31 II 539
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Rubrum
69, Extrait de l'arrêt du 15 septembre 1905, dans la canse Marchand, déf. en garantie ei rec. prine., contre Henneberg, déf. princ., rec. p. jonet., ei Rais, dem. princ.
Recours par jonction ; recevabilité, notamment dans le cas d’une demande principale et d’une demande en garantie. Art. 70 OJF.
Faits
Dans un procès en dommages-intérêts introduit par Raiss comme tuteur du mineur E. Studeli, ensuite d’accident mortel du père de celui-ci, le défendeur Henneberg, entrepreneur, appela en cause le sieur Marchand, entrepreneur également ; Raiss dirigea alors sa demande, subsidiairement, contre Marchand.
La dernière instance cantonale a condamné, d’une part, Henneberg à payer à Rais, g. q. a., la somme de 4000 fr.; d’antre part, elle a condamné Marchand à relever et garantir Henneberg de cette condamnation.
Marchand a alors recouru au Tribunal fédéral, en concluant à ce qu’il lui plaise annuler l’arrêt de Vinstance cantonale et débouter Henneberg de sa demande en garantie conire le requérant.
Henneberg, de sa part, a formé un recours en jonction contre le même arrêt, pour autant que celui-ci repousse Ses conclusions libératoires à l’égard de la demande formée contre lui par Rais.
Le Tribunal fédéral a déclaré le recours par jonction ¿rrecevadle, par les motifs suivants :
Le recours par jonction n’est formé que contre la partie de larrêt de la Cour de Justice, repoussant les conclusíions libératoires du recourant Henneberg à l’égard de la demande introduite contre lui par sieur Rais q. q. a., mais ce recours n’est nullement dirigé contre sieur Marchand, recourant principal. Or, ainsî que le Tribunal fédéral Il’a déjà prononcé, un recours par jonction dans le sens de l’art. 70 OJF n’est recevable qu’autant qu’il contient des conclusions de la partie intimée au recours (Rekursbeklagte) contre la partie recourante principale; voir arrêt du Tribunal fédéral dans la cause Dalex c. Chioso, Rec. off. XXIX, 2, p. 27 et 28. TI est inadmissìble que le recours par jonction de C. Henneberg puisse avoir pour effet de remettre en question la condamnation prononcée contre ce dernier au profit de Rais ès-qualité, alors que Henneberg n’a pas recouru contre cette condamnation par la voie d’un recours direct au Tribunal fédéral, et que, dès lors, la situation juridique entre les parties Rais q. q. a. et Henneberg se trouvait, en l’absence de tout recours de la part de celles-ci, définitivement réglée par le prédit arrêt de la Cour de Justice civile. Le recours par jonction apparaît dès lors comme irrecevable.
VI.
Erwerb und Betrieb von Eisenbahnen für Rechnung des Bundes.
Acquisition et exploitation de chemins de fer pour le compte de la Confédération.
70. Arteis vom 14. Jusi 1905 in Sachen Schweizerische Vundesbassuen, Kl. u. Ber.-Kl., gegen Hchöll und Zurduchen, Bekl. u. Ber.-Bekl.
Partei und Prozessfähigkeit der «Schweizerischen Bundesbahnen ». Bückkaufsges. Art. 1, 12 Ads. 1.
A. Durch Urteil vom 16. Februar 1905 hat die Kriminalfammer des Kantons Bern die Berufungsbeklagten des Diebstahls von Zinn und Werkzeug, begangen zum Nachleil der „Schweiz. Eidgenossenschaft“, schuldig befunden und zu Frei heitsstrafen verurteilt. Gleichzeitig wurde erkannt :
(TIL) Die Restitution der beschlagnahmten Gegenstände an deren Eigentümerin, die Schweiz. Eidgenossenschaft, wird verfügt.
(TIV.) Ansehend die gestellten Zivilanträge :
(b) Die Schweiz. Bundesbahnen werden mit ihren Entschädigungsbegehren abgewiesen.
B. Gegen Dispositiv IV b dieses der Civilpartei am 25. April 1905 zugestellten Urteils haben die Schweiz. Bundesbahnen am 43. Mai 1905 unter Beilegung einer Rechlsschrift bei der Kriminalkammer des Kantons Bern die Berufung an das Bundessgericht erklärt mit dem Antrag, es seien ihnen in Abänderung des genannten Urteils die im Termin vom 16. Februar 1905 vor dem Assisenhofe in Biel gestellten Begehren auf Enischädigung zuzusprechen.
C. Nachdem die Verireter der Berufungsbeklagten am 17. Mai durch die Kriminalkammer des Kantons Bern von der Berufung in Kenntnis gesetzt worden, und nachdem ihnen vom Jnstruktionsrichter des Bundesgerichts die Berufungsschrift zur Vernehmlassung innert 10 Tagen zugestellt worden war, wurde am 2. Juni eine an das Bundesgericht gerichtete „Antwort auf die Berufungsschrift“ betitelte Eingabe des Joh. Zurbuchen zur Post gegeben. Dieselbe enhâlt folgende Anträge :
1. Die Schweizerischen Bundesbahnen seien mangels facultas standi in judicio als Civilpartei auSzuweisen ;
Eventuell :
2, Die Schweizerischen Bundesbahnen seien in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Kriminalkammer des bern. Obergerichts mit ihren Civilanträgen abzuweisen.
Vom Berufungsbeklagten Scholl ist keine Antwort eingegangen.
Considérants
1.
Jn tatsächlicher Beziehung ist durch Geständnis der Berufungsbeklagten festgestellt, dass dieselben den Schweizerischen Bundesbahnen bezw. dem Bundesfiskus in den Jahren 1902—1904 Gegenstände im Werte von zusammen 3506 Fr. 62 ts. entwendet haben, und zwar Scholl allein für 1751 Fr. 62 Cts., Zurbuchen auf Anstiftung des Scholl für 763 Fr. 75 Cts., und Scholl unter Beihülfe des Zurbuchen für 991 Fr. 25 Cis, Von obigen 1751 Fr. 62 Cs. fommen 204 Fr. 75 Cts. als Wert der noch im Besitze des Scholl vorgefundenen Gegenstände, deren VI. Erwerb und Betrieb der Eisenbahnen durch den Bund. N° 79. D4I Restitution an die Schweiz. Bundesbahnen bezw. den Bund von der Vorinstanz verfügt worden ist, in Abzug. Demgemäss gingen die „Namens der 5. B. B.“ vor der fantonalen Instanz gestellten Anträge gegenüber Scholl allein, ausser auf Restitution der beschlagnahmten Gegenstände, auf Verurteilung zu einer Entschädigung von 1546 Fr. 87 Ctss. und gegenüber Scholl und Zurbuchen solidarisch auf Verurteilung zu einer Entschädigung von 1755 Fr., beides mit 5 9%, Zins seit 14. Juli 1904.
2.
Was die Formalien der Berufung betrifft, so ist, da die Berufungsälägerin die Zusprechung ihrer vorinstanzlih abgewiesenen, auf Art. 50 ff. ORN gegründeten Entschädigungsbegehren im Betrage von zusammen über 2000 Fr. verlangt, und da auch die in Art. 65 ff. OG aufgestellten Requisite erfüllt sind, auf die Berufung einzutreten. Nicht einzutreten ift dagegen auf die in der Eingabe des Joh. Zurbuchen vom 2. Juni 1905 gestellten AbänderungsZanträge, denn diese Eingabe lässt sich, da sie nicht innert der Frist des Art. 70 OG eingereicht wurde, nicht als Anschlussberufung auffassen, ganz abgesehen davon, dass sie sich selber nur als „Antwort auf die Berufungsschrifl“ betitelt.
3.
Die Abweisung der von den Schweizerischen Bundesbahnen gestellten Entschädigungsbegehren is einzig und allein aus dem Grunde erfolgt, weil die betreffende Forderung nicht den Schweiz. Buntdesbahnen, sondern dem Bunde zustehe. Nun ist aber allseitig anerkannt, dass der Ausdruck „Schweizerische Bundesbahnen“ nicht der Name einer besondern juristischen Person ist, sondern lediglich der Name, unter welchem der Bund die von ihm erworbenen schweizerishen Hauptbahnen auf seine Rechnung betreibt. (Vergl. Art. 1 des Nückkaufsgesezes, sowie A. S. d. bg. E., Bd. XXIX,
1.
, S. 194.) Wer daher Namens der „Schweizerischen Bundesbahnen” vor Gericht aufzutreten erklärt, tritt namens des Bundes auf Das hat im vorliegenden Falle der Vertreter der Civilpartei getan, indem er „im Namen der Schweizerischen Bundesbahnen“ die Verurteilung der Angeklagten zu den in Erwägung 1 hievor spezifizierten Entschädigungen beantragte, Da über die materielle Begründetheit dieser En!schädigungsbegehren kein Streit herrschte und au kein Streit herrschen konnte, so waren daher die Angeklagten zur Zahlung der geforderten Beträge an die Civilpartei, d. h. an den Bund zu verurteilen, mochte dieser nun als „Schweizerische Eidgenossenschaft“, „Bund“, „Bundesfiskus“ oder als „Schweizerische Bundesbahnen“ bezeichnet werden. Dass dies nicht geschah ist umso unbegreiflicher, als die Restitution der bei Scholl beschlagnahmten Gegenstände „an deren Eigentümerin, die Schweizerische Eidgenossenschaft“ verfügt worden ift, tropdem in diefer Beziehung auch keine andern Rechtsbegehren als das vom Vertreter der Eivilpartei „Namens der Schweizerischen Bundesbahnten“ gestellte vorlagen.
Dispositif
Demnach hat das Bundesgericht erkannt:
Jn Gutheissung der Berufung werden Niklaus Scholl und Johann Zurbuchen solidarisch zu einer Entschädigung von 17550 Fr. und Niklaus Scholk allein zu einer solchen von 1546 Fr. 87 Cts., beides nebst 5 °/, Zins seit 14. Juli 1904, an die Schweizerischen Bundesbahnen verurteilt.
Vergl. auch Nr. 72.
VII, Civilstreitigkeiten zwischen Kantonen und Privaten, etc. N° T1, B5dS VII. Civilstreitigkeiten zwischen Kantonen einerseits und Privaten oder Korporationen anderseits. Différends de droit civil entre des cantons d’une part et des particuliers ou des corporations d’autre part.
71.
Arteil vom 17. Juli 1905 in Sachen Ñoh-Zellex, Kl., gegen Kanton VYalelltadk, Bekl.
Schadenersatz aus Eigentumsbeschränkung, spec. Beschränkung des Grundeigentums durch Ziehung von Strassen- und Baulinien, Art. 5 KF von Baselstadi ; § 1 basetstädt. Ges. über Abtretung von Liegenschafien, von 1837 ; baselstädt. Grossratsdekret vom 11. Funi 1896 betr. Ergänzung des Expropriationsgesetzes von 1837. § 138 litt. d baselstädt. Strassengesetz von 1902. — Kompetenz des Bundesgerichts, Ari. 48 Z. 4 OG ; « Civitrechtsstreitigkeit ».
A. Am 22. Februar 1893 setzte der Regierungsrat des Kantons Baselstadt, in Amwyendung von § 1 des baselstädtischen Gefesses vom 29. August 1859 über Anlage und Korrektion von Strassen und über das Bauen an denselben, die Bau- und Strassenlinien für die Verlängerung der Maiengasse zwischen der Mittleren Strasse und der Hebelstrasse fest. Durch diese Baulinien wurde auch die daselbst gelegene Liegenschaft Sekt. T Parzelle 356*® betroffen, die am 10. Juli 1895 der Kläger Reinhard Koch: Zeller in Basel käuflih erwarb, Die Liegenschaft bildete ein ungefähres mit den schmalen Seiten an die Mittlere und an die Hebelstrasse anstossendes Nechteck von etwas über 70 Meter Länge und zirka 21 Meter Breite. Die gegen die erstere Strasse zu gelegene Hälfte der Liegenschaft ift zu einem grossen Teil überbaut, der Rest dagegen nicht. Die damals projektierte und jezt ausgeführte Maiengasse fchneidet die Liegenschast der ganzen Länge nah an und reduziert die ursprüngliche Fassadenbreite an der Hebelstrasse von 201!/, auf 111/, Meter. Der Kläger drängte bei den Baubehörden