Prüfarbeiten laufen.
Die Mehrheit der WBK-S hat deshalb ihrem Rat eine Änderung des Motionstexts beantragt. Demnach soll der Bundesrat in einem Bericht aufzeigen, welche rechtlichen Grundlagen geschaffen oder angepasst werden müssten, damit schweizweit vergleichbare Daten zur Umsetzung der Kinderrechte erhoben werden können. Die Kommission hat zudem auf die limitierten Ressourcen des Bundesamtes für Statistik und das Risiko eines administrativen Mehraufwands ohne garantierte Effizienzsteigerungen hingewiesen.
Der Ständerat ist dieser Haltung gefolgt und hat die Motion in einen Prüfauftrag an den Bundesrat umgewandelt.
Die Minderheit Ihrer WBK teilt diese Haltung und beantragt Ihnen, die Motion in der vom Ständerat beschlossenen Fassung anzunehmen. Der administrative Aufwand zulasten des Bundes, welchen die Motion in ihrer ursprünglichen Form zur Folge hätte, ist schwer zu rechtfertigen. Es braucht vorerst eine detaillierte Bestandesaufnahme.
Wir bitten Sie in diesem Sinne, hier der Minderheit zu folgen und die Motion in der vom Ständerat geänderten Fassung anzunehmen.
Müller-Altermatt Stefan · Mit-M · Nationalrat · Solothurn · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.
Sehr geehrte Frau Kollegin Sauter, die Schweiz wurde von der UNO zweimal gerügt, dass sie im Bereich der Daten die Kinderrechtskonvention nicht umsetzt. Wir haben alle diese Berichte bereits vorliegen, und wir haben die Empfehlung der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren erhalten. Nun sagen Sie, es brauche, bevor der Bundesrat das Gesetz ändert, trotzdem nochmals einen Bericht. In welchem Szenario macht es denn Sinn, dass man einen Bericht macht, ihn dann aber vor diesem Hintergrund nicht umsetzt? Wie sieht dieses Szenario aus? Oder anders gefragt: Wann macht die Version des Ständerates mehr Sinn als meine?
Sauter Regine · Mit-F · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Die Frage, die sich hier vor allem stellt, ist jene der Verfassungsmässigkeit und der bestehenden gesetzlichen Grundlagen. Ich habe erwähnt, dass im heutigen föderalen System die Kantone zuständig sind. Wenn es die Kantone als opportun erachten würden, diese Daten und Zahlen zu koordinieren, dann wäre es Aufgabe dieser Kantone und auch der entsprechenden kantonalen Konferenz, dies zu organisieren. Hier soll zuerst sorgfältig geklärt werden, inwieweit der Bund überhaupt über Kompetenzen verfügt. Die Frage, wie dies umgesetzt werden könnte, ist auch völlig offen - das finde ich mehr als richtig.
Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura
Les données relatives aux droits de l'enfant sont au centre de la présente motion, motion que votre conseil traite à nouveau aujourd'hui. Comme le Conseil fédéral l'a indiqué dans son avis, dans notre système fédéral, les cantons et les communes sont en premier lieu responsables des offres d'aide destinées aux enfants et aux jeunes. Il en est de même pour la protection des mineurs. Par conséquent, la collecte des données dans ces domaines relève également en priorité de leurs compétences.
Dans le cadre du rapport en réponse au postulat Feri Yvonne 19.3119, une analyse de la possibilité de collecter à l'échelle nationale des données sur la prévalence et la gravité des violences faites à l'encontre des enfants a été réalisée. Elle a notamment montré qu'il n'existe pas de base constitutionnelle pour que la Confédération collecte des données détaillées sur l'aide à l'enfance et à la jeunesse. La motion, dans sa version initiale, ne pourrait en fait pas être mise en oeuvre faute de base constitutionnelle. Cependant, le Conseil fédéral est disposé à examiner dans un rapport les bases légales - et c'est là la différence : les bases légales à créer ou à adapter - pour répondre aux demandes formulées dans la présente motion. En plus de cela, le rapport analyserait les possibilités d'harmonisation des systèmes et des notions utilisés par les cantons, parce qu'il y a des différences au niveau des définitions pour ce qui concerne la protection de l'enfance et autres. L'examen de ces questions permettrait de donner un aperçu utile de la situation des données relatives aux droits de l'enfant dans notre pays.
Vu ce qui précède, je vous invite, au nom du Conseil fédéral, à suivre la minorité Sauter ainsi que le Conseil des États, et à adopter la motion dans sa version modifiée.
Abstimmung
Präsidentin (Riniker Maja, Präsidentin): Die Mehrheit der Kommission beantragt, die Motion in der ursprünglichen Fassung anzunehmen. Eine Minderheit Sauter und der Bundesrat beantragen, die Motion in der vom Ständerat geänderten Fassung anzunehmen.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 101 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 87 Stimmen
(3 Enthaltungen)