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Welchen Beitrag leisten bundesnahe Unternehmungen zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der Schweiz?

26.3126 · Interpellation · 2026-03-16

Finanzdepartement

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Eines der zentralen Merkmale der Schweiz ist ihre Vielsprachigkeit mit vier Landessprachen. Um den Zusammenhalt unseres Landes zu sichern, ist es wichtig, den Austausch über die Sprachgrenzen hinweg zu fördern und zu erhalten. In Zeiten einer zunehmenden Anglisierung – auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation über die Sprachgrenzen hinweg – stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar. Die wiederkehrenden Debatten rund um den Französischunterricht in der Grundschule zeigen dies exemplarisch.

Der Bund und die bundesnahen Unternehmungen sind für die Förderung der Mehrsprachigkeit besonders gefordert. Sie sind gesamtschweizerisch tätig und können daher einen wichtigen Beitrag zur Verständigung zwischen den Sprachregionen und damit zur Förderung der Mehrsprachigkeit in der Schweiz leisten.

Sprachaufenthalte und Austauschprogramme sind eine sinnvolle Investition in die Zukunft und können auch dazu beitragen, die Berufslehre attraktiver zu machen. Gleichzeitig fördern sie eine multilinguale Unternehmenskultur, wie sie in Unternehmen mit gesamtschweizerischer Tätigkeit besonders wichtig ist.

In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  1. Verfügen die bundesnahen Unternehmungen über Programme zur Förderung der Mehrsprachigkeit, beispielsweise über Sprach- oder Austauschprogramme für Lernende?

  2. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass alle bundesnahen Unternehmen – insbesondere für Lernende – solche Programme institutionalisieren sollten?

  3. Auf welchem Weg könnte der Bund als Eigner die Unternehmen dazu verpflichten, entsprechende Programme anzubieten? Würde sich hierfür beispielsweise das Instrument der strategischen Ziele eignen?

Stellungnahme des Bundesrates

  1. Die bundesnahen Unternehmen verfügen über Programme zur Förderung der Mehrsprachigkeit. Laut den Angaben der Swisscom, der Post, der SBB, der Skyguide und der RUAG MRO bieten diese Unternehmen intern eine grosse Auswahl an Schulungen für ihre Mitarbeitenden und Lernenden (in Form von Kursen, Austauschmöglichkeiten oder durch die Bereitstellung von Anwendungen) sowie Zugang zu externen Sprachschulungen an. Sie unterstützen zudem Sprachaufenthalte in anderen Regionen. Insbesondere im Zusammenhang mit Lernenden arbeiten mehrere Unternehmen mit Movetia zusammen, der nationalen Agentur zur Förderung von Austausch und Mobilität im Bildungsbereich.

  1. Der Bundesrat ist klar der Ansicht, dass die Mehrsprachigkeit in den bundesnahen Unternehmen hervorgehoben und gefördert werden sollte. Diese Unternehmen sind in verschiedenen Sprachregionen tätig und nehmen eine Vorbildfunktion in Sachen Vielfalt ein. Wie aus der Antwort auf die erste Frage hervorgeht, sind sie in diesem Bereich sehr aktiv und verfügen über ein vielfältiges Angebot zur Förderung der Sprachkompetenzen.

  2. Der Bundesrat stellt keine Lücken im Angebot der Unternehmen im Bereich der Mehrsprachigkeit fest. Diese sind sich der Bedeutung der Landessprachen bewusst und haben bereits zahlreiche Programme und Initiativen ins Leben gerufen. Der Bundesrat sieht daher keine Notwendigkeit, eine neue formelle Verpflichtung vorzusehen, schon gar nicht in den strategischen Zielen, die sich grundsätzlich nicht mit operativen Tätigkeiten befassen.

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