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17.3655 · Motion · 2017-09-13

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, wenn möglich per 1. Januar 2019 ein RAUS-Weide-Programm für männliche wie weibliche Kälber sowie für das Jung-/Mastvieh einzuführen und den Aufwand dafür fair abzugelten.

Begründung

Von den RAUS-Beiträgen profitierten 2016 laut BLW-Agrarbericht 54 Prozent der unter einjährigen männlichen und 67 Prozent der weiblichen Rinder. Diese Zahlen sind Augenwischerei, denn die meisten Rinder dürfen nur auf eine Beton-Auslauffläche und nicht wie die Kühe auf eine Weide. Für Kälber gibt es sogar RAUS-Beiträge, wenn sie einzeln in einer kleinen Hütte gehalten werden.

Die Weidehaltung von Kälbern und Jung-/Mastvieh ist für die Landwirte nicht attraktiv, weil der zusätzliche Aufwand dafür vom Bund nicht abgegolten wird.

Eine vom Bund eingesetzte Arbeitsgruppe hat beim BLW 2016 den praktisch einstimmigen Antrag deponiert, ein zusätzliches Programm "RAUS-Weide für Kälber und Jung-/Mastvieh" einzuführen und den Aufwand dafür fair abzugelten. Das BLW hat die Idee aber mit einer Pseudo-Begründung nicht in das Verordnungspaket 2017 aufgenommen; stattdessen gibt der Bund neuen RAUS-Weide-Programmen für Hirsche bzw. amerikanische Bisons den Vorrang, welche gemäss Tierschutzverordnung sowieso im Freien gehalten werden müssen.

Die Unterzeichneten sehen Handlungsbedarf und beauftragen den Bundesrat, wenn möglich per 1. Januar 2019 ein RAUS-Weide-Programm für männliche wie weibliche Kälber sowie für das Jung-/Mastvieh einzuführen und den Aufwand dafür fair abzugelten. Dadurch entsteht kein administrativer Mehraufwand: Bei der Anmeldung kreuzen die interessierten Landwirte künftig nicht mehr "RAUS-Basis", sondern "RAUS-Weide" an. Die Beiträge werden wie bisher automatisch aufgrund der Tierverkehrsdaten berechnet.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.