02.3491 · Postulat · 2002-09-25
Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
Erledigt
Wortlaut
Der Bundesrat wird beauftragt, die Schaffung eines Barometers über die Ungleichheit und Armut (BUA) zu prüfen.
Begründung
Verschiedene Statistiken, insbesondere solche über Löhne und über die Arbeitslosigkeit, geben eine gewisse Vorstellung von der Ungleichheit und der Armut in unserem Land.
Das Bild bleibt jedoch unvollständig, solange nicht gewisse Merkmale der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre berücksichtigt werden: die Erscheinung der Working Poor (erwerbstätige Arme), die Ausbreitung atypischer Arbeitsformen (Zeitarbeit, befristete Arbeitsverträge), die Diskriminierung zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Einheimischen und Zugewanderten, die zwangsweise Teilzeitarbeit, die wachsende Zahl von Einelternfamilien usw.
Das BUA soll ein Instrument sein, das sowohl die soziale und kulturelle Ungleichheit als auch die Armut misst und zu möglichst konkreten Antworten auf diesbezügliche Entwicklungen beiträgt. Wer regelmässig an der Börse spielt und dort seine Transaktionen abschliesst, kann sich an zahlreichen Indizes orientieren (Dow Jones, CAC 40 usw.). Weshalb sollte man sich nicht von den Techniken der Börsianer inspirieren lassen und einen Index schaffen, mit dem die Ungleichheit und die Armut besser erfasst werden können?
Antrag des Bundesrates
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.