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26.3324 · Interpellation · 2026-03-19

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Der Kuhbestand in der Schweiz ist rückläufig, was 2025 zu einem deutlichen Anstieg der Rindfleischimporte führte. Der fortschreitende Rückgang der Milchviehbestände hat dazu geführt, dass Verarbeitungsfleisch in der Schweiz immer mehr gesucht wird. So ist der Schlachtpreis für Kühe innerhalb der letzten 10 Jahre um 20.8% gestiegen, während der Mangel an Verarbeitungsfleisch durch Importe kompensiert wird.

Die effiziente Nutzung des Grünlands und der Ressource Gras/Raufutter ist ein Schlüssel zur Förderung der inländischen Lebensmittelproduktion, Verbesserung der Ernährungssicherheit sowie Reduktion der Klimawirkungen der Schweizer Landwirtschaft. Dazu braucht es aber eine stärkere Ausrichtung auf graslandbasierte Produktionssysteme. Um die Ressource Gras schweizweit besser zu erschliessen, braucht es bei bestehenden Förder- und Anreizsysteme eine Weiterentwicklung. Dies ist nötig, damit die ressourceneffiziente Produktion von Fleisch und Milch aus Grasland gestärkt wird.

- Wie wird die Nutzung des Schweizer Graslands in der AP 30+ gefördert?

- Mit welchen Massnahmen in der AP 30+ wird der Netto-Selbstversorgungsgrad der Schweiz mit Milch gehalten?

- Mit welchen Massnahmen in der AP30+ wird der Netto-Selbstversorgungsgrad für Rindfleisch erhöht?

- Unterstützt der Bundesrat das Ziel die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion ressourceneffizient und tierfreundlich auszurichten?

Stellungnahme des Bundesrates

Im Bereich der graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF) besteht mit dem gleichnamigen Direktzahlungsprogramm ein Instrument, das zu einer stärkeren Bindung der Raufutterverzehrerhaltung an die Grünlandnutzung beiträgt. So waren in den letzten 10 Jahren rund zwei Drittel aller Milchkühe und über 90% der Mutterkühe am GMF-Programm beteiligt. Somit konnte trotz fortlaufender Milchleistungssteigerung verhindert werden, dass immer mehr Kühe aufgrund von erhöhten Kraftfuttermengen aus dem GMF-Programm aussteigen.Der Bundesrat unterstützt das Ziel einer ressourceneffizienten und tierfreundlichen graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion. Er beabsichtigt daher das bestehende GMF-Programm sowie die Tierwohlbeiträge weiterzuführen. Weiter verfolgt der Bundesrat keine expliziten Ziele zu produktspezifischen Selbstversorgungsgraden. Langfristig ist sein Ziel, dass der Netto-Selbstversorgungsgrad über alle Produkte hinweg wieder auf 50 Prozent ansteigt. Hierzu sieht er im Rahmen der AP30+ verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Produktionsgrundlagen und der Ressourceneffizienz vor u.a. eine stärkere Förderung von pflanzlichen Kulturen zur direkten menschlichen Ernährung über die Einzelkulturbeiträge. Der Bundesrat wird die entsprechenden Vorschläge im Rahmen der Vernehmlassung zur AP30+ im Herbst 2026 unterbreiten.

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