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Familienzusammenführung (Asyl)

E-320/2008 · Bundesverwaltungsgericht

Vom 10. März 2008

https://lexipedia.io/de/docs/ch/bvger-taf-taf/e-320-2008/de/familienzusammenfuhrung-asyl

Abgerufen am 11. Sept. 2026

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Quelle

Geltung: Wie spätere Gerichte diesen Entscheid behandelt haben, wurde nicht ausgewertet.

E-320/2008

Familienzusammenführung (Asyl)

Rubrum

Abteilung V {T 0/2}

Urteil vom 10. März 2008

Besetzung

Einzelrichterin Marianne Teuscher, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli, Gerichtsschreiber Simon Bähler.

(...), Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.

Gegenstand

Verfügung vom 12. Dezember 2007 i.S. Familienzusammenführung / N________.

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer mit Verfügung des BFM vom 23. Februar 2005 als Flüchtling anerkannt wurde und ihm Asyl in der Schweiz erteilt wurde,

dass der Beschwerdeführer am 30. November 2007 ein Gesuch um Familienzusammenführung mit seiner Verlobten P_______, R_______, stellte,

dass das BFM mit Verfügung vom 12. Dezember 2007 - eröffnet am 19. Dezember 2007 - das Gesuch um Familienzusammenführung vom 30. November 2007 abgewiesen hat,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Januar 2008 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat und unter anderem sinngemäss beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Familienvereinigung zu bewilligen,

dass der Beschwerdeführer um unentgeltliche Rechtspflege ersuchte, welche mit Zwischenverfügung vom 4. Februar 2008 abgewiesen wurde,

dass der mit oben erwähnter Zwischenverfügung verlangte Kostenvorschuss am 15. Februar 2008 fristgerecht geleistet wurde,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG Ehegatten, eingetragene Partnerinnen oder Partner von Flüchtlingen und ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt werden und Asyl erhalten, wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen,

dass die Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen ist, wenn die anspruchsberechtigten Personen durch die Flucht getrennt und sie sich im Ausland befinden (Art. 51 Abs. 4 AsylG),

dass die Familienvereinigung im Rahmen von Art. 51 Abs. 4 AsylG eine vorbestandene, durch die Flucht getrennte Lebensgemeinschaft voraussetzt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 8 S. 92 ff.),

dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe geltend macht, weiterhin einen engen Kontakt mit seiner Verlobten zu haben und diese finanziell zu unterstützen,

dass er als Beweismittel für seine Verbundenheit mit seiner Verlobten seine Telefonrechnungen und Überweisungsbelege der Western Union einreichte,

dass er ausführt, die Verlobung habe im r_______ Zivilrecht eine rechtliche Grundlage und gehe einer Verheiratung voraus,

dass in casu - wie von der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend dargelegt - das Vorliegen einer vorbestandenen, durch die

Flucht getrennte Lebensgemeinschaft indessen zu verneinen ist, da der Beschwerdeführer und seine Verlobte - obwohl sie gemäss den Ausführungen des Beschwerdeführers bereits nach Brauch verheiratet (marriage coutumier) worden seien - zum Zeitpunkt der Flucht (noch) nicht in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebten,

dass damit die Voraussetzungen von Art. 51 Abs. 1 und 4 AsylG nicht erfüllt sind, weshalb die Beschwerde gegen die Abweisung des Gesuches um Familienzusammenführung abzuweisen ist,

dass die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers aufgrund seiner Flüchtlingseigenschaft auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht, weshalb ihm in einem Verfahren vor den ausländerrechtlichen Behörden der Rechtsweg bis zum Bundesgericht offenstehen würde,

dass zur Prüfung des Familiennachzugs und allfälliger Rechtsansprüche aus Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) nicht die Asyl-, sondern die Ausländerbehörden (in casu die Sicherheitsdirektion der Stadt Biel-Bienne, Abteilung Bevölkerung) zuständig sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 8, S. 95),

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem im gleichen Betrag geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

Regeste

Familienzusammenführung Familienzusammenführung

Dispositiv

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag wird mit dem im gleichen Betrag geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. Dieses Urteil geht an:

  • den Beschwerdeführer (Einschreiben)

  • das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; Kopie)

  • den M_______ (Kopie)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Simon Bähler

Versand:

Seither geänderte Bestimmungen

Dieser Entscheid legt Bestimmungen aus, deren Erlass seither erneut konsolidiert wurde. Ob der Artikel selbst geändert hat, ist nicht erfasst.

  • Asylgesetz, Art. 6, Art. 51, Art. 105, Art. 106, Art. 111 und Art. 111a — gelesen in der Fassung vom 1. Januar 2008; der Erlass wurde am 12. Dezember 2008, 1. Dezember 2010, 1. Januar 2011, 1. April 2011, 29. September 2012, 1. Januar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Februar 2014, 1. Juli 2015, 20. Juli 2015, 29. September 2015, 1. Oktober 2015, 29. September 2016, 1. Oktober 2016, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. März 2019, 1. Juni 2019, 1. Januar 2020, 1. April 2020, 1. November 2020, 1. Januar 2021, 1. Juni 2022, 1. September 2022, 22. November 2022, 1. September 2023, 1. Januar 2024, 1. Juni 2024, 1. Januar 2025, 1. April 2025, 1. Juni 2026 und 12. Juni 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über das Bundesgericht, Art. 83 — gelesen in der Fassung vom 1. April 2007; der Erlass wurde am 1. August 2008, 1. Januar 2009, 1. Januar 2011, 1. April 2011, 5. Dezember 2011, 1. Januar 2012, 1. April 2012, 1. Oktober 2012, 1. Januar 2013, 1. Februar 2013, 1. Juli 2013, 1. Januar 2014, 1. Juli 2014, 1. August 2014, 1. November 2015, 1. Januar 2016, 1. Januar 2017, 1. April 2017, 1. Juni 2017, 1. Januar 2018, 1. Januar 2019, 1. Januar 2021, 1. Januar 2022, 1. Juli 2022, 1. Januar 2024, 1. Februar 2024, 1. Juli 2024, 1. Januar 2025, 1. April 2026 und 13. Mai 2026 erneut konsolidiert.
  • Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Art. 48, Art. 50 und Art. 63 — gelesen in der Fassung vom 1. Mai 2007; der Erlass wurde am 1. August 2008, 1. Januar 2009, 1. Januar 2011, 1. Mai 2013, 1. Januar 2015, 1. Januar 2017, 1. Januar 2018, 1. April 2019, 1. April 2020, 1. Januar 2021 und 1. Juli 2022 erneut konsolidiert.