Lexipedia

Weltweit führende Schweizer Armutsbekämpfung mit Best Buys und wirkungsorientierter Entwicklungszusammenarbeit stärken

24.4387 · Postulat · 2024-12-17

Departement für auswärtige Angelegenheiten

Überwiesen an den Bundesrat

Wortlaut

Angesichts der elementaren Rolle einer wirkungsorientierten Entwicklungszusammenarbeit (EZA) für die globalen und nationalen Sicherheitsinteressen der Schweiz wird der Bundesrat beauftragt, folgende Punkte zu prüfen:
1. Besondere Förderung der weltweit führenden Programme in der Armutsbekämpfung bei der Entwicklung neuer Projekte (Best Buy Check) und genereller Einbezug der besten Evidenz in alle neuen Projekte (Evidenz Check).
2. Jährliche Publikation der DEZA- und SECO-Projekte, die gemäss robuster Evidenz zu den global führenden Programmen in ihrem Bereich gehören (Best Buys). Dies stärkt die Evidenzkultur und macht die Erfolge der EZA sichtbar.
3. Weitere Stärkung der Evaluationsstandards, sodass mindestens fünf der jährlich durchgeführten Evaluationen von DEZA und SECO den höchsten Evidenzstandard, die robuste Impact Evaluation, erfüllen.

Begründung

Hunderte Millionen Menschen leben weiterhin in extremer Armut. Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit (EZA) leistet einen essentiellen Beitrag, um Leben zu retten, ökonomische Chancen zu schaffen und damit die globale und nationale Sicherheit zu stärken.
Sie trägt dazu bei, Konflikte, Pandemien und unregulierte Migrationsbewegungen zu verhindern. Die vertiefte Förderung einer evidenzbasierten EZA ist dabei unerlässlich, um die Wirksamkeit und Effizienz der eingesetzten Mittel weiter zu maximieren. Die Förderung der Best Buys, der
weltweit effektivsten und am besten evaluierten Programme, erhöht die Wirkung der Schweizer Entwicklungsprojekte weiter.
Eine jährliche Publikation dieser Projekte steigert die Transparenz, fördert den Wissensaustausch und stärkt die Evidenzkultur innerhalb der internationalen Zusammenarbeit.
Gleichzeitig wird sichtbar, welche konkreten Erfolge die Schweiz in der Armutsbekämpfung erzielt.
Ein gezielter Fokus auf diese Best-Buys-Programme bei der Entwicklung neuer Projekte (Best Buy Check) und der systematische Einbezug der besten Evidenz (Evidenz Check) stellt sicher, dass die Schweiz sowohl in Forschung, Praxis als auch in der Wirksamkeitsmessung führend bleibt.
Die Durchführung von mindestens fünf robusten Impakt-Evaluationen pro Jahr ist dabei notwendig, um die tatsächlichen Auswirkungen der Programme zu erfassen und so die kontinuierliche Verbesserung der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit sicherzustellen.

Antrag des Bundesrates

Annahme

Stellungnahme des Bundesrates

Aufgrund des Berichtes der GPK-S vom 14. November 2023 (BBl 2023 2893) hat er in seiner Stellungnahme vom 21. Februar 2024 (BBl 2024 556) bereits Massnahmen zur Verbesserung der Wirksamkeitsmessung in der internationalen Zusammenarbeit (IZA) ergriffen. In diesem Zusammenhang soll die Evaluationspraxis von EDA und WBF in der IZA künftig mehr Auskunft darüber geben, wie das evaluierte Projekt zur Erreichung der übergeordneten IZA-Ziele beiträgt. Dabei werden bestehende Evaluationsmethoden überprüft und wo nötig angepasst, so sollen in Zukunft auch vermehrt Impakt-Evaluationen durchgeführt werden. Die Empfehlungen des Postulates werden in dieser Überprüfung berücksichtigt.

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.