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Boden und Grundwasser: Der beste Wasserspeicher der Schweiz

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, ergänzend zur nationalen Wassermanagementstrategie einen Bericht vorzulegen, der das Potenzial des natürlichen Wasserrückhalts in der Landschaft quantifiziert. Der Bericht soll insbesondere aufzeigen:

  1. Wie sich die Wasserspeicherkapazität von Boden und Grundwasser im letzten Jahrhundert verändert hat (z.B. durch Drainagen, Gewässerbegradigungen und -eindolungen, Versiegelung, Bodenverdichtung und Humusabbau) in Grössenordnungen und in ihrer räumlichen Verteilung.

  2. Welche Speicherkapazität durch naturbasierte Massnahmen zurückgewonnen werden kann, z.B. Wiedervernässung von Mooren und Feuchtgebieten, Aufwertung von Auen, Revitalisierungen, ausreichende Abflussmengen, Schwammlandmassnahmen, Rückbau nicht benötigter und smarte Drainagen, Entsiegelung, Humusaufbau), quantifiziert nach Speichervolumen, Beitrag zur Grundwasserneubildung, Verzögerung des Abflusses, differenziert nach Einzugsgebietstypen.

  3. Wie sich diese Massnahmen hinsichtlich Nutzen/Wirkung auf weitere gesetzliche Ziele (Biodiversität, Gewässerschutz, Klimaschutz, Hochwasserschutz, Ernährungssicherheit, Resilienz der Landschaften), Kosten und Zeitpunkt der Verfügbarkeit verhalten - auch im Vergleich zu baulichen Gross-Speicherlösungen.

  4. Welche Anpassungen in den betroffenen Sektorpolitiken, der Agrarpolitik einschliesslich Strukturverbesserungsbeiträgen und Direktzahlungen, der Raumplanung, Gewässerschutz und der Waldpolitik, den Rückhalt fördern würden, und wo bestehende Bundesförderungen ihm heute entgegenwirken.

Begründung

Das Grundwasser ist der mit Abstand grösste Wasserspeicher des Landes und liefert rund 80 Prozent des Trinkwassers. Die im Schweizer Untergrund vermuteten Vorkommen übersteigen das Volumen aller Speicherseen um Grössenordnungen. Entscheidend für die Versorgung ist allerdings nicht der Vorrat, sondern die jährliche Neubildung und genau sie hängt davon ab, ob Niederschlagswasser in der Landschaft versickert oder abfliesst.

Die Schweiz hat ihre Landschaft über Jahrzehnte zur Entwässerungslandschaft umgebaut. Wie viel Speicherkapazität dabei verloren ging und wie viel davon rückgewinnbar wäre, ist auf nationaler Ebene nie systematisch erhoben worden.