Altholzinsel Eichhölzli (Pro Natura)
Forest reserves · Biberstein · Repealed Dec 31, 2073
Document
- Number
- AV08102
- Kind
- Forest reserves
- Commune
- Biberstein
- Canton
- Aargau
- Level
- Cantonal
- Authority
- Abteilung Wald
- Approved by
- AW
- Adopted
- May 15, 2024
- In force since
- Jan 1, 2024
- Repealed
- Dec 31, 2073
- Source
- ÖREBlex, canton Aargau
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Text
Vereinbarung
über die Altholzinsel Eichhölzli, Gemeinde Biberstein
zwischen
den Waldeigentümern Pro Natura Aargau und Pro Natura Schweiz zu 2/3, vertreten durch den Vorstand Pro Natura Aargau respektive den Zentralvorstand von Pro Natura und die Gemeinde Biberstein zu 1/3, vertreten durch den Gemeinderat Biberstein
■: und dem
Kanton Aargau, vertreten durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau, Abteilung Wald
i:
Gestützt auf Art. 20 WaG, §§ 5 und 25 AWaG und § 2 AWaD (Beilage 1) und im Sinne des kantonalen Naturschutzprogramms Wald wird über nachfolgend beschriebene Waldfläche Folgendes vereinbart:
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1.
Waldfläche
Vgl. Planbeilage M 1:5'000, datiert vom 5. Dezember 2023.
Gemeinde
Parzelle
Lokalname Koordinaten Hauptbaumarten
Biberstein
z. T .834, z. T. 867, z. T. 1219, z. T. 1225
Eichhölzli
2 648 150/ 1 252 120
Bu, Ei, Fö, ...
Alter (Jahre)
Schutz Fläche status (in ha)
10-130 J.
NkBW z. T. NkB
1,65
Total:
1,65
1 Legende: • NkB: Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung (gemäss kantonalem Richtplan) • NkBW: Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung im Wald (gemäss kantonalem Richtplan)
2.
Ziel
Auf den bezeichneten Waldflächen sollen von menschlichen Eingriffen unbeeinflusste Alterungs- und Zerfallsprozesse ablaufen können. Damit entstehen Lebensräume insbesondere für diejenigen Tierund Pflanzenarten, welche auf alte und absterbende Bäume sowie auf totes Holz angewiesen sind. 3. Leistungen der Waldeigentümerin 3.1. Die Waldeigentümerin verpflichtet sich, in den bezeichneten Waldbeständen auf jegliche Holznutzung und auf Pflegeeingriffe zu verzichten und der natürlichen Entwicklung freien Lauf zu lassen. Auch tote Bäume und Äste sind im Wald zu belassen. 3.2. Sie sorgt für die nötige Aufsicht über die bezeichneten Waldflächen. 3.3. Eingriffe zur Abwehr von Gefahren sowie das Räumen von Bäumen auf Waldstrassen oder Landwirt schaftsland erfordern die Zustimmung des Kreisforstamts und werden schriftlich festgehalten. Einzel-
t 1
-2-
1 ne umgefallene Bäume dürfen ohne vorgängige Absprache mit dem Kreisforstamt geräumt werden. Das anfallende Holz soll in der Nutzungsverzichtsfläche verbleiben.
4.
Leistung des Kantons
Der Kanton bezahlt der Waldeigentümerin für die mit dieser Vereinbarung eingerichtete Altholzinsel einen Beitrag. Dieser beträgt pauschal für die ganze Vertragsdauer
Fr. Die Auszahlung erfolgt innerhalb von 2 Jahren nach Inkrafttreten des Vertrags unter Vorbehalt der Bewilligung der Zahlungskredite durch den Grossen Rat.
Bei grösseren Schadensereignissen beteiligt sich die Abteilung Wald im Rahmen eines Projekts an teilsmässig an den Räurnungskosten (Waldstrassen und/oder Landwirtschaftsland).
5.
Dauer der Vereinbarung
5.1. Die Vereinbarung tritt am 1. Januar 2024 in Kraft und gilt bis am 31. Dezember 2073 (50 Jahre).
5.2. Nach der Unterzeichnung bis zum Inkrafttreten dieser Vereinbarung sind Eingriffe nur mit Zustimmung des Kreisforstamts erlaubt.
6. Weitere Bestimmungen 6.1. • Die Waldeigentümerin ist damit einverstanden, dass anlässlich der nächsten Revision der kommuna len Nutzungsplanung die vertraglich gesicherte Altholzinsel öffentlich-rechtlich geschützt wird. 6.2. Ökologisch wertvolle Waldränder im Perimeter der Vertragsflächen können, in Absprache mit der Ab teilung Wald, im Rahmen von Projekten ökologisch aufgewertet werden.
6.3. Im Perimeter der Altholzinsel können in Absprache mit der Abteilung Wald Aufwertungsmassnahmen (Auflichtung, Waldweide, ...) zugunsten seltener Tier- und Pflanzenarten durchgeführt werden. Der Unterhalt wird mit einem Pflegevertrag sichergestellt.
6.4. Rechte Dritter werden durch diese Vereinbarung nicht eingeschränkt. Sollten sich im Interesse des Schutzziels Einschränkungen und Verbote gegenüber Dritten als notwendig erweisen, so werden die se im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen erlassen. 6.5. Die Rückforderung des geleisteten Beitrags im Falle einer Missachtung der Bestimmungen dieser Vereinbarung bleibt vorbehalten. 6.6. Der beiliegende Plan M 1:5'000, datiert vom 5. Dezember 2023 ist verbindlicher Bestandteil dieser Vereinbarung.
6.7. Die Waldeigentümerin ist verpflichtet, diese Vereinbarung auf allfällige Rechtsnachfolger zu übertra gen mit der Pflicht zur Weiterüberbindung auf jeden späteren Rechtsnachfolger.
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i
1
Windisch,
Aarau,
Pro Natura Aargau Im Namen des Vorstands
Departement Bau, Verkehr und Umwelt
7
Matthias C. Betsche Pr-ästdertl
Fabian Dietiker Leiter Abteilung Wald
iw Isabel Häberli Veepräsidentin
Ruedi Bättig Fachspezialist
Pro Natura Schweiz Im Nfemen des Zentralvorstands
Helene Locher Vizepr^dentin
y Lffs L&4q^r Zentralse^tär
Biberstein,
Gemeinde Biberstein Im Namen des Gemeinderats
Willy Wenger Gemeindeampiann
Gemeindeschreiber
/
-4-
Beilagen • Beilage 1: Rechtsgrundlagen • Beilage 2: Plan M 1:5'000
Je ein unterschriebenes Exemplar dieser Vereinbarung geht an • Pro Natura Aargau, Zelgliackerstrasse 4, 5210 Windisch • Pro Natura Schweiz, Postfach, 4018 Basel • Einwohnergemeinde, 5023 Biberstein • Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Wald
Kopie an • Forstbetrieb Region Aarau, Rathausgasse 1, 5000 Aarau • Kreisforstamt 4 Aarau-Kulm-Zofingen, 5001 Aarau
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Rechtsgrundlagen
Beilage 1
Bundesgesetz über den Wald (WaG) vom 4. Oktober 1991 Art. 20 Bewirtschaftungsgrundsätze '' Die Kantone können zur Erhaltung der Artenvielfalt von Fauna und Flora angemessene Flächen als Waldreservate ausscheiden.
Waldgesetz des Kantons Aargau (AWaG) vom 1. Juli 1997 §5 ' Die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer haben auf den naturschützerisch besonders wertvollen Flächen über den naturnahen Waldbau hinaus je nach Zielsetzung geeignete Pflegemassnahmen zu Gunsten des Arten- und Biotopschutzes durchzuführen oder zur Gewährleistung natürlicher Abläu fe ganz auf die Holznutzung zu verzichten. ’ Als besonders wertvoll gelten der Waldrand sowie diejenigen Flächen und seltenen Waldgesell schaften, die im Waldentwicklungsplan gemäss § 15 entsprechend bezeichnet sind. ’ Für vertraglich gesicherte Nutzungsverzichte und besondere Pflegemassnahmen im Dienst des Na turschutzes leistet der Kanton finanzielle Beiträge. * Feuchtgebiete im Wald dürfen nicht entwässert werden. Ausgenommen sind Entwässerungen, die zum Schutz baulicher Anlagen erforderlich sind und zusammen mit diesen bewilligt werden. §25 ' Der Kanton entrichtet an vertraglich festgelegte besondere Leistungen der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer Beiträge, namentlich an a) naturschutzbedingte Nutzungsverzichte oder Pflegemassnahmen; b) Massnahmen zur Verhütung und Behebung von Waldschäden gemäss § 19 Abs. 2; c) Leistungen der Forstreviere gemäss § 28 Abs. 1. 2 Er kann für Massnahmen und für die Erfüllung von Aufgaben, die der Walderhaltung und der Siche rung nachhaltiger Waldleistungen dienen, projektbezogene oder pauschale Beiträge entrichten, na mentlich für die Jungwaldpflege. ’ Er kann im Weiteren Beiträge entrichten für Massnahmen, die vom Bund selbständig oder in Abhän gigkeit von kantonalen Beiträgen unterstützt werden, sofern die Voraussetzungen nach § 24 erfüllt sind. ■> Der Grosse Rat legt die Grundsätze für die Gewährung und Bemessung der Beiträge in einem Dek ret fest.
Besondere massnah^n
Leistungen Kantons
Dekret zum Waldgesetz des Kantons Aargau (AWaD) vom 3. November 1998
§2 ’ Die Beiträge von Bund und Kanton an vertraglich vereinbarte Naturschutzmassnahmen betragen zusammen V .1 nn n/ -i x a) 100 % der Kosten - für die Pflege von Naturschutzgebieten und -Objekten von nationaler und kantonaler Bedeu tung; - fürdie Aufwertung von Waldrändern; - für Waldreservate mit Nutzungsverzicht; b) 50 % der Kosten für die Pflege von Naturschutzgebieten und -Objekten von lokaler Bedeutung. 2 Der Regierungsrat kann für die Anrechnung der Kosten Pauschalansätze festlegen. ’ Das Finanzdepartement schliesst die entsprechenden Vereinbarungen ab. Es berücksichtigt dabei fachliche Kriterien und kantonale Konzepte. Vereinbarungen über langfristigen Nutzungsverzicht wer den in der Regel auf 50 Jahre, diejenigen über Pflegemassnahmen auf 1 bis 15 Jahre abgeschlos sen.
Beiträge an Naturschutzmassnatimen
sasAj*SS88 ★ KANTON AARGAU
Ob der Leime
GEMEINDE BIBERSTEIN
Altholzinsel Eichhölzli
Diverse Eigentümerinnen ;j^220< iSiü4sM2
=12ff5=OL^
DEPARTEMENT BAU, VERKEHR UND UMWELT Abteilung Wald Sektion Walderhaltung
\^88. 87;
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Beilage 2
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Kartenherstellung Aarau. 05.112023, MOPI
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Eichhölzli
Eichhölzli EWG Bibgerstein [ □□ AHI Eichhölzli Pro Natura [
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Übriges Waldareal _ Bestehende Altholzinsel
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Gemeindegrenzen
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Der Kreisförster
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Massstab: 1:5W0
Quellen: Bundesamt für Landestopografie. Abteilung Wald des Kantons Aargau
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