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20.4331 · Motion · 2020-11-09

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, eine unabhängige nationale Anlauf- oder Meldestelle aufzubauen, bei der sich Athletinnen und Athleten unter Wahrung ihres Persönlichkeitsschutzes melden können bei jeglichen Missständen im Bereich Sport, sei dies bei physischer und psychischer wie auch sexueller Gewalt, Mobbing oder Machtmissbrauch.

Eine Minderheit der Kommission (Stark, Gmür-Schönenberger, Noser) beantragt, die Motion abzulehnen.

Begründung

Die Berichte von acht jungen Frauen, ehemalige Spitzensturnerinnen der Rhythmischen Gymnastik und des Kunstturnens, die am 31. Oktober 2020 im Magazin des Tagesanzeigers unter dem Titel "Magglinger Protokolle" erschienen sind, haben aufgerüttelt. Sie zeigen ein Bild eines schon seit Jahrzehnten andauernden massiven und systematischen psychischen und physischen Druckes, mit zum Teil irreversiblen gesundheitlichen Folgen für die jungen Frauen.

Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Hinweise, einzelne Athletinnen meldeten sich zu Wort, es gab personelle Wechsel, aber am System änderte sich nichts. Es fehlen ganz offensichtlich Instrumente und Strukturen, welche einen Wandel ermöglichen würden. Der Schweizerische Turnverband hat sich nach früheren Vorfällen im Jahr 2018 einen Verhaltenskodex gegeben und eine Meldestelle eingerichtet. Das reicht ganz offenbar nicht, die Meldestelle muss unabhängig vom Verband sein und absolute Vertraulichkeit garantieren, sie sollte auf nationaler Ebene eingerichtet sein und es muss genau definiert sein, was mit den Meldungen geschieht.

Geklärt werden muss auch, wer verantwortlich ist für die Einhaltung der Ethikcharta von Swiss Olympic und des Code of Conduct für Trainerinnen und Trainer und was die Rolle des Bundesamtes für Sport (BASPO) in Magglingen ist.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.