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AS 2002 1931

Verkehrsregelnverordnung

Verkehrsregelnverordnung (VRV)

Änderung vom 15. Mai 2002

Der Schweizerische Bundesrat verordnet:

I Die Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 19621 wird wie folgt geändert: Die Randtitel werden im ganzen Erlass in Sachüberschriften umgewandelt.

Art. 1 Abs. 10

10 Fahrzeugähnliche Geräte sind mit Rädern oder Rollen ausgestattete Fortbewe-

gungsmittel, welche ausschliesslich durch die Körperkraft des Benützers angetrieben werden wie Rollschuhe, Inline-Skates, Trottinette oder Kinderräder. Fahrräder und Invalidenfahrstühle gelten nicht als fahrzeugähnliche Geräte.

Art. 6 Sachüberschrift und Abs. 1 erster Satz, 2 erster Satz und 3 Verhalten gegenüber Fussgängern und Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten

1 Vor Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung muss der Fahrzeugführer jedem

Fussgänger oder Benützer eines fahrzeugähnlichen Gerätes, der sich bereits auf dem Streifen befindet oder davor wartet und ersichtlich die Fahrbahn überqueren will, den Vortritt gewähren. ...

2 Bei Verzweigungen mit Verkehrsregelung haben abbiegende Fahrzeugführer den

Fussgängern oder Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten für das Überqueren der Querstrasse den Vortritt zu lassen. ...

3 Auf Strassen ohne Fussgängerstreifen hat der Fahrzeugführer im Kolonnenverkehr

nötigenfalls zu halten, wenn Fussgänger oder Benützer von fahrzeugähnlichen Ge- räten darauf warten, die Fahrbahn zu überqueren.

Art. 7 Abs. 4 4 Die Durchfahrt zwischen Haltestelle-Inseln ist gestattet, wenn keine Strassenbahn sich dort befindet oder herannaht; auf Fussgänger oder Benützer von fahrzeugähnli- chen Geräten ist besonders Rücksicht zu nehmen.

1 SR 741.11

2002-0478 1931

Verkehrsregelnverordnung AS 2002

Art. 8 Abs. 3 erster Satz

3 Beim Fahren in parallelen Kolonnen sowie innerorts auf Strassen mit mehreren

Fahrstreifen in der gleichen Richtung ist das Rechtsvorbeifahren an andern Fahrzeu- gen gestattet, sofern diese nicht halten, um Fussgängern oder Benützern von fahr- zeugähnlichen Geräten den Vortritt zu lassen. ...

Art. 11 Abs. 3 zweiter Satz

3 ... Auf Bahnübergängen ohne Schranken darf der Fahrzeugführer niemanden über-

holen, ausgenommen Fussgänger, Benützer von fahrzeugähnlichen Geräten und Radfahrer bei guter Übersicht.

Art. 26 Abs. 1 erster Satz und 2 erster Satz

1 Wenn geschlossene Kolonnen von Fahrzeugen, Fussgängern oder Benützern von

fahrzeugähnlichen Geräten eine Fahrbahn überqueren, dürfen sie nicht unterbrochen werden. ...

2 Kreuzen und Überholen von Fussgängerkolonnen und Kolonnen von Benützern

von fahrzeugähnlichen Geräten sind nur in langsamer Fahrt gestattet. ...

Art. 41 Abs. 2 2 Muss mit einem Fahrzeug das Trottoir benützt werden, so ist der Führer gegenüber den Fussgängern und Benützern von fahrzeugähnlichen Geräten zu besonderer Vor- sicht verpflichtet; er hat ihnen den Vortritt zu lassen.

Art. 46 Abs. 2bis 2bis Für Tätigkeiten, namentlich Spiele, die auf einer begrenzten Fläche stattfinden, darf die für die Fussgänger bestimmte Verkehrsfläche und auf verkehrsarmen Ne- benstrassen (z. B. in Wohnquartieren) der gesamte Bereich der Fahrbahn benützt werden, sofern die übrigen Verkehrsteilnehmer dadurch weder behindert noch ge- fährdet werden.

Art. 48 Abs. 1bis 1bis Ski und Schlitten dürfen als Verkehrsmittel benützt werden, wo dies ortsüblich ist.

Gliederungstitel vor Art. 50 1a. Abschnitt: Benützer von fahrzeugähnlichen Geräten

Art. 50 Strassenbenützung

1 Fahrzeugähnliche Geräte dürfen als Verkehrsmittel verwendet werden auf:

a. den für die Fussgänger bestimmten Verkehrsflächen wie Trottoirs, Fuss- wege, Längsstreifen für Fussgänger, Fussgängerzonen;

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Verkehrsregelnverordnung AS 2002

b. Radwegen; c. der Fahrbahn von Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen; d. der Fahrbahn von Nebenstrassen, wenn entlang der Strasse Trottoirs sowie Fuss- und Radwege fehlen und das Verkehrsaufkommen im Zeitpunkt der Benutzung gering ist. 2 Für Tätigkeiten, namentlich Spiele, die auf einer begrenzten Fläche stattfinden, darf die für die Fussgänger bestimmte Verkehrsfläche und auf verkehrsarmen Ne- benstrassen (z. B. in Wohnquartieren) der gesamte Bereich der Fahrbahn benützt werden, sofern die übrigen Verkehrsteilnehmer dadurch weder behindert noch ge- fährdet werden.

3 Kinder im vorschulpflichtigen Alter dürfen fahrzeugähnliche Geräte auf den für

die Fussgänger bestimmten Verkehrsflächen und nach Absatz 2 verwenden. Auf den Verkehrsflächen nach Absatz 1 Buchstaben b–d dürfen sie fahrzeugähnliche Geräte nur in Begleitung einer erwachsenen Person als Verkehrsmittel verwenden.

Art. 50a Verwendung als Verkehrsmittel

1 Für die Benützer von fahrzeugähnlichen Geräten gelten die für Fussgänger an-

wendbaren Verkehrsregeln.

2 Die Benützer von fahrzeugähnlichen Geräten müssen die Geschwindigkeit und die

Fahrweise stets den Umständen und den Besonderheiten des Geräts anpassen. Insbe- sondere müssen sie auf Fussgänger Rücksicht nehmen und diesen den Vortritt ge- währen. Beim Überqueren der Fahrbahn dürfen sie nur im Schritttempo fahren.

3 Sie müssen auf der Fahrbahn rechts fahren. Auf Radwegen haben sie die für die

Radfahrer vorgeschriebene Fahrtrichtung einzuhalten. 4 Nachts und wenn die Sichtverhältnisse es erfordern, sind fahrzeugähnliche Geräte oder ihre Benützer auf der Fahrbahn und auf Radwegen mit einem nach vorne weiss und nach hinten rot leuchtenden, gut erkennbaren Licht zu versehen.

Art. 98 Übergangsbestimmung zur Änderung vom 15. Mai 2002 Bereits in Verkehr stehende Fahrzeuge, welche der vor dem 1. August 2002 gelten- den Fahrraddefinition nach Artikel 24 Absatz 1 VTS entsprechen und alle techni- schen Anforderungen an Fahrräder erfüllen, dürfen noch bis zum 31. Dezember

2003 wie Fahrräder verwendet werden, sofern sie eine Fahrradvignette tragen.

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Verkehrsregelnverordnung AS 2002

II Diese Änderung tritt am 1. August 2002 in Kraft.

15. Mai 2002 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates

Der Bundespräsident: Kaspar Villiger Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz

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