21.3078 · Postulat · 2021-03-04
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Erledigt
Wortlaut
Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht eine geschlechtsspezifische Budgetanalyse der Abteilung "Jugend und Sport" im Bundesamt für Sport BASPO darzulegen.
Begründung
Finanzflüsse und ihre Steuerung beeinflussen die aktuellen und zukünftigen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Da sich die Lebens- und Arbeitssituationen zwischen den Geschlechtern immer noch deutlich unterscheiden, wirken sich öffentliche Ausgaben unterschiedlich auf die Geschlechter aus. Eine geschlechtsspezifische Analyse ist deshalb für eine realistische Wirkungsanalyse von Staatsausgaben unerlässlich. Der Staat und seine Organe unterstehen zudem dem Diskriminierungsverbot und Gleichstellungsgebot (Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung).
Im Jahr 2000 profitierten Mädchen und Frauen von "Jugend und Sport"-Angeboten, die mit rund 18 Millionen Franken subventioniert wurden, während Jungen und Männer von mit rund 30 Millionen Franken subventionierten Angeboten profitierten. Zudem floss ein knappes Viertel der "Jugend und Sport"-Subventionen in Angebote, in denen der Knaben-bzw. Männeranteil bei 95 Prozent liegt, während in Angebote, bei denen der Mädchen- bzw. Frauenanteil bei über 90 Prozent liegt, nur 2,3 Prozent der Subventionen flossen. Die Analyse hat ferner aufgezeigt, dass Frauen 28 Prozent der "Jugend und Sport"-Leiterinnen und -Leiter ausmachten, jedoch nur 20 Prozent der Entschädigungen erhielten. (Aus der 2002 im Auftrag des Eidgenössischen Gleichstellungsbüros in der Abteilung "Jugend und Sport" im BASPO durchgeführte Budgetanalyse)
Neuere Zahlen sind nicht verfügbar. Fast zwanzig Jahre nach dieser letzten Budgetanalyse wäre es angebracht, eine neue Analyse vorzunehmen. Als Antwort auf das Postulat 15.3328 hat der Bundesrat unter anderem damit argumentiert, dass Mädchen generell viel weniger Sport treiben als Knaben. Der Bericht Sport Schweiz 2020 des BASPO zeigt auf, dass der Anteil der Frauen, die regelmässig oder oft Sport treiben, seit 2000 massiv angestiegen ist. Heute treiben Frauen praktisch gleich viel Sport wie Männer. 51 Prozent der Frauen sind mehrmals pro Woche insgesamt mindestens drei Stunden sportlich aktiv. Bei den Männern sind es mit 52 Prozent nur unwesentlich mehr. Die Frauen haben mit der Zeit aufgeholt.: vor 20 Jahren machte erst ein knappes Drittel aller Frauen mehrmals pro Woche Sport, heute ist es über die Hälfte. Vor diesem Hintergrund lässt sich vermuten, dass die Sportbereitschaft bei den Mädchen in den letzten 20 Jahren ebenfalls angestiegen ist. Dieser Umstand steigert die Relevanz einer fairen Verteilung.
Antrag des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.