26.040

Immobilienbotschaft zivil 2026

Zusammenfassung

Botschaft vom 13. Mai 2026 zu den zivilen Immobilien des Bundes für das Jahr 2026 (Immobilienbotschaft zivil 2026)

Ausgangslage

Medienmitteilung des Bundesrates vom 13.05.2026

Bundesrat verabschiedet Immobilienbotschaft 2026

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. Mai 2026 die Immobilienbotschaft 2026 verabschiedet. Darin beantragt er dem Parlament neun Verpflichtungskredite in der Höhe von insgesamt 773,8 Millionen Franken. Mit diesem Antrag setzt der Bundesrat klare Prioritäten und berücksichtigt die angespannte finanzielle Situation des Bundes.

Der Bund nimmt mit seiner Immobilienpolitik grundsätzlich Rücksicht auf die finanzielle Situation und priorisiert seine Bauvorhaben entsprechend. Vorrang haben Projekte beispielsweise, wenn sie vertragliche Verpflichtungen enthalten, wenn sie grössere bauliche Schäden verhindern, wenn deren Umsetzung zu einer wirtschaftlichen Entlastung führt, wenn sie sich im Bau befinden oder wenn deren Planung weit fortgeschritten ist.

Sanierung und Erweiterung Nationalbibliothek in Bern

Mit 211,7 Millionen Franken ist die Sanierung und Erweiterung der Nationalbibliothek in Bern, Sitz des Bundesamtes für Kultur, das grösste Bauprojekt in der Immobilienbotschaft 2026. Das aus den 1930er Jahren stammende Gebäude steht im Museumsquartier der Stadt Bern. Es soll gesamtheitlich saniert werden. Dabei werden die statischen Mängel behoben, ein unterirdischer Erweiterungsbau erstellt und die raumklimatischen Verhältnisse an den heutigen Anforderungen an die Aufbewahrung von Kulturgütern angepasst.

Gesamtsanierung der Schweizer Botschaft in London

Die Schweizer Botschaft in London zählt zu den weltweit bedeutendsten Vertretungen der Schweiz. Das 1971 erstellte Botschaftsgebäude soll nach über 50 Jahren Betrieb umfassend saniert werden. Der Verpflichtungskredit für die Gesamtsanierung beträgt 96 Millionen Franken.

Weitere Immobilienvorhaben 2026

Weiter werden Verpflichtungskredite für folgende Projekte beantragt: den Umbau und die Sanierung des Verwaltungsgebäudes Bundesgasse 32 in Bern (24,6 Millionen Franken), die Sanierung des Verwaltungs- und Bildungsgebäudes Monbijoustrasse 40 in Bern (66 Millionen Franken), den Neubau des Unterkunfts- und Ausbildungsgebäudes in Magglingen (30,9 Millionen Franken) sowie den Neubau des Magazins für das Bundesarchiv in Zollikofen (73,6 Millionen Franken).

Für nicht einzeln spezifizierte Vorhaben unter einem Betrag von 10 Millionen Franken, für nicht planbare oder dringliche Liegenschaftskäufe sowie für die Projektierung von zukünftigen Immobilienbotschaftsprojekten wird ein weiterer Verpflichtungskredit in Höhe von 170 Millionen Franken beantragt.

Zumieten

Zwei weitere Verpflichtungskredite werden für eine 10- beziehungsweise 12-jährige Miete beantragt. 56,8 Millionen Franken sind für den Stützpunkt regionale Führung Zoll Nord, Lokalebene Basel Nord und Mitte im Stücki Park in Basel vorgesehen. 44,2 Millionen Franken sind für ein Besuchs- und Informationszentrum des Parlaments am Bundesplatz in Bern eingeplant. Dieses Projekt geht auf einen Antrag der Verwaltungsdelegation der Bundesversammlung zurück.

Nachhaltigkeit und Vorbildrolle Bund

Bei allen Bauvorhaben wird grosser Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: Die Gebäude sollen über ihren gesamten Lebenszyklus hohen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Anforderungen genügen und somit die Auswirkungen auf künftige Generationen berücksichtigen. Dazu gehört die Vorbildrolle Bund in den Bereichen der Reduktion der Treibhausgasemissionen, der Förderung der Kreislaufwirtschaft oder des Ausbaus der Photovoltaik.

Verhandlungen

Medienmitteilung der Finanzkommission des Nationalrates vom 08.09.2026

Mit 15 zu 8 Stimmen bei 1 Enthaltung beantragt die FK-N ihrem Rat, Verpflichtungskredite von insgesamt 733,8 Millionen Franken für die Realisierung von diversen zivilen Bauprojekten zu bewilligen (26.040 n). Kern der Vorlage des Bundesrates bilden die Sanierung und Erweiterung der Nationalbibliothek sowie die Gesamtsanierung der Schweizer Botschaft in London. Zu Diskussionen Anlass gegeben hat insbesondere der Verpflichtungskredit von 44,2 Millionen Franken für die Zumiete und den Mieterausbau des geplanten Besuchs- und Informationszentrums des Parlaments am Bundesplatz in Bern. Die Mehrheit unterstützt dieses Vorhaben und unterstreicht, wie wichtig die Stärkung des Dialogs zwischen Politik und Bevölkerung ist. Unsere demokratischen Institutionen müssen für die Bevölkerung sichtbar und erfahrbar gemacht werden. Da die heutigen Kapazitäten im Parlamentsgebäude der hohen Nachfrage nicht gerecht werden, könne ein solches Zentrum einen wertvollen Beitrag zur Wissensvermittlung über das politische System der Schweiz leisten und zudem der breiten Öffentlichkeit einen niederschwelligen Zugang ermöglichen.

Die Minderheit der Kommission bemängelt hingegen die Höhe der Investitionskosten im Verhältnis zur garantierten Mietdauer von lediglich 22 Jahren und spricht sich für ein Besucherzentrum in einem bundeseigenen Gebäude aus. Zudem wurden die zusätzlichen Betriebskosten und der damit verbundene Personalbedarf kritisch hinterfragt – insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten Bundesfinanzen. Schliesslich weist die Minderheit darauf hin, dass die Besuchenden in erster Linie die Räumlichkeiten des Bundeshauses im Parlamentsgebäude besichtigen möchten und dass ein externes Besucherzentrum für sie möglicherweise weniger attraktiv sein dürfte.

Auskünfte

Sekretariat der Finanzkommission (FK)

fk.cdf@parl.admin.ch

Finanzkommission (FK)