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AS 2002 2904

Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Italienischen Republik über die gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich (mit Anhängen)

Übersetzung1

Abkommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Italienischen Republik über die gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich

Abgeschlossen am 7. Dezember 2000 In Kraft getreten durch Notenaustausch am 1. August 2001

Der Schweizerische Bundesrat und die Regierung der Italienischen Republik, im Folgenden «Vertragsparteien» genannt, im Wunsche, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten und deren Bevölkerung zu stärken sowie den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit im Hochschulbereich zu fördern, in der Absicht, den Studierenden beider Staaten die Aufnahme oder die Fortsetzung des Studiums im jeweils anderen Staate zu erleichtern, im Bewusstsein der in beiden Staaten im Bereich des Hochschulwesens und der Hochschulbildung bestehenden Gemeinsamkeiten und im Geiste der von beiden Staaten unterzeichneten Konvention des Europarates und der Unesco über die Aner- kennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region (Lissabon, 11. April 1997), auf Grund der in einer ersten Sitzung vom 11. und 12. November 1999 und einer zweiten Sitzung vom 13. und 14. Juli 2000 erzielten Ergebnisse der Gemischten Expertenkommission, die nach Artikel 3 des Protokolls der XVIII. Sitzung der mit dem am 28. Januar 19822 in Bern unterzeichneten Protokoll eingesetzten italienisch- schweizerischen Konsultativkommission für Kulturfragen gebildet wurde, haben für die Anerkennung von Studienzeiten, Studienleistungen und Prüfungen im Hinblick auf eine Fortsetzung der universitären Studien sowie bezüglich des Füh- rens akademischer und sonstiger Hochschulgrade, folgendes vereinbart:

Art. 1 Dieses Abkommen findet Anwendung auf die in Anhang A aufgeführten Hoch- schulen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und die in Anhang B aufgeführten staatlichen Universitäten, Technischen Hochschulen und Hochschulinstitute sowie

SR 0.414.994.541

1 Übersetzung des italienischen Originaltextes (RU 2002 2904)

2 SR 0.440.945.41

2904 2001-0557

Gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich. AS 2002

die gesetzlich anerkannten nicht staatlichen Universitäten der Italienischen Repu- blik, im Folgenden «Hochschulen» genannt. Auf die schweizerischen Fachhochschulen findet Artikel 4 Absatz 2 Anwendung. Auf Grund dieses Abkommens kommen für eine Anerkennung ausschliesslich Titel in Frage, die von den in Absatz 1 genannten Hochschulen nach Abschluss eines regulären, vollständig an diesen Hochschulen absolvierten und für die ordentlichen Studierenden vorgesehenen Studiums verliehen werden; vorbehalten bleiben Ab- kommen zwischen Hochschulen, auch solche mit Hochschulen von Drittländern, über Mobilitätsprogramme, die Studierenden ermöglichen, einen Teil ihres Stu- diums an anderen Hochschulen zu absolvieren. Das Abkommen findet nicht Anwendung auf Titel und Zeugnisse, die von den in Absatz 1 genannten Hochschulen auf Grund von Studiengängen und Prüfungen ver- liehen wurden, die – und sei es auch nur teilweise und/oder auf Grund eines Ab- kommens – an Studienzentren oder Institutionen absolviert wurden, welche in den Ländern, in denen sie tätig sind, nicht offiziell als Hochschulinstitutionen anerkannt und nicht befugt sind, die in diesen Ländern gültigen Titel zu verleihen.

Art. 2 In diesem Abkommen bezeichnet der Ausdruck «Titel» jeden Titel, der von einer Hochschule nach einem abgeschlossenen Studium verliehen wird; bezeichnet für die Schweizerische Eidgenossenschaft der Ausdruck «Prüfung» so- wohl Abschlussprüfungen eines Studiums als auch Zwischenprüfungen oder andere im Studienreglement vorgesehene Formen der Überprüfung von Kenntnissen; bezeichnet für die Italienische Republik der Ausdruck «Prüfung» die bescheinigte Leistungsbewertung in jedem einzelnen Studienfach des betreffenden Studiengangs.

Art. 3 Auf Antrag der oder des Studierenden werden einschlägige Studienzeiten, Studien- leistungen und Prüfungen gegenseitig anerkannt. Für die Anerkennung von Bescheinigungen über die an einer Hochschule des ande- ren Landes absolvierten Prüfungen und Studienzeiten ist sowohl das an der Heim- universität als auch das an der Gastuniversität angewandte Kreditpunktesystem massgebend. Die Hochschule, an welcher der oder die Studierende das Studium fortzusetzen ge- denkt, entscheidet über die Einschlägigkeit des absolvierten Studiengangs.

Gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich. AS 2002

Art. 4 Hochschultitel, die den Inhaber oder die Inhaberin ohne zusätzliche Prüfungen zur Fortsetzung des Studiums oder zur Zulassung zum nächsten Studienabschnitt an den Hochschulen des einen Vertragsstaates berechtigen, verleihen das gleiche Recht auch im andern Land. Inhaber oder Inhaberinnen eines Abschlusszeugnisses einer schweizerischen Fach- hochschule können sich an italienischen Hochschulen immatrikulieren, sofern das Abschlusszeugnis zur Zulassung an schweizerischen Universitäten und Technischen Hochschulen berechtigt. Auf Antrag des oder der Studierenden wird ein von einer schweizerischen Hoch- schule verliehener Titel, der in der Schweiz die Zulassung zum Doktoratsstudium ermöglicht, für die Teilnahme an der Zulassungsprüfung zum «Dottorato di Ricerca» an einer italienischen Hochschule anerkannt; es gelten die gleichen Bedingungen wie für Kandidaten und Kandidatinnen mit einem italienischen Hochschulabschluss. Auf Antrag des oder der Studierenden wird ein italienischer Hochschulabschluss, der die Zulassung zum «Dottorato di Ricerca» an italienischen Hochschulen ermög- licht, für die Zulassung zum Doktoratsstudium an einer schweizerischen Hochschule anerkannt; es gelten die gleichen Bedingungen wie für die Studierenden mit einem schweizerischen Hochschulabschluss.

Art. 5 Der Inhaber oder die Inhaberin eines an einer Hochschule des einen Vertragsstaates erworbenen Titels ist berechtigt, diesen im anderen Vertragsstaat in der Form zu führen, wie er im Staate, in dem er verliehen wurde, auf Grund der gesetzlichen Be- stimmungen geführt werden darf. Mit dem Recht, einen akademischen Titel zu führen, ist kein unmittelbarer Anspruch auf Berufs- und Standesrechte verbunden.

Art. 6 Regelungen über Zulassungsbeschränkungen im Gastlande und über die Möglich- keit, die Zulassung vom Nachweis der Beherrschung der an der Hochschule des Gastlandes gebräuchlichen Unterrichtssprache(n) abhängig zu machen, sowie wei- tere allfällige Bedingungen oder besondere Anforderungen bleiben von diesem Abkommen unberührt.

Art. 7 Die Vertragsparteien fördern, in Übereinstimmung mit den in ihren Staaten gel- tenden Gesetzen, den Abschluss von Vereinbarungen zwischen Hochschulen beider Staaten zur Einführung von aufeinander abgestimmten Studiengängen mit Ab- schlusszeugnissen, die in beiden Ländern Geltung haben.

Gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich. AS 2002

Art. 8 Die in beiden Staaten geltenden Bestimmungen über die Zuständigkeiten im Hoch- schulwesen bleiben von den in diesem Abkommen enthaltenen Bestimmungen unbe- rührt.

Art. 9 Die richtige Auslegung und Umsetzung dieses Abkommens wird durch Sachver- ständige sichergestellt, die von den Vertragsparteien ernannt werden; diese Sachver- ständigen haben Einsitz in den bestehenden bilateralen Konsultativorganen.

Art. 10 Die Anhänge A und B sind integrierende Bestandteile dieses Abkommens. Allfällige durch die zuständigen Behörden des jeweiligen Landes beschlossene Anpassungen der darin enthaltenen Listen werden auf diplomatischem Wege mitgeteilt.

Art. 11 Dieses Abkommen tritt am ersten Tage des dritten Monats nach dem Datum der Be- stätigung des Erhalts der zweiten der beiden Mitteilungen in Kraft, mit denen sich die beiden Parteien offiziell über den Abschluss des jeweiligen dazu vorgesehenen innerstaatlichen Verfahrens unterrichten. Dieses Abkommen wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen. Es kann jederzeit auf diplomatischem Wege gekündigt werden. Die Kündigung wird zwölf Monate nach Bekanntgabe an die andere Vertragspartei rechtskräftig.

Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten und von ihren Regierungen gehörig ermächtigten Vertreter dieses Abkommen unterzeichnet.

Geschehen zu Bern am 7. Dezember 2000 in zwei Urschriften in italienischer Spra- che, wobei beide gleichermassen verbindlich sind.

Für den Für die Schweizerischen Bundesrat: Regierung der Italienischen Republik: Charles Kleiber Lorenzo Maria Ferrarin

Gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich. AS 2002

Anhang A

Hochschulen

Universitäten Universität Basel Universität Bern Université de Fribourg Université de Genève Université de Lausanne Universität Luzern Université de Neuchâtel Universität St. Gallen Università della Svizzera italiana Universität Zürich

Eidgenössische Technische Hochschulen Ecole polytechnique fédérale de Lausanne Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

Universitätsinstitutionen Institut Universitaire de Hautes Etudes Internationales (IUHEI), Genève Institut de Hautes Etudes en Administration Publique (IDHEAP), Lausanne Institut Universitaire Kurt Bösch (IUKB), Sion Pädagogische Hochschule (PHS), St. Gallen

Fachhochschulen Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI), Manno Haute école spécialisée de Suisse occidentale (HES-SO), Delémont Fachhochschule Ostschweiz (FHO), St. Gallen Fachhochschule Zentralschweiz (FHZ), Luzern Zürcher Fachhochschule (ZFH), Zürich Fachhochschule Nordwestschweiz, Brugg/Windisch – Aargau – Muttenz – Olten Berner Fachhochschule, Bern

Gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich. AS 2002

Anhang B

Staatliche Universitäten und Hochschulinstitute Università degli Studi di Ancona Università degli Studi di Bari Politecnico di Bari Università degli Studi del Sannio Benevento Università degli Studi di Bergamo Università degli Studi di Bologna Università degli Studi di Brescia Università degli Studi di Cagliari Università degli Studi di Camerino Università degli Studi del Molise Campobasso Università degli Studi di Cassino Università degli Studi di Catania Università degli Studi di Catanzaro Università degli Studi «Gabriele D’Annunzio» Chieti Università degli Studi della Calabria Cosenza Università degli Studi di Ferrara Università degli Studi di Firenze Università degli Studi di Foggia Università degli Studi di Genova Università degli Studi di L’Aquila Università degli Studi di Lecce Università degli Studi di Macerata Università degli Studi di Messina Università degli Studi di Milano Seconda Università degli Studi di Milano Politecnico di Milano Università degli Studi di Modena e Reggio Emilia Modena Università degli Studi «Federico II» di Napoli Seconda Università degli Studi di Napoli Istituto Universitario Navale di Napoli Istituto Universitario Orientale di Napoli Università degli Studi di Padova Università degli Studi di Palermo Università degli Studi di Parma Università degli Studi di Pavia Università degli Studi di Perugia Università per Stranieri di Perugia Università degli Studi di Pisa Università della Basilicata Potenza Università degli Studi di Reggio Calabria Università degli Studi «La Sapienza» Roma Università degli Studi «Tor Vergata» Roma Terza Università degli Studi di Roma

Gegenseitige Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich. AS 2002

Istituto Universitario di Scienze Motorie Roma Università degli Studi di Salerno Università degli Studi di Sassari Università degli Studi di Siena Università per Stranieri di Siena Università degli Studi di Teramo Università degli Studi di Torino Politecnico di Torino Università degli Studi di Trento Università degli Studi di Trieste Università degli Studi di Udine Università dell’Insubria Varese Università degli Studi «Cà Foscari» Venezia Istituto Universitario di Architettura di Venezia Università del Piemonte orientale «Amedeo Avogadro» Vercelli Università degli Studi di Verona Università degli Studi della Tuscia Viterbo

Anerkannte Hochschulen, die befugt sind, Akademische Titel verleihen Scuola Normale Pisa Scuola Superiore di studi universitari e di perfezionamento «S.Anna» Pisa Scuola Internazionale superiore di studi avanzati Trieste

Nicht Staaliche Universitäten und Hochschulinstitute, die befugt sind, gesetzlich annerkannte Titel zu verleihen Libera Università Mediterranea «Jean Monnet» Bari Libera Università di Bolzano Libero Istituto Universitario «Carlo Cattaneo» Castellanza Università Cattolica del Sacro Cuore Milano Università «Luigi Bocconi» Milano Università Vita-Salute «San Raffaele» Milano Libera Università di lingue e comunicazione IULM Milano Istituto Universitario S.Orsola Benincasa Napoli Libera Università Internazionale degli Studi Sociali «Guido Carli» Luiss Roma Libera Università «Maria SS. Assunta»LUMSA Roma Libera Università «Campus Biomedico» Roma Libera Università degli Studi «San Pio V» Roma Libera Università degli Studi di Urbino

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