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Auswirkungen des Hitzesommers 2026 auf die Gesundheit?

Wortlaut

Hitze ist eine der grössten gesundheitlichen Gefahren in der Schweiz. Bereits die Klima-Risikoanalyse[1] des Bundes von 2025 stufte die hitzebedingte Beeinträchtigung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit als sehr grosses Risiko ein. Der Hitzesommer 2026 hat diese Entwicklung leider dramatisch l bestätigt: Zwischen Juni und August starben gemäss Bundesamt für Statistik rund 650 Personen mehr als statistisch zu erwarten gewesen wären.

Der Bundesrat wird daher gebeten, die folgenden Fragen in Bezug auf die Auswirkungen des Hitzesommers 2026 auf Gesundheit, Sterblichkeit und Gesundheitssystem zu beantworten.

  1. Wie hoch war die hitzebedingte Sterblichkeit in der Schweiz von Mai bis August 2026 im Vergleich zu den bestehenden Analysen aus den Jahren 2003, 2015, 2018, 2019 und ab 2023?

  2. Welche Bevölkerungsgruppen (Alter, Geschlecht, Personen mit Vorerkrankungen, Wohnsituation, etc.) waren besonders betroffen?

  3. Wie stark nahmen Notfallmeldungen und -einsätze, Spitalaufenthalte sowie Arztbesuche infolge der Hitze zu? Welche hitzebedingten Krankheitsdiagnosen nahmen zu?

  4. Welche Auswirkungen hatte die Hitze auf die Arbeitsbedingungen fürdas Betreuungspersonal in Spitälern sowie Pflege- und Altersheimen?

  5. Mit welchen zusätzlichen Gesundheits- und Betreuungskosten ist gesamthaft infolge der Hitze zu rechnen?

  6. Gibt es Unterschiede bei hitzebedingten Todesfällen und Erkrankungen zwischen Kantonen mit und solchen ohne Hitzeaktionsplan?

  7. Im April 2024 verurteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) die Schweiz wegen der Verletzung der Menschenrechte älterer Frauen durch unzureichende Klimaschutzmassnahmen. Inwiefern beabsichtigt der Bundesrat, die Ereignisse dieses Hitzesommers in seinem kommenden Bericht an das Ministerkomitee des Europarats bis zum 1. Oktober 2026 konkret zu thematisieren?

  8. Das Ministerkomitee des Europarats hat die Schweiz am 17. September 2025 eingeladen, einen unabhängigen, nationalen Mechanismus zur Überwachung ihrer Klimapolitik zu prüfen. Der Bundesrat hat in seiner Antwort auf die Interpellation 26.3489 zugesagt, dazu bis zur nächsten Überprüfung im Dezember 2026 Stellung zu nehmen. Wie weit ist diese Prüfung fortgeschritten und welche Aufgaben und Kompetenzen wird dieser Mechanismus vorsehen? Wie wird die Öffentlichkeit informiert werden?

[1] https://www.bafu.admin.ch/de/klima-risikoanalyse-2025

Begründung

Die Verfassung, Art. 74 BV, verpflichtet den Bund zum Schutz der Menschen vor schädlichen Einwirkungen aus der Umwelt. Der Art 118 verbrieft den Schutz der Gesundheit generell.

Die Nationale Risikoanalyse bezeichnet Hitzewellen heute als eine der grössten Gefahren für die Bevölkerung der Schweiz, da sie jährlich zu den meisten Todesfällen aller Naturgefahren führen[2]. Diese Realität knüpft auf erschütternde Weise direkt an das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom April 2024 an, welches die Schweiz wegen der Verletzung der Menschenrechte explizit von älteren Frauen durch mangelhaften Klimaschutz verurteilte.

Umso wichtiger ist es, die gesundheitlichen Folgen systematisch auszuwerten und daraus rasch wirksame Massnahmen abzuleiten. Bis zum 1. Oktober 2026 muss der Bundesrat dem Ministerkomitee Bericht erstatten. Es ist unerlässlich, die gesundheitlichen Auswirkungen des Hitzesommers 2026 in diesem Bericht transparent darzulegen.

[1] https://www.bafu.admin.ch/de/klima-risikoanalyse-2025

[2] https://www.planat.ch/de/naturgefahren-/-risiken/hitze