22.405
Einführung einer Klimareserve für Schweizer Wein
Ausgangslage
Medienmitteilung der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates vom 13.01.2026
Die Kommission hat vom Ergebnis der Vernehmlassung zu ihrer Initiative «Einführung einer Klimareserve für Schweizer Wein» (22.405) Kenntnis genommen und ihren Vernehmlassungsentwurf mit 14 zu 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen unverändert zuhanden des Nationalrats verabschiedet. Die Kommissionsmehrheit hält die Möglichkeit einer Reservebildung von AOC-Wein zum Ausgleich von Ernteschwankungen nach wie vor für ein sinnvolles Instrument zur Unterstützung der Weinbranche. Die Vorlage erfülle insbesondere ein Anliegen aus der Westschweiz und dem Tessin, was auch die Vernehmlassung bestätigt habe. Eine Kommissionsminderheit beantragt, nicht auf den Entwurf einzutreten, weil sie das Risiko einer Traubenüberproduktion und eines zunehmenden Preisdrucks befürchtet, was insbesondere die kleinen Weinproduzentinnen und -produzenten treffen würde. Als nächstes wird der Bundesrat zum Entwurf der Kommission Stellung nehmen.
Medienmitteilung des Bundesrates vom 22.04.2026
An seiner Sitzung vom 22. April 2026 hat der Bundesrat dem Entwurf zur Änderung des Landwirtschaftsgesetzes zugestimmt, wie er im Bericht der WAK-N zur parlamentarischen Initiative «Einführung einer Klimareserve für Schweizer Weine» vorgeschlagen wurde.
Wortlaut
Es sind die Rechtsgrundlagen zu schaffen, die zur Einführung einer Klimareserve für Schweizer Wein erforderlich sind. Unter Klimareserve versteht man die Möglichkeit, eine Traubenmenge (bemessen in kg/m2) zu ernten, die über der kantonalen Quote, aber unter dem nationalen Maximalernteertrag für Weine mit dem Label "kontrollierte Ursprungsbezeichnung" (KUB; Französisch: "appellation d'origine contrôlée", AOC) liegt.
Verhandlungen
SDA-Meldung
Debatte im Nationalrat, 16.09.2026
Weinbauern sollen Ernteschwankungen besser ausgleichen können
Schweizer Weinproduzenten sollen wetterbedingte Ernteschwankungen besser ausgleichen können. Instrument dafür ist eine freiwillige AOC-Wein-Reserve. Diese soll nach geringen Ernten auf den Markt kommen und es so erlauben, den Marktanteil der Schweizer Weine zu halten.
Der Nationalrat hat sich am Mittwoch mit 128 zu 43 Stimmen bei 16 Enthaltungen hinter die Vorlage seiner Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-N) gestellt. Als Nächstes ist der Ständerat am Zug. Eine Lösung gefordert hatte die Weinbranche.
Die Vorlage sieht vor, dass Einkellerinnen und Einkellerer Trauben, die über den kantonalen Höchsterträgen, aber unter den vom Bundesrat vorgegebenen Höchstlimiten liegen, in Form von Weinreserven einlagern können. Auf den Markt gebracht werden dürfen sie aber nur, wenn es die Marktlage erfordert. Die Regelungen für die Bildung respektive Freigabe der AOC-Wein-Reserven müssen die Kantone erlassen.
Die Reserve soll einerseits Jahre mit kleinen Ernten überbrücken, andererseits aber auch verhindern, dass die Preise purzeln, wenn viel Wein auf dem Markt ist. Die Mehrheit im Nationalrat hält die Vorlage als sinnvolles Instrument zur Unterstützung der Weinbranche. Sie erfülle insbesondere ein Anliegen aus der Westschweiz und dem Tessin, sagte Kommissionssprecher Philipp Matthias Bregy (Mitte/VS).
Der Bundesrat erklärte sich mit der Klimareserve einverstanden. Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin, selbst Weinbauer, wies darauf hin, dass die Teilnahme am System freiwillig sei, sowohl für die Kantone als auch für die Produzentinnen und Produzenten. Dem Bund entstünden keine Mehrkosten.
Eine Minderheit mit Mitgliedern verschiedener Fraktionen im Nationalrat lehnte die Vorlage ab oder enthielt sich der Stimme. Die Kritikerinnen und Kritiker wiesen auf das Risiko einer Traubenüberproduktion hin und befürchteten einen zunehmenden Preisdruck, was insbesondere die kleinen Weinproduzentinnen und -produzenten treffen würde. Aus Sicht der unterlegenen Minderheit ist es Aufgabe der Weinbauern und -bäuerinnen, Weinvorräte zu bilden und unterschiedliche Erntemengen auszugleichen.
Auskünfte
Sekretariat der Kommissionen für Wirtschaft und Abgaben (WAK)
wak.cer@parl.admin.ch