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Präventionsgesetz

18966 · Amtliches Bulletin

Dated Apr 12, 2011

https://lexipedia.io/en/docs/ch/ab-bo-bu/18966/de/praventionsgesetz

Retrieved on Sep 1, 2026

  1. Documents
  2. Confederation
  3. Official Bulletin
Source

Parliamentary business: Präventionsgesetz (09.076)

09.076

Präventionsgesetz

Verfahrensbeitrag

Antrag der Mehrheit

Eintreten

Antrag der Minderheit

(Wehrli, Baettig, Bortoluzzi, Estermann, Füglistaller, Parmelin, Scherer, Stahl, Triponez)

Nichteintreten

Proposition de la majorité

Entrer en matière

Proposition de la minorité

(Wehrli, Baettig, Bortoluzzi, Estermann, Füglistaller, Parmelin, Scherer, Stahl, Triponez)

Ne pas entrer en matière

Humbel Ruth · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp

Der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren verändert. Im Vordergrund stehen nicht mehr ansteckende Infektionskrankheiten, sondern Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Asthma, Osteoporose, psychische Erkrankungen, Demenz usw. Diese Krankheiten sind denn auch die grossen Kostentreiber in unserem Gesundheitswesen. Aber gerade bei diesen zunehmenden Volkskrankheiten kann der Bund mangels gesetzlicher Grundlage weder Gesundheitsziele formulieren noch nationale Präventionsprogramme durchführen. Mit Ausnahme der Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, der Verhütung von Sucht- und Berufskrankheiten sowie der Unfallprävention sind Prävention und Gesundheitsförderung nicht ausreichend gesetzlich verankert.

Das neue Bundesgesetz über Prävention und Gesundheitsförderung füllt diese Gesetzeslücke und hat zum Ziel, die Steuerung, Koordination und Effizienz von Präventions-, Gesundheitsförderungs- und Früherkennungsmassnahmen zu verbessern sowie die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Das Gesetz schafft auch die Möglichkeit, in unserem Gesundheitssystem ein besseres Gleichgewicht von präventiver und kurativer Medizin zu erreichen, nicht bloss weil die OECD und die WHO dies so empfehlen, sondern weil Prävention Krankheiten verhindert oder verzögert und zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt. Prävention ist eine zentrale Voraussetzung, um das Kostenwachstum in der Krankenversicherung zu bremsen.

Es gibt in der Schweiz eine beträchtliche Anzahl von Programmen und Projekten im Bereich der Prävention; diese sind in unserem föderalen System aber weitgehend unkoordiniert. Eine Koordination präventiver und gesundheitsfördernder Massnahmen und damit auch ein koordinierter, zielgerichteter Einsatz der Ressourcen wären effizienter und hätten eine nachhaltigere Wirkung.

Die Verfassungsgrundlage für dieses Gesetz findet sich in Artikel 118 der Bundesverfassung. Danach trifft der Bund im Rahmen seiner Zuständigkeiten Massnahmen zum Schutz der Gesundheit. Gemäss Artikel 118 Absatz 2 Litera b erlässt der Bund Vorschriften über "die Bekämpfung übertragbarer, stark verbreiteter oder bösartiger Krankheiten von Menschen und Tieren".

Die vorberatende Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit ist am 25. März 2010 mit 13 zu 7 Stimmen auf die Vorlage eingetreten. Die Kernelemente des Gesetzentwurfes sind folgende:

1. die Einführung übergeordneter Steuerungs- und Koordinationsinstrumente mit den nationalen Zielen und der bundesrätlichen Strategie;

2. die Klärung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips;

3. die Verankerung von Massnahmen zur Sicherstellung der Qualität und zur Förderung der Wirksamkeit von Präventions-, Gesundheitsförderungs- und Früherkennungsmassnahmen;

4. die Neuregelung der Bedingungen für die Verwendung des KVG-Prämienzuschlages und der Tabakpräventionsabgabe;

5. die rechtliche Verankerung von Finanzhilfen an gemeinnützige Organisationen und der Förderung der Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung;

6. eine Harmonisierung der Datenerhebung und die Weiterentwicklung der Gesundheitsberichterstattung.

Zentrales Element der ursprünglichen Fassung des Bundesrates war die Schaffung eines schweizerischen Instituts für Prävention und Gesundheitsförderung. Die SGK hat sich intensiv mit dieser bedeutenden organisatorischen Frage auseinandergesetzt und im September letzten Jahres mit 14 zu 8 Stimmen beschlossen, auf die vorgesehene Schaffung eines neuen Instituts zu verzichten und stattdessen die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz neu zu positionieren und ihr zusätzliche Aufgaben zu übertragen. Die Stiftung soll erstens vom BAG in die Erarbeitung der nationalen Programme mit einbezogen werden; sie soll zweitens die nationalen Programme im Bereich der stark verbreiteten oder bösartigen Krankheiten umsetzen; und sie soll drittens in Zukunft die zuständigen Bundesstellen, Kantone und Dritte bei der Planung und Durchführung von Präventionsprogrammen unterstützen. Das leitende Organ der Stiftung Gesundheitsförderung wird verkleinert und besteht neu aus neun fachkundigen Vertretern der Kantone, der Versicherer, der Wissenschaft, der Wirtschaft sowie der auf dem Gebiet der Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung tätigen Berufs- und Fachverbände. Die Stiftung soll keine Mittel für eigene Projekte beanspruchen, sondern die nationalen Programme umsetzen. Finanziert wird die Arbeit der Stiftung mit Bundesmitteln sowie mit den Präventionsabgaben aus dem KVG-Prämienzuschlag sowie der Tabakpräventionsabgabe.

Während die Kantone, die Versicherer wie auch die Allianz Gesunde Schweiz, welche 47 verschiedene Organisationen aus dem Gesundheitswesen vertritt, das Präventionsgesetz unterstützen, hat sich eine aus mehreren Branchenverbänden zusammengesetzte "Allianz der Wirtschaft für eine massvolle Präventionspolitik" gegen das Gesetz ausgesprochen. Die Kommission hat zentrale Einwände aufgenommen und beantragt in Abweichung von der bundesrätlichen Vorlage bedeutende Änderungen. Im Wesentlichen sind es die folgenden vier Massnahmen:

1. Verzicht auf ein schweizerisches Institut für Prävention und Gesundheitsförderung als selbstständige Anstalt und dezentrale Verwaltungseinheit des Bundes;

2. Einbezug der Wirtschaft durch eine Vertretung im verkleinerten leitenden Organ der Stiftung für Gesundheitsförderung;

3. Begrenzung der Mittel aus dem Präventionszuschlag auf 0,1 statt der vorgesehenen 0,125 Prämienprozente;

4. Eingrenzung des Krankheitsbegriffs: Die Vorlage des Bundesrates wird in dem Sinne ergänzt, dass als Krankheit nur eine Beeinträchtigung der Gesundheit gilt, die nicht die Folge eines Unfalls darstellt und neu eine medizinische Behandlung erfordert oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat.

Ich werde in der Detailberatung näher auf einzelne Bestimmungen eingehen.

Die SGK ist mit 13 zu 7 Stimmen auf die Vorlage eingetreten und hat ihr in der Gesamtabstimmung mit 12 zu 10 Stimmen bei 1 Enthaltung zugestimmt. Namens der Kommissionsmehrheit bitte ich Sie, auf die Vorlage einzutreten und den Anträgen der Kommissionsmehrheit zu folgen.

Rossini Stéphane · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion

Avec la loi sur la prévention, nous traitons certainement la plus importante législation du domaine de la santé. En effet, depuis la fin des années 1970, il a été démontré qu'alors que, dans le domaine de la santé, nous investissons environ les trois quarts des moyens dans l'allocation des soins, ces aides ne contribuent pourtant que pour 15 à 20 pour cent à l'amélioration de l'état de santé de la population. Le rapport est donc clair.

Si nous entendons apporter une contribution déterminante pour freiner l'apparition et le développement des problèmes de santé, nos sociétés et nos systèmes de santé doivent agir en amont et se donner les moyens d'anticiper la survenance des maladies ou d'en réduire la portée néfaste. C'est le rôle fondamental de la prévention.

Il y a une vingtaine d'années déjà, des organismes internationaux mettaient le doigt sur une lacune caractérisant notre système de santé: la faiblesse des investissements effectués dans la prévention au regard des autres types de dépenses affectées au domaine de la santé. Depuis, les cantons ainsi que de nombreuses organisations privées n'ont cessé de promouvoir des programmes et actions de prévention.

Dans le cadre de notre fédéralisme et du principe de subsidiarité, la population de ce pays a profité des mesures permettant d'agir au mieux pour prévenir les maladies et améliorer l'état de santé de la population. Ainsi, il existe en Suisse de nombreux partenariats et de nombreuses mesures positives et efficaces mises en place par les pouvoirs publics et les organismes privés.

Cependant, cela ne saurait justifier le fait de ne pas édicter une véritable législation fédérale. Comme le dit clairement le message du Conseil fédéral: "La nouvelle loi fédérale sur la prévention et la promotion de la santé concrétise le mandat législatif de l'article 118 alinéa 2 lettre b de la Constitution, selon lequel la Confédération légifère sur la lutte contre les maladies très répandues ou particulièrement dangereuses. Elle a pour objectif d'améliorer le pilotage, la coordination et l'efficacité des mesures de prévention, de promotion de la santé et de détection précoce, et de contribuer ainsi au renforcement de la prévention et de la promotion de la santé en Suisse."

Pour combler ces lacunes qui existent aujourd'hui, le projet qui vous est proposé suite aux délibérations de la Commission de la santé publique et de la sécurité sociale s'articule autour des éléments principaux suivants:

  • l'introduction d'instruments globaux de pilotage et de coordination;

  • une clarification de la répartition des tâches entre la Confédération et les cantons en tenant compte, et c'est extrêmement important, du principe de subsidiarité, qui n'est pas du tout remis en question ici;

  • l'inscription dans la loi de mesures assurant la qualité et encourageant l'efficacité des mesures de prévention, de promotion de la santé et de détection précoce;

  • la nouvelle réglementation des conditions d'utilisation du supplément de prime LAMal et de la taxe pour la prévention du tabagisme;

  • l'inscription dans la loi de la possibilité d'accorder des aides financières à des organisations à but non lucratif et l'encouragement de la recherche, de la formation et du perfectionnement;

  • l'optimisation des rapports sanitaires et l'harmonisation des dispositifs de collecte de données.

Après ces quelques considérations de portée générale, qui précisent le cadre à l'intérieur duquel se met en place et se construit cette loi sur la prévention, permettez-moi encore deux remarques ponctuelles.

1. A propos de la responsabilité individuelle, qui sera souvent évoquée dans ces débats: tout en insistant sur le fait qu'elle est centrale au bon fonctionnement de l'ensemble de la société, et non seulement du domaine de la santé, il convient d'insister sur le fait qu'il ne peut y avoir de responsabilité individuelle sans connaissance, sans conscience des problèmes, des dangers, des comportements adéquats; c'est la connaissance qui, seule, permettra aux personnes de choisir délibérément un mode de vie.

La responsabilité individuelle, vous le savez toutes et tous, n'est pas innée; elle n'est pas donnée à toutes et tous, elle ne va pas de soi. La responsabilité individuelle se prépare, se construit; elle suppose par conséquent des instruments pour pouvoir se réaliser. La prévention est un de ces instruments. La loi sur la prévention contribue à la mise en oeuvre de ces instruments. Il ne peut donc y avoir, dans ces domaines complexes, de responsabilité individuelle sans formation, sans information. La prévention ne s'oppose donc pas à la responsabilité individuelle, mais elle est le vecteur qui permettra à la responsabilité individuelle de s'exprimer et de produire des effets.

2. La loi ressortant des délibérations de la commission a subi une modification importante par rapport au projet initial contenu dans le message du Conseil fédéral du 30 septembre 2009. En effet, l'Institut suisse pour la prévention et la promotion de la santé, sous la forme d'une unité administrative fédérale décentralisée, ne sera pas le centre de compétences pour la promotion de la santé, de la prévention et de la détection précoce. La majorité de la commission a décidé de ne pas créer un nouvel institut, mais de transférer certaines de ses compétences à l'actuelle fondation Promotion Santé Suisse, ancienne Fondation 19, en référence à l'article 19 LAMal qui sous-tend son activité.

Précisons encore que la prévention est une activité particulière en ce sens que ses actions doivent être sans cesse répétées et, par conséquent, que ses interventions ne sont jamais achevées. C'est très clairement un ouvrage à remettre sans cesse sur le métier. Une campagne terminée devra donc être reprise quelques mois ou quelques années plus tard pour toucher de nouvelles catégories de personnes concernées par la problématique visée. La prévention est donc un éternel recommencement, mais un recommencement positif.

Par conséquent, je vous invite à entrer en matière sur ce projet fondamental pour une véritable politique de la santé, un projet qui vise à éviter tout simplement de réparer lorsqu'il est trop tard, donc d'anticiper les problèmes de santé, de les prévenir. De plus, investir dans la prévention, c'est économiquement éviter, voire réduire des dépenses importantes. Prévention, économie et responsabilité individuelle ne s'opposent donc pas, mais vont de pair. Il ne faut pas se tromper de cible dans ce domaine.

Par conséquent, je vous invite à soutenir la majorité de la commission et à entrer en matière.

Wehrli Reto · Mit-M · Nationalrat · Schwyz · Fraktion CVP/EVP/glp

Es darf als allgemein bekannt gelten, was der Gesundheit guttut und was mithin dem Begriffe der "Krankheitsprävention" zu subsumieren ist. Und so kennt jeder, der Augen und Ohren hat, die wesentlichen Elemente einer guten, unsere Organe, Ärzte, Krankenkassen und Staatshaushalte schonenden Lebensführung: vernünftig essen, sich vernünftig bewegen, vernünftig arbeiten sowie Gelegenheiten schaffen und ergreifen, um Freude und Freunde zu haben.

Das führt zu einer ersten Erkenntnis: Wir hier - jene also, die über dieses Präventionsgesetz zu befinden haben - wären seine ersten Adressaten, nähme man die Gesundheitsprävention nur ernst. Wir hätten unsere politische Tätigkeit sofort aufzugeben, oder zumindest müssten wir unsere Tagesabläufe hier in Parlamentsbern einer Totalrevision unterziehen. Das hiesse: fertig mit endlosen Sitzungen; fertig mit endlosem Herumsitzen; fertig mit Salznüssli, Apéros und dem Bellevue-Drei-Gänge-Parcours, inklusive dieses bisschen Alkohols jeweils am Ende. Das politische Klima müsste sofort verbessert und - dies sei hier endlich einmal zu Protokoll gegeben - die Klimaanlage in diesem Saal müsste im gleichen Zuge erneuert werden.

Dergestalt ins richtige Mass gebracht, kommen wir in medias res, nämlich: Niemand hat etwas gegen Prävention. Prävention, so sie denn die eigenverantwortliche Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit sowie jener der Nächsten und den Erhalt dieser Gesundheit meint, ist richtig und nötig. Nur steht dieses generelle Bekenntnis gar nicht zur Diskussion. Die Frage ist vielmehr: Braucht es inzwischen für alles, braucht es auch für alles Offensichtliche, Notorische und im ureigensten Menscheninteresse Liegende ein Gesetz? Braucht es den Staat überall, immer, vor allem immer, wenn es Gutes zu tun gilt? Soll es denn unmöglich, soll es denn unzumutbar und ohne jeden Imperativ sein, dass Bürgerin und Bürger selbst für ihre Gesundheitsprävention sorgen? Alle dazu notwendigen Informationen sind jederzeit verfügbar: in Zeitungen, Magazinen, TV-Sendungen oder auf dem Internet. Und schliesslich: Wenn es denn Bürgerin und Bürger nicht können, können es auch Organisationen aller Art, können es die Gemeinden und selbst die Kantone nicht?

Das sind schon bald philosophische, jedenfalls eminent staatspolitische Fragen. Ich verweise auf die Artikel 3 und 5 der Bundesverfassung, wonach der Staat, insbesondere der Bund, nur dann tätig werden darf, wenn dazu eine ausdrückliche gesetzliche bzw. verfassungsmässige Grundlage besteht. Solange wir keine echte, auf Bundesgesetze bezogene Verfassungsgerichtsbarkeit kennen, haben die eidgenössischen Räte mit besonderer verfassungsrechtlicher Sensibilität zu legiferieren. Dieser Anspruch wird vorliegend nicht erfüllt.

Das Präventionsgesetz soll im Wesentlichen auf Artikel 118 der Bundesverfassung abgestützt werden. Dieser Versuch ist ein Kabinettstück erster Güte, in Gestalt einer semantischen Zumutung. Denn die genannte Verfassungsnorm überträgt dem Bund die Kompetenz betreffend "Bekämpfung übertragbarer, stark verbreiteter oder bösartiger Krankheiten von Menschen und Tieren". Wer dabei an eine Zuständigkeit der Eidgenossenschaft für das Dramatische und in äusserster gesundheitspolizeilicher Notlage Gebotene denkt, hat Recht. Aber er wird nicht damit rechnen, dass beispielsweise die Vermeidung krankheitsbedingter Produktionsverluste in den Unternehmen, die Autonomie im Alter, die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung oder die differenzierte Nachfrage nach und Nutzung von Leistungen der Gesundheitsversorgung auf diesem Verfassungsartikel basieren könnten. In der Botschaft wird aber genau auf all das hingewiesen. Wie diese offensichtliche Kluft zwischen Verfassungstext und legislatorischem Willen überbrückt und die Verfassungsmässigkeit des Vorhabens herbeigeschrieben wird, ist nachgerade schwindelerregend. Trotz dieser Nebenwirkungen sei die Lektüre der Botschaft dringend empfohlen.

Wenn wir bereit sind, all das, was mit dem Präventionsgesetz beabsichtigt ist, zu unternehmen und erst noch unter "übertragbare, stark verbreitete oder bösartige Krankheiten" zu subsumieren, so öffnen sich Tür und Tor für so etwas wie einen leistungsstaatlichen Totalitarismus. Dessen Motto lautet: Was auch immer guttun kann, was auch immer Gesundheit und Wohlergehen auf Erden verspricht, soll durch die Schweizerische Eidgenossenschaft verwirklicht werden. Genau das aber, dieses staatlich alles Beschlagende, wollen die Bundesverfassung und das ihr eingeschriebene Rechtsstaatsprinzip verhindern.

Dass dieses Gesetz nicht als verfassungskonform qualifiziert werden kann, ist der erste und das Eintreten verbietende Einwand, der hier vorgetragen werden muss. Dass das Gesetz auch seinem Geist und seinem Inhalt nach eine Zumutung darstellt, darf aus drei Gründen ebenso wenig verschwiegen werden.

1. Wir befinden uns präventionsmedizinisch nicht im luftleeren Raum. Artikel 19 KVG verpflichtet die Krankenversicherer zur Präventionsförderung. Deswegen haben sie eine Stiftung eingerichtet. War diese ein Erfolg, und ruft sie nach einer Ausdehnung? Nein. Seit Jahren müht sich die Stiftung ab, und mit ihr müht sich übrigens auch die SGK ab. In ihrem Bericht für das Jahr 2009 stellt die Stiftung fest, die Koordination funktioniere nicht. Das aber, das Allerheilmittel "Koordination", ist zu einer Zentralbegründung des Präventionsgesetzes erhoben worden. Es fragt sich nur, wieso plötzlich im Grossen und Komplexen funktionieren soll, was schon im Kleinen und Einfachen scheitert.

2. Wieso sollen mit einem Präventionsgesetz Kosten sozialisiert werden, die man selbst zu verantworten hat und die zu tragen man auch in der Lage ist? Ein wirksames Mittel der Prävention sind risikogerechte Prämien - nicht bezüglich unverschuldeter Prädispositionen, aber mit Blick auf das, was jede und jeder selbst beeinflussen kann.

3. Die Prävention und ihre unglaublich empathische Industrie gibt es längst. Jetzt beabsichtigt und deshalb zu verhindern ist eine weitere und sicher nicht abschliessende Türöffnung qua Legalisierung auf Bundesebene für eben diesen Industriezweig. Notabene: Wir reden hier nicht von der Wohltat des gewerblichen Arztes unter den Prämissen von Hippokrates, weil nicht der Einzelfall und nicht die Nähe zum Individuum im Fokus stehen. Nein, Mutter der vorliegenden Idee ist das Massenhafte, die Industrie, eine kartesianisch-ökonomische Totalerfassung unserer Gesellschaft.

Prävention ist richtig, kein Zweifel - aber dazu brauchen wir dieses Gesetz nicht. Es stimmt nicht, dass es keine Prävention gibt, sondern neben der erwähnten Stiftung gemäss Artikel 19 KVG kennen wir beispielsweise die Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen gemäss Arbeitsgesetz, das Unfallversicherungsgesetz, die Schutzbestimmungen des Arbeitsvertragsrechts, das BFU, zahlreiche private Institutionen und die Bemühungen von Gemeinden und Kantonen usw.

Um bildhaft zu schliessen: Pausenäpfel statt Fastfood, den Schulweg zu Fuss gehen, Koch- und Hauswirtschaftsunterricht für alle statt TV-Verdummung - dazu braucht es kein Bundesgesetz, sondern Eltern, die sich für die Gesundheit ihrer Kinder verantwortlich fühlen, Schul- und Gemeinderäte mit Augenmass und Courage sowie Kantone, die ihrem Verfassungsauftrag nachkommen. Denn die Kantone, und damit schliesst sich der Kreis, sind für die materielle Gesundheitspolitik zuständig. Soweit die Kantone in Wahrnehmung ihrer Verantwortung tatsächlich Koordinationsbedarf sehen, lässt sich dieser durch Vereinbarungen, sachgerechte Kampagnen und konkrete operative Umsetzungen erreichen. Gibt es nicht zahllose kantonale Konferenzen?

Mit einer starken Minderheit Ihrer vorberatenden Kommission bitte ich Sie, nicht auf dieses Gesetz einzutreten. Bewahren wir unsere Gesellschaft vor weiterer Erziehungsarbeit aus Stiftungen und Amtsstuben!

Cassis Ignazio · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion

Cher collègue, j'ai beaucoup aimé votre plaidoyer sur la prévention riche en métaphores. Il reste un petit doute sur ce que vous avez dit.

Gegenwärtig geben wir diese Gelder bereits für Prävention aus. Es geht also nicht um Mehrausgaben, sondern um die bessere Nutzung dieser Gelder. Sie als liberaler Mensch müssten doch dafür sein, dass man diese Gelder besser nutzt.

Wehrli Reto · Mit-M · Nationalrat · Schwyz · Fraktion CVP/EVP/glp

Nachdem ich gesehen habe, dass jene Kreise, die schon bisher nicht so richtig in der Lage waren, die 1,4 Milliarden Franken in den Griff zu bekommen, noch viel mehr bewegen sollen, habe ich meine Zweifel, ob das der richtige Weg ist.

Meyer-Kaelin Thérèse · Mit-F · Nationalrat · Freiburg · Fraktion CVP/EVP/glp

Le groupe PDC/PEV/PVL entre en matière sur la loi sur la prévention malgré le plaidoyer de Monsieur Wehrli et vous propose de faire de même pour les raisons suivantes.

La loi fédérale sur la prévention et la promotion de la santé concrétise le mandat de l'article 118 alinéa 2 lettre b de la Constitution. Elle ne va entraîner ni une révolution ni une augmentation notable des moyens financiers nécessaires. Elle a pour objectif d'améliorer le pilotage, la coordination et l'efficacité des mesures de prévention, de promotion de la santé et de détection précoce. Cette amélioration de l'efficacité, de l'emploi judicieux des moyens à disposition pour prévenir les maladies et promouvoir la santé apporte en corollaire une maîtrise des coûts de la santé qui devrait séduire justement ceux qui combattent cette loi - dans ce Parlement, il est des attitudes difficiles à comprendre quelquefois.

L'introduction d'instruments globaux de pilotage et de coordination, la clarification et la répartition des tâches entre la Confédération et les cantons en tenant compte du principe de subsidiarité, le contrôle de la qualité et de l'efficacité des mesures de prévention, de promotion de la santé et de détection précoce, la réglementation des conditions d'utilisation du supplément de prime LAMal et de la taxe pour la prévention du tabagisme, la possibilité d'accorder des aides financières à des organisations oeuvrant dans ces mêmes buts, l'optimisation des rapports sanitaires et l'harmonisation des dispositifs de collecte des données, sans lesquels il est impossible d'avoir des actions ciblées et efficaces, forment les éléments principaux du projet.

Le groupe PDC/PEV/PVL suit la majorité de la commission dans sa décision sage de ne pas créer un Institut suisse pour la prévention et la promotion de la santé qui aurait été une structure lourde et chère. Il soutiendra donc la majorité qui propose judicieusement de créer un Fonds de prévention des maladies et d'utiliser la fondation Promotion Santé Suisse existante en collaboration avec l'OFSP pour la mise en oeuvre du quatrième pilier, le plus faible actuellement, du système de santé actuel dans notre pays, pilier qui comprend la prévention, la promotion de la santé et la détection précoce - les trois autres étant le traitement, les soins et la rééducation.

Notre groupe suivra aussi la majorité à l'article 20 de la loi sur l'assurance-maladie. La majorité propose de limiter à 0,1 pour cent au maximum de la prime annuelle moyenne d'un assuré adulte le supplément de prime affecté à la prévention, cela afin de bien déterminer l'effort financier dévolu à la prévention et à la détection précoce.

Autre remarque importante: la mise en oeuvre de ce projet n'aura aucune incidence sur le budget de la Confédération.

Nous pensons donc qu'il faut entrer en matière et adopter ce projet de loi. Ceux qui s'appuient sur Montesquieu et qui vont peut-être vous dire que, comme les lois inutiles affaiblissent les lois nécessaires, il ne faut, dans le cas présent, par conséquent absolument pas en créer une, sont ici, excusez-moi du terme, un petit peu à côté de la plaque. Ils disent d'ailleurs tous qu'ils sont favorables à la prévention.

Cette loi est nécessaire pour plus d'efficacité, plus d'efficience et pour une meilleure maîtrise des coûts, alors adoptons-la!

Weibel Thomas · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion CVP/EVP/glp

Prävention ist wegen der mangelnden Gesundheitskompetenz unserer Bevölkerung notwendig. Die Entwicklung zeigt ein wachsendes Kompetenzdefizit. Deshalb ist unsere Bevölkerung kaum mehr in der Lage, ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen. Gesundheitsförderung und Prävention sollten Krankheiten verhindern. Deshalb ist niemand wirklich dagegen. Es stellt sich nur die Frage, ob wir dafür ein neues Gesetz brauchen.

Zentrales Anliegen der Vorlage ist das Optimieren des Mitteleinsatzes. In der "NZZ am Sonntag" sind Zahlen des Bundesamtes für Statistik veröffentlicht worden, darunter die Zahl 1,44 Milliarden Franken im Jahre 2008. Die Abgrenzung dieses Betrages mag bestritten werden. Unbestritten ist jedoch, dass ein grosser Bedarf an Koordination, Steuerung und mehr Transparenz besteht. Es geht also darum, Prioritäten für die Prävention und die Gesundheitsförderung richtig zu setzen. Prävention rechnet sich. Das Beispiel aus der Suchtprävention zeigt, dass Fremdplatzierungen immer um ein Mehrfaches teurer kommen, als wenn ein Eintritt mit Präventionsmassnahmen verhindert werden kann. Auch hier eine Binsenwahrheit: Vorsorgen ist besser als heilen. Es geht also nicht um direkte, sondern um indirekte Einsparungen.

Die Kantone beurteilen das Gesetz unterschiedlich. Die Mehrheit von ihnen sieht aber den Bedarf an Gesundheitskompetenz und erachtet es als nötig, dass man hier koordiniert vorgeht.

Die CVP/EVP/glp-Fraktion hat sich bezüglich Umsetzung des Gesetzes für die Stiftung Gesundheitsförderung und damit gegen das eigenständige Institut entschieden. Die Stiftung Gesundheitsförderung macht bereits viel in diesem Bereich, aber noch nicht alles; deshalb ist die Leistungsbilanz nicht so, wie sie sein könnte und wie sie in Zukunft sein sollte. Die Aufgaben und auch die Kompetenzen der Stiftung werden ergänzt.

Aus diesen Gründen wird die CVP/EVP/glp-Fraktion mehrheitlich auf die Vorlage eintreten und sich den Anträgen der Kommissionsmehrheit anschliessen. Insbesondere wird sie sich gegen das Institut aussprechen.

Gadient Brigitta M. · Mit-F · Nationalrat · Graubünden · Fraktion BD

Im Namen der BDP-Fraktion beantrage ich Ihnen, auf die Vorlage einzutreten und ihr zuzustimmen. Wir werden im Übrigen grundsätzlich den Anträgen der Kommissionsmehrheit zustimmen, und ich werde bei den einzelnen Artikeln das Wort nicht mehr ergreifen.

Das Gesundheitssystem der Schweiz hat heute drei starke Säulen der medizinischen Krankenversorgung: Behandlung, Rehabilitation und Pflege. Im Vergleich dazu sind Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung, die eigentlich die vierte Säule sein sollten, nicht ausreichend verankert, weder konzeptionell oder organisatorisch noch politisch oder rechtlich. Ziel des vorliegenden Gesetzes ist es und muss es deshalb sein, diese Schwäche zu beseitigen.

Es ist dies ein gesundheitspolitisch bedeutender Entscheid, ein wichtiger Schritt im Sinne einer Gesundheitspolitik, die neben der Behandlung eben in Zukunft noch vermehrt auf Prävention und Gesundheitsförderung setzen will und nach Auffassung der BDP auch soll. Unser Gesundheitssystem ist heute zu einseitig auf Krankheit ausgerichtet, und es ist wichtig, dieses Defizit zu beheben. Es wurde im Übrigen auch eine diesbezügliche ökonomische Evaluation von Massnahmen zur Krankheits- und Unfallprävention in der Schweiz durchgeführt. Die Analyse zeigt klar, dass die öffentlichen Präventionsmassnahmen in den letzten Jahrzehnten bereits wirksam und eine gute Investition waren. Der Nutzen für die Bevölkerung war in den untersuchten Bereichen deutlich höher als die Kosten für den Steuerzahler. Sie können nun einwenden, es funktioniere also heute schon. Das stimmt, wir haben schon heute Prävention, aber eben zu wenig koordiniert und nicht mit einer einheitlichen Zielsetzung. Es gibt kein übergeordnetes System, das kontinuierliche Arbeit erlaubt. Unter dem Label "Prävention" gibt es zudem immer mehr und ganz unterschiedliche Angebote. Angesichts deren Bedeutung sollte dies aber nicht dem Zufallsprinzip überlassen werden. Die Schweiz hat hier also einen klaren Nachholbedarf.

Die Ressourcen sind sodann knapp - umso wichtiger sind Koordination und Regulierung. Es braucht zudem, wie in anderen Bereichen des Gesundheitswesens auch, Standards und Forschung, und auch wissenschaftlicher Fortschritt soll nicht erst bei Krankheit zum Tragen kommen. Mit anderen Worten: Wenn die Prävention vernachlässigt wird, führt das zu mehr Kosten. Mit dem neuen Gesetz werden diesbezüglich neue Prioritäten gesetzt.

Wie will man die Zielsetzungen erreichen? Der Gesetzentwurf sieht unseres Erachtens richtigerweise vor, dass der Bund die neue Aufgabe erhält, gemeinsam mit den Kantonen nationale Ziele für Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung zu formulieren. Wir bejahen in diesem Sinn die Notwendigkeit einer übergeordneten Gesamtstrategie, erlaubt dies doch eine bessere Koordination, Prioritätensetzung und Effizienz des Mitteleinsatzes. Kurz: Die Stärkung der Rolle des Bundes entspricht seiner Verantwortung in diesem wichtigen Bereich.

Mit der Klärung der Aufgabenteilung und der Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips erreichen wir eine Verbesserung der politischen Steuerung insgesamt. Mit besserer Koordination und Steuerung wird mit den vorhandenen Ressourcen zweifellos deutlich mehr zu erreichen sein, und zwar schon bei der Planung, insbesondere aber dann bei der Verwendung der Präventionsabgaben, der Sicherstellung der Qualität und nicht zuletzt der Förderung der Wirksamkeit. Auch die Weiterentwicklung der Gesundheitsstatistik sei hier als wichtiges Instrument erwähnt.

Trotz all dieser Verbesserungen kann und soll die Umsetzung der Vorlage haushaltneutral erfolgen, indem personelle und finanzielle Ressourcen aus dem ordentlichen Budget des BAG durch Umlagerung der heute bereits für die entsprechenden Aufgaben eingestellten Mittel finanziert werden. Wir begrüssen dies sehr und unterstützen dies.

Im Vorfeld der Beratungen war insbesondere die Schaffung des vom Bundesrat vorgesehenen Instituts für Prävention und Gesundheitsförderung kritisiert worden, und zwar von der Wirtschaft, aber auch von den Kantonen. Wir stimmen dem Entscheid der Kommission klar zu, auf ein solches spezielles Institut zu verzichten und stattdessen der bestehenden Stiftung Gesundheitsförderung, die neu positioniert werden soll, zusätzliche Aufgaben zu übertragen. Sie soll die zuständigen Bundesstellen, aber auch Kantone und Dritte bei der Planung und Durchführung von Präventionsprogrammen unterstützen, und sie soll die nationalen Programme im Bereich der stark verbreiteten Krankheiten umsetzen. Anders gesagt: Nationale Ziele wie auch Massnahmen und Aktivitäten zur Erreichung dieser Ziele sind durch die bundesrätliche Strategie festzulegen, dann erfolgt mittels Leistungsvereinbarung eine Aufgabenübertragung an die Stiftung. Dies macht Sinn, weil so nicht neue, kostenverursachende Strukturen geschaffen, sondern bestehende Strukturen gestärkt und ausgebaut werden.

In der Botschaft ist sodann Folgendes festgehalten: "Mit dem technischen Fortschritt und dem ... Kapital gehört das Humankapital heute zu den für das Wirtschaftswachstum entscheidenden Faktoren. Die individuelle Gesundheit und der Gesundheitszustand der Bevölkerung haben daher einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Wirtschaftslage eines Landes. Zum einen bremst ein besserer Gesundheitszustand das Anwachsen der Gesundheitsausgaben. Zum andern erhöht er durch eine verlängerte Gesundheitserwartung und entsprechend verbesserte Partizipationsmöglichkeiten am Arbeitsplatz das Produktionspotenzial der Bevölkerung ... Es sind daher längerfristig positive fiskalische und nichtfiskalische Auswirkungen auf die Volkswirtschaft zu erwarten." Die BDP teilt diese Beurteilung. Wir halten dies im Übrigen für einen weiteren entscheidenden Grund dafür, dass dieses Präventionsgesetz grosse Bedeutung hat.

Fazit: Das vorliegende Gesetz bringt eine Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung, eine Konzentration und Effizienzsteigerung, eine klare Prioritätensetzung und eine Verbesserung der Koordination auf allen Ebenen. Die vorhandenen Mittel werden im Interesse einer sinnvollen und angemessenen Präventionspolitik gezielt eingesetzt, mit klaren Zuständigkeiten und einer klaren Kompetenzverteilung zwischen den Akteuren. Wir sind überzeugt, dass dieses neue Gesetz einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Erhaltung des Gesundheitszustandes der Schweizer Bevölkerung leisten kann und dass es damit auch zur Dämpfung der Kostenentwicklung im Gesundheitswesen beitragen wird.

Die BDP-Fraktion ist deshalb für Eintreten. Sie wird dem Gesetz zustimmen und beantragt Ihnen, dies ebenfalls zu tun.

Schenker Silvia · Mit-F · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion

Der Salzstreuer wird weiterhin auf dem Tisch stehen dürfen, nicht nur zu Hause, sondern auch im Restaurant. Im Restaurant werden auch in Zukunft Schnitzel mit Pommes frites und Berner Platte auf der Speisekarte aufgeführt sein, der Verzehr von Schokolade wird nicht verboten, und der Genuss von Wein wird nicht unter Strafe gestellt, wenn Sie auf diese Vorlage eintreten. Auch das Freibier wird nicht verboten werden; das werden wir bei einer anderen Gelegenheit diskutieren. Nicht staatliche Bevormundung ist das Ziel des Präventionsgesetzes. Nein, es geht um Befähigung, um mehr Effizienz und um einen effektiven Einsatz der verwendeten Mittel. Das Präventionsgesetz ist nicht mehr und nicht weniger als ein Organisationsgesetz. Mit dieser Vorlage werden keine neuen Präventions- oder Gesundheitsförderungsmassnahmen erlassen, hingegen werden die Steuerung und die Koordination dieser Massnahmen verbessert.

Das Gesetz - wir haben es schon gehört - schliesst eine bestehende Lücke. Bis anhin gab es für den Bund nur bei übertragbaren Krankheiten die Möglichkeit, Massnahmen zu ergreifen. Wir wissen aber alle, dass gerade nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Krankheiten die grosse gesundheits- und/oder sozialpolitische Herausforderung der heutigen Zeit sind. Wenn wir die Gesundheitskosten in Zukunft wirklich in den Griff bekommen wollen, müssen wir bei diesen Krankheitsbildern auch präventiv handeln können. Der Volksmund sagt gerne: "Vorbeugen ist besser als heilen." Das gilt nicht nur für die individuelle Gesundheit und für die Individuen, sondern das gilt auch in der Gesundheitspolitik: Vorbeugen ist im Vergleich zur Heilung deutlich schmerzloser, kostengünstiger und wirtschaftlicher.

Das Präventionsgesetz gibt dem Bundesrat die Möglichkeit, nationale Gesundheitsziele zu definieren und eine Strategie zu bestimmen, wie diese Ziele erreicht werden können. Diese Ziele gelten dann auch für die anderen Akteure, welche im Feld der Gesundheitsförderung und Prävention aktiv sind, insbesondere auch für die Kantone. Der letzte Versuch, ein Präventionsgesetz zu erlassen, scheiterte unter anderem am Widerstand der Kantone; diesmal ist die Gesundheitsdirektorenkonferenz mit im Boot. Mit im Boot ist auch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz, welche heute eine zentrale Rolle in der Prävention innehat - dies aber erst, seit die Mehrheit der Kommission entschieden hat, die Idee eines neuen Instituts nicht mehr weiterzuverfolgen. Auf dieses Thema werden wir in der Detailberatung noch einmal zurückkommen.

Eine Studie der OECD, die im Jahr 2006 durchgeführt wurde, hat der Schweiz attestiert, dass sie ein qualitativ hochstehendes Gesundheitssystem hat. Sie hat aber auch festgestellt, dass im Bereich der Prävention in der Schweiz im Vergleich mit den anderen Ländern noch wenig investiert wird. Das Präventionsgesetz sieht aber nicht eine Erhöhung der Mittel für die Prävention vor, sondern, wie ich eingangs schon erwähnt habe, einen koordinierten, zielgerichteten und effizienteren Einsatz der Mittel. Prävention ist dann wirkungsvoll, wenn sie konsequent und professionell auf die Zielgruppen zugeschnitten wird. In der Prävention und Gesundheitsförderung darf nicht doppelspurig und kleinräumig "gebastelt" werden, damit wird schlicht zu wenig Wirkung erzielt. Eine nationale Konzertierung ist unerlässlich.

Lassen Sie mich noch auf die Befürchtungen eingehen, die im Zusammenhang mit dem Thema Prävention und Gesundheitsförderung immer wieder geäussert werden. Von Ermahnungen des Vaters Staat war in der "NZZ" in Zusammenhang mit dem Präventionsgesetz die Rede. Darum geht es nicht. Es geht um Befähigung. Es geht darum, der Bevölkerung oder bestimmten Risikogruppen aufzuzeigen, was sie selber beitragen können, damit sie entweder nicht krank werden oder, wenn sie die Krankheit schon haben, mit dieser Krankheit möglichst beschwerdefrei leben können.

Ich bitte Sie namens der SP-Fraktion, auf die Vorlage einzutreten.

Rielle Jean-Charles · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion

Les résultats de l'étude de l'OCDE et de l'OMS, réalisée en octobre 2006, sur le système de santé suisse indiquent que la Suisse devrait rechercher un meilleur équilibre entre la médecine curative et la prévention.

La nouvelle loi sur la prévention a pour objectif d'améliorer le pilotage et la coordination par la Confédération des mesures de prévention, de promotion de la santé et de détection précoce. Elle fournit à la Confédération les bases légales nécessaires pour la prévention et la promotion de la santé en adéquation avec les besoins nationaux. Elle permettra un engagement plus prononcé de la Confédération dans le domaine des maladies chroniques et psychiques.

Santé publique Suisse, organisation faîtière nationale, souligne notamment, dans les principaux arguments en faveur de cette nouvelle loi, le fait d'améliorer de façon significative la santé et la qualité de vie de chacun et celle de l'ensemble de la population. De nombreuses maladies chroniques, comme le surpoids, les problèmes cardiovasculaires, le diabète ou les maladies psychiques, peuvent être évitées ou du moins retardées par un mode de vie sain et des conditions de vie favorables à la santé.

La littérature scientifique actuelle, fondée sur des études menées sur de longues périodes, démontre clairement l'influence positive des mesures de prévention sur la santé. Un renforcement de la prévention réduit les coûts de la santé. A l'exception des décès précoces, ces investissements permettent d'éviter l'octroi de rentes anticipées dues à la maladie, de préserver l'autonomie des personnes âgées et de retarder, voire d'éviter, la dépendance aux soins, avec une influence positive sur les coûts.

Il est prouvé que les séquelles liées au surpoids, à l'hypertension et aux maladies cardiovasculaires, ainsi que les maladies de civilisation, comme l'ostéoporose et les cancers, entraînent une augmentation massive des coûts de la santé, nettement ressentie en Suisse. Renforcer la culture sanitaire de la population permettra de diversifier la demande et l'utilisation des prestations de santé, ce qui contribuera à long terme à freiner l'augmentation des coûts de la santé.

L'Alliance pour la santé en Suisse, avec ses 47 organisations, a clairement soutenu ce projet de loi comme une étape urgente et indispensable afin d'améliorer la santé de la population suisse. Trois arguments légitiment les mesures de prévention et de promotion de la santé:

1. une approche durablement efficace améliorant durablement la santé et la qualité de vie, que ce soit au niveau individuel ou au niveau de la population;

2. une approche profitable à l'économie, qui protège les individus et renforce leur participation au marché du travail, améliorant ainsi la productivité globale de la société;

3. une approche convaincante car avantageuse. Comparés aux ressources utilisées par le système de santé dans son ensemble, les investissements nécessaires à la prévention et à la promotion de la santé sont peu conséquents.

C'est une preuve scientifique, internationalement ratifiée, et déjà expérimentée à maintes reprises avec succès en Suisse: les mesures de prévention et de promotion de la santé sont efficaces en termes de politique de santé et en termes économiques. Or, pour renforcer les bénéfices de la prévention et de la promotion de la santé, il faut élaborer des règles du jeu qui soient claires et contraignantes - tout comme celles que propose la nouvelle loi sur la prévention -, des règles pragmatiques qui reposent sur un consensus large.

Comme le rappelle l'Alliance pour la santé en Suisse, il y a notamment quelque raison de penser que le projet de loi actuel représente la clé du succès en évitant les doublons et les mesures inefficaces, en mettant en oeuvre une stratégie cohérente, en comblant les lacunes législatives et en répartissant les rôles de manière pertinente.

Permettre à la Confédération et aux cantons de prioriser les buts de manière conjointe va dans le sens d'une politique nationale de santé. Les compétences cantonales en matière de prévention ne seront pas réduites, bien au contraire. La loi sur la prévention et la promotion de la santé représente une réforme nécessaire, car elle permettra de mieux coordonner des mesures par ailleurs déjà efficaces isolément: ces mesures gagneront ainsi en efficience. La loi encouragera la responsabilité individuelle et fournira les conditions-cadres à même d'améliorer la santé de la population. La loi permettra d'atténuer l'augmentation des coûts de notre système de santé.

Le groupe socialiste vous invite à soutenir cette indispensable loi.

Cassis Ignazio · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion

Perché una nuova legge federale sulla prevenzione? C'è in questa sala chi pensa sia inutile. C'è chi pensa che la prevenzione delle malattie sia un fatto esclusivamente personale e che lo Stato debba starsene in disparte. C'è chi teme che una simile legge metta sotto tutela noi cittadini, dettandoci come dobbiamo vivere per preservare la salute. C'è anche chi già avverte la crisi d'astinenza dal fumo che sarà proibito, chi invece vede andare in fumo luculliane cene a base di grassi insaccati di maiale ricchi di colesterolo, e chi teme - infine - di dover rinunciare a quel fantastico rosso che nasce sui soleggiati pendii del Mendrisiotto. Guardo in particolare al collega Wehrli, perché ho percepito in lui tutte queste paure.

Ebbene, chi ha tutte queste paure probabilmente non ha letto la legge con la dovuta attenzione. Questa legge non detta come dobbiamo vivere, e nemmeno dice cosa sia bene o male per la salute. No, questa legge non è un programma di prevenzione. Non vieta nulla. Questa legge fa ordine nel mondo della prevenzione, caratterizzato oggi da frammentazione, discontinuità delle azioni e mancanza di obiettivi comuni. Questa legge non chiede più soldi, ma vuole utilizzare meglio i soldi che già oggi spendiamo. È una legge che definisce il vocabolario - così da capirci in tutta la Svizzera -, che migliora l'organizzazione, precisa le responsabilità e formula obiettivi nazionali. Saranno poi gli attori, in particolare i cantoni, i comuni, l'economia, le organizzazioni non governative e la Fondazione Promozione Salute Svizzera a concretizzare le azioni preventive decise in modo democratico. Finalmente i musicisti suoneranno insieme e la musica sarà orchestrata!

In uno Stato liberale la responsabilità individuale è essenziale. Ma la responsabilità individuale non è tutto: ce n'è anche una collettiva, così come collettiva è la responsabilità per pagare le cure di chi è malato. È il giusto equilibrio dell'una e dell'altra che ci sta a cuore: perciò i liberali sostengono questa legge.

Ein früherer Versuch, ein Präventionsgesetz zu schaffen, scheiterte in den Achtzigerjahren insbesondere an der Ablehnung der Kantone. Heute ist die Lage anders: Prävention und Gesundheitsförderung haben in den vergangenen Jahren in der internationalen Gesundheitspolitik stark an Bedeutung gewonnen. Viele Länder haben Initiativen zur Stärkung der Prävention und der Gesundheitsförderung ergriffen. So soll auch in der Schweiz bei den bereits laufenden Aktivitäten eine Verbesserung punkto Koordination und Effizienz erreicht werden. Die Kantone sind heute grossmehrheitlich dafür, die Wirtschaft ist geteilt: Der Schweizerische Gewerbeverband und Gastrosuisse z. B. sind dagegen, Interpharma, der Schweizerische Versicherungsverband und die Gruppe Handel und Industrie z. B. sind dafür.

Das Präventionsgesetz ist ein sinnvolles und notwendiges Organisationsgesetz, das Transparenz und Ordnung schafft sowie die Effizienz der heute fragmentierten und unübersichtlichen Präventionsszene erhöht. Das Gesetz stärkt die Prävention und die Gesundheitsförderung und schliesst bestehende Lücken, vor allem bei nichtübertragbaren und bösartigen Krankheiten. Das Gesetz klärt die Begriffe, damit wir endlich landesweit die gleiche Sprache sprechen. Vielleicht werden wir auch das lustige Wort "Gesundheitsprävention", d. h. "Vorbeugen gegen die Gesundheit", künftig nicht mehr hören, sondern endlich das Wort "Krankheitsprävention" gebrauchen.

Das Präventionsgesetz definiert die Zuständigkeiten aller Akteure, vor allem von Bund und Kantonen, und verlangt das aktive Mitwirken der Wirtschaft. Sie ist bei der Festlegung der nationalen Präventionsziele voll dabei, und sie soll auch dabei sein. Die Umsetzung der Präventionstätigkeiten bleibt bei den Kantonen, bei den Gemeinden und bei den NGO. Mit dem Gesetz wird weiter die Finanzierung klar: Es gibt eine einzige Kasse bei der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz anstelle von drei verschiedenen Kassen, die aus drei verschiedenen Quellen gespeist werden - etwa 17 Millionen aus dem KVG-Prämienzuschlag, etwa 16 Millionen aus dem Tabakpräventionsfonds und maximal 35 Millionen Franken aus einem Teil der Finanzen der BAG-Präventionsprogramme. Auf die ursprüngliche Idee des Bundesrates, ein nationales Institut zu gründen, haben die Mehrheit der Kommission und auch der Bundesrat selbst inzwischen verzichtet. Die FDP-Liberale Fraktion begrüsst dies sehr.

Für die FDP-Liberale Fraktion steht fest: Vorbeugen ist besser als heilen. Das neue Bundesgesetz verbessert die Steuerung, die Koordination und die Effizienz der verschiedenen Präventionsmassnahmen unter Wahrung der Kostenneutralität.

Im Namen unserer Fraktion bitte ich Sie, der Mehrheit zu folgen und auf das Geschäft einzutreten.

Weber-Gobet Marie-Thérèse · Mit-F · Nationalrat · Freiburg · Grüne Fraktion

Wenn es brennt, tritt die Feuerwehr in Aktion. Wir Bürgerinnen und Bürger sind froh darum und auch bereit, dafür zu zahlen. Noch zufriedener sind wir, wenn gar keine Brände entstehen. Vorbeugender Brandschutz hat deshalb immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Im Gesundheitswesen verhält es sich wie im Feuerwehrwesen: Grossmehrheitlich sind unsere Leistungserbringer dort "Krankheitsfeuerwehren" und häufig am Löschen - als Stichwort sei "kurative Medizin" genannt. Sie werden beigezogen, wenn das "Feuer" schon brennt, d. h., wenn Krankheitssymptome aufgetreten sind. Wir wissen es alle: Das kostet sehr viel Geld. Jahr für Jahr sind wir mit steigenden Gesundheitskosten konfrontiert.

Ein Beitrag zur Dämpfung der Kostenentwicklung bei der Gesundheitsversorgung sind effiziente Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung - das Vorbeugen und Verhüten, damit die teure "Krankheitsfeuerwehr" weniger häufig in Aktion treten muss. Wir müssen investieren, um im Gegenzug, als Return, weniger Ausgaben in der kurativen Medizin zu generieren, vorzeitige krankheitsbedingte Verrentung zu verhindern und die Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung zu fördern und zu bewahren - kurz: Wir müssen die Gesundheit stärken.

Das kann funktionieren, dafür gibt es viele Beweise. Gewisse Wirtschafts- und Gewerbekreise allerdings stecken diesbezüglich lieber den Kopf in den Sand und behaupten, Investitionen in die Prävention seien hinausgeworfenes Geld und zu grosse Eingriffe in die persönliche Freiheit und das Privatleben der Bürgerinnen und Bürger. Ja, Investitionen in Präventionsmassnahmen können hinausgeworfenes Geld sein, dann nämlich, wenn gemeinsam definierte Ziele fehlen, wenn in den Präventionsangeboten Doppelspurigkeiten, Kompetenzüberschneidungen und Lücken bestehen. Genau das wird der Prävention und Gesundheitsförderung in der Schweiz ja vorgeworfen. Und genau das soll mit dem vorliegenden Gesetzentwurf endlich aus dem Weg geräumt werden.

Le groupe des Verts vous prie d'entrer en matière sur le projet et de suivre les minorités - à l'exception d'une d'entre elles - pour les deux raisons suivantes:

1. afin qu'à l'avenir l'argent destiné à la prévention puisse être utilisé de manière plus efficace;

2. afin de combler une lacune de la loi qui subsiste à l'échelon fédéral dans le domaine des maladies non transmissibles ou psychiques très répandues et malignes et dont le nombre a augmenté en Suisse ces dernières années.

La loi sur la prévention est une réforme utile et nécessaire. Elle est bâtie sur les points forts déjà existants du système et en supprime les points faibles. Elle est utile du point de vue économique; elle permet de faire des économies grâce au bon rapport coûts/avantages des programmes de prévention; et elle a un effet durable.

Il s'agit d'un changement de paradigme afin de s'éloigner des soins de santé orientés exclusivement vers le curatif et de se tourner vers une politique de santé axée plus fortement sur le préventif. Vu l'augmentation des coûts de la santé, il est plus que jamais nécessaire d'introduire ce changement de paradigme.

Le groupe des Verts vous prie de faire ce pas aujourd'hui afin de renforcer durablement la santé de la population en Suisse.

Prelicz-Huber Katharina · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion

Zum Glück läuft in Sachen Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung ja bereits einiges: seitens des Bundes, der Kantone, der Gemeinden, aber auch der Wirtschaft, der Privatorganisationen und der NGO. Es ist viel Gutes dabei; leider gibt es aber auch viel Paralleles, Nichtabgesprochenes, Nichtkoordiniertes, manchmal sogar auch wenig Gutes, vielleicht gutgemeinte, hilflose Ansätze, weil realisiert wird: Es muss etwas getan werden in Sachen Prävention. Das geht in Zukunft nicht mehr. Es sind zu wenig Ressourcen da; das Thema ist zu wichtig, als dass diese Mängel bestehen bleiben könnten.

Es wurde in den letzten Jahren immer wieder moniert, die Koordination sei schlecht, es gebe Doppelspurigkeiten, es seien keine klaren Ansätze und Leitplanken vorhanden und vor allem gebe es keine Bundespolitik. Das wurde von allen moniert, deshalb soll ein Gesetz diese Mängel jetzt beheben.

Es wäre für uns logisch gewesen: Wenn eine Bundespolitik gefordert wird, ist es normalerweise selbstverständlich, dass der Bundesrat die Politik oder die Leitlinien formuliert und die Verwaltung dann diese Politik ausführt. Die adäquate Antwort des Bundesrates bestand deshalb anfänglich darin, ein verwaltungseigenes Institut aufzubauen, das als Dach funktionieren sollte, das koordinieren und die verschiedenen Initiativen unterstützen und das natürlich auch Finanzen beisteuern sollte. Eigene Aktivitäten sollten möglich werden, aber in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, den Kantonen, den Privaten und den NGO. Das war der Wunsch der Fachwelt. Eine Verwaltungsabteilung wäre auch politisch einfacher zu steuern, und es wäre dann auch nicht nötig, gemäss dem Antrag, den wir hier noch behandeln werden, im Parlament alle vier Jahre einen Gesundheitsbericht zu verabschieden.

Die private Stiftung war auch nicht über jeden Zweifel erhaben, wie das jetzt aber plötzlich gesagt wird. Früher gab es hier im Rat und auch seitens der Fachwelt viel Kritik; es wurde mit Budgetkürzungen und sogar mit der Abschaffung gedroht. Deshalb erfolgten ja dann die Strukturanpassung und die Angebotsverbesserungen, die wir heute haben. Es zeigt sich, dass einiges nun besser funktioniert.

Aber anscheinend gibt es in diesem Rat den automatischen Reflex "Privat gleich immer besser als der Staat". Wenn nun zusätzliche Aufgaben auf die Stiftung, wie sie jetzt ja beschlossen werden wird, so hoffe ich, zukommen werden, braucht es dringend verschiedene Anpassungen, die noch nicht gemacht wurden. Es braucht Anpassungen im Know-how, es braucht erweitertes Know-how, und es braucht auch eine Erweiterung bzw. eine ausgeglichenere Zusammensetzung des Stiftungsrates; es dürfen dann in Zukunft nicht mehr nur die Krankenkassen und die Kantone sein, sondern es muss eine klare Zusammenarbeit mit Fachpersonen erfolgen und mit den NGO, die bereits vor Ort arbeiten.

Die Grünen wären deshalb, Sie haben es gehört, für die verwaltungsinterne Version gewesen. Wir machen aber nicht mit bei Spielen, die hier teilweise angekündigt wurden - zu zentral ist für uns das Gesetz. Wir werden in jedem Fall zustimmen.

Stahl Jürg · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Erinnern Sie sich: Im Sommer 2005 gab es innerhalb von einem Monat drei grässliche Raserunfälle. Ein Aufschrei ging durch die Schweiz, ein Aufschrei ging durchs Parlament, und sofort forderten alle Massnahmen. Aufgrund dieser Ereignisse wurde das Strassenverkehrsgesetz angepasst und verschärft. Heute, rund fünf Jahre später, müssen wir feststellen, dass die Bussengelder zwar in doppelter Höhe in die Kantons- und Gemeindekassen fliessen, dass die Anzahl der Raserunfälle aber gleich geblieben ist, obschon das Parlament hier Präventionsmassnahmen durchgesetzt hat. Im Zusammenhang mit diversen kantonalen Hundegesetzen ist die Situation ähnlich. Ich sage das darum, weil ein Gesetz alleine ein Problem nicht löst. So halte ich es auch mit dem Präventionsgesetz.

Die SVP-Fraktion wird dem Antrag der Minderheit Wehrli zustimmen. Die SVP erachtet dieses neue, von Bürokratie mit neuen Staatsstellen, von Gewerbefeindlichkeit und nichtpraxisorientierten Massnahmen geprägte Gesetz als überflüssig und lehnt sowohl den Gesetzentwurf wie auch das Institut ab.

Ich nenne Ihnen noch ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Vor einigen Jahren gab eine Studie Anlass zur Diskussion. Sie untersuchte über eine Dekade lang die Koordinations- und die Kletterfähigkeiten von Kindern im Alter von zwölf Jahren. Erneut ein Aufschrei, auch in diesem Saal: Das war ja so schlimm, wie innerhalb dieser zehn Jahre diese Fähigkeiten bei Kindern signifikant schlechter geworden waren. Jedes dritte zwölfjährige Kind ist nicht mehr fähig, auf einem Baumstamm von zehn Metern Länge zu laufen, und jedes vierte Kind in unserem Land gilt als übergewichtig. Es wurden diverse Massnahmen ergriffen und umgesetzt, und Tatsache ist, dass sich diese Massnahmen nicht bewährt haben. Was die Politik jeweils ausklammert, ist die Tatsache, dass diverse kantonale Behörden im Schulsportunterricht die Kletterstangen mit der Begründung entfernt haben, dass diejenigen, die nicht klettern könnten, gehänselt würden. Viele Gemeinden betreiben Schulbustransporte, und dann wundern wir uns, wenn die Kinder Bewegungsmangel haben; kollektives Entsetzen ist jeweils die Folge.

Warum habe ich jetzt ein wenig ausgeholt? Weil ich überzeugt bin, dass wir mit unserem Handeln in der Politik, in der Familie, aber auch in der Gesellschaft genügend Möglichkeiten haben, um eigenverantwortlich Prävention zu machen. Es braucht darum dieses Gesetz nicht. Das BAG hat in den vergangenen Jahren immer wieder Programme lanciert, so etwa das Alkohol-, das Tabak-, das Bewegungs- und das Ernährungsprogramm - Sie kennen all diese Programme -: alle mit mässigem Erfolg. Nun liegt dieser Gesetzentwurf vor und will dem Departement die Legitimation geben, in dieser Richtung weiterzumachen.

Herr Cassis, ich muss Sie etwas korrigieren: Das Ganze ist eben nicht kostenneutral, es sind Dutzende von neuen Stellen und es ist auch eine Erhöhung der Abgabe der Versicherten geplant.

Anstatt neue Strukturen zu schaffen, sollten wir vielmehr die bereits heute vorhandenen Mittel im Umfang von über 1,3 Milliarden Franken effizienter verwenden, welche aktuell für Gesundheitsförderung und Prävention von den Gemeinden, Kantonen und dem Bund eingesetzt werden. Wir lehnen es ab, eine neue Präventionsindustrie mit mehr Bürokratie und einem grösseren Verwaltungsapparat zu installieren.

Ich komme zum Schluss mit dem Anliegen, dass Sie zur Kenntnis nehmen, dass die Schweiz auch ohne Präventionsgesetz eine beeindruckende Präventionstradition hat: Als die zuckerhaltigen Getränke und Lebensmittel im Vormarsch waren - das war wahrscheinlich so etwa in den Siebzigerjahren der Fall -, kamen Zahnputzunterricht und Fluortabletten zum Einsatz, mit dem Resultat, dass wir europaweit die beste Kariesprophylaxe haben. Die Kinderlähmung wurde ebenfalls in den Siebzigerjahren mit einem gezielten Impfprogramm ausgerottet. Zuletzt dürfen wir mit grosser Wertschätzung zur Kenntnis nehmen, dass in unserem Land Woche für Woche Tausende Leiter und Trainer in Vereinen - sei es im Fussball, im Turnverein, in der Pfadi usw. - Zehntausende Kinder dazu bringen, sich zu bewegen. Damit betreiben diese tatsächliche und praxisorientierte Prävention. Das geschieht seit Jahrzehnten, und genau das wird nirgends gewürdigt und in der Vorlage nirgends erwähnt.

Die SVP-Fraktion lehnt das Präventionsgesetz ab und unterstützt die Minderheit Wehrli. Ich bitte Sie, dies auch zu tun. Diejenigen liberalen Kräfte aus der Mitte, welche nach dem letzten Wochenende vielleicht etwas frustriert sind, sollten einmal auf Seite 25 der Fahne Artikel 39a Absatz 2 anschauen. Das ist die Symbolik dieses Gesetzes; dort heisst es: "Der administrative Aufwand der Stiftung darf das für die Aufgabenerfüllung erforderliche Mass nicht überschreiten."

Ich danke Ihnen, wenn Sie die Minderheit Wehrli unterstützen.

Steiert Jean-François · Mit-M · Nationalrat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion

Lieber Kollege, Sie haben gesagt, Schulbusse seien bewegungshemmend und insofern eigentlich nicht zu empfehlen. Sind Sie für eine systematische Aufhebung der Schulbusdienste in der Schweiz als Präventionsmassnahme?

Stahl Jürg · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Nein, ich sage nur, dass es eine mögliche Art von Bewegung ist, den Schulweg zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ich sehe ein, dass ein Schulbus aus Sicherheitsgründen manchmal unumgänglich ist. Aber die Bequemlichkeit und der Wohlstand in diesem Land führen eben zu Bewegungsmangel, und dagegen kämpfe ich.

Rielle Jean-Charles · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion

Monsieur Stahl, vous avez été président de la Commission de la sécurité sociale et de la santé publique, dont je suis membre. J'estime par conséquent que vous êtes au courant des chiffres. Vous avez mis en doute certains programmes de l'Office fédéral de la santé publique, en particulier un que je connais bien, celui contre le tabagisme. Grâce à ce programme, la proportion de fumeurs dans la population est passée en quelques années de 36 à 27 pour cent. Selon vous, quel résultat aurait-il fallu atteindre pour être encore plus efficace que ce programme qui a démontré toute sa pertinence?

Stahl Jürg · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Lieber Kollege Rielle, ich bin einfach etwas skeptisch, wenn ich diese Programme, die in den vergangenen Jahren gemacht worden sind, im Detail betrachte. Ich stelle fest, dass insbesondere beim Tabak das Einstiegsalter der jungen Frauen immer weiter sinkt, wobei alle in diesem Land wegschauen: Es schauen die Eltern weg, es schauen die Lehrkräfte weg, es schaut die Gesellschaft weg. Wir können das nicht mit einem Gesetz korrigieren. Vielmehr müssen wir selber die Verantwortung wahrnehmen. Darum wende ich mich gegen dieses Gesetz.

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

Je vous remercie pour ce débat ouvert qui a, en fait, passé du scepticisme à l'espoir, parfois même on a remarqué un peu d'enthousiasme. Je vous remercie aussi de discuter des valeurs, des actions concrètes dans la santé publique de manière ouverte. Le Conseil fédéral est d'avis que, pour juger de la prévention dans le domaine de la santé publique, il faut laisser de côté les préjugés hérités du passé. Monsieur Stahl a pris un exemple dans le passé qui n'était peut-être pas forcément le meilleur. Il y a toujours une ou deux choses du passé qui ne plaisent pas. Mais il ne s'agit pas, je crois, d'un débat sur le passé. Il faut laisser de côté le passé, il faut mettre au garage - si je peux me permettre l'expression - les dogmes trop partisans et regarder le problème tel qu'il est.

Il faut alors se poser sereinement quelques questions, en particulier une question fondamentale, une question d'avenir: dans notre pays, dans notre société dans laquelle il y a une forte proportion de malades chroniques, dans laquelle il y a également une croissance du nombre de malades chroniques, dans laquelle les coûts occasionnés par les maladies chroniques représentent à peu près trois quarts des coûts totaux, dans laquelle les ressources aussi en termes de francs et de personnes - j'y reviendrai - sont relativement limitées et commenceront bientôt à poser problème, dans cette société, dis-je, doit-on oui ou non organiser efficacement la prévention? C'est de cela qu'il s'agit et seulement de cela: doit-on organiser efficacement la prévention?

Pour le Conseil fédéral, poser la question, c'est y répondre: évidemment qu'il faut le faire! Je crois que la population serait fâchée si elle demandait aux autorités d'organiser efficacement la prévention dans la santé publique et que celles-ci répondaient que cela n'est pas nécessaire. Bien sûr qu'il faut le faire, et il faut le faire au niveau national, il faut une stratégie nationale, et il faut le faire à ce niveau national avec l'ensemble des partenaires, l'ensemble des acteurs: les cantons, mais aussi les organisations actives dans la prévention. Elles sont nombreuses et elles ont des compétences, mais il faut les organiser. Puis, il faut aussi intégrer l'économie. L'économie est évidemment critique, mais elle sait parfaitement qu'elle a besoin d'une société dans laquelle il n'y a pas trop de personnes qui ne sont plus productives parce qu'elles sont malades. Par ailleurs, l'économie organise efficacement la prévention dans ses domaines, puisque par exemple la loi sur le travail contient des clauses sur la prévention des accidents.

De toute manière, l'économie a aussi un intérêt à ce que nous organisions efficacement la part de notre travail dans le cadre de la prévention. Or cela, c'est de votre responsabilité de le décider. Et c'est précisément ce que prévoit ce projet de loi dans sa nouvelle forme - parce qu'il a passablement changé entre ce qu'il était au départ et ce qu'il est désormais après le travail de la commission.

Le Conseil fédéral se rallie pour l'essentiel à cette nouvelle forme du projet - c'est essentiellement le passage d'un institut public au regroupement, au repositionnement des acteurs dans le cadre de la fondation Promotion Santé Suisse, avec l'intégration des différentes volontés.

Cette forme s'intègre parfaitement dans notre nouvelle stratégie en matière de santé. L'objectif principal de cette stratégie est d'augmenter la qualité avec l'ensemble des partenaires: la qualité des soins, évidemment, au niveau du système curatif, mais pas seulement; il faut aussi éviter les maladies, prévenir les souffrances, ou au moins les atténuer.

Vous savez que, pour atteindre cet objectif, nous avons défini trois grands axes: d'abord tout ce qui concerne la surveillance de l'assurance-maladie, pour augmenter la confiance et la transparence; ensuite tout ce qui concerne les mesures à court terme, pour essayer de stopper les fortes augmentations de coûts dans l'assurance obligatoire des soins - en 2010, cela a réussi, on verra ce qu'il en sera pour 2011; enfin il y a les réformes à moyen et à long terme. Et, dans ce dernier cas, c'est vous qui êtes responsabilisés, avec les débats sur les réseaux de soins intégrés, sur la compensation des risques, et aussi sur cette loi sur la prévention, qui est indispensable en amont de toute l'opération pour les effets à long terme, pour réduire à terme la pression sur le système curatif, sur les soins.

Permettez-moi en outre de vous demander un peu de cohérence. Vous ne pouvez pas, tous partis confondus, systématiquement exiger que nous trouvions des solutions pour augmenter le nombre de médecins, pour augmenter l'effectif du personnel dans le secteur de la santé publique, alors même que nous devons quasiment diminuer, ou en tout cas stabiliser les coûts, et en même temps remettre en cause la possibilité de réduire l'augmentation du nombre de malades par une politique de prévention mieux organisée. Donc le Conseil fédéral est convaincu qu'il faut agir, que c'est de sa responsabilité. C'est donc une question d'avenir évidente.

Cela a été dit par certains d'entre vous, la prévention n'est pas qu'une question d'avenir. Dans le passé, elle a déjà fait ses preuves. Je ne vais pas prendre tous les exemples, mais j'imagine que l'on n'aurait pas pu se passer des campagnes de vaccination qui ont fait disparaître la poliomyélite, la diphtérie ou le tétanos, ou même la variole au plan mondial; j'imagine qu'on n'aurait pas compris qu'on doive renoncer à des campagnes telles que celles qui ont été menées, au niveau des cantons essentiellement, et qui ont permis de réduire de 90 pour cent le nombre des caries dentaires depuis 1960.

Il y a donc de bons exemples dans le passé, mais ce qui nous importe, c'est l'avenir. Notre société va au-devant de grands défis, dont je vous ai parlé, qui concernent notamment les maladies chroniques, dont les cas se multiplieront en raison du vieillissement de la population. Il faut comprendre ce phénomène qui sera réalité dans dix, quinze ou vingt ans. Les cas de maladies chroniques se multiplieront en raison du vieillissement de la population. Je prends quelques exemples: au début de ce siècle, à peu près 300 000 personnes étaient concernées par l'ostéoporose, qui est une maladie difficile dont le traitement est long et coûteux; le nombre de cas dus à cette maladie passera à 400 000 en 2025, ce qui représente une augmentation de 25 pour cent. Notre système curatif a déjà atteint ses limites, il y a déjà une pénurie de personnel, et ces maladies chroniques représentent non seulement les trois quarts des coûts, mais à peu près les quatre cinquièmes des journées d'hospitalisation et plus de 90 pour cent des soins à domicile; autant dire que nous aurons des lendemains difficiles dans la santé publique si nous continuons à stopper tout progrès et toute réforme à moyen et à long terme.

Les maladies chroniques nécessitent des traitements de longue durée dont les coûts sont élevés. Il en résulte évidemment une augmentation des coûts de la santé. En même temps, il y a un risque de pénurie, en tout cas d'insuffisance des moyens - j'en ai parlé; alors, si l'on veut continuer de pouvoir soigner et d'être soigné à l'avenir, il faut agir aussi au niveau de la prévention. Pour le dire en une phrase simple: à l'avenir, on devra agir pour augmenter le nombre d'années de vie en bonne santé et pas seulement pour augmenter le nombre d'années de vie.

Cette action est objectivement rationnellement possible. Pourquoi? Parce que, dans les maladies chroniques, on connaît les facteurs de risque fondamentaux: il y en a qui touchent au comportement, mais il y en a également qui touchent à la génétique - je pense ici au problème du cholestérol, à celui de l'hypertension; pour toutes ces maladies, on peut, par la prévention ou par un traitement médicamenteux précoce, agir de façon à réduire les problèmes relatifs au système curatif.

On peut aussi détecter les maladies plus tôt, et je ne crois pas que vous soyez opposés à l'idée qu'on puisse améliorer la situation en Suisse dans le domaine du dépistage du cancer. Je pense par exemple au fait que le cancer du sein, par la mammographie, peut être dépisté - puis également traité, par la suite - beaucoup plus efficacement. Cela me paraît presque impensable qu'on n'entre pas en matière pour favoriser ce genre de techniques, qui sont d'un intérêt public évident.

La prévention est donc nécessaire. Elle peut être efficace. Reste encore à éliminer les faiblesses structurelles du système, ses faiblesses organisationnelles. Comme vous l'avez entendu, le système actuel connaît toute une série de doublons; l'organisation est insuffisante selon le Conseil fédéral, et elle l'est également selon les experts internationaux de l'OCDE et de l'OMS. Toutefois, nous sommes capables de le voir par nous-mêmes, et ces enquêtes internationales confirment en fait ce que nous pensons du système: il n'y a tout simplement pas de stratégie globale; les différentes actions risquent de se chevaucher - c'est souvent le cas -, mais aussi de laisser subsister des lacunes.

En fait, il s'agit d'une seule lacune: nous n'avons actuellement pas de base légale pour agir sur les maladies chroniques non transmissibles, comme le cancer ou le diabète. Donc, il est impossible de mettre en place une stratégie nationale aujourd'hui avec les bases légales dont la Confédération dispose. Il manque aussi une véritable coordination entre tous les acteurs. Il y a vraiment beaucoup de bonne volonté, mais il n'y a pas forcément de vision ni d'action globale.

Je vous vois venir: vous avez l'impression que la Confédération va mettre en oeuvre la politique de prévention de manière dictatoriale, voire presque "totalitaire", comme je l'ai entendu à plusieurs reprises. Ce ne sera évidemment pas le cas! La Confédération ne veut pas ni ne doit tout faire. Elle doit faire en sorte qu'il existe une stratégie nationale en matière de prévention, une mobilisation cohérente de l'ensemble des énergies, un véritable partenariat pour la prévention.

Le Conseil fédéral veut donc augmenter l'efficacité des efforts de prévention. J'en reviens donc à cette question: êtes-vous d'accord de soutenir ce mouvement vers une augmentation de l'efficacité dans la prévention? Le projet de loi est utile pour cela.

Cette loi ne restreint pas la liberté de l'individu et de l'économie. La responsabilité de la prévention reste d'abord au niveau de l'individu, tout spécialement au niveau de la famille en ce qui concerne les enfants. Le rôle des parents est essentiel et celui de l'économie aussi par la suite. En outre, tout ce qui se fait déjà dans le cadre de la loi sur le travail ou dans celui de la prévention des accidents n'est pas touché par cette loi. Il y a tout au plus une coordination, afin que les choses se fassent non pas à double, mais autant que possible avec les mêmes moyens.

Je précise que cette loi n'entraîne pas une augmentation des moyens financiers; il y a en effet seulement la fixation d'un plafond pour le supplément de prime LAMal. Et vous aurez à décider de ce plafond, mais il n'y a pas d'augmentation des moyens. Le but n'est pas d'avoir davantage de moyens, mais de les utiliser au mieux.

Le projet de loi sur la prévention permet de remédier aux faiblesses actuelles, je vous l'ai dit, de créer une nouvelle base légale pour la prévention des maladies chroniques non transmissibles, ce qui est absolument nécessaire, de mettre en oeuvre une stratégie cohérente reposant sur des objectifs nationaux, ce qui n'est pas une atteinte au fédéralisme puisque nous le faisons avec les partenaires et tout spécialement avec les cantons; ce projet de loi permet finalement de renforcer les synergies entre les mesures de la Confédération et des cantons, ce qui devrait plaire à tous ceux qui veulent un Etat efficace et non un Etat qui fait les choses à double. Avec la décision d'avoir une nouvelle structure nationale, la loi favorise une meilleure coordination.

Avec votre commission, nous avons pu accomplir un travail constructif - et j'aimerais ici l'en remercier -, puisque nous avons pu retravailler le projet afin de positionner et de responsabiliser davantage la fondation Promotion Santé Suisse, qui remplace l'institut qui est prévu dans le projet de loi initial. Comme je vous l'ai dit, nous soutenons cette décision-là.

Sur la forme, cette décision implique des modifications importantes dans la loi, mais que l'on peut décider de manière globale lors du vote sur l'article 1 alinéa 1 lettre c. Sur le fond, cela ne change pas les choses, dans la mesure où nous pouvons obtenir les mêmes objectifs. Il y a même un avantage supplémentaire: avec la fondation Promotion Santé Suisse, on peut réellement intégrer tous les partenaires dans un organisme responsabilisé. Nous soutenons, donc, au nom du Conseil fédéral, cette solution.

C'est dans cet esprit - je pourrais presque dire dans ce nouvel esprit par rapport au projet initial - que le Conseil fédéral vous demande, comme la majorité de votre commission, d'entrer en matière sur ce projet de loi.

C'est donc sur la base de cet élément - un élément unique, certes, mais important, indispensable afin de mettre en place une stratégie d'avenir pour l'ensemble de la santé publique, une stratégie cohérente avec tous les problèmes que nous avons dans le système de soins - que nous vous demandons d'entrer en matière. En effet, entrer en matière, c'est tenir compte du mélange détonant formé par les maladies chroniques qui augmentent et le vieillissement qui s'accentue. Ce mouvement en faveur de la prévention doit encore être accentué à cause des limites des ressources que nous avons dans l'ensemble du système de soins. Entrer en matière, c'est tenir compte et faire preuve de responsabilité à l'égard de l'ensemble de la société; c'est donc à la fois être libre mais aussi responsable.

Fässler-Osterwalder Hildegard · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion

Herr Bundesrat, in meiner Gemeinde ist einer der Ärzte ein Spezialist, eine eigentliche Kapazität in Allergiefragen. Ich möchte Sie deshalb fragen, wie das Thema Allergie in diesem Gesetz eingepackt ist bzw. wie man auf diese Fragen antworten kann.

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

Je vous remercie pour cette question, Madame Fässler. Cela me donne l'occasion de vous expliquer comment les choses fonctionneront une fois que la loi aura été acceptée. Il y aura la fixation d'objectifs nationaux puis, ensuite, sur cette base, la décision avec les partenaires en vue de mettre en place une stratégie nationale. C'est dans le cadre de cette stratégie qu'il faudra établir des priorités. Si, par exemple, il est nécessaire d'agir dans le domaine d'allergies particulières, c'est à ce moment-là que l'on choisira ensemble les points forts. Ce n'est donc pas une décision dictatoriale d'un Etat totalitaire, mais c'est une décision d'une société responsable à l'égard de ses problèmes de santé publique de l'avenir.

Cassis Ignazio · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion

Herr Bundesrat, ich stelle Ihnen die Frage in Deutsch, sodass Herr Stahl sie auch mitverfolgen kann.

Es ist wichtig für uns, dass die Kostenneutralität garantiert wird. Herr Stahl hat in seinem Votum aber gesagt, dass es Dutzende von zusätzlichen Stellen geben und mehr Geldmittel brauchen würde.

Jetzt möchte ich von Ihnen wissen: Was ist wahr, und was wissen wir über die Finanzierung?

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

Das Gesetz ist ganz klar kostenneutral. Es gibt keine Erhöhung der Kosten. Es besteht die Möglichkeit, dass das Parlament im Präventionsgesetz einen Plafond für die Erhöhung der Prämienzuschläge beschliesst. Das müssen Sie aber selbst entscheiden; das müssen wir nicht unbedingt benützen. Das Gesetz ist nicht so gemacht, dass unbedingt mehr Mittel gebraucht werden; das ist nicht die Idee. Die Idee des Bundesrates ist klar, dass mit den aktuellen Mitteln besser gearbeitet wird und dass beispielsweise keine Doppelspurigkeiten mehr existieren.

Füglistaller Lieni · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Herr Bundesrat, Sie haben jetzt Auskunft über die Zahlen gegeben. Trotzdem möchte ich Ihnen sozusagen präventiv die Frage stellen, was es tatsächlich kostet. Die Zahlen, die man der Sonntagspresse entnehmen kann, unterscheiden sich nämlich von jenen der Botschaft. Und in dieser Übersicht werden gar keine Zahlen genannt. Ich möchte abschliessend und präventiv wissen, was uns dieses Gesetz tatsächlich kostet.

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

In dem Gesetz wird die Finanzierung so organisiert, dass die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz die Mittel für ihre zukünftigen Aufgaben und Aufträge hat. Das werden die Mittel aus dem Prämienzuschlag sein, das sind 17 Millionen Franken, die Mittel aus dem Tabakpräventionsfonds, das sind 16 Millionen, und Mittel, die aktuell beim Bundesamt für Gesundheit sind, das sind etwa 12 Millionen. Das gibt insgesamt für die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz etwa 45 Millionen Franken. Dazu bleiben beim Bundesamt für Gesundheit noch etwa 25 Millionen Franken für die übrigen Aufträge in der Krankheitsprävention. Das ergibt total 70 Millionen Franken, die aktuell schon existieren. Diese werden in Zukunft anders verteilt, es gibt keine Erhöhung. Die Möglichkeit einer Erhöhung, wenn es dann nötig ist, besteht nur mit dem Plafond. Das werden wir diskutieren, wenn Sie auf die Vorlage eintreten. Wenn Sie das diskutieren wollen, sollten Sie also eintreten.

Bortoluzzi Toni · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Vielleicht hat sich die Frage erübrigt, Herr Bundesrat.

Man darf nicht glauben, das koste nichts. Wir haben hier im Gesetz eine Ausgabenbremse, und eine Ausgabenbremse wird naturgemäss nur dann vorgesehen, wenn es Mehrausgaben gibt.

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

Nein, das ist falsch, Herr Bortoluzzi. Es geht hier um die Ausgabenbremse bei einem neuen Subventionstatbestand. Die Ausgabenbremse müssen Sie lösen, wenn mehr ausgegeben wird; es gibt dabei einige Bedingungen. Die Ausgabenbremse muss aber auch bei einem neuen Subventionstatbestand gelöst werden. Das ist in diesem Gesetz der Fall. Die Mittel, die jetzt beim Bundesamt für Gesundheit sind, werden zum Teil zur Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz transferiert. Nur deswegen müssen Sie die Ausgabenbremse lösen. Die Mittel werden nicht erhöht, sondern es kommt nur zu einem Transfer von Mitteln. Das müssen Sie so zur Kenntnis nehmen, weil es die Wahrheit ist. Man sollte nicht etwas dauernd wiederholen, das nicht richtig ist, nur deshalb, damit es plötzlich richtig wird.

Humbel Ruth · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp

In der "NZZ" von heute können Sie lesen, dass die Schweiz Spitzenreiter bei den Melanomen ist und dass sich die Häufigkeit von Hautkrebs in den letzten Jahren verdoppelt hat. In der gleichen Ausgabe können Sie vom steilen Anstieg der Ausgaben für Demenz lesen. Es sind volkswirtschaftliche Kosten von 7 Milliarden Franken; die direkten Kosten betragen 3,9 Milliarden Franken. Man rechnet mit 20 Milliarden Franken in vierzig Jahren. Ich habe auf die Zahlen in der heutigen "NZZ" verwiesen und möchte ergänzen, dass man solche Beispiele für eine Zunahme der Kosten in den Bereichen Diabetes, Krebs, Osteoporose, Lungenkrankheiten usw. anführen könnte. Wir wissen, dass diese Krankheiten eine kostentreibende Wirkung auf die Gesundheitsausgaben haben.

Mit der zunehmenden Lebenserwartung nehmen die chronischen Erkrankungen zu. Viele dieser Krankheiten lassen sich durch Prävention mildern, aufschieben, verlangsamen oder sogar vermeiden. Sektoriell wird diese Problematik erkannt. Wir werden heute bei den parlamentarischen Vorstössen noch über zwei Motionen zur Demenzpolitik abstimmen. Die Motionen verlangen eine Bundesstrategie zur Demenzpolitik bezüglich Prävention, Früherkennung, Behandlungsmethoden, Ressourceneinsatz und Forschung.

Nun können wir natürlich für sämtliche Krankheitsbilder solche Strategien verlangen und entwerfen, z. B. für Krebs, Diabetes, Osteoporose und, was heute auch angesprochen wurde, für Allergien. Wir schaffen mit diesem Präventionsgesetz jetzt die rechtliche Grundlage für Strategien und Gesundheitsziele. Es handelt sich bei diesen Krankheiten um stark verbreitete Krankheiten, wie sie in Artikel 118 Absatz 2 Litera b der Bundesverfassung erwähnt sind, womit auch die Verfassungsgrundlage für dieses Gesetz gegeben ist.

Wir haben in der Schweiz kein Gesundheitsversorgungsgesetz, das Gesundheitswesen ist eine kantonale Angelegenheit. Wir haben nur das Krankenversicherungsgesetz. Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass immer mehr Leistungen, welche eigentlich Angelegenheit der Kantone wären, in das KVG verschoben werden. Ich erwähne beispielsweise die schulärztlichen Impfungen oder auch die Prävention. Die Prävention ist in Artikel 19 KVG geregelt. Dort heisst es, dass die Krankenversicherer eine Organisation zusammen mit den Kantonen führen. Es wurde vom Minderheitssprecher kritisiert, dass die Stiftung Gesundheitsförderung die Koordination nicht wahrnehmen könne. Der Grund dafür ist eben der, dass die gesetzlichen Grundlagen dazu fehlen; es ist eine privatrechtliche Stiftung. Mit dem Präventionsgesetz schaffen wir die gesetzliche Grundlage dafür, dass die Stiftung die Koordination, die ja notwendig ist, wahrnehmen kann.

Es geht bei diesem Gesetz nicht nur um die bekannten Faktoren für ein möglichst gesundes Leben wie ausgewogene Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen usw. Vielmehr gibt das vorliegende Präventionsgesetz dem Bund die nötige Rechtsgrundlage für ein stärkeres Engagement im Bereich der chronischen Krankheiten und verbessert die Aufgabenteilung zwischen Bund, Kantonen und privaten Organisationen. Gestützt auf eine verbesserte Gesundheitsstatistik und -berichterstattung können gemeinsame Ziele definiert werden, sodass die Mittel für Prävention und Gesundheitsvorsorge effizient, wirkungsvoll und nachhaltig eingesetzt werden können.

Noch eine Bemerkung zu den Kosten: Wir haben jetzt auch vom Herrn Bundesrat gehört, dass das Gesetz keine Mehrkosten verursacht, im Gegenteil. Es führt vielmehr die bisherigen Leistungen des Tabakpräventionsfonds, die Krankenkassenbeiträge und die Bundesmittel zusammen in die Stiftung für Gesundheitsförderung. Heute kann der Bundesrat bzw. sogar der Vorsteher des EDI selbstständig entscheiden, ob er den Krankenkassenbeitrag erhöhen will. Im Gesetz wird eine Limite fixiert.

Das neue Bundesgesetz leistet einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Erhaltung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung. Aus gesundheitspolitischer Sicht ist das wichtig. Es ist ein wesentlicher Beitrag zur Dämpfung des Kostenwachstums im Gesundheitswesen. Es stärkt damit eben auch den Wirtschaftsstandort Schweiz.

Ich bitte Sie in diesem Sinne, der Mehrheit der Kommission zu folgen und auf den Gesetzentwurf einzutreten.

Vischer Daniel · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion

Frau Kommissionssprecherin, ich habe mit Interesse Ihren Ausführungen gelauscht. Sie sind ja bekannt dafür, dass Sie im Zusammenhang mit der Krankenkasse eine Kampagne dazu führen, was wir alles noch essen dürfen, wer wie dick sein darf usw. Sie haben gesagt, dieses Gesetz habe nichts damit zu tun. Jetzt sind Sie aber Kommissionssprecherin. Da frage ich mich: Können Sie die Gewähr geben, dass dieses Gesetz nicht letztlich auf eine Erziehungsdiktatur hinausläuft, bei der uns der Staat vorschreibt, wie wir überhaupt noch leben dürfen?

Humbel Ruth · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp

Ich habe nicht gesagt, dass dieses Gesetz nichts mit den Grundsätzen eines mehr oder weniger gesunden Lebens zu tun hat, und das beinhaltet Bewegung, Ernährung, Nichtrauchen, soziale Kontakte usw. Aber ich habe gesagt, es gehe nicht primär um diesen Bereich, sondern es gehe um Prävention, um Vorsorge bei den zunehmenden chronischen Krankheiten, bei denen wir wissen, dass die Gesundheitskosten in den nächsten Jahren massiv steigen werden. Dieses Gesetz hat zudem das Ziel, die Gesundheitskompetenz der einzelnen Menschen zu stärken, sodass sie entscheiden können, auch im Sinne einer guten Lebensqualität entscheiden können, was sie essen und trinken und rauchen wollen.

Rossini Stéphane · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion

Quelques mots encore pour revenir sur deux éléments. Ceux qui, dans ce débat, opposent la responsabilité individuelle au principe même de l'existence d'une loi sur la prévention se mettent dans une posture idéologique finalement réductrice, car les deux éléments vont de pair, se complètent. Il ne peut y pas avoir de responsabilité individuelle sans prévention. Comment veut-on assumer une responsabilité individuelle si l'on n'est pas informé, formé, rendu attentif aux problèmes posés à la santé publique et si l'on n'est pas rendu attentif aux moyens mis à disposition, aux attitudes à adopter pour améliorer son comportement par rapport à la survenance de problèmes de santé? Il est donc inutile d'opposer ces deux éléments: on est dans une même logique; on doit donner à la population les moyens d'assumer sa responsabilité individuelle.

Par conséquent, on ne peut pas parler, comme l'a fait Monsieur Wehrli, de totalitarisme. On ne peut pas non plus parler de bureaucratie inutile, comme l'a fait Monsieur Stahl. Au sein de la commission, nous avons largement répondu à ces questions. Je crois que certaines affirmations sonnent faux dans ce débat. Restons pragmatiques, c'est ce qu'a essayé de faire la majorité de la commission. Ne jetons pas le bébé avec l'eau du bain. Il faut aujourd'hui, dans notre système fédéraliste, coordonner les mesures, définir un cadre pour être plus efficaces, pour être plus efficients. Je suis très étonné que certains milieux de ce Parlement, ceux qui prônent partout l'efficacité, l'efficience, ne veulent pas en entendre parler dans ce domaine.

A la fin de l'exercice, nous pourrons poursuivre ce qui se fait déjà en matière de prévention pour finalement décharger les régimes de protection sociale, maîtriser mieux les dépenses, réduire les souffrances pour les personnes concernées. Il y a donc un intérêt économique et financier non seulement pour les personnes, mais aussi pour les régimes sociaux ainsi que pour les entreprises. Je crois qu'il vaut la peine de relever ce défi. Un système de santé moderne doit disposer d'une loi sur la prévention. Pour celles et ceux qui douteraient encore des effets, je vous renvoie au chiffre 4.3 du message où les conséquences économiques des mesures de prévention sont très clairement exposées. Les bénéfices financiers pour le système de santé sont réels.

Par conséquent, je vous invite à entrer en matière et à soutenir la majorité de la commission.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Eintreten ... 102 Stimmen

Dagegen ... 79 Stimmen

Germanier Jean-René · P-M · Nationalrat · Wallis · Freisinnig-demokratische Fraktion

Bundesgesetz über Prävention und Gesundheitsförderung

Loi fédérale sur la prévention et la promotion de la santé

Detailberatung - Discussion par article

Titel und Ingress

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Titre et préambule

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Angenommen - Adopté

Art. 1

Antrag der Mehrheit

Abs. 1

....

c. Streichen

Abs. 2

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Schenker Silvia, Carobbio Guscetti, Fehr Jacqueline, Gilli, Rielle, Rossini, Weber-Gobet)

Abs. 1 Bst. c

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

(siehe Art. 5 Abs. 1 Bst. a und d, Art. 6, Art. 7 Abs. 1, Art. 8, Sachtitel vor Art. 12, Art. 12, Art. 13 Abs. 1 und 3, Art. 20 Abs. 3, Sachtitel vor Art. 21, Art. 21 bis 36, Art. 37 Abs. 1 und 1bis, Art. 38 Abs. 1 Bst. c und Abs. 2, Art. 39a, Art. 39b, Art. 40a, Art. 42 und 43, Änderung bisherigen Rechts Ziff. II Ziff. 1 Art. 28 Abs. 2 Bst. c und Abs. 4, Ziff. 2 Art. 20 Abs. 1, 3, 4 und 5 Bst. b und c)

Art. 1

Proposition de la majorité

Al. 1

...

c. Biffer

Al. 2

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Schenker Silvia, Carobbio Guscetti, Fehr Jacqueline, Gilli, Rielle, Rossini, Weber-Gobet)

Al. 1 let. c

Adhérer au projet du Conseil fédéral

(voir art. 5 al. 1 let. a et d, art. 6, art. 7 al. 1, art. 8, titre précédant l'art. 12, art. 12, art. 13 al. 1 et 3, art. 20 al. 3, titre précédant l'art. 21, art. 21 à 36, art. 37 al. 1 et 1bis, art. 38 al. 1 let. c et al. 2, art. 39a, art. 39b, art. 40a, art. 42 et 43, modification du droit en vigueur ch. II ch. 1 art. 28 al. 2 let. c et al. 4, ch. 2 art. 20 al. 1, 3, 4 et 5 let. b et c)

Le président (Germanier Jean-René, président): Le débat et le vote sur cette disposition valent pour tous les articles mentionnés dans la proposition. Il s'agit ici de la question de l'Institut suisse pour la prévention et la promotion de la santé.

Schenker Silvia · Mit-F · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion

Der Bundesrat hat ursprünglich vorgesehen, die Aufgaben der Steuerung und Koordination im Bereich der Prävention einem neu zu gründenden Institut zu übertragen. Die Idee war, eine Organisation, die nicht Teil der staatlichen Verwaltung ist, damit zu betrauen. Das Institut sollte aber nahe genug beim Staat sein, damit Kontrolle und Aufsicht über die Tätigkeit effektiv möglich sind. Ein neues Institut sollte auch das Zeichen für einen Neuanfang sein.

Die Idee eines Instituts war schon in der Vernehmlassung sehr umstritten. Dennoch hielt der damalige Departementsvorsteher, Herr Bundesrat Couchepin, an der Idee fest und nahm diese Idee auch in die Botschaft auf. Es zeigte sich in der Folge, dass nicht nur Teile der Wirtschaft und die bürgerlichen Parteien gegen die Schaffung eines Instituts votierten, auch die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz kündete Widerstand dagegen an. Dieser Widerstand ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass die Aufgaben für die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz mehr oder weniger vollständig an das neue Institut übertragen worden wären.

Nicht verständlich ist jedoch aus Sicht der SP-Fraktion, dass der Widerstand der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz bei den bürgerlichen Parteien auf so gute Resonanz gestossen ist. Sie, die sich in der Vergangenheit immer wieder äusserst kritisch über die Stiftung geäussert haben, sind nun plötzlich anderer Meinung. Es sind keine kritischen Töne mehr zu hören. Das Lobbying der Stiftung war also höchst erfolgreich. Das Institut hatte in der Kommission keine Chancen mehr. Auch der Bundesrat hält nicht mehr daran fest. Eine Minderheit der Kommission ist nach wie vor der Meinung, die Schaffung eines Instituts wäre die richtige Lösung gewesen. Aus den Gründen, die den Bundesrat ursprünglich motiviert hatten, das Institut vorzuschlagen und trotz Widerstand in der Vernehmlassung dabei zu bleiben, hätte auch die SP-Fraktion diese Idee begrüsst.

Ich ziehe den Minderheitsantrag jedoch zurück. Ich will den grundsätzlichen Gegnerinnen und Gegnern der Vorlage nicht Gelegenheit zu einer taktischen Abstimmung geben. Es wäre nicht das erste Mal, dass hier im Saal aufgrund von taktischem Abstimmungsverhalten etwas eine Mehrheit erhält, das der Minderheitsmeinung entspricht. Mir liegt sehr viel am neuen Präventionsgesetz. Ich will die Vorlage nicht gefährden. Ich möchte aber noch einmal ausdrücklich festhalten: Die Schaffung eines Instituts wäre die richtige Lösung gewesen. Es stimmt bedenklich, dass aufgrund von Druck, der von aussen gemacht wird, eine gute Lösung nicht weiterverfolgt wird.

Germanier Jean-René · P-M · Nationalrat · Wallis · Freisinnig-demokratische Fraktion

Angenommen gemäss Antrag der Mehrheit

Adopté selon la proposition de la majorité

Art. 2

Antrag der Mehrheit

Abs. 1, 3

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Abs. 2

...

a. die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung fördern;

...

Antrag der Minderheit

(Bortoluzzi, Baettig, Borer, Estermann, Frehner, Kleiner, Parmelin, Scherer, Stahl, Triponez, Weibel)

Abs. 2 Bst. c

Streichen

Art. 2

Proposition de la majorité

Al. 1, 3

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Al. 2

...

a. à promouvoir la compétence de la population en matière de santé;

...

Proposition de la minorité

(Bortoluzzi, Baettig, Borer, Estermann, Frehner, Kleiner, Parmelin, Scherer, Stahl, Triponez, Weibel)

Al. 2 let. c

Biffer

Bortoluzzi Toni · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Diese Gesetzgebung - es wurde vorhin von einem Fragesteller bereits angesprochen, er hat von "Erziehungsdiktatur" gesprochen - hat totalitäre Züge. Das Gesetz soll, wie es im Zweckartikel festgelegt ist, "zur Reduktion gesundheitlicher Ungleichheiten beitragen". Das heisst an sich, es soll im Sinne des Gesetzes präventiv dafür gesorgt werden, dass solche Ungleichheiten möglichst nicht vorkommen. Statt nun einfach die Ungleichheit als Teil der Gesellschaft zu akzeptieren, muss man etwas unternehmen, und das tut man hier mit einem Gesetz. Da stellt man also fest, dass in unserem Land Leute mit einem tieferen sozialen Status, schlechterer Bildung usw. früher sterben als solche, die einen höheren sozialen Status haben. Und da meint man, der Staat sei gefordert - so, wie man hier eben vorschlägt, solche Ungleichheiten zu reduzieren, so, wie das in Buchstabe c nachzulesen ist. Man stellt also fest, dass hier etwas getan werden muss.

Wenn man in der Botschaft auf Seite 7128 nachliest, was mit solchen Ungleichheiten eigentlich gemeint ist, stellt man Folgendes fest: "So sind ... für Personengruppen, bei denen ... ein besonderer Handlungsbedarf besteht, spezifische Präventions-, Gesundheitsförderungs- sowie Früherkennungsmassnahmen zu ergreifen. Die Strategien des Gender Mainstreamings, des Migrations-Mainstreamings und des Disability Mainstreamings können hierbei als Leitprinzipien dienen. Damit wird der besondere Handlungsbedarf für benachteiligte Personengruppen in allen Phasen und Prozessen der Prävention, Gesundheitsförderung und Früherkennung sichergestellt." Das ist also die Absicht dieser Gesetzgebung. Solches Tun des Staates nenne ich totalitär, und es muss abgelehnt werden. Man muss Ungleichheiten akzeptieren, das ist nichts Unmenschliches.

Es gibt zwei Dinge, die mich bei dieser Gesetzgebung generell und bei diesem Buchstaben c besonders stören: Einerseits ist es die Arroganz des Staates, also in unserem Fall des Bundesamtes für Gesundheit, so zu tun, als wisse man, was gut für den Menschen sei. Andererseits ist es die Strategie der Gleichmacherei, die unserer Verfassung widerspricht und die den Stärken unseres Landes eigentlich entgegensteht. Wenn man sich die Zielsetzungen und die Überlegungen, die dem Gesetzestext zugrunde liegen, etwas zu Gemüte führt, wird einem fast übel. Anstatt sich an offensichtlichen Missbräuchen der Solidarität zu orientieren, wird die Ungleichheit der Menschen als Problem zelebriert und soll mit staatlichen Mitteln der Gleichheit zugeführt werden - was ja natürlich nie gelingt, weil die Ungleichheit Teil jeder Gesellschaft ist. Fehlverhalten im Rahmen der Rechtsordnung kann und muss nicht mit fast totalitär anmutenden Methoden bekämpft werden. Ich meine, dass es mindestens angebracht wäre, hier diesen Buchstaben c ersatzlos zu streichen.

Gilli Yvonne · Mit-F · Nationalrat · St. Gallen · Grüne Fraktion

Die grüne Fraktion bittet Sie, der Mehrheit zu folgen und den Antrag der Minderheit Bortoluzzi abzulehnen.

Es ist ein ganz wesentlicher Teil des Präventionsgesetzes, dass wir uns in Zukunft verstärkt darum bemühen werden, gesundheitliche Ungleichheiten in unserem Land zu reduzieren, ja zu beseitigen. Das ist auch ein Ziel unserer Verfassung, die nämlich in Ergänzung zur persönlichen Verantwortung auch das Recht auf die für die Gesundheit notwendige Pflege und Unterstützung garantiert.

Unsere Prävention - das haben Sie in den Eintretensvoten gehört - ist historisch gewachsen; sie steht unter kantonalen Hoheiten, die ungleiche Ressourcen für präventive Anstrengungen zur Verfügung haben, die je nach personeller Besetzung auch ungleich für verschiedene präventive Ziele sensibilisieren. Das Resultat sind inakzeptable gesundheitliche Ungleichheiten, die sich nicht auf das Schlagwort "Missbrauch unseres Sozialstaates" reduzieren lassen, die sich auch nicht auf unterschiedliche soziale Schichten eingrenzen lassen. Oder wie finden Sie es, dass wir Ost-West-Unterschiede bezüglich der Früherkennung und der Überlebenszeit bei Brustkrebserkrankungen haben? Die einzelnen Frauen, die zufälligerweise in einem Landesteil wohnen, in dem die Früherkennung schlechter umgesetzt oder die Behandlung nicht optimiert ist, werden es Ihnen nicht danken, wenn Sie hier grundsätzlich nationale präventive Ziele schwächen und sie aus dem Gesetz streichen.

Es gibt viele solche Unterschiede. Jener beim Brustkrebs ist nur ein Beispiel dafür; bei der Rauchexposition gäbe es ein zweites, bei der Suizidprävention ein drittes. Auch das Problem von Übergewicht ist keineswegs gleichmässig in der Schweiz verteilt, und es gibt eben auch soziale Gruppen - ja, Herr Bortoluzzi -, die in unserem Land unterschiedlich behandelt werden. Ein kleines Beispiel dafür - es wurde uns auch in den Hearings aufgezeigt - sind die Personen, die in den Spitälern auf Übersetzerdienste angewiesen sind. Wie kann jemand gesund werden, wenn er eben nicht einmal versteht, was er für seine Gesundheit tun kann, weil das Betreuungspersonal seine Sprache nicht spricht? Wir haben teilweise nicht einmal die Möglichkeit, regionale Disparitäten zu erfassen. Es fehlt uns nach wie vor ein nationales Krebsregister. Das nationale Präventionsgesetz wird einen entscheidenden Beitrag dazu leisten können, eben auch dieses Ziel zu verwirklichen.

Diese Strukturen sind historisch gewachsen. Sie sind gerade auch im Bereich der Prävention ein Kind des letzten Jahrhunderts. Es geht jetzt darum, das Gute, das heute in den einzelnen Kantonen gemacht wird, zum Besten für die ganze Schweiz zu wandeln, Best Practices zu übernehmen und vorhandene Löcher zu stopfen. Wir schulden das der betroffenen Bevölkerung. Es geht doch nicht an, dass wir bereits in der kleinen Schweiz Ost-West- und Nord-Süd-Gefälle nicht bekämpfen! Es geht darum, diese Ungleichheiten zu werten und diese Lücken zu füllen. Auch im internationalen Vergleich geht es nicht an, dass in der Schweiz wegen eines fehlenden nationalen Präventionsgesetzes Ungleichheiten im Vergleich zu anderen hochentwickelten Ländern in Europa nicht bekämpft werden können.

Cassis Ignazio · Mit-M · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion

La lettre c prévoit que le but de la loi est aussi de réduire les inégalités en matière de santé. Nous savons aujourd'hui que des inégalités existent selon la région géographique, selon le revenu et le statut socioéconomique, mais aussi selon l'appartenance nationale et l'origine, selon la langue également. Même si on reste à l'intérieur d'une région linguistique telle que la Suisse alémanique, nous constatons des inégalités, des disparités quant à la santé qui nous interpellent, qui nous obligent à nous poser la question de savoir si nous faisons partout le nécessaire. Cela ne signifie pas faire partout la même chose mais, justement, tenir compte des disparités et des inégalités géographiques, socioéconomiques, linguistiques et relevant de la nationalité.

Il est implicite, dans une loi fédérale, d'avoir pour but de mettre l'accent sur la réduction de ces inégalités. Si on ne le fait pas, on peut se demander pourquoi la Confédération devrait, elle, agir dans ce sens. Il ne faut pas oublier que ceci ne signifie pas abolir le fédéralisme. Le fédéralisme reste important, mais une loi fédérale sur la prévention et sur la promotion de la santé doit être active dans la réduction de ces inégalités. C'est son but de base.

Le groupe libéral-radical vous invite donc à suivre la majorité qui reprend le projet du Conseil fédéral et à rejeter la proposition de la minorité Bortoluzzi.

Schenker Silvia · Mit-F · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion

Trotz einem Gesundheitswesen von hohem Standard, trotz einer grossen Anzahl Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen und obwohl wir eine obligatorische Krankenversicherung haben, gibt es beim Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung grosse Ungleichheiten. Der Gesundheitszustand hängt eben von mehr ab als den vorgenannten Umständen. Gesundheit ist abhängig vom sozialen Status und vom Bildungsstand. Gesundheit hängt aber auch davon ab, ob man die Chance hatte, in diesem Land geboren zu sein, oder ob man, wie es heute heisst, einen Migrationshintergrund hat.

Die Chancenungleichheit lässt sich nachweisen. Es gibt einige anschauliche Berichte und Studien dazu, z. B. den Berner Gesundheitsbericht. Die Frage ist nun, ob wir diese Ungleichheiten als gottgegeben und damit als unveränderbar anschauen oder nicht.

Herr Bortoluzzi will mit seiner Minderheit eine wichtige Passage aus dem Zweckartikel streichen. Ich bitte Sie namens der SP-Fraktion, auf diese Streichung zu verzichten. Mit der Streichung würden Sie ein ganz wichtiges Anliegen der Gesundheitsförderung und Prävention schwächen. Es geht doch gerade darum, diejenigen Personen zu stärken, die aufgrund ihrer Situation weniger Chancen haben. Wie ich im Eintretensvotum gesagt habe, geht es um Befähigung, um eine Befähigung genau jener Leute, die eine Befähigung brauchen. Es geht nicht darum, Herr Vischer - er ist jetzt leider nicht im Saal -, irgendwelche Vorschriften zu machen. Es geht um diejenigen Leute, die Befähigung brauchen.

Germanier Jean-René · P-M · Nationalrat · Wallis · Freisinnig-demokratische Fraktion

Le président (Germanier Jean-René, président): Le groupe PDC/PEV/PVL soutient la proposition de la majorité.

Burkhalter Didier · BR-M · Bundesrat · Neuenburg

L'argumentation de la minorité a consisté à utiliser toujours le mot "totalitarisme". Alors, est-ce vraiment du totalitarisme qui se cache derrière la lettre c de l'article 2 alinéa 2 de cette loi? En fait, je le répète, cet article définit le but de la loi, et c'est l'explication détaillée de l'objectif qui donne lieu à cette lettre c. Le but général de la loi est de protéger les personnes contre les maladies transmissibles très répandues et particulièrement dangereuses. Il s'agit en particulier ici de porter attention aux besoins de groupes défavorisés de la population ou qui ont particulièrement besoin d'être protégées contre les maladies précitées.

De quoi s'agit-il? Prenons un exemple concret: la mortalité liée à la maternité est quatre fois plus élevée chez les personnes migrantes que chez les autres. Cela, c'est un fait. Sur cette base, à l'article 2 alinéa 2 lettre c, il s'agit de fixer des priorités, de décider dans quels domaines on agit en particulier et de cibler l'action de manière à ce que les moyens soient utilisés le mieux possible. C'est de nouveau l'organisation efficace, l'efficience de la prévention qui est en jeu.

Pour le Conseil fédéral, une telle attitude est à la fois responsable et efficace: responsable parce que l'on tient compte des plus faibles; efficace parce que l'on agit là où c'est le plus utile avec les moyens limités à notre disposition, puisque cette loi, je le répète, est "kostenneutral".

Humbel Ruth · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Fraktion CVP/EVP/glp

Das Präventionsgesetz erhebt keineswegs den Anspruch, alle Ungleichheiten auszumerzen. Es wird nie möglich sein, alle Ungleichheiten ganz auszugleichen, aber es ist eine Tatsache, dass bezüglich des Gesundheitszustandes und der Lebenserwartung erhebliche Unterschiede bestehen, dass Menschen aus schlechteren Verhältnissen, aus tieferen sozialen Schichten, mit tieferem Bildungsstand, geringere Chancen haben. Ein Beispiel ist Karies, ein Problem, das bei Kindern von Migrantinnen und Migranten öfters vorkommt als bei Schweizer Kindern. Hier geht es darum, auch gruppenspezifische Prävention machen zu können. Zielgruppenspezifische Prävention und Gesundheitsförderung sind notwendig und effizienter.

Um noch kurz auf die Kraftausdrücke wie "Gesundheitsdiktatur" und "totalitäres Gesetz" einzugehen, möchte ich auf Absatz 3 von Artikel 2 verweisen, wo klar steht: "Massnahmen nach diesem Gesetz erfolgen unter Berücksichtigung der individuellen Selbstbestimmung und der Vielfalt in der Bevölkerung." Die Selbstbestimmung ist also ein zentraler Aspekt. Um aber Eigenverantwortung wahrnehmen zu können, braucht es Kompetenz, braucht es Wissen, müssen die Menschen befähigt werden, und das will das Gesetz unterstützen.

Die Kommission hat sehr knapp entschieden: bei 11 zu 11 Stimmen mit Stichentscheid der Präsidentin. Ich möchte Sie aber bitten, der Kommissionsmehrheit zu folgen.

Rossini Stéphane · Mit-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion

La question de la réduction des inégalités est extrêmement importante dans la loi sur la prévention. Elle touche à l'essence même de la démarche de la prévention, à l'essence même de la pratique de la prévention.

J'aimerais d'abord relever que l'utilisation du terme "totalitaire" dans ce débat n'est pas acceptable. Sachons raison garder et évitons les abus de langage qui détournent l'attention de la réalité qui sous-tend la mise en oeuvre de la prévention par les gens du terrain. On ne peut pas simplement dire: "C'est du totalitarisme." Non! Là-derrière, il y a des personnes. Celles-ci connaissent des situations très diverses - plusieurs intervenants l'ont dit. L'essence même de la prévention est de réduire les risques. On réduit les risques pour les catégories de population qui encourent des risques; par définition, on ne réduit pas les risques pour celles et ceux qui n'en encourent pas!

Par conséquent, dans ce cas précis, réduire les inégalités revient à tenir compte non seulement des nombreux types de situation - ils ont été évoqués tout à l'heure -, mais aussi des inégalités sur le plan de l'information et des inégalités relatives aux risques encourus par la population.

On admet que tous ne sont pas égaux devant la santé, que les situations personnelles, au sein des entreprises, celles découlant du comportement nous imposent d'agir en amont. C'est l'essence même de la prévention. Et c'est justement pour réduire ces inégalités de situation que l'on met en oeuvre des programmes de prévention.

Par conséquent, je vous prie de suivre la majorité de la commission; cela n'a pas de sens d'adopter une loi sur la prévention sans prévoir en même temps un objectif de réduction des inégalités.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 87 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 78 Stimmen

Die Beratung dieses Geschäftes wird unterbrochen

Le débat sur cet objet est interrompu

Schluss der Sitzung um 12.50 Uhr

La séance est levée à 12 h 50