AS 2010 733
Verordnung über den Rebbau und die Einfuhr von Wein
Verordnung über den Rebbau und die Einfuhr von Wein (Weinverordnung)
Änderung vom 4. November 2009
Der Schweizerische Bundesrat verordnet:
I Die Verordnung vom 14. November 20071 über den Rebbau und die Einfuhr von Wein wird wie folgt geändert:
Art. 20 Bst. b und c Das Schweizer Weinbaugebiet wird in drei Regionen unterteilt: b. die Region Deutschschweiz mit den Kantonen Basel-Landschaft und Basel- Stadt, Solothurn, Aargau, Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen, Glarus, Zürich, Schwyz, Zug, Luzern, Obwalden, Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden, Uri, Graubünden mit Ausnahme des Misox und Bern mit Ausnahme der Bielerseeregion; c. die Region italienische Schweiz mit dem Kanton Tessin und dem Misox.
Art. 21 Abs. 3bis, 5 und 6 3bis Das Produktionsgebiet der Trauben kann auf das benachbarte Grenzgebiet der Schweiz ausgedehnt werden, vorausgesetzt: a. ein internationales Abkommen sieht dies vor; b. die Rebfläche bildet zusammen mit der angrenzenden Schweizer Rebfläche eine gut abgegrenzte geografische Einheit; c. der betroffene Kanton hat im Einvernehmen mit dem Bundesamt spezifische Anforderungen festgelegt; und d. die Kontrollbestimmungen ausserhalb der Schweiz sind durch ein im betrof- fenen Land anerkanntes Kontrollorgan gewährleistet.
5 Die von den Kantonen festgesetzten natürlichen Mindestzuckergehalte dürfen die
folgenden Werte nicht unterschreiten:
1 SR 916.140
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Weinverordnung AS 2010
weisse Gewächse rote Gewächse °Brix °Brix
Region Westschweiz 15,2° 17,0° Region Deutschschweiz 15,8° 17,0° Region italienische Schweiz 15,8° 17,6°
6 Die von den Kantonen festgelegten Höchsterträge pro Flächeneinheit dürfen die
folgenden Werte nicht überschreiten:
weisse Gewächse rote Gewächse kg/m2 kg/m2
Region Westschweiz 1,4 1,2 Region Deutschschweiz 1,4 1,2 Region italienische Schweiz 1,2 1,2
Art. 24a Grenzübergreifende Produktionszone Das Produktionsgebiet von Land- oder Tafelwein kann unter den Voraussetzungen nach Artikel 21 Absatz 3bis auf das benachbarte Grenzgebiet der Schweiz ausge- dehnt werden.
Art. 29 Abs. 2 2 Der natürliche Zuckergehalt ist vor der Verarbeitung mit einem vom Kantonslabor kontrollierten Refraktometer zu bestimmen.
Art. 30 Abs. 3
3 Sie erfassen die Einkellerungsmeldungen nach Artikel 29 Absatz 6.
II Die Anhänge 1–3 erhalten die neue Fassung gemäss Beilage.
III Diese Änderung tritt am 1. August 2010 in Kraft.
4. November 2009 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Hans-Rudolf Merz Die Bundeskanzlerin: Corina Casanova
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Weinverordnung AS 2010
Anhang 1 (Art. 19 Abs. 1)
Weinspezifische Begriffe
Begriffe Begriffsbestimmungen
Auslese/Sélection/ Bezeichnung für einen Wein mit kontrollierter Ursprungs- Selezione bezeichnung nach der kantonalen Gesetzgebung.
Beerenauslese/ Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, erzeugt aus Sélection Trauben mit Edelfäulebefall. Der natürliche Mindest- de grains nobles zuckergehalt wird von den Kantonen festgelegt. Er beträgt mindestens 26,0 % Brix. Jede Anreicherung bzw. Konzent- ration ist verboten.
Beerli/Beerliwein Rotwein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, verarbeitet ohne Kämme.
Château/Castello/ Bezeichnung für einen Wein mit kontrollierter Ursprungs- Schloss bezeichnung nach der kantonalen Gesetzgebung.
Eiswein/Vin de glace Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung aus zum Erntezeitpunkt am Stock gefrorenen Trauben, die vor dem Auftauen gekeltert werden. Die Lese muss bei einer Tem- peratur von –7 °C oder tiefer erfolgen. Jede Anreicherung oder Konzentration ist verboten. Alkoholgehalt von mindestens 15 % vol, bzw. mindestens 25,3 % Brix.
Federweiss/ Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung aus der Weissherbst Deutschschweiz, erzeugt aus roten Trauben, die vor oder zu Beginn der Gärung gepresst werden.
Flétri, flétri sur souche Süsswein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung aus am Stock getrockneten Trauben mit einem potentiellen Alkoholgehalt von mindestens 13 % vol, dem weder Alkohol, Zucker oder Traubensaftkonzentrat zugesetzt wurde und der nach der normalen Gärung noch Restzucker enthält. Jede Anreicherung bzw. Konzentration ist verboten. Bezeichnungen wie mi-flétri, semi-flétri usw. sind nicht gestattet.
Gletscherwein/ Weisswein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, der Vin des Glaciers im Wallis produziert, im Val d’Anniviers nach lokaler Tradition ausgebaut sowie aus Wein einer oder mehrerer Sorten und verschiedener Jahrgänge hergestellt wird und eine oxydative Tendenz aufweist.
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Weinverordnung AS 2010
Begriffe Begriffsbestimmungen
Oeil-de-Perdrix Rosé-Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, hergestellt aus einheimischen Trauben der Sorte Blau- burgunder.
Passerillé/Strohwein/ Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung, hergestellt Sforzato aus weissen oder roten, auf Stroh, Horden, Lattenkisten oder nach einer anderen geeigneten Methode getrockneten Trauben. Jede Anreicherung bzw. Konzentration ist verboten.
Pressé doux/Süssdruck Rosé-Wein, hergestellt aus roten Trauben, die vor oder- während des Gärungsbeginns gekeltert werden.
Primeur/Novello/ Wein, der vor Ende des Erntejahres verarbeitet und abge- Vin nouveau füllt wird.
Riserva/Reserva Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung aus dem Tessin oder dem Misox (Riserva) oder aus dem Kanton Graubünden (Reserva), der frühestens nach einem Alterungsprozess von 18 Monaten für Rotweine bzw. von
12 Monaten für Weissweine nach dem 1. Oktober des
Erntejahres auf den Markt gelangt.
Spätlese/ Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung aus Vendange tardive/ Trauben, die frühestens 7 Tage nach dem für die Bezeich- Vendemmia tardiva nung und die Rebsorte üblichen Erntedatum gelesen und nach Qualitätskriterien der kantonalen Gesetzgebungen erzeugt wird. Der natürliche Zuckergehalt muss über dem Jahresdurchschnitt liegen.
Sur lie(s)/auf der Hefe Wein, der während mindestens eines Winters auf Hefe ausgebaut ausgebaut wird.
Trockenbeerenauslese Wein mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung aus am Stock getrockneten Trauben, die nach Deutschschweizer Tradition geerntet und verarbeitet werden. Natürlicher Zuckergehalt von mindestens 34,3 % Brix. Jede Anreicherung bzw. Konzentration ist verboten.
Village(s) Bezeichnung für einen Wein mit kontrollierter Ursprungs- bezeichnung nach der kantonalen Gesetzgebung.
Vin doux naturel Synonym für Likörwein entsprechend einer genauen kantonalen Vorschrift betreffend Produktionsbeschränkung und Zuckergehalt. Jede Anreicherung bzw. Konzentration ist verboten.
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Weinverordnung AS 2010
Anhang 2 (Art. 21 Abs. 5)
Tabelle zur Umrechnung von Brixgraden und Oechslegraden
Oechslegrad nach Massenprozent Saccharose Referenztemperatur: 20 °C
% Brix °Oe % Brix °Oe % Brix °Oe
0.0 0.0 14.0 56.8 22.0 91.9 1.0 3.9 14.2 57.6 22.2 92.8 2.0 7.8 14.4 58.5 22.4 93.7 3.0 11.7 14.6 59.4 22.6 94.6 4.0 15.7 14.8 60.2 22.8 95.5 5.0 19.6 15.0 61.1 23.0 96.4 6.0 23.6 15.2 61.9 23.2 97.3 7.0 27.7 15.4 62.8 23.4 98.2 7.6 30.1 15.6 63.7 23.6 99.2 7.8 30.9 15.8 64.5 23.8 100.1 8.0 31.8 16.0 65.4 24.0 101.0 8.2 32.6 16.2 66.2 24.2 101.9 8.4 33.4 16.4 67.1 24.4 102.8 8.6 34.2 16.6 68.0 24.6 103.7 8.8 35.0 16.8 68.8 24.8 104.7 9.0 35.9 17.0 69.7 25.0 105.6 9.2 36.7 17.2 70.6 25.2 106.5 9.4 37.5 17.4 71.5 25.4 107.4 9.6 38.3 17.6 72.3 25.6 108.4 9.8 39.2 17.8 73.2 25.8 109.3 10.0 40.0 18.0 74.1 26.0 110.2 10.2 40.8 18.2 75.0 26.2 111.1 10.4 41.6 18.4 75.8 26.4 112.1 10.6 42.5 18.6 76.7 26.6 113.0 10.8 43.3 18.8 77.6 26.8 113.9 11.0 44.1 19.0 78.5 27.0 114.9 11.2 45.0 19.2 79.4 27.2 115.8 11.4 45.8 19.4 80.3 27.4 116.7 11.6 46.6 19.6 81.1 27.6 117.7 11.8 47.5 19.8 82.0 27.8 118.6 12.0 48.3 20.0 82.9 28.0 119.6 12.2 49.2 20.2 83.8 28.2 120.5 12.4 50.0 20.4 84.7 28.4 121.5 12.6 50.9 20.6 85.6 28.6 122.4 12.8 51.7 20.8 86.5 28.8 123.3 13.0 52.5 21.0 87.4 29.0 124.3 13.2 53.4 21.2 88.3 29.2 125.2 13.4 54.2 21.4 89.2 29.4 126.2 13.6 55.1 21.6 90.1 29.6 127.2 13.8 55.9 21.8 91.0 29.8 128.1 14.0 56.8 22.0 91.9 30.0 129.1
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Weinverordnung AS 2010
Anhang 3 (Art. 23 Abs. 1 Bst. b)
Traditionelle Bezeichnungen
Traditionelle Bezeichnungen sind: Dôle (VS) Dorin (VD) Ermitage du Valais ou Hermitage du Valais (VS) Fendant (VS) Goron (VS) Johannisberg du Valais (VS) Malvoisie du Valais (VS) Nostrano (TI und Misox) Salvagnin (VD) Païen oder Heida (VS)
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