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Gesetzliche Grundlagen für einen transparenten und sparsamen Ressourcenverbrauch von Rechenzentren

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, auf Grundlage von Art. 89 BV, die gesetzlichen Grundlagen für einen transparenten und sparsamen Verbrauch von Ressourcen von grösseren Rechenzentren zu schaffen. Die gesetzlichen Grundlagen sollen folgende Elemente umfassen:

  • Die jährliche Offenlegung von Strom- und Wasserverbrauch

  • Vorgaben zum (schrittweisen) Bezug von Energie aus erneuerbaren Quellen

  • Effizienzstandards, um das ungenutzte Effizienzpotenzial zu realisieren

  • Die Regelung der Nutzung der anfallenden Abwärme

Begründung

Rechenzentren verbrauchten in der Schweiz schon im Jahr 2024 rund 2,1 Terawattstunden Strom, das entspricht 3,6 Prozent des gesamtschweizerischen Stromverbrauchs. Bis 2030 wird laut dem Kurzbericht des Bundesamts für Energie (EnergieSchweiz / TEP Energy, Mai 2026) ein Anstieg auf 2,5 bis 3,2 Terawattstunden erwartet; in einem Hochszenario sogar auf 3,5 Terawattstunden, was einem Plus von 70 Prozent gegenüber heute entspräche.

Dieselbe Studie zeigt: Das ungenutzte Energieeffizienzpotenzial in Schweizer Rechenzentren beträgt rund 38 Prozent des aktuellen Verbrauchs. Dieses Potenzial wird durch den Markt bisher nicht ausgeschöpft. Namentlich bei unternehmensinternen Rechenzentren liegen die Effizienzwerte deutlich unter dem Stand kommerzieller Anbieter.

Für Haushalte und Industrie gelten verbindliche Energieeffizienzvorschriften. Für Rechenzentren gilt bisher nichts Vergleichbares, obwohl sie zu den energieintensivsten Infrastrukturen des Landes gehören. Deutschland hat 2023 mit dem Energieeffizienzgesetz verbindliche Pflichten für Rechenzentren eingeführt. Die EU arbeitet an gleichwertigen Vorgaben. Die Schweiz hat noch keine entsprechende Regelung.

Diese Lücke ist energiepolitisch nicht länger vertretbar. Eine Regulierung schafft Transparenz als Grundlage für politische Steuerung, setzt Effizienzanreize dort, wo der Markt versagt, verhindert, dass die Schweiz zum regulatorischen Ausweichstandort wird, und stellt sicher, dass das Wachstum des Sektors nicht auf Kosten der Versorgungssicherheit geht.