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Unverjährbarkeit von terroristischen Straftaten

9000 · Amtliches Bulletin

Vom 13. Juni 2005

https://lexipedia.io/de/docs/ch/ab-bo-bu/9000/de/unverjahrbarkeit-von-terroristischen-straftaten

Abgerufen am 11. Sept. 2026

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Geschäft: Unverjährbarkeit von terroristischen Straftaten (03.3409)

03.3409

Unverjährbarkeit von terroristischen Straftaten

Bigger Elmar · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

In unserem Strafgesetzbuch gibt es bekanntlich keinen Tatbestand mit dem Titel Terrorismus, sondern es gibt mehrere Artikel, die auf Terrorismusakte anzuwenden sind. Mit diesen Bestimmungen ist es sehr gut möglich, den Terrorismus in der Schweiz streng zu bestrafen. Dies ist unbedingt so zu belassen. Mit meinem Vorstoss will ich keine Erhöhung des Strafmasses oder eine Einführung eines neuen Straftatbestandes erreichen. Am heutigen Zustand stört mich nur, dass Straftaten, die unter den Titel Terrorismus fallen, nicht generell unverjährbar sind.

Heute sind gemäss Artikel 75bis Absatz 1 Ziffer 3 des Strafgesetzbuches nur qualifizierte Akte des Terrorismus unverjährbar, also Taten, bei denen die Täter mit Massenvernichtungsmitteln vorgehen, Katastrophen auslösen, oder Geiselnahmen. Ich finde dies störend. Zur Antwort des Bundesrates muss gesagt werden, dass das Strafmass mit der Verjährung einer Straftat nichts zu tun hat. Eine Strafe kann nur angeordnet werden, wenn die Tat noch nicht verjährt ist. Ist eine Strafe verbüsst, hat die Verjährung keine Bedeutung mehr. Bei der Behandlung des Uno-Übereinkommens gegen Terrorismusfinanzierung und Bombenterrorismus haben wir die Einführung einer allgemeinen Terrorismusstrafnorm abgelehnt. Das heisst aber nicht, dass wir auch die Unverjährbarkeit für terroristische Akte ablehnen.

Der Bundesrat schreibt in seiner Begründung, dass eine Verjährung bei gewissen Delikten nicht zu einem weiteren schweren Unrecht an der Bevölkerung führe. Es mache deshalb nichts, wenn sie verjähren würden. Darum geht es aber nicht. Es geht darum, dass der Terrorismus generell eine Stufe erreicht hat, die auf keinen Fall toleriert werden darf. Terrorismus ist eine Geissel unserer Zeit; dieser muss man mit aller Härte entgegentreten. Dazu braucht es keine neuen Straftatbestände und keine härteren Strafen. Es ist aber wichtig, dass der terroristische Akt auf jeden Fall bestraft wird. Nur so kann dem Terrorismus mit aller Härte begegnet werden. Deshalb müssen terroristische Taten unverjährbar bleiben.

Ich bitte Sie deshalb, meine Motion anzunehmen.

Sommaruga Carlo · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion

Cette motion avait été déposée par le préopinant en 2003 suite à des déclarations intempestives et forcément malvenues de la part d'un militant antinucléaire genevois qui s'était annoncé comme étant l'auteur d'une attaque contre une centrale nucléaire ou un projet de centrale nucléaire française.

Si, effectivement, on peut comprendre l'émotion que ces déclarations ont suscitée et désapprouver le genre d'acte commis, il convient de savoir raison garder. En effet, il est aujourd'hui de bon ton de parler d'imprescriptibilité des peines et de la poursuite pour beaucoup de domaines; on en parle en matière de pédophilie et également en matière de terrorisme.

Or je rappelle que notre Code pénal, mais aussi l'ordre pénal international, est construit avec une certaine hiérarchie, hiérarchie liée à la gravité des actes commis et à celle des conséquences de ces actes.

Je rappelle que l'imprescriptibilité des actes vise d'abord des situations extrêmement graves, comme les crimes contre l'humanité, tels les génocides, les crimes de guerre et les actes terroristes. Il y a eu dans ce Parlement - comme le relève à juste titre le Conseil fédéral - une discussion pour savoir si tous les actes terroristes devaient tomber sous le coup de l'imprescriptibilité. Or il s'avère que là aussi, il s'agit de savoir raison garder et de faire un distinguo entre la nature des actes qui sont en jeu. Dès lors, il convient, comme c'est aujourd'hui le cas dans notre droit pénal, de distinguer ce qui relève des crimes et des délits. On ne peut pas mettre tous les actes et toutes les infractions au même niveau. La situation qui prévaut aujourd'hui dans notre ordre juridique - depuis pas très longtemps, cela a été voté dans ce Parlement il y a quelques années seulement - vise à distinguer ce qui relève du crime ou du délit terroriste. Dans le premier cas, cela devient imprescriptible, alors que ce qui relève du délit ne l'est pas.

Il semble que cette motion aille beaucoup trop loin et que l'on veuille finalement régler systématiquement l'ensemble des problèmes par des poursuites qui puissent intervenir à tout moment contre tout individu.

Je crois qu'il faut rappeler que l'ordre juridique vise aussi, dans les cas où les actes ne sont pas les plus graves ou les plus gravissimes de l'ordre pénal et de l'échelle de nos valeurs, à ce que l'individu puisse s'amender et finalement mener une vie qui soit ordinaire après son amendement. Il s'agit de laisser cette perspective telle qu'elle est prévue dans le Code pénal actuel.

Au nom du groupe socialiste, je vous invite à rejeter cette motion, dans le sens que préconise le Conseil fédéral.

Blocher Christoph · BR-M · Bundesrat · Zürich

Die Motion zielt darauf ab, terroristische Straftaten allgemein für unverjährbar zu erklären. Sie müssen die Schwierigkeiten sehen: Terrorismus als solcher ist keine Straftat. Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Straftaten. Man kann ihn nicht fassen. Das Parlament hat, entgegen dem Antrag des Bundesrates, seinerzeit ausdrücklich darauf verzichtet, Terrorismus zu definieren und als besondere Straftat zu bezeichnen.

Herr Bigger begründet seine Motion im Wesentlichen damit, dass sich Artikel 75bis Absatz 1 Ziffer 3 des Strafgesetzbuches nur auf bestimmte, qualifizierte Akte des Terrorismus bezieht. Das trifft zu: Unverjährbar sind lediglich qualifizierte Terrorakte, nämlich Verbrechen, welche als Mittel der Erpressung oder Nötigung Leib und Leben von Menschen in Gefahr bringen oder zu bringen drohen. Andere Dinge, die nicht diese Qualifikation haben, vor allem nicht auf Leib und Leben von Menschen zielen, sind damit nicht gemeint. Man wollte damals ausdrücklich nur die qualifizierte Form unverjährbar lassen.

Der Bundesrat weist auch darauf hin, dass die am 1. Oktober 2002 in Kraft getretene Revision des Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes das Anliegen des Motionärs zum Teil berücksichtigt oder ihm entgegenkommt. So verjähren neu Schwerstverbrechen anstatt nach 20 erst nach 30 Jahren. Darunter können natürlich auch nichtqualifizierte Terrorakte fallen. Bei Taten, welche mit Gefängnis von über drei Jahren oder mit Zuchthaus bedroht sind, wurde die Verjährungsfrist von 10 auf 15 Jahre verlängert. Der Bundesrat glaubt deshalb, dass diese allgemeine Ausdehnung auf terroristische Akte, nachdem der Terrorismus nicht als Straftat aufgenommen wurde, zu Unklarheiten im Strafrecht führen würde.

Er beantragt Ihnen deshalb, diese Motion abzulehnen.

Verfahrensbeitrag

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion .... 58 Stimmen

Dagegen .... 113 Stimmen