AS 2014 789

Verordnung des BLV
über die Einfuhr von Lebensmitteln
mit Ursprung oder Herkunft Japan

Änderung vom 31. März 2014

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV),
verordnet:

I

Die Verordnung des BLV vom 30. März 20111 über die Einfuhr von Lebensmitteln mit Ursprung oder Herkunft Japan wird wie folgt geändert:

Art 1a Abs. 1

Lebensmittel nach Artikel 1 dürfen die in den Anhängen II und III der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 322/20142 genannten Höchstwerte nicht überschreiten.

Art. 2 Abs. 1, 1bis und 4

Ein Lebensmittel nach Artikel 1 stammt darf nur in die Schweiz eingeführt werden, wenn es von einer Erklärung nach Anhang I der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 322/20143 begleitet wird.

Absatz 1 gilt nicht für Tee, der unter die Zolltarifnummern 0902.1000/2000/ 3000/4000, 2101.2011/2099 und 2202.9090 fällt und nicht aus der Präfektur Fukushima stammt.

Ist der Erklärung ein Analysebericht nach Artikel 3 beizulegen, so muss eine nach Absatz 3 Buchstabe a bevollmächtigte Person bestätigen, dass der Gehalt an den Radionukliden Caesium-134 und Caesium-137 die in Artikel 4 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 322/2014 genannten Höchstwerte nicht überschreitet.

Art. 4 Abs. 1

Jede Sendung eines Lebensmittels nach Artikel 1 muss mit einem identifizierenden Code gekennzeichnet sein. Ausgenommen sind die Lebensmittel nach Artikel 2 Absatz 1bis.

Durchführungsverordnung (EU) Nr. 322/2014der Kommission vom 28. März 2014 mit besonderen Bedingungen für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln, deren Ursprung oder Herkunft Japan ist, nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima und zur Aufhebung der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 996/2012; Fassung gemäss ABl. L 95 vom 29.3.2014, S. 1-11.

Siehe Fussn. zu Art. 1a Abs. 1.

Art. 5 Anmeldung bei den Zollämtern

Sendungen mit Lebensmitteln nach Artikel 1 müssen dem betroffenen Zollamt angemeldet werden. Ausgenommen sind die Lebensmittel nach Artikel 2 Ab-

Art. 6 Abs. 1 und 2 Bst. b

Die amtlichen Kontrollen bei der Einfuhr umfassen:

  1. eine systematische Dokumentenprüfung bei allen Sendungen gemäss Artikel 2 Absatz 1;

  2. stichprobenartige Warenuntersuchungen und Nämlichkeitskontrollen, einschliesslich Laboranalysen zum Nachweis von Caesium-134 und Caesium- 137.

Die Vollzugsbehörde gibt eine Sendung erst frei, wenn:

b. die Warenuntersuchung ergeben hat, dass der Gehalt an den Radionukliden Caesium-134 und Caesium-137 die in Artikel 4 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 322/20144 genannten Höchstwerte nicht überschreitet.

Art. 7e Übergangsbestimmung zur Änderung vom 31. März 2014

Lebensmittel nach Artikel 1 dürfen nach bisherigem Recht eingeführt werden, wenn sie:

  1. Japan vor Inkrafttreten der Änderung vom 31. März 2014 verlassen haben; oder

  2. von einer nach bisherigem Recht ausgestellten Erklärung begleitet werden, die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 31. März 2014 verfasst worden ist.

II

Der Anhang erhält die neue Fassung gemäss Beilage.

Siehe Fussn. zu Art. 1a Abs. 1.

III

Diese Verordnung tritt am1. April 2014 in Kraft.5 31. März 2014 Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Hans Wyss

Diese Verordnung wurde am 31. März 2014 vorerst im ausserordentlichen Verfahren veröffentlicht (Art. 7 Abs. 3 PublG; SR 170.512).

Anhang

(Art. 3) Lebensmittel, denen vor der Ausfuhr in die Schweiz Proben zur Untersuchung auf Caesium-134 und Caesium-137 zu entnehmen sind

a) Präfektur Fukushima alle Erzeugnisse unter Berücksichtigung der Ausnahmen gemäss Artikel 1 dieser Verordnung

b) Präfektur Akita, Yamagata und Nagano 0709.9999 essbare Teile von Aralia sp. und deren Verarbeitungserzeug- 0710.8090 nisse 0709.9999 Bambusschösslinge (Phyllostacys pubescens) und deren 0710.8090 Verarbeitungserzeugnisse 2004.9018/9049 2005.9110/9190 0709.9999 Adlerfarn (Pteridium aquilinum) und dessen Verarbeitungser- 0710.8090 zeugnisse 0709.9999 Koshiabura (Schössling des Eleuterococcus sciadophylloides) 0710.8090 und dessen Verarbeitungserzeugnisse

c) Präfekturen Yamanashi, Shizuoka, Niigata, Aomori

d) Präfekturen Gunma, Ibaraki, Tochigi, Miyagi, Saitama, Chiba oder Iwate 0302; 0303; 0304; 0305; 0306; 0307; Fisch und Fischereierzeugnisse, mit Ausnahme 0308 von Jakobsmuscheln (0307.1900) 1006 Reis und dessen Verarbeitungserzeugnisse 1102.9051/9059 1103.1931/1939 1104.3039/3091/3092/3099 1901 1904.1010/1090/2000/9010/9020/9090 1201.90 Sojabohnen und deren Verarbeitungserzeugnisse 1208.1010 1507 2008.1990 0709.9999 essbare Teile von Aralia sp. und deren Verarbei- 0710.8090 tungserzeugnisse 0709.9999 Bambusschösslinge (Phyllostacys pubescens) und 0710.8090 deren Verarbeitungserzeugnisse 2004.9018/9049 2005.9110/9190 0709.9999 Adlerfarn (Pteridium aquilinum) und dessen 0710.8090 Verarbeitungserzeugnisse 0709.9999 japanischer Königsfarn (Osmunda japonica) und 0710.8090 dessen Verarbeitungserzeugnisse 0709.9999 Koshiabura (Schössling des Eleuterococcus 0710.8090 sciadophylloides) und dessen Verarbeitungser- 0711.9090 zeugnisse 0709.9999 Straussenfarn (Matteuccia struthioptheris) und 0710.8090 dessen Verarbeitungserzeugnisse 0709.9999 Uwabamisou (Elatostoma umbellatum var. Majus) 0710.8090 und deren Verarbeitungserzeugnisse 1008.1010/1021/1029/1031/1039/1040/ Buchweizen und dessen Verarbeitungserzeugnisse 1102.9061/9062/9069 1103.1991/1992/1993/1999 1103.2091/2092/2099 1104.1991/1992/1993/1999 1104.2991/2992/2993/2999 1104.3091/3092/3093/3099 1901 1904.1090 1904.2000 1904.9090 1905.90

e) Zusammengesetzte Erzeugnisse, die zu mehr als 50 % aus den unter den Buchstaben a–d dieses Anhangs genannten Erzeugnissen bestehen.