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0.632.01

Übereinkunft betreffend die Gründung eines internationalen Verbandes zum Zwecke der Veröffentlichung der Zolltarife

Abgeschlossen in Brüssel am5. Juli 1890 Von der Bundesversammlung genehmigt am 10. Juni 1891 In Kraft getreten für die Schweiz am 1. April 1891 Geändert durch das Protokoll vom 16. Dezember 1949 (Stand am 25. Mai 2004)

Abgeschlossen zwischen der Argentinischen Republik, Österreich-Ungarn, Belgien, Bolivien, Chile, dem unabhängigen Kongo-Staat, der Republik Costa-Rica, Dänemark und seinen Kolonien, Spanien und seinen Kolonien, den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich und seinen Kolonien, Grossbritannien und verschiedenen englischen Kolonien, Britisch Indien, Kanada, den westaustralischen Kolonien, dem Kapland, Natal, Neusüdwales, Neuseeland, Queensland, Tasmanien, Neufundland und Viktoria, Griechenland, Guatemala, der Republik Haiti, Italien und seinen Kolonien, Mexiko, Nicaragua, Paraguay, den Niederlanden und ihren Kolonien, Peru, Portugal und seinen Kolonien, Rumänien, Russland, Salvador, dem Königreich Siam, der Schweiz, der Türkei, Uruguay und Venezuela. Die in gehöriger Weise bevollmächtigten Unterzeichneten haben unter dem Vorbehalte der Genehmigung folgende Übereinkunft vereinbart:

Art. 1

Die oben erwähnten Staaten sowie alle diejenigen Staaten, weiche in Zukunft noch der vorliegenden Übereinkunft beitreten werden, bilden eine Vereinigung unter dem Titel: «Internationaler Verband zum Zweck der Veröffentlichung der Zolltarife».

Art. 2

Dieser Verband hat den Zweck, auf gemeinsame Kosten so rasch und so genau als möglich die Zolltarife der verschiedenen Staaten aller Erdteile sowie die Abänderungen, welche diese Tarife in der Folge erleiden, zu öffentlicher Kenntnis zu bringen.

Art. 3

Zu diesem Behufe wird in Brüssel ein internationales Büro errichtet, welches die Aufgabe hat, diese Tarife sowie die auf dem Wege der Gesetzgebung oder der BS 12 647; BBl 1891 II 58 1059

Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.

Verwaltung erlassenen Bestimmungen, durch welche dieselben Abänderungen erfahren, zu übersetzen und bekannt zu machen.

Art. 4

Diese Veröffentlichungen erscheinen unter dem Titel: «Internationales Zoll-Bulletin (Organ des internationalen Verbandes zum Zweck der Veröffentlichung der Zolltarife)». Man wird hiefür die gebräuchlichsten Handelssprachen verwenden.

Art. 5

Das belgische Ministerium des Auswärtigen wählt das Personal des internationalen Büros, schiesst die nötigen Geldbeträge vor und sorgt für den geordneten Geschäftsgang des Institutes.

Art. 6

Die Korrespondenz des internationalen Büros mit den beigetretenen Regierungen wird in französischer Sprache geführt.

Art. 7

Das internationale Büro sendet alljährlich an die beigetretenen Regierungen einen Geschäfts- und Rechnungsbericht.

Art. 8 2

Der jährliche Voranschlag für die Auslagen des internationalen Büros wird im Maximum auf sFr. 500 000 (Goldfranken) festgesetzt.

Art. 9 3

Um den Beitragsanteil der einzelnen Vertragsstaaten in billiger Weise festsetzen zu können, werden diese je nach der Bedeutung ihres Handels in sieben Klassen eingeteilt, von denen jede im Verhältnis einer bestimmten Zahl von Einheiten wie folgt beteiligt ist:4 1. Klasse: Länder mit einem regelmässigen Handelsumsatz von mehr als 5 Milliarden Goldfranken: 53 Einheiten. 2. Klasse: Länder mit einem regelmässigen Handelsumsatz von 3–5 Milliarden Goldfranken: 36,5 Einheiten.

Siehe auch das Schlussprotokoll zur Übereinkunft (SR 0.632.011 am Schluss).

3. Klasse: Länder mit einem regelmässigen Handelsumsatz von 1,5–3 Milliarden Goldfranken: 25 Einheiten. 4. Klasse: Länder mit einem regelmässigen Handelsumsatz von 500 Millionen bis 1,5 Milliarden Goldfranken: 20 Einheiten. 5. Klasse: Länder mit einem regelmässigen Handelsumsatz von 300–500 Millionen Goldfranken: 13 Einheiten. 6. Klasse: Länder mit einem regelmässigen Handelsumsatz von 100–300 Millionen Goldfranken: 8 Einheiten. 7. Klasse: Länder mit einem regelmässigen Handelsumsatz unter 100 Millionen Goldfranken: 3 Einheiten.

Art. 10 5

Für diejenigen Länder, deren Sprache vom internationalen Büro nicht angewandt wird, vermindern sich die obgenannten Einheitszahlen um zwei Fünftel demnach: In der 1. Klasse: auf 31,8 Einheiten In der2. Klasse: auf 21,9 Einheiten In der3. Klasse: auf 15 Einheiten In der 4. Klasse: auf 12 Einheiten In der5. Klasse: auf 8 Einheiten In der 6. Klasse: auf 5 Einheiten In der7. Klasse: auf 1 Einheit

Art. 11

Die Gesamtsumme der jährlichen Auslagen, dividiert durch die Summe der nach Massgabe der vorstehenden Bestimmungen den verschiedenen Verbandsstaaten zugeteilten Einheiten, stellt die Einheit für die Auslagen dar. Um die Höhe des Beitrages eines jeden Staates an die Kosten des internationalen Büros zu ermitteln, ist diese Ausgabeneinheit mit der Zahl der dem betreffenden Staate zugewiesenen Einheiten einfach zu multiplizieren.

Art. 12

Um das Institut in den Stand zu setzen, das internationale Zollbulletin so genau als möglich abzufassen, haben die Verbandstaaten dem Büro direkt und unverzüglich in je zwei Exemplaren einzusenden6:

  1. ihr Zollgesetz sowie ihren Zolltarif, sorgfältig bis auf’ den laufenden Tag fortgeführt;

  2. alle Bestimmungen, welche Abänderungen daran bedingen;

Siehe auch Art. 6 Abs. 2 des Internationalen Abk. vom3. Nov. 1923 zur Vereinfachung der Zollförmlichkeiten (SR 0.631.121.1).

  1. Kreisschreiben und Weisungen, welche die genannten Regierungen an ihre Zollstätten richten mit Bezug auf die Anwendung des Tarifes oder die Klassifikation der Waren, falls diese Schriftstücke veröffentlicht werden dürfen;

  2. ihre Handelsverträge, internationalen Übereinkünfte und eigenen Gesetze, welche sich mit den bestehenden Zolltarifen in direkter Beziehung befinden.

Art. 13

Eine Vollziehungsverordnung7, welcher die gleiche bindende Kraft zukommt wie der vorliegenden Übereinkunft, regelt die Art und Weise der Veröffentlichung des Verbandsbulletins sowie alle Fragen, welche sich auf das Budget des internationalen Büros und die innere Einrichtung des Dienstes beziehen.

Art. 14

Den Staaten und Kolonien, welche der vorliegenden Übereinkunft nicht beigetreten sind, steht es späterhin frei, sich derselben anzuschliessen. Die Beitrittserklärung ist schriftlich an die belgische Regierung zu richten, welche allen andern zum Verbande gehörigen Regierungen davon Mitteilung macht. Der beigetretene Teil übernimmt ohne weiteres alle Verpflichtungen und geniesst auch alle Vorteile, welche in der vorliegenden Übereinkunft festgesetzt sind.

Art. 15

Die gegenwärtige Übereinkunft tritt mit dem 1. April 1891 in Kraft und hat siebenjährige Gültigkeit. Wenn dieselbe nicht ein Jahr vor Ablauf der ersten sieben Jahre gekündigt wird, so besteht der Verband noch während eines fernern Zeitraums von sieben Jahren fort, und so weiter, je auf sieben Jahre. Die Aufkündung ist an die belgische Regierung zu richten. Sie hat nur Gültigkeit für das Land, welches dieselbe abgibt, und die Übereinkunft besteht für die andern Verbandsstaaten weiter in Kraft. Die Regierungen können an der vorliegenden Übereinkunft in gemeinsamem Einverständnis jederzeit die nützlich oder notwendig scheinenden Verbesserungen anbringen.

Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten der gegenwärtigen Übereinkunft ihre Unterschrift und ihr Siegel beigesetzt.

Geschehen in Brüssel, den5. Juli eintausendachthundertundneunzig.

(Es folgen die Unterschriften) Geltungsbereich der Übereinkunft am 20. Februar 2004 Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten Beitritt (B) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) Ägypten 29. September 1890 B 1. April 1891 Albanien 11. April 1930 B 11. April 1930 Algerien 29. September 1966 B 2. Januar 1967 Argentinien 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Belgien 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Bolivien 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Brasilien 31. Januar 1891 B 1. April 1891 Bulgarien 9. Juli 1891 B 9. Juli 1891 Burundi 28. August 1963 B 1. Oktober 1963 Chile 5. Juli 1890 U 1. April 1891 China 7. September 1931 B 7. September 1931 Costa Rica 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Deutschland 1. Juli 1904 B 1. Juli 1904 Dominikanische Republik 24. Dezember 1890 B 1. April 1891 Dänemark Färöer 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Grönland 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Ecuador 4. September 1890 B 1. April 1891 Estland 4. Dezember 1923 B 4. Dezember 1923 Frankreich 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Kolonien, Protektorate und Gebiete, die vom französischen, für die Kolonien zuständigen Ministerium abhängen 5. Juli 1890 U 1.

April 1891 Griechenland 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Haiti 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Indien 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Irak 11. Dezember 1938 B 11. Dezember 1938 Island 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Israel 29. Mai 1956 B 1. August 1956 Italien 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Japan 2. Februar 1891 B 1. April 1891 Jordanien 10. Juli 1957 B 1. Oktober 1957 Kolumbien 2. März 1989 B 1. April 1989 Kongo (Brazzaville) 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Kongo (Kinshasa) 5. Mai 1975 B 4. Juni 1975 Korea (Süd-) 3. Juni 1971 B 21. Juli 1971 Kuba 24. Mai 1909 B 24. Mai 1909 Lettland 31. Januar 1922 B 31. Januar 1922 Libanon 26. April 1951 B 26. April 1951 Vertragsstaaten Ratifikation In-Kraft-Treten Beitritt (B) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) Libyen 13. Dezember 1955 B 16. Februar 1956 Litauen 13. Mai 1931 B 13. Mai 1931 Luxemburg 3. Juli 1924 B 3. Juli 1924 Malaysia 7. Januar 1959 B 1. April 1959 Malta 9. September 1966 B 15. Oktober 1966 Marokko 27. März 1957 B 17. Mai 1957 Nicaragua 15.

März 1963 B 15. März 1963 Pakistan 20. März 1950 B 20. März 1950 Panama 16. Juni 1904 B 16. Juni 1904 Polen 25. November 1920 B 25. November 1920 Ruanda 9. Dezember 1964 B 1. Februar 1965 Rumänien 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Russland 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Saudi-Arabien 14. Januar 1957 B 16. März 1957 Schweden 6. Februar 1904 B 6. Februar 1904 Schweiz 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Senegal 26. November 1963 B 28. Dezember 1963 Serbien 28. März 1950 B 28. März 1950 Spanien Marokko, spanisches Gebiet5. Juli 1890 U 1. April 1891 Sudan 20. April 1957 B 1. Juli 1958 Syrien 21. Juni 1950 B 1. Dezember 1950 Tunesien 30. April 1962 B 9. Juni 1962 Venezuela 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Vereinigte Staaten 5. Juli 1890 U 1. April 1891 Vietnam 25. Februar 1955 B 1. Mai 1955