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AS 2005 6345

Verordnung des EDI über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln

Verordnung des EDI über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln

vom 23. November 2005

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), gestützt auf Artikel 18 Absatz 2 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. November 20051 (LGV), verordnet:

Art. 1 Gegenstand und Geltungsbereich

1 Diese Verordnung regelt die Anreicherung von Lebensmitteln mit essenziellen

oder physiologisch nützlichen Stoffen wie Vitaminen oder Mineralstoffen sowie deren Kennzeichnung und Anpreisung.

2 Für die Verwendung essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe als

Zusatzstoffe gelten die Bestimmungen der Zusatzstoffverordnung vom 23. No- vember 20052.

Art. 2 Grundsatz

1 Zur Erhaltung oder Verbesserung des Nährwertes oder aus Gründen der Volks-

gesundheit dürfen Lebensmitteln die in Anhang 1 aufgeführten Vitamine und Mine- ralstoffe zugesetzt werden.

2 Zulässig sind Verbindungen von Vitaminen und Mineralstoffen nach Anhang 2.

3 Vorbehalten bleiben die Bestimmungen zu den einzelnen Lebensmitteln.

Art. 3 Zulässige Höchstmengen Der Zusatz der Stoffe muss so bemessen sein, dass die für Erwachsene empfohlene Tagesdosis nach Anhang 1 mit der Tagesration nach Anhang 3 nicht überschritten wird.

Art. 4 Überdosierung Damit Verluste an Vitaminen während der Lagerung ausgeglichen werden können, darf der Anfangsgehalt für jedes Vitamin in der Tagesration höchstens 300 Prozent der empfohlenen Tagesdosis betragen. Bei Vitamin A ist nur eine Überdosierung bis zu 200 Prozent der empfohlenen Tagesdosis, bei Vitamin D bis zu 150 Prozent der empfohlenen Tagesdosis erlaubt.

SR 817.022.32

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Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln. AS 2005

Art. 5 Zusätze zu Speisesalz und Trinkwasser 1 Dem Speisesalz dürfen Fluoride, Jodide oder Jodate zugesetzt werden, soweit dies aus Gründen der Volksgesundheit angezeigt ist. 2 Speisesalz, dem Fluoride, Jodide oder Jodate zugesetzt worden sind, muss pro kg 250 mg Fluorid, berechnet als Fluor, oder 20–30 mg Jodid oder Jodat, berechnet als Jod, enthalten.

3 Dem Trinkwasser dürfen Fluoride zugesetzt werden, soweit dies aus Gründen der

Volksgesundheit angezeigt ist.

4 Trinkwasser, dem Fluoride zugesetzt worden sind, darf pro Liter höchstens 1 mg

Fluorid, berechnet als Fluor, enthalten.

Art. 6 Kennzeichnung

1 Auf den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu einem

Lebensmittel ist im Verzeichnis der Zutaten des Lebensmittels hinzuweisen.

2 Der aufgeführte Vitamingehalt darf auch bei einer Überdosierung nach Artikel 4

nicht grösser sein als die empfohlene Tagesdosis.

3 Bei Ergänzungsnahrungen und Nahrungsergänzungen ist der Vitamingehalt am

Ende der Haltbarkeitsfrist anzugeben.

4 Jodiertes oder fluoridiertes Speisesalz muss als solches bezeichnet werden.

5 Bei Speisesalz sind folgende Hinweise zulässig:

a. bei jodiertem Speisesalz: «Genügende Jodversorgung verhindert Kropf- bildung»; b. bei fluoridiertem Speisesalz: «Fluorid wirkt der Zahnkaries entgegen».

Art. 7 Bewilligung von Stoffen im Einzelfall

1 Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann auf Gesuch hin zusätzlich zu den in

Anhang 1 aufgeführten Stoffen weitere essenzielle oder physiologisch nützliche Stoffe bewilligen.

2 Es prüft die gesundheitliche Unbedenklichkeit, die Zweckmässigkeit, die Kenn-

zeichnung sowie die Anpreisung der betreffenden Zusätze.

3 Für das Bewilligungsverfahren, die Befristung und den Widerruf der Bewilligun-

gen gelten die Artikel 5 Absätze 3 und 4 und Artikel 6 Absätze 1, 2 und 4 LGV sinngemäss.

Art. 8 Anpassung der Anhänge Das BAG passt die Anhänge dieser Verordnung regelmässig dem Stand von Wissenschaft und Technik sowie dem Recht der wichtigsten Handelspartner der Schweiz an.

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Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln. AS 2005

Art. 9 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2006 in Kraft.

23. November 2005 Eidgenössisches Departement des Innern: Pascal Couchepin

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Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln. AS 2005

Anhang 1 (Art. 2 Abs. 1, Art. 3)

Zulässige Vitamine und Mineralstoffe und empfohlene Tagesdosen für Erwachsene

Stoff Für Erwachsene empfohlene Tagesdosis

Vitamin A 800 μg β-Carotin (Provitamin A) 4,8 mg Vitamin D 5 μg Vitamin E 10 mg Vitamin C 60 mg Vitamin K 0,1 mg Vitamin B1 (Thiamin) 1,4 mg Vitamin B2 (Riboflavin) 1,6 mg Niacin (Vitamin PP) 18 mg Vitamin B6 2 mg Folsäure/Folacin 200 μg Vitamin B12 1 μg Biotin 150 μg Pantothensäure 6 mg Calcium 800 mg Phosphor 800 mg Eisen 14 mg Magnesium 300 mg Zink 15 mg Jod 150 μg Selen 50 μg

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Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln. AS 2005

Anhang 2 (Art. 2 Abs. 2)

Zulässige Verbindungen der Vitamine und Mineralstoffe

Kategorie 1: Vitamine Vitamin A Retinol Retinylacetat Retinylpalmitat Beta-Carotin

Vitamin D Vitamin D3 (Cholecalciferol) Vitamin D2 (Ergocalciferol)

Vitamin E D-alpha-Tocopherol DL-alpha-Tocopherol D-alpha-Tocopherylacetat DL-alpha-Tocopherylacetat D-alpha-Tocopherylsäuresuccinat D-alpha-Tocopheryl-Polyethylenglycol-1000-Succinat

Vitamin K Phyllochinon (Phytomenadion)

Vitamin B1 Thiaminhydrochlorid Thiaminmononitrat

Vitamin B2 Riboflavin Riboflavin-5’-phosphat-Natrium

Niacin Nicotinsäure Nicotinamid

Pantothensäure Calcium-D-pantothenat Natrium-D-pantothenat D-Panthenol

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Vitamin B6 Pyridoxinhydrochlorid Pyridoxin-5’-phosphat Pyridoxindipalmitat

Folsäure Pteroylglutaminsäure

Vitamin B12 Cyanocobalamin Hydroxocobalamin

Biotin D-Biotin

Vitamin C L-Ascorbinsäure Natrium-L-ascorbat Calcium-L-ascorbat Kalium-L-ascorbat L-Ascorbyl-6-palmitat

Kategorie 2: Mineralstoffe Calcium Carbonat Chlorid Salze der Zitronensäure Gluconat Glycerophosphat Lactat Salze der Orthophosphorsäure Hydroxid Oxid Aminosäurechelat Pidolat

Magnesium Acetat Carbonat Chlorid Salze der Zitronensäure Gluconat Glycerophosphat

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Salze der Orthophosphorsäure Lactat Hydroxid Oxid Sulfat Aminosäurechelat Pidolat

Eisen Eisencarbonat Eisencitrat Eisenammoniumcitrat Eisengluconat Eisenfumarat Eisennatriumdiphosphat Eisenlactat Eisensulfat Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat) Eisensaccharat elementares Eisen (Carbonyl + elektrolytisch + wasserstoffreduziert) Eisendihydroxid Eisenpidolat Aminosäurechelat

Jod Kaliumiodid Kaliumiodat Natriumiodid Natriumiodat

Zink Acetat Chlorid Citrat Gluconat Lactat Oxid Carbonat Sulfat Aminosäurechelat

Selen Natriumselenat Natriumhydrogenselenit Natriumselenit angereicherte Hefe

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Anhang 3 (Art. 3)

Tagesrationen

Lebensmittel Tagesration in g

Milch aller Fettgehaltsstufen 500 Sauermilcharten 250 Käse, Käseerzeugnisse 100 Butter, Margarine, Minarine 50 Speiseöle und -fette 30 Hefeextrakte, Trockenhefe 10 Körnerfrüchte, Müllereiprodukte – zum Trockengenuss wie Weizenkeime 30 – für wasserhaltige Zubereitungen 100 Frühstücksgetränke (Trockenware) 40 Frühstückscerealien 50 Brot, Backwaren 100 Dauerbackwaren 100 Teigwaren (Trockenware) 100 Früchte und Gemüse, verarbeitet 200 Kartoffeln, verarbeitet 150 Fruchtsäfte, Nektare 300 Zitronensaft 30 Limonaden, Eistee, Tafelgetränke usw. 500 Gemüsesäfte 200 Konfitüren, Gelees, Brotaufstriche 50 Fleischwaren 150 Zuckerwaren 25 Tee, Kräuter- oder Früchtetee und ähnliche warme Getränke 300

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