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Wasser zurückhalten statt nur abfliessen lassen, unsere Gewässerpolitik mit Innovation für Trockenperioden vorbereiten!

Wortlaut

Auch im Wasserschloss Schweiz ist Wasser nicht jederzeit und überall unbegrenzt verfügbar. Längere Trockenperioden, tiefe Grundwasserstände und Niedrigwasser in Flüssen und Bächen können Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung, Energieproduktion vor Herausforderungen stellen.

Gleichzeitig investiert die öffentliche Hand erhebliche Mittel in Revitalisierungen und Renaturierungen von Gewässern. Dabei werden Flussläufe verbreitert und zusätzliche Wasserflächen, auf Kosten von Landwirtschaftlichen Kulturfläche, geschaffen. Diese Massnahmen dienen vorwiegend ökologischen Zielen und Hochwasserschutz.

Bei Trockenperioden stellt sich jedoch die Frage, ob unsere Gewässerpolitik genügend darauf ausgerichtet ist, Wasser in niederschlagsreichen Zeiten zurückzuhalten und für Trockenperioden verfügbar zu machen. Klimaanpassung darf sich nicht in Verboten und Einschränkungen erschöpfen. Die Schweiz braucht eine vorausschauende Wasserpolitik, welche Innovation, Wasserrückhalt, Speicher und Versorgungssicherheit stärker berücksichtigt.

Der Bundesrat wird deshalb um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  1. Welche Erkenntnisse liegen über die Auswirkungen von Gewässerrevitalisierungen auf Verdunstung, Versickerung, Grundwasserneubildung und die Wasserverfügbarkeit während längerer Trockenperioden vor?

  2. Werden diese Auswirkungen bei Planung und Subventionierung von Revitalisierungsprojekten systematisch untersucht und ausgewiesen?

  3. Wird geprüft, ob durch die Verbreiterung von Gewässern und grössere Wasseroberflächen bei Hitzeperioden regional relevante zusätzliche Verdunstungsverluste entstehen?

  4. Wie können Revitalisierungsprojekte künftig stärker mit Wasserrückhalt, Grundwasseranreicherung und Speichermöglichkeiten verbunden werden, zumal der Bund sich bei solchen Projekten mit bis zu 80% beteiligt.

  5. Sieht der Bundesrat Möglichkeiten, bestehende Stauseen, Rückhaltebecken oder neue dezentrale Speicher verstärkt für Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung und Trockenperioden zu nutzen?

  6. Ist der Bundesrat bereit, bei der Weiterentwicklung der Gewässerpolitik Wasserrückhalt und Versorgungssicherheit stärker zu gewichten und nötigenfalls die gesetzlichen Grundlagen anzupassen?

Die Schweiz kann den Klimawandel nicht wegregulieren. Sie kann sich aber intelligent darauf vorbereiten: Wasser zurückhalten, Reserven schaffen und mit Innovation statt Symbolpolitik die Versorgungssicherheit stärken.