RRB Nr. 407/2026
Massnahmenzentrum Uitikon, Geschlossene Abteilung, Instandsetzung und Fensterersatz, Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung, zusätzliche gebundene Ausgabe
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 15. April 2026
407. Massnahmenzentrum Uitikon, Geschlossene Abteilung,
Erwägungen
Instandsetzung und Fensterersatz, Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung (zusätzliche gebundene Ausgabe)
Ausgangslage Das Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) ist eine Einrichtung für straffällige männliche Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren. Das MZU verfügt über 58 Plätze, davon 26 in der Geschlossenen Abteilung. Der Massnahmenvollzug setzt sowohl auf die Deliktbearbeitung, d. h. darauf, durch Therapien die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Straftäter zu fördern, um Rückfälle zu verhindern, als auch auf die Wiedereingliederung durch Lehrausbildungen und stufenweise Öffnungen. Im 1979 erbauten und 2010–2014 erstmals teilsanierten Gebäudetrakt der Geschlossenen Abteilung liegen verschiedene altersbedingte bauliche und gebäudetechnische Mängel vor. Insbesondere bei der sicherheitsrelevanten Überwachungstechnik besteht aufgrund des Instandhaltungszyklus ein dringender Handlungsbedarf. Zur systematischen Erfassung der erforderlichen Massnahmen wurden mehrere separate, aufeinander aufbauende Studien durchgeführt, mit dem Ziel, die notwendigen Instandsetzungen zu identifizieren und in einem Bauprojekt zu bündeln. Mit Beschluss Nr. 911/2024 bewilligte der Regierungsrat eine gebundene Ausgabe von Fr. 1 600 000 für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung der Instandsetzung der Geschlossenen Abteilung. Damals wurde mit Kosten in der Grössenordnung von rund 15 Mio. Franken gerechnet.
Projektentwicklung Seit der Ausgabenbewilligung vom 4. September 2024, die auf Grundlage der erarbeiteten Studien berechnet wurde, liegen neue Erkenntnisse vor. Im Rahmen des Vorprojekts zeigte sich, dass der Umfang der unentbehrlichen Massnahmen bei der sicherheitsrelevanten Überwachungstechnik und den Elektroinstallationen deutlich höher ist als ursprünglich angenommen. Dazu zählen insbesondere der vollständige Ersatz des gesamten Personenschutzsystems der Mitarbeitenden, die
Erneuerung der Brandmeldeanlage sowie der Ersatz der Einbruch- und Ausbruchmeldeanlage. Eine im Verhalten veränderte Klientel und verschiedene Ausbrüche erzwingen die Umsetzung dieser Sicherheitsmassnahmen im Umfang von rund 8 Mio. Franken. Die Wärmeerzeugung aller Gebäude des MZU hat das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht und muss zur Vermeidung von Ausfällen ersetzt werden. Aufgrund der Projektentwicklung ist für den Ersatz, d. h. die zyklische Instandsetzung der Wärmeerzeugung, ebenfalls mit höheren Gesamtkosten zu rechnen (zusätzlich rund 1 Mio. Franken). Ein weiterer Teil des Mehraufwands (rund 2 Mio. Franken) fällt aufgrund der nachfolgenden Massnahmen an: Infolge der Zentralisierung der bestehenden Serverinfrastruktur wird ein Serverraum notwendig. Der Boden in den Werkstätten der geschlossenen Abteilung erweist sich als ungeeignet und ist sehr abgenutzt, er soll daher ersetzt werden. Zur Verbesserung der Abläufe in der Sicherheitszentrale sollen bauliche Anpassungen vorgenommen werden. Letztlich ist aufgrund der erhöhten Gewaltbereitschaft der jungen Straftäter die Umsetzung von drei Kriseninterventionsplätzen mit eigenem Aussenbereich notwendig (zusätzlich rund 1 Mio. Franken). Im bisherigen Projekt war lediglich eine einzelne Disziplinarzelle vorgesehen. Die beschriebenen Projektanpassungen führen zu einem Anstieg der Baukosten. Infolgedessen erhöhen sich auch die Planungskosten, wodurch mehr Mittel für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung benötigt werden.
Finanzielles Die Kosten für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung der Instandsetzung des Massnahmenzentrums Uitikon belaufen sich gemäss Kostenschätzung vom 1. Dezember 2025 neu auf Fr. 4 200 000 und setzen sich wie folgt zusammen: Tabelle 1: Investitionskosten Arbeitsgattung BKP Kosten in Franken bewilligt Erhöhung Total 10 Vorbereitungsarbeiten 40 000 10 000 50 000 51 Bewilligungen, Gebühren 30 000 0 30 000 52 Muster, Modelle, Vervielfältigungen 50 000 330 000 380 000 59 Honorare einschliesslich Spezialisten 1 330 000 1 870 000 3 200 000 61 Reserve 150 000 390 000 540 000 Total einschliesslich MWSt 1 600 000 2 600 000 4 200 000
Die Kostenschätzung weist eine Genauigkeit von ±15% aus (Kostenstand 1. Dezember 2025, Zürcher Index der Wohnbaupreise: April 2025, Basis 1939). Die Kosten für das gesamte Vorhaben der Instandsetzung und des Fensterersatzes liegen bei Fr. 27 000 000. Tabelle 2: Aufteilung Projektierung und vorgezogene Ausführung Arbeitsgattung BKP Kosten in Franken (erhöhter Kredit) Projektierung Vorgezogene Total (Phase 31–33) Ausführungsplanung (Phase 41) 10 Bestandesaufnahme 50 000 0 50 000 51 Bewilligungen, Gebühren 30 000 0 30 000 52 Muster, Modelle, Vervielfältig. 320 000 60 000 380 000 59 Honorare 2 000 000 1 200 000 3 200 000 61 Reserve 360 000 180 000 540 000 Total einschliesslich MWSt 2 760 000 1 440 000 4 200 000 Für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung der Instandsetzung und des Fensterersatzes im Massnahmenzentrum Uitikon ist eine zusätzliche gebundene Ausgabe von Fr. 2 600 000 gemäss § 37 Abs. 2 lit. d des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (LS 611) durch den Regierungsrat zu bewilligen. Die Finanzierung der Ausgabe erfolgt über die Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen. Für das Vorhaben sind im Budget 2026 und im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2026–2029 Fr. 13 000 000 eingestellt: Die Durchführung des Vorhabens steht unter dem Vorbehalt, dass das Vorhaben im Rahmen der zur Verfügung stehenden Budgetkredite der Investitionsrechnung finanziert werden kann und im Vergleich zu anderen Vorhaben priorisiert wird. Die Investitionen für die Gesamtinstandsetzung des Massnahmenzentrums Uitikon verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Planjahre: Tabelle 3: Verteilung pro Jahr (gemäss KEF/Budget) (in Franken) 2026 2027 2028 2029 Investitionen 6 000 0000 6 000 000 1 000 000 0 Für das Bauprojekt ist voraussichtlich mit einem Bundesbeitrag zu rechnen, wobei der Betrag noch nicht rechtskräftig zugesichert wurde. Deshalb sind die Bruttokosten als Ausgabe zu bewilligen.
Auf Antrag der Baudirektion und der Direktion der Justiz und des Innern
Dispositiv
beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung der Instandsetzung und des Fensterersatzes im Massnahmenzentrum Uitikon wird zur Ausgabenbewilligung gemäss RRB Nr. 911/2024 eine zusätzliche gebundene Ausgabe von Fr. 2 600 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, bewilligt. Die gesamte zur Verfügung stehende Ausgabensumme beträgt Fr. 4 200 000.
II. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Zürcher Indexes der Wohnbaupreise gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Indexstand April 2025)
III. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Direktion der Justiz und des Innern und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli