05.092
Procédure pénale. Unification
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Conseil national · Tessin · Groupe PDC/PEV/PVL
BO 2009 N 2702. Schweizerische Jugendstrafprozessordnung
2. Loi fédérale sur la procédure pénale applicable aux mineurs
Art. 14
Proposition de la majorité
Maintenir (= Biffer)
Proposition de la minorité
(Thanei, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Sommaruga Carlo, Vischer, Wyss Brigit)
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
La présidente (Simoneschi-Cortesi Chiara, présidente): Madame Thanei n'étant pas dans la salle, Monsieur Jositsch présentera la proposition de la minorité.
Jositsch Daniel · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe socialiste
Die Differenz, die wir bei Artikel 14 haben, betrifft die Vertrauensperson. Worum geht es? Die Täter, die vor Gericht stehen, sind im Jugendstrafprozessrecht Jugendliche. Jugendliche sind selbstverständlich, im Unterschied zu erwachsenen Tätern, die vor Gericht stehen, nicht in gleichem Mass in der Lage, sich selbst zu verteidigen und zu vertreten. Für die juristische Seite steht ihnen ein Verteidiger zur Verfügung, für das Persönliche auf der anderen Seite tun dies normalerweise ihre gesetzlichen Vertreter, die Eltern oder wer auch immer damit beauftragt ist.
Es ist aber durchaus möglich und bei straffälligen Jugendlichen durchaus nicht selten, dass kein vertrauensvolles Umfeld besteht. Diese Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben, eine Vertrauensperson beizuziehen, die sie im Verfahren unterstützt. Diese Vertrauensperson hat im Verfahren selbst keine Position. Sie nimmt keine Verfahrensrechte wahr und dient damit ausschliesslich dem Jugendlichen und seiner Betreuung. Es geht nicht einmal nur darum, dass ein Jugendlicher sich wohlfühlt - es handelt sich ja immerhin um einen Straftäter, und er steht vor Gericht -, sondern es geht darum, dass er in angemessener Weise betreut wird, denn auch ein jugendlicher Straftäter ist schliesslich ein Jugendlicher. Ausserdem muss man auch daran denken, dass Jugendliche, die in diesem Alter straffällig werden, sehr häufig wieder auf den sogenannten rechten Weg zurückfinden.
Die Vertrauensperson kann die einzige Person sein, die in einem Verfahren einen wirklich positiven Einfluss auf einen Jugendlichen ausüben kann. Natürlich ist in einem Jugendstrafverfahren auch der Jugendanwalt bestrebt, das zu tun, aber der Jugendanwalt ist letztendlich der, der auf der anderen Seite steht, derjenige, der anklagt, derjenige, der auch verurteilt. Entsprechend kann es also unter Umständen nicht möglich sein, dass der Jugendanwalt diesen positiven Einfluss ausübt, und für diese Fälle steht dann eben eine Vertrauensperson zur Verfügung.
Deshalb ist die Minderheit der Ansicht, dass wir an dieser Position, der Position des Bundesrates und des Ständerates, festhalten sollten und die Möglichkeit des Beizugs dieser Vertrauensperson in der Strafprozessordnung verankern sollten.
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Conseil national · Tessin · Groupe PDC/PEV/PVL
Il paraît qu'il y a eu une panne sur le réseau ferroviaire; Madame Thanei vient d'arriver. Monsieur Jositsch a quand même remplacé Madame Thanei pour défendre la proposition de la minorité. Il ne peut donc pas être rapporteur au sujet de cette disposition. Nous n'entendrons donc qu'un seul rapporteur à cet article, mais je pense que cela ira très bien puisque vous avez la traduction simultanée. Et voilà, les choses sont en ordre.
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Conseil fédéral · Grisons
Ich möchte Sie auch bitten, beim Institut der Vertrauensperson zu bleiben. Warum braucht es eine Vertrauensperson? Es gibt ja durchaus Gründe, die dafür sprechen würden, dass man es beim Jugendanwalt belassen kann. Bei der Frage, ob eine Vertrauensperson eingesetzt werden soll, bin ich aber der Meinung, dass es richtig ist, diese hier im Gesetz zu verankern, und zwar darum, weil eine Vertrauensperson beispielsweise dann an die Stelle der Eltern treten kann, wenn die Eltern überfordert sind. Die Vertrauensperson soll einen Jugendlichen begleiten und auch dem Ziel der Strafprozessordnung, die Jugendlichen wieder auf den richtigen Weg zu bringen, Nachachtung verschaffen; sie soll den Jugendlichen eben unterstützen.
BO 2009 N 271Vertrauenspersonen haben keine rechtliche Stellung in dem Sinn, dass sie ein Verfahren verzögern bzw. verlängern können, sondern sie sind wirklich einfach da, um einen Jugendlichen zu begleiten. Natürlich könnte auch der Jugendanwalt diese Aufgabe übernehmen - dies wurde immer wieder gesagt -, aber der Jugendanwalt ist Partei in einem Prozess und auch verpflichtet, ein Verfahren möglichst rasch durchzuführen und abzuschliessen bzw. beförderlich zu erledigen, und insofern ist er in einem gewissen Konflikt.
Der Hinweis, dass es mit Artikel 2 Absatz 1 des Jugendstrafgesetzes möglich ist, eine Vertrauensperson beizuziehen, auch wenn man es nicht konkret hier in Artikel 14 verankert, ist richtig. Das führt dann aber natürlich dazu, dass das von Fall zu Fall und nicht allgemein entschieden wird. Wir sind der Meinung, dass es richtig ist, die Vertrauensperson auf Gesetzesstufe zu verankern und damit auch eine gewisse Harmonisierung zu realisieren.
Nidegger Yves · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe de l'Union démocratique du Centre
J'ai la difficile mission de vous présenter le point de vue de la majorité de la commission, ce dans une langue minoritaire et, pour aggraver les choses, après les assauts d'éloquence efficaces de l'autre rapporteur de la commission, qui est devenu pour ce cas le porte-parole de la minorité et représentant du point de vue du Conseil fédéral qu'il vient de vous présenter une fois de plus.
Je vous invite néanmoins à persévérer dans votre décision du 4 mars 2009 et à soutenir le point de vue de la majorité de la Commission des affaires juridiques à propos de l'article 14 de la procédure pénale applicable aux mineurs. Cet article introduit la faculté, pour le mineur prévenu, de se faire assister, de se faire aider, d'avoir la présence à ses côtés à tous les stades de l'instruction d'une personne dite de confiance. Les raisons qui font que la majorité de la commission persiste dans son idée de biffer cette disposition proposée par le Conseil fédéral sont qu'en procédure pénale des mineurs, l'autorité d'instruction a un rapport avec le mineur qui n'est pas aussi conflictuel que le rapport que l'on a d'ordinaire en procédure des personnes majeures et qu'il existe déjà, lorsque l'autorité d'instruction estime que cela est utile au traitement de la cause, la faculté d'appeler une personne de confiance aux côtés du mineur qui en aurait besoin.
Par conséquent, il n'est pas nécessaire - cela serait même plutôt nuisible au bon déroulement de l'instruction et de la procédure par la suite - que le mineur puisse, à sa demande, imposer une telle personne lorsque cela n'aurait pas d'utilité. Ceci d'autant plus que cette personne de confiance n'est pas véritablement définie par la loi: on peut penser aux parents, mais dans les cas où les mineurs sont jugés, on peut aussi penser qu'ils n'appelleront pas leurs parents mais plutôt un enseignant, un travailleur social - cela peut être n'importe quelle personne adulte. Ce manque de définition, couplé à la possibilité, donnée au mineur seul, d'imposer une personne dans la procédure, paraît être une fausse bonne idée à la majorité de la commission.
Pour cette raison, je vous invite à suivre la majorité et à maintenir notre décision de biffer cette disposition.
Intervention de procédure
La présidente (Simoneschi-Cortesi Chiara, présidente): Dans le "Wirrwarr" de tout à l'heure, Monsieur Fluri voulait s'exprimer, mais, sur le plan de la procédure, j'avais déjà donné la parole au rapporteur. Je m'en excuse.
Le groupe libéral-radical soutient la proposition de la majorité.
Vote
| Group | Yes | No | Abst. |
|---|---|---|---|
| Groupe de l'Union démocratique du Centre | 54 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe socialiste | 0 (0 %) | 41 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe PDC/PEV/PVL | 23 (74 %) | 8 (26 %) | 0 (0 %) |
| Groupe libéral-radical | 27 (96 %) | 0 (0 %) | 1 (4 %) |
| Groupe des VERT-E-S | 0 (0 %) | 22 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe bourgeois-démocratique | 1 (33 %) | 2 (67 %) | 0 (0 %) |
| Total | 105 (59 %) | 73 (41 %) | 1 (1 %) |
Yes: Proposal by the majority
No: Proposal by the minority Thanei
Simoneschi-Cortesi Chiara · P-F · Conseil national · Tessin · Groupe PDC/PEV/PVL
Art. 33 al. 1
Proposition de la majorité
Let. b
Maintenir (= Biffer)
Let. c
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Proposition de la minorité
(Thanei, Jositsch, Leutenegger Oberholzer, Sommaruga Carlo, Wyss Brigit)
Let. b
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Thanei Anita · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe socialiste
Es geht in Artikel 33 um die Frage der Zuständigkeit. Im Jugendstrafprozessverfahren haben wir die Spezialität, dass es kein einzelrichterliches Verfahren gibt, sondern nur ein Verfahren vor der Jugendanwaltschaft oder vor dem Jugendgericht. Und hier geht es um die Frage, für welche Fälle ein Verfahren vor dem Jugendgericht stattfinden sollte. Die Minderheit und auch der Ständerat - übrigens einstimmig - sind der Ansicht, dass bei Verfahren, bei denen eine Busse von mehr als 1000 Franken angedroht ist, das Jugendgericht zuständig sein sollte und nicht die Jugendanwaltschaft. Weshalb? Im Falle einer Busse von 1000 Franken ist von einem schweren Delikt auszugehen, also nicht von einem sogenannten Normalfall, und in diesen Fällen rechtfertigt es sich, dass der oder die Jugendliche von einem Gericht beurteilt wird. Es ist davon auszugehen, dass es der betroffenen Person auch mehr Eindruck macht, wenn sie vor Gericht auftreten muss und das Ganze nicht über ein Strafbefehlsverfahren abgewickelt wird. Ich bitte Sie also, in diesem Sinne dem einstimmigen Ständerat und der Minderheit zu folgen.
Ich habe jetzt nicht über Litera c gesprochen, da aus meiner Sicht hier keine Differenz mehr besteht, aber ich höre gerade, dass es doch noch eine gibt.
Ich danke Ihnen, wenn Sie der Minderheit und dem Ständerat folgen.
Fluri Kurt · Mit-M · Conseil national · Soleure · Groupe radical-libéral
Bei Artikel 33 geht es um eine Gesamtbeurteilung der beiden Literae b und c. Aus irgendwelchen Gründen wurde es in der Kommission verpasst, einen Antrag zu Litera c zu stellen, aber die Mehrheit - 16 zu 5 Stimmen -, die, wie Sie jetzt sehen, bei Litera b an Ihrem früheren Beschluss festhalten will, bezog sich dabei logischerweise auch auf Litera c. Ich möchte deshalb hier formell den Einzelantrag stellen, dass wir wie bereits in der zweiten Differenzenrunde auch bei Litera c an unserem früheren Beschluss festhalten. Nach Rücksprache mit dem Ratssekretariat ist dies in dieser Kategorie möglich. Die schriftliche Verteilung dieses Einzelantrages war nicht mehr möglich, aber ich bin der Auffassung, dass es auch möglich sein sollte, den Antrag mündlich zu stellen, weil es tatsächlich um beide Literae geht.
Es ist nicht sinnvoll, bei Litera b an unserem Beschluss festzuhalten, bei Litera c hingegen nicht, oder umgekehrt. Ich möchte deshalb zu beiden Buchstaben sprechen.
Wir haben bereits vorhin, bei der Frage der Vertrauensperson, das Schwergewicht bei den beteiligten Parteien im Jugendstrafprozess auf den Jugendanwalt gelegt, wie es aus dem materiellen Jugendstrafrecht auch hervorgeht. Der Jugendanwalt hat eine andere Funktion als der Staatsanwalt im Erwachsenenstrafrecht. Er hat neben seiner strafantragstellenden Funktion gewissermassen die Funktion, die Persönlichkeit des Täters zu berücksichtigen und auch die bessernden Faktoren zu fördern. Aus diesen Gründen ist es BO 2009 N 272 unseres Erachtens bei diesen Strafmassen angebracht, die Kompetenz des Urteils ebenfalls beim Jugendanwalt zu belassen und nur in den allerschwersten Fällen, bei höheren Bussen oder bei einer Strafandrohung von mehr als sechs Monaten Freiheitsentzug, das Jugendgericht einzuschalten.
Es ist aber auch systematisch sinnvoll, bei beiden Buchstaben, b und c, an unseren früheren Beschlüssen festzuhalten. Es besteht nämlich eine falsche Relation zwischen der Busse von 1000 Franken und der von Ständerat und Bundesrat beantragten Schwelle von drei Monaten Freiheitsentzug. Wenn man einen Umwandlungssatz von 60 Franken annimmt, ergäbe sich sowieso eine völlig andere Schwelle bei den Freiheitsstrafen. Das ist aber eher eine arithmetische Betrachtungsweise. Uns ist es wichtig, dass das Schwergewicht des Jugendstrafprozesses wie gesagt und wie auch bereits bei Artikel 14 beim Jugendanwalt liegt; deshalb diese relativ hohen Schwellen für die Kompetenz des Jugendanwaltes.
Ich bitte Sie deshalb, erstens bei Litera b der Mehrheit zu folgen, die sich hier explizit - 16 zu 5 Stimmen - dieser Meinung, an unserem früheren Beschluss festzuhalten, angeschlossen hat, zweitens bei Litera c meinem Einzelantrag zuzustimmen und ebenfalls festzuhalten, weil sich aus der Kommissionsberatung heraus auch logisch ergibt, dass sich das Festhalten auf beide Literae beziehen muss, sonst entstünde eine unlogische Diskrepanz. Ich bitte Sie um Entschuldigung, dass ich es in der Kommission offenbar verpasst habe, einen entsprechenden Antrag zu stellen, aber die Zeit war, wie immer, knapp. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dies hier im Interesse einer kohärenten Konzeption korrigieren könnten.
Widmer-Schlumpf Eveline · BR-F · Conseil fédéral · Grisons
In der Kommission wurde gestern über die Buchstaben b und c getrennt entschieden. Ich denke, das lässt sich rechtfertigen. Es lässt sich durchaus rechtfertigen, Bussen über 1000 Franken anders zu behandeln als Freiheitsstrafen über drei Monate, auch wenn wir eine andere Haltung vertreten haben.
Ich möchte Sie bitten, dem Antrag der Mehrheit Ihrer Kommission zu folgen, d. h. Bussen von über 1000 Franken im Strafbefehlsverfahren durch den Jugendanwalt behandeln zu lassen, aber bei Freiheitsstrafen von über drei Monaten das Jugendgericht als zuständig zu erklären. Wenn Sie es anders regeln würden, würden Sie die Kompetenzen des Jugendgerichtes auf die Funktion von Einsprachebehörden reduzieren. Jugendgerichte würden praktisch keine andere Funktion mehr haben, als Einsprachen zu beurteilen. Es würde ihnen die Urteilspraxis fehlen, sie würden abgewertet. Ich denke, dass es vom Strafmass her gerade bei einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten gerechtfertigt ist, das Jugendgericht einzusetzen. Ich möchte Sie noch darauf hinweisen, dass heute die Mehrheit der Kantone die Regelung kennt, die wir Ihnen nun vorschlagen. Eine Erhöhung von drei auf sechs Monate würde also nicht der heutigen Rechtssituation entsprechen.
Jositsch Daniel · Mit-M · Conseil national · Zurich · Groupe socialiste
Ich spreche zunächst zu Buchstabe b, nachher zu Buchstabe c, weil wir hier eine unterschiedliche Situation haben, was die Entscheidungen der Kommission betrifft.
Bei Buchstabe b geht es, wie bereits ausgeführt worden ist, um die Frage, ob bei einer Busse von mehr als 1000 Franken das Jugendgericht zuständig sein soll oder nicht. Es geht also um die Frage, ab wann bei einer Busse die gerichtliche Zuständigkeit gegeben ist. Die Mehrheit der Kommission für Rechtsfragen möchte daran festhalten, dass auch in diesen Fällen der Jugendanwalt zuständig bleibt. Einer der Gründe, warum sich die Mehrheit so ausgesprochen hat, ist, dass eine relativ kurze Freiheitsstrafe resultieren würde, wenn man eine Umwandlung analog der Geldstrafe vornähme, und sich entsprechend analog zur Regelung bei den Freiheitsstrafen die Zuständigkeit der Jugendgerichte nicht rechtfertigen würde. Auf der anderen Seite ist die Kommissionsmehrheit der Ansicht, dass der Jugendanwalt diejenige Person ist, die das ganze Verfahren geführt hat, die den Jugendlichen sehr gut kennt, die - wenn alles gut lief - mit dem Jugendlichen eine Vertrauensbasis aufbauen konnte, und dass deshalb die Kompetenz des Jugendanwaltes möglichst weit ausgedehnt werden soll, damit dieses Verfahren, das als sehr gut eingestuft worden ist, auch bei relativ langen Freiheitsstrafen noch zur Anwendung kommen kann. Deshalb ist die Kommissionsmehrheit der Ansicht, bei Buchstabe b solle am nationalrätlichen Beschluss festgehalten werden.
Bei Buchstabe c geht es um die gleiche Frage im Zusammenhang mit der Freiheitsstrafe. Bei Buchstabe c ist die Situation diejenige, dass die Kommission gestern entschieden hat, nicht an ihrer bisherigen Position festzuhalten. Das bedeutet, dass die Meinung besteht, dass bei Freiheitsstrafen ab drei Monaten die Zuständigkeit der Jugendgerichte gegeben sein soll. Es macht durchaus auch Sinn, dass man diese Unterscheidung vornimmt. Man muss sich vorstellen, dass Jugendliche nur in ausserordentlich seltenen Fällen zu Freiheitsstrafen über eine längere Zeitdauer verurteilt werden. In solchen Fällen geht es zwangsläufig immer um sehr gravierende Delikte. Bei solchen Delikten muss das rechtsstaatliche Prinzip aufrechterhalten werden. Man muss sich vorstellen: Der Jugendanwalt mag durchaus eine Vertrauensposition zum Jugendlichen aufgebaut haben, aber er ist Partei, er steht auf der anderen Seite. Und es entspricht nicht den rechtsstaatlichen Grundsätzen, dass der Jugendanwalt, der Ankläger, auch bei sehr langen Freiheitsstrafen - und das sind bei Jugendlichen lange Freiheitsstrafen - die Strafe selber ausfällt.
Ziel muss es sein, dass die rechtsstaatlichen Mechanismen hier sauber spielen; deshalb muss die Zuständigkeit der Jugendgerichte bereits in diesem Fall gegeben sein.
Entsprechend ist die Kommission der Meinung, der Einzelantrag Fluri sei abzulehnen.
Nidegger Yves · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Nous traitons à l'article 33 la question des compétences du tribunal. Dans quels cas est-ce que le magistrat instructeur qui a terminé son travail doit absolument faire juger le cas par un tribunal? dans quels cas peut-il rendre une décision lui-même?
Vous avez déjà pris une décision à ce sujet le 4 mars dernier et, s'agissant de l'amende (let. b), vous aviez décidé de supprimer les amendes de la compétence du tribunal, de sorte que l'autorité d'instruction puisse infliger les amendes, quel que soit leur montant.
Il en va du principe de célérité: il est très important, en procédure des mineurs - plus encore qu'en procédure ordinaire -, qu'il s'écoule le moins de temps possible entre le moment où l'acte a été commis et celui où la sanction est rendue, ceci aussi pour des raisons pédagogiques. Par conséquent, tous les procès qui pourront se conduire au niveau de l'instruction étant plus rapides, il faut privilégier ceux-ci et ne saisir le juge des mineurs que dans les cas de grande gravité.
La majorité de la commission estime qu'une amende relève d'un domaine de peu de gravité, ceci déjà par comparaison aux autres lettres, et notamment la lettre c qui fait encore débat et qui prévoit de fixer la compétence du juge à partir de trois mois de peine de prison - ou de six mois, selon les points de vue. En effet, si vous convertissez une amende, même de 1000 francs, à 60 francs par jour, vous obtenez 17 jours, ce qui n'est pas en proportion avec les peines prévues.
S'agissant de la lettre c, une partie de la commission était partie de l'idée que la lettre b et la lettre c étaient liées de sorte qu'aujourd'hui la commission, si on s'en tient au dépliant, vous recommande de vous rallier à la décision du Conseil des Etats et par là à la position du Conseil fédéral. Il y a un petit débat à ce sujet, qui a amené Monsieur Fluri à déposer une proposition individuelle qui, formellement, s'oppose à la proposition de la commission que je me dois ici de défendre.
Vote
BO 2009 N 273Let. b
La présidente (Simoneschi-Cortesi Chiara, présidente): Le groupe PDC/PEV/PVL soutient la proposition de la majorité.
| Group | Yes | No | Abst. |
|---|---|---|---|
| Groupe de l'Union démocratique du Centre | 51 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe socialiste | 0 (0 %) | 41 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe PDC/PEV/PVL | 30 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe libéral-radical | 31 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe des VERT-E-S | 0 (0 %) | 21 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe bourgeois-démocratique | 3 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Total | 115 (65 %) | 62 (35 %) | 0 (0 %) |
Yes: Proposal by the majority
No: Proposal by the minority Thanei
Vote
Let. c
La présidente (Simoneschi-Cortesi Chiara, présidente): Le groupe PDC/PEV/PVL et le groupe UDC soutiennent la proposition Fluri qui prévoit de maintenir notre décision.
| Group | Yes | No | Abst. |
|---|---|---|---|
| Groupe de l'Union démocratique du Centre | 0 (0 %) | 51 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe socialiste | 40 (100 %) | 0 (0 %) | 0 (0 %) |
| Groupe PDC/PEV/PVL | 0 (0 %) | 31 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe libéral-radical | 0 (0 %) | 30 (100 %) | 0 (0 %) |
| Groupe des VERT-E-S | 7 (32 %) | 12 (55 %) | 3 (14 %) |
| Groupe bourgeois-démocratique | 0 (0 %) | 3 (100 %) | 0 (0 %) |
| Total | 47 (27 %) | 127 (72 %) | 3 (2 %) |
Yes: Proposal by the committee
No: Proposal by Fluri
La présidente (Simoneschi-Cortesi Chiara, présidente): Les divergences sont maintenues. L'objet va à la Conférence de conciliation.