AS 2006 5121
Verordnung des EDI
über Gegenstände für den Schleimhaut-, Haut- und
Haarkontakt sowie über Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge
und Scherzartikel
Änderung vom 15. November 2006
Das Eidgenössische Departement des Innern
verordnet:
I
Die Verordnung des EDI vom 23. November 20051 über Gegenstände für den Schleimhaut-, Haut- und Haarkontakt sowie über Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge und Scherzartikel wird wie folgt geändert:
Erlasstitel Verordnung des EDI über Gegenstände für den Schleimhaut-, Haut- und Haarkontakt sowie über Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge und Scherzartikel (Verordnung über Gegenstände für den Humankontakt)
Art. 2
Gegenstände, die während längerer Zeit unmittelbar mit der Haut in Berührung kommen, wie Ohrringe, Brillengestelle, Halsketten, Armbänder und -ketten, Fuss- und Fingerringe, Gehäuse von Armbanduhren, Uhrarmbänder und deren Schliessvorrichtungen, Nieten und -knöpfe, Reissverschlüsse, Spangen und Metallmarkierungen, die in Kleidungsstücken verwendet werden, sowie Gürtelschnallen dürfen nicht mehr als 0,5 μg Nickel pro cm2 und Woche abgeben.
Sind Gegenstände nach Absatz 1 mit einem Überzug versehen, so muss dieser so beschaffen sein, dass der Grenzwert bei normaler Verwendung des Gegenstandes während eines Zeitraums von 2 Jahren nicht überschritten wird.
Stäbe in jedwelcher Form, die in durchstochene Ohren oder andere durchstochene Körperteile eingeführt werden, dürfen nicht mehr als 0,2 μg Nickel pro cm2 und Woche abgeben.
Art. 5 Abs. 3 Bst. a und Abs. 4
Sie dürfen keine der folgenden Stoffe enthalten:
a. aromatische Amine gemäss Anhang 1 und Azofarbstoffe oder Pigmente, die durch reduktive Spaltung aromatische Amine bilden; Artikel 21 gilt sinngemäss;
In Tätowierfarben und Permanent-Make-up-Farben dürfen nur Konservierungsmittel eingesetzt werden, welche gemäss Anhang 3 VKos für Produkte, die auf der Haut verbleiben, zugelassen sind. Es gelten die dort erwähnten Höchstkonzentrationen. Kombinationen von verschiedenen in der VKos aufgeführten Konservierungsmitteln sind nicht zulässig.
Art. 6 Sachüberschrift und Abs. 1 Anforderungen an die Hygiene von Tätowierfarben, Farben für Permanent-Make-up und Erstlingsstecker
Tätowierfarben und Permanent-Make-up-Farben müssen so hergestellt und abgepackt werden, dass Keimfreiheit bis zum erstmaligen Gebrauch gewährleistet ist. Nach dem Öffnen der Packung sind alle Vorkehrungen zu treffen, damit jegliche mikrobielle Kontamination ausgeschlossen bleibt.
Art. 8 Abs. 1 Bst. b und d
Betrifft nur den französischen Text.
Art. 13 Sachüberschrift und Abs. 2 Geltungsbereich und Definition
Als «Babyartikel» im Sinne dieses Abschnitts gilt jedes Erzeugnis, das dazu bestimmt ist, bei Säuglingen den Schlaf, die Entspannung, die Hygiene oder die Mahlzeitenzufuhr zu fördern.
Art. 14 Anforderungen an Babyartikel im Allgemeinen
Babyartikel dürfen nicht mehr als 0,1 Massenprozent (Summengrenzwert) folgender Phthalsäureester enthalten: Di-(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP2), Dibutylphthalat
CAS-Nr. 117-81-7; Einecs-Nr. 204-211-0
CAS-Nr. 84-74-2; Einecs-Nr. 201-557-4
CAS-Nr. 85-68-7; Einecs-Nr. 201-622-7
Babyartikel, die von den Säuglingen und Kleinkindern in den Mund genommen werden können, dürfen nicht mehr als 0,1 Massenprozent (Summengrenzwert) folgender Phthalsäureester enthalten: Di-isononylphthalat (DINP5), Di-isode-
Art. 14a Flaschen- und Beruhigungssauger
Flaschen- und Beruhigungssauger dürfen an ein Speichelsimulans höchstens abgeben:
N-Nitrosamine: 0,01 mg pro kg Elastomer- oder Gummiteile;
N-nitrosierbare Stoffe: 0,1 mg pro kg Elastomer- oder Gummiteile.
Sie dürfen höchstens 0,5 Massenprozent Zink enthalten.
Art. 14b Trinkflaschen
Trinkflaschen für Säuglinge und Kleinkinder müssen eine Warnaufschrift tragen, die vor Zahnschäden durch Dauerkonsum («Dauernuckeln») gezuckerter oder süsssaurer Getränke warnt. Die Aufschrift muss in den drei Amtssprachen abgefasst sein.
Art. 26 Einleitungssatz
Betrifft nur den französischen Text.
II
Die Anhänge1 und 5 erhalten die neuen Fassungen gemäss Beilage.
III
Übergangsbestimmungen Gegenstände nach den Artikeln 14, 14a und 14b dürfen noch bis zum 16. Januar 2007 nach bisherigem Recht hergestellt und importiert werden. Sie dürfen noch bis zum 31. März 2008 an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.
CAS-Nrn. 28553-12-0 und 68515-48-0; Einecs-Nrn. 249-079-5 und 271-090-9
CAS-Nrn. 26761-40-0 und 68515-49-1; Einecs-Nrn. 247-977-1 und 271-091-4
CAS-Nr. 117-84-0; einecs-Nr. 204.214-7
IV
Diese Änderung tritt am1. Januar 2007 in Kraft.
15. November 2006 Eidgenössisches Departement des Innern: Pascal Couchepin
Anhang 1
(Art. 5 Abs. 3 Bst. a) Liste der aromatischen Amine, welche nicht in Tätowier- und Permanent-Make-up-Farben enthalten sein dürfen CAS8-Nummer Index-Nummer EG-Nummer Stoff-Name 92-67-1 612-072-00-6 202-177-1 Biphenyl-4-ylamine 92-87-5 612-042-00-2 202-199-1 Benzidin 95-69-2 202-411-6 4-Chlor-o-toluidin 91-59-8 612-022-00-3 202-080-4 2-Naphthylamin 97-56-3 611-006-00-3 202-591-2 o-Aminoazotoluol 99-55-8 202-765-8 5-Nitro-o-toluidin 106-47-8 203-401-0 4-Chloroanilin 615-05-4 210-406-1 4-Methoxy-m-phenylendiamin 101-77-9 612-051-00-1 202-974-4 4,4’-Methylendianilin 91-94-1 612-068-00-4 202-109-0 3,3’-Dichlorobenzidin 119-90-4 612-036-00-X 204-355-4 3,3’-Dimethoxybenzidin 119-93-7 612-041-00-7 204-358-0 3,3’-Dimethylbenzidin 838-88-0 612-085-00-7 212-658-8 3,3’-Methylen-di-o- toluidin 120-71-8 204-419-1 6-Methoxy-m-toluidin 101-14-4 612-078-00-9 202-918-9 4,4’-Methylen-bis(2-chloroanilin) 101-80-4 202-977-0 4,4’-Oxydianilin 139-65-1 205-370-9 4,4’-Thiodianilin 95-53-4 612-091-00-X 202-429-0 o-Toluidin 95-80-7 612-099-00-3 202-453-1 4-Methyl-m-phenylendiamin 137-17-7 205-282-0 2,4,5-Trimethylanilin 90-04-4 612-035-00-4 201-963-1 o-Anisidin 60-09-3 4-Aminoazobenzol 399-95-1 604-028-00-X 402-230-0 4-Amino-3-flurophenol 95-68-1 2,4’-Xylidin 87-62-7 2,6’-Xylidin 293733-21-8 6-Amino-2-ethoxynaphthalin
CAS = Chemical Abstract Service of the American Chemical Society
Anhang 5
(Art. 20 Abs. 1) Technische Normen für die Bestimmung des Brennverhaltens von Textilien9 Nummer Titel SN EN 1101:1995 Textilien – Brennverhalten von Vorhängen und Gardinen – Detailliertes mit Änderung Verfahren zur Bestimmung der Entzündbarkeit von vertikal A1:2005 angeordneten Proben (kleine Flamme) SN EN 1102:1995 Textilien – Brennverhalten von Vorhängen und Gardinen – Detailliertes Verfahren zur Bestimmung der Flammenausbreitungseigenschaften vertikal angeordneter Proben SN EN 1103:2005 Textilien – Brennverhalten – Bekleidungstextilien – Detailliertes Verfahren zur Bestimmung des Brennverhaltens von Textilien
Die Texte dieser Normen können bezogen werden beim Schweizerischen Informationszentrum für technische Regeln (switec), Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur; Telefon: 052 224 54 54, Fax: 052 224 54 74, Internet: www.snv.ch.