14.050
Wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten in der erweiterten EU. Beitrag der Schweiz zu Gunsten von Kroatien
Verfahrensbeitrag
Ordnungsantrag der Minderheit
(Büchel Roland, Aebi, Estermann, Mörgeli, Reimann Lukas, Stamm)
Sistierung der Behandlung des Geschäftes
bis zum Abschluss der Verhandlungen über die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative.
Motion d'ordre de la minorité
(Büchel Roland, Aebi, Estermann, Mörgeli, Reimann Lukas, Stamm)
Suspendre le traitement de l'objet
jusqu'à l'aboutissement des négociations relatives à la mise en oeuvre de l'initiative "contre l'immigration de masse".
Neirynck Jacques · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion CVP-EVP
La proposition est assez simple. La Confédération devrait ouvrir un crédit-cadre de 45 millions de francs afin de financer la contribution de la Suisse en faveur de la Croatie, au titre de la réduction des disparités économiques et sociales dans l'Union européenne. Au maximum 5 pour cent du crédit-cadre seront consacrés aux coûts opérationnels du côté suisse, frais de personnel compris.
La Croatie, ainsi que vous le savez, a adhéré à l'Union européenne le 1er juillet 2013. Le processus d'adhésion de cet Etat s'est pour l'essentiel déroulé dans les mêmes conditions que celui des douze nouveaux Etats membres admis au sein de l'Union européenne en 2004 et 2007. Pour la période allant de 2014 à 2020, l'Union européenne a prévu d'octroyer un total de 8,6 milliards d'euros à la Croatie et notre contribution représente donc moins de 0,2 pour cent de ce total. L'extension à la Croatie des accords bilatéraux avec l'Union européenne facilitera l'accès au marché et permettra aux entreprises suisses de participer aux appels d'offres en Croatie. C'est dans ce contexte que le Conseil fédéral a manifesté, le 8 mars 2013, son intention de soutenir l'Union européenne dans ses efforts visant à atténuer les disparités économiques et sociales au sein de l'Union. Les Commissions de politique extérieure des Chambres fédérales consultées à ce sujet ont approuvé la contribution à la Croatie en avril 2013.
La contribution destinée à la Croatie vient compléter celle que la Suisse verse en faveur des pays de l'Union européenne et se fonde sur la même base légale. Comme c'est le cas de la contribution à l'élargissement existante, la contribution en faveur de la Croatie constitue un soutien autonome de la Suisse, qui n'est en principe pas concerné par l'approbation de l'initiative populaire "contre l'immigration de masse", le 9 février dernier. Les ressources mises à disposition serviront à financer des projets et des programmes dans quatre domaines: premièrement, la sécurité, la stabilité et l'appui aux réformes; deuxièmement, l'environnement et les infrastructures; troisièmement, la promotion du secteur privé; et quatrièment, le développement humain et social.
Est-il nécessaire de vous rappeler qu'il y a un peu moins de vingt ans, ces régions étaient en guerre? que la Suisse était directement concernée par cette guerre qui était menée à quelques kilomètres de nos frontières? que nous avons intérêt à avoir des relations apaisées avec la Croatie? et que 60 000 à 70 000 Croates vivent aujourd'hui en Suisse? Il y a donc des liens étroits entre notre pays et ce pays presque voisin et, partant, il est dans notre intérêt bien compris que nous contribuions très modestement à l'effort plus large de l'Union européenne. Participer à ce programme, c'est donner le signe important que nous n'entendons pas discriminer certains membres de l'Union européenne par rapport à d'autres. C'est précisément cette question-là qui posait problème dans nos rapports avec Bruxelles et avec Zagreb, suite au vote du 9 février dernier. En prenant aujourd'hui cette décision, nous donnons un signe positif. Dans le cas contraire, nous donnons un signe négatif.
Il y a donc un ordre de priorités dans les intérêts que la Suisse a à défendre: maintenir l'accès au marché européen, maintenir la libre circulation des marchandises, des capitaux et, par conséquent, trouver une solution dans le cadre de la libre circulation des personnes. Les intérêts de la Suisse nous commandent de normaliser nos relations avec la Croatie, non pas qu'elles soient mauvaises, mais apporter de temps à autre la preuve que nous considérons la Croatie au même titre que les autres Etats membres de l'Union européenne paraît une politique de bon aloi.
Pour terminer, je me permets de rappeler que les guerres européennes commencent généralement dans les Balkans.
La Commission de politique extérieure de notre conseil a approuvé, par 16 voix contre 4 et 2 abstentions, le crédit-cadre de 45 millions de francs. Je vous invite à en faire de même. Le Conseil des Etats a pour sa part adopté le projet.
Fiala Doris · Mit-F · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Es geht in der Vorlage, Sie haben es von Kollege Neirynck gehört, um den Kohäsionsbeitrag von 45 Millionen Schweizerfranken. Dieser Beitrag kommt zum bestehenden Erweiterungsbeitrag, der an die EU-12 geleistet wird, hinzu. Die Verpflichtungsperiode ist auf den 31. Mai 2017 befristet. Die Umsetzung erfolgt autonom durch die Schweiz. Die Schweiz will, dass der Beitrag auch zugunsten der Wirtschaft eingesetzt wird und so der Schweiz auch in Kroatien natürlich Türen öffnen soll. Heute leisten wir einen klaren Beitrag, insbesondere auch - das möchte ich an dieser Stelle betonen - nach dem nicht ganz einfachen Abstimmungsresultat vom 9. Februar 2014. Ich denke, es ist ein wichtiges Signal. Es geht hier um Sicherheit, um Stabilität und um die Unterstützung der Reformen. Es geht aber auch um die Umwelt und Infrastruktur und um die Förderung der Privatwirtschaft sowie um die menschliche und soziale Entwicklung. Der Bundesrat - auch daran möchte ich erinnern - hat es begrüsst, dass Kroatien als 28. Staat der EU beitreten wird.
Die APK-NR empfiehlt Ihnen mit 16 zu 5 Stimmen, diese Vorlage zu unterstützen.
Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass sich kritische Geister fragen, was unsere Unterstützung in den ehemaligen Ostblockländern, die heute der EU angehören, ganz genau bringen kann. Diese Einbindung wird zu mehr Rechtsstaatlichkeit und zur Demokratisierung der Länder führen und letztlich im gesamten Grossraum Europa zielführend für Sicherheit sorgen. Dank besserer Wirtschaft ist für besseres Wohlergehen gesorgt. Ganz sicher wird die Rechtsstaatlichkeit gefördert. Das hat in der APK-NR dazu geführt, dass wir die Unterstützungsleistungen von 45 Millionen Franken eindeutig gutgeheissen haben. Es gibt Länder wie Bulgarien oder Rumänien, die uns hie und da ein Stirnrunzeln ins Gesicht treiben. Ich würde betonen, dass ein Streichen dieser 45 Millionen Franken nicht zielführend sein wird, wenn wir den Grossraum innerhalb der EU insbesondere mit den ehemaligen Ostblockländern stabilisieren möchten.
Ich danke Ihnen deshalb sehr, wenn Sie der Mehrheit der APK-NR folgen und überzeugt sind, dass die Schweiz auch hier einen zielführenden Beitrag leistet.
Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich spreche sowohl zu meinem Minderheitsantrag als auch für die SVP-Fraktion.
Ich verrate Ihnen wohl kein Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, dass die SVP den Beitrag von 45 Millionen Franken an das EU-Neumitglied Kroatien ablehnt. Doch darum geht es bei diesem Sistierungsantrag nicht. Es geht darum, wie man die Karten spielt, die man in der Hand hält.
Selbstverständlich werden einige von Ihnen sagen, dass diese paar Dutzend Millionen gegenüber den Transferzahlungen, die die EU in Milliardenhöhe leistet, keine gigantische Summe seien. Sie haben es gehört: Es sind 2 Prozent davon. Sie haben ja sogar Recht: Das ist keine riesige Verhandlungsmasse. Dieser Beitrag zur Verringerung der sogenannten wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten EU kann in den Verhandlungen zur Umsetzung der Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" nicht als "Trumpf-Buur" gespielt werden. Trotzdem: Diese Zahlung ist in diesem Spiel eine durchaus wichtige Karte. Sie stellt ein wesentliches Puzzleteil dar. Sie muss ein Verhandlungselement sein, und zwar auch für die Leute, die für die Kohäsionszahlung sind; wir wissen alle, dass die Mehrheit des Parlamentes bereit ist, diese Zahlung zu leisten. Genau sie müssen klar sagen, dass die kleine Schweiz kein Zahlvater ist, der für die Mitglieder der Europäischen Union bedingungslos sein Portemonnaie öffnet.
Kommen wir noch einmal auf die Vorgaben der Masseneinwanderungs-Initiative zu sprechen. Diese Initiative gibt dem Bundesrat drei Jahre Zeit, die in ihr enthaltenen Forderungen umzusetzen. Das heisst, dass wir bis Anfang 2017 zu einer Lösung mit der EU kommen müssen. Manchmal entsteht der Eindruck, dass diese Verhandlungen eher stockend verlaufen. Man kann auch leicht feststellen, dass eine ganze Reihe von EU-Politikern immer noch versucht, mit den Muskeln zu spielen - zwar nicht mehr so stark wie am 9. Februar 2014, aber immer noch. Das machen diese Leute übrigens ganz gut. Vor allem scheinen die Politiker verschiedener EU-Länder untereinander ziemlich gut abgestimmt zu sein. Diese Einheit vermisse ich, wenn ich sehe, wie sich die Schweiz und Teile der Schweizer Politik in diesen matchentscheidenden Verhandlungen verhalten. Man kann zuweilen schon den Eindruck bekommen, dass der Volksentscheid vom 9. Februar 2014 und damit das Schweizervolk und die grosse Mehrheit der Kantone nicht ernst genommen werden. Sie haben Recht, Frau Fiala, der Entscheid war nicht ganz einfach, aber er war klar. Ich bin positiv und gehe davon aus, dass unsere Leute am Verhandlungstisch die Schweizer Interessen besser vertreten als viele Mitglieder der politischen oder sonstigen Eliten in diesem Land.
Mit meinem Minderheitsantrag verlange ich, dass der Kohäsionsbeitrag der Schweiz nicht vor dem Abschluss der Verhandlungen über die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative geleistet wird. Schauen wir die Sache aus verhandlungstechnischer Sicht an: Eine Sistierung ist taktisch klug und strategisch sinnvoll. Ich glaube wirklich nicht, dass mit einer vorläufigen Aussetzung dieser Zahlung ein falsches Signal ausgesendet würde, wie gesagt worden ist.
Am Anfang habe ich gesagt, dass die SVP gegen die Zahlung ist. Dann sprach ich auch jene Ratsmitglieder an, die für die Kohäsionszahlung einstehen; das ist ja die grosse Mehrheit in diesem Saal. Zum Schluss möchte ich genau diesen noch etwas sagen: Wenn Sie wollen, dass auch die Mehrheit des Schweizervolks hinter der Zahlung dieser 45 Millionen Franken stehen kann, ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass diese Karte nicht zu früh ausgespielt wird. Das hat nichts damit zu tun, ein "signe positif" oder ein "signe négatif" auszusenden, wie Sie, Herr Kommissionssprecher, gesagt haben. Es geht zwar durchaus um ein "signe" in den Verhandlungen, aber vielleicht eher um ein "signe intelligent".
Aufgrund dessen, was ich gesagt habe, empfehle ich Ihnen, meinem Minderheitsantrag zuzustimmen, und zwar unabhängig davon, ob Sie im Grundsatz für oder gegen die Zahlung sind.
John-Calame Francine · Mit-F · Nationalrat · Neuenburg · Grüne Fraktion
Le groupe des Verts vous invite à adopter le projet d'arrêté fédéral tel qu'il vous est soumis et à rejeter la proposition de la minorité Büchel Roland visant la suspension du traitement de l'objet jusqu'à l'aboutissement des négociations relatives à la mise en oeuvre de l'initiative populaire "contre l'immigration de masse".
Le Conseil fédéral propose d'ouvrir un crédit-cadre de 45 millions de francs pour une atténuation des disparités économiques et sociales en Croatie. Cet Etat a adhéré à l'Union européenne en juillet 2013 et en est ainsi devenu le 28e Etat membre. Cette contribution décidée de manière autonome et en toute indépendance par notre pays est un soutien très modeste au développement économique de la Croatie. Il est dans notre intérêt de participer au maintien d'une certaine stabilité sur notre continent. L'afflux de migrants que nous avons connu durant la guerre dans les Balkans dans les années 1990 devrait inciter notre Parlement à plus d'engagement et de soutien à l'Union européenne. Par l'intégration de nouveaux Etats, l'Union européenne a réussi à pacifier tout un territoire, favorisant ainsi un développement économique dont nous bénéficions aussi sans en assumer les coûts. Actuellement, le solde migratoire de la Croatie est positif. Par conséquent, nous n'avons pas à craindre un afflux de migrants en provenance de ce pays.
Après l'adhésion des dix nouveaux Etats membres en 2004, pour lesquels nous avons accepté une contribution de 1 milliard de francs, puis l'adhésion de la Bulgarie et de la Roumanie en 2007, avec une nouvelle contribution de 257 millions de francs, voici qu'est venu le tour de la Croatie de bénéficier de notre soutien, car il est exclu que nous discriminions ce nouveau membre de l'Union européenne. Le montant total de notre soutien aux pays de l'Est se montera donc à environ 1,3 milliard de francs.
Je tiens également à rappeler ici que la population a accepté tous ces montants en votation populaire. L'élargissement de l'Union européenne constitue une nouvelle base vers davantage de sécurité, de stabilité et de prospérité pour le continent européen, tout en ouvrant à la Suisse de nouvelles perspectives économiques. Certes, la Croatie a besoin de sérieuses réformes, notamment pour lutter contre la corruption et la pauvreté, mais notre pays aura à coeur de vérifier que les montants versés sont utilisés de manière efficiente et adéquate. C'est justement en montrant que la bonne gouvernance est possible que nous pouvons espérer des progrès dans ce domaine.
Par ailleurs, il ne faut pas négliger le fait que les projets que notre pays mettra en oeuvre en Croatie nous permettront de nouer de solides contacts et qu'ils seront l'occasion de fortifier notre réseau.
A l'heure où de nombreuses négociations visant à régler la question institutionnelle ou la mise en oeuvre de l'initiative du 9 février 2014 sont en cours, tous les contacts privilégiés que nous serons parvenus à nouer seront précieux pour faire avancer nos dossiers. Il n'est pas utile, dans cette période difficile de nos relations avec l'Union européenne, de fâcher un pays plutôt enclin à nous accorder son soutien.
En conclusion, le groupe des Verts se réjouit que la Suisse assume une part financière de la réduction des disparités économiques et sociales dans l'Union européenne élargie et qu'elle intensifie sa coopération avec les pays de l'Europe de l'Est. Cette philosophie s'inscrit parfaitement dans la politique constamment menée par notre pays pour marquer sa solidarité à l'extension de l'Union européenne.
Je vous invite à entrer en matière, à approuver ce projet ainsi qu'à rejeter la proposition de la minorité Büchel Roland.
Moser Tiana Angelina · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion
Seit knapp eineinhalb Jahren wehen 28 Fahnen vor dem EU-Parlament in Brüssel. Kroatien wurde am 1. Juli 2013 Mitglied der Europäischen Union. Wir Grünliberalen anerkennen - wie auch der Bundesrat - den Beitritt von Kroatien als wichtigen weiteren Schritt für mehr Sicherheit, Stabilität und Wohlstand auf dem europäischen Kontinent. Das ist alles keine Selbstverständlichkeit. Wir sehen uns heute leider wieder mit wirtschaftlicher Instabilität und Sicherheitsproblemen konfrontiert. Es ist deshalb in unserem direkten Interesse, einen Beitrag zur Stabilität auf dem europäischen Kontinent zu leisten. Mit dem Kohäsionsbeitrag der Schweiz für Kroatien machen wir das. Wir Grünliberalen begrüssen deshalb den Beitrag von 45 Millionen Franken. Wir unterstützen diesen Beitrag der Schweiz für eine europäische Kohäsion grundsätzlich und unabhängig von der Masseneinwanderungs-Initiative.
Der Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union ist natürlich auch für die Schweizer Europapolitik von Bedeutung. Nach der Annahme von Artikel 121a der Bundesverfassung am 9. Februar 2014 entschied der Bundesrat, dass eine Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien vorläufig nicht möglich ist. Die fehlende Ausdehnung der Personenfreizügigkeit hat zu einer misslichen Lage für die Schweizer Forschung geführt. Diese konnte nun zwar durch ein Übergangsabkommen vorläufig etwas entschärft werden, definitiv gelöst ist das Problem aber leider noch nicht. Nur eine vollständige Teilnahme an Horizon 2020 würde für unseren Forschungsstandort eine Lösung mit Zukunft sein. Alles andere ist eine Sackgasse. Die EU hat mit ihrem Entscheid umgesetzt, was bereits vor dem 9. Februar klar war. Die Diskriminierung eines einzigen EU-Landes ist für sie inakzeptabel. Den Fünfer und das Weggli gibt es nicht. Die vom Bundesrat ausgehandelte Übergangslösung mit der EU hat vorläufig, aber nur vorläufig die Situation etwas entspannt. Es ist auch deshalb wichtig, abgesehen von unserem grundsätzlichen Interesse an einer Stabilität im europäischen Umfeld, dass wir parallel zu den laufenden, schwierigen Verhandlungen diesem Rahmenkredit für den Erweiterungsbeitrag für Kroatien zustimmen.
Für uns Grünliberale ist es klar, dass wir alle EU-Länder gleich behandeln wollen und es nicht angehen kann, dass wir ein Land diskriminieren. Mit der Zustimmung behandelt die Schweiz alle osteuropäischen Staaten, die nach 2004 der Europäischen Union beigetreten sind, gleich. Wir begrüssen auch die Themenschwerpunkte der Projekte und Programme, namentlich in den Bereichen Sicherheit und Stabilität, Umwelt und Infrastruktur, der Förderung der Privatwirtschaft, der menschlichen und sozialen Entwicklung. Gerade in den Bereichen der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz ist der Aufholbedarf in den osteuropäischen Staaten gross.
Der Erweiterungsbeitrag wird insgesamt einen positiven Effekt auf die Schweizer Volkswirtschaft haben. Die Präsenz und Sichtbarkeit der Schweiz ermöglicht es auch, engere Wirtschaftsbeziehungen zu etablieren. Für uns Grünliberale ist es absolut unverständlich und stossend, dass ausgerechnet die Initianten der Masseneinwanderungs-Initiative diesen Beitrag nun sistieren wollen. Gerade sie sollten daran interessiert sein, dass sich die Lage mit der Europäischen Union nicht weiter verhärtet, sondern bald eine Lösung gefunden werden kann. Wir werden den Sistierungsantrag entsprechend entschlossen ablehnen.
Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Geschätzte Kollegin Moser, Sie haben erwähnt, wie positiv die Kohäsionsbeiträge für die Schweizer Wirtschaft seien. Können Sie sagen, wie viel von der guten Milliarde Franken, die schon bezahlt wurde, wirklich direkt und konkret der Schweizer Wirtschaft, den Schweizer Unternehmen zugutekam?
Moser Tiana Angelina · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion
Besten Dank für diese Frage, Kollege Büchel. Ich glaube, es ist klar, dass die engeren Beziehungen, die Sichtbarkeit und die Verknüpfungen für die Schweizer Wirtschaft von Vorteil sein werden; wir haben das bei anderen Beiträgen gesehen. Die konkrete Summe kann ich Ihnen nicht nennen.
Naef Martin · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Ich kann mich den Vorrednerinnen grundsätzlich anschliessen. Ich möchte einfach noch zu Herrn Büchel sagen: Es geht hier nicht um Muskelspiele, weder vonseiten Europas noch von unserer Seite. Es geht hier um die Kontinuität der Politik der Osthilfe, basierend auf einem Volksentscheid von 2006; es geht hier darum, Kroatien gleich zu behandeln wie die neu der EU beigetretenen osteuropäischen Staaten. Es geht um nichts anderes. Schon gar nicht geht es hier um den ganz grossen Showdown zur Personenfreizügigkeit. Das heisst, man kann hier keine Muskelspiele machen, man kann hier höchstens ein positives Signal abgeben. Alles andere wäre irgendwie ein Affront und würde als diskriminierend empfunden. Es geht also um die Kontinuität der Politik gegenüber den osteuropäischen Ländern, was unsere Beziehungen zu diesen Ländern diplomatisch, vor allem aber auch wirtschaftlich stärkt. Darum ist die Kontinuität im Interesse unseres Landes.
Es geht hier auch um Gleichbehandlung. Wir haben schon einmal erfahren, wie es für osteuropäische Länder ist, wie sie es empfinden, wenn sie diskriminiert werden, als wir die Ventilklausel zur grossen "Begeisterung" von Polen angerufen haben. Gebracht hat uns das innenpolitisch gar nichts, auch nicht in Bezug auf die Reduktion der Zuwanderung. Aber es geht hier um Staaten, die einige Efforts erbracht haben. Im Falle von Kroatien geht es um ein Land, das auch einen Krieg erlebt hat. Die Wirtschaft musste vollständig neu aufgebaut und das politische System neu erfunden werden. Wir würden hier Verletzungen verursachen, die nicht nötig sind.
Es ist ein wichtiges Signal. Denn es braucht nicht einfach Brüssel, sondern es braucht 28 Staaten in der Europäischen Union, um Lösungen zu finden, die wir in dieser nicht ganz einfachen Situation gemeinsam suchen. Es geht auch nicht um Geschenke, die wir mit diesen 45 Millionen Franken machen. Es geht um nachhaltige und konkrete Projekte, die eben auch unseren Unternehmen zugutekommen.
Also: Sicherheit, Stabilität, die Unterstützung von Reformen, die Fortsetzung einer glaubwürdigen Politik, basierend auf dem Volksentscheid zur Osthilfe von 2006. Ich bitte Sie also um Eintreten und um Zustimmung zu dieser Vorlage.
Fehr Hans · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Kollege Naef, Sie erzählen, wie fast alle vor Ihnen auch, brav das Sprüchlein vom "positiven Signal", von "Sicherheit, Stabilität, Kontinuität" usw. Sind Sie nicht auch der Meinung, dass diese Kohäsionszahlung eine Perversion des ursprünglichen Gedankens der Osthilfe an die Ärmsten der Armen ist? Heute ist Kroatien doch Mitglied der Europäischen Union, die ja offenbar floriert, in der Sicherheit geschaffen wird. Ist das nicht eine Perversion der ehemaligen Osthilfe?
Naef Martin · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion
Es geht hier nicht um Almosenverteilung, es geht um die Kohäsion - der Name sagt es ja -, es geht um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten. Sie wissen genauso wie ich, dass die Disparitäten beispielsweise zwischen Bulgarien, Rumänien oder eben auch noch Kroatien und den ursprünglichen EU-Staaten und der Schweiz nach wie vor gross sind. Es geht um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten im Interesse des gesamten europäischen Wirtschaftsraums und damit auch im Interesse der Schweiz. Das ist nicht eine Almosenverteilung, und es ist nicht eine Nothilfe für die Armen. Es ist etwas anderes.
Sommaruga Carlo · Mit-M · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Comme vient de le faire Monsieur Naef en allemand, je vous invite à suivre la majorité de la commission et à rejeter la proposition de la minorité Büchel Roland, au nom du groupe socialiste et au nom de l'ensemble des citoyens qui se sont exprimés le 9 février dernier.
En effet, cette contribution à la réduction des disparités économiques et sociales dans l'Union européenne permet d'atteindre différents objectifs. Tout d'abord, elle permet d'améliorer les conditions sociales et institutionnelles dans les pays où nous intervenons grâce à cette contribution. En d'autres termes, il y a un impact aussi sur la question migratoire, qui constitue la préoccupation d'une partie de celles et ceux qui se sont exprimés dans les urnes le 9 février dernier. En même temps, accepter cette contribution, c'est aussi ne pas ajouter de nouvel obstacle aux discussions que nous menons avec l'Union européenne. Autrement dit, cela répond aux attentes de celles et ceux qui s'étaient opposés à l'initiative populaire "contre l'immigration de masse"; tout le monde y trouve son compte. Proposer aujourd'hui la suspension de la négociation, c'est chercher la confrontation pour la confrontation avec l'Union européenne, sans avoir de vision réaliste, pragmatique, qui permette de combattre de manière effective les causes d'une forte migration et de favoriser les bons contacts avec l'Union européenne.
Je rappelle que cette contribution se fait aussi parce que nous tirons beaucoup d'avantages du marché unique européen. Il y a un échange quotidien d'environ 1 milliard de francs; 45 millions de francs au titre de la solidarité vis-à-vis de l'Union européenne, c'est finalement une petite contribution qui est justifiée. Il faudrait même se poser la question de savoir si nous ne devrions pas, à terme, participer au plan d'investissement annoncé par la Commission européenne pour relancer l'économie européenne, de laquelle nous tirons beaucoup d'avantages.
Je vous invite donc, pour toutes ces raisons, à suivre la majorité de la commission et à rejeter la proposition de la minorité.
Schneider-Schneiter Elisabeth · Mit-F · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion CVP-EVP
Im November 2006 hat die Schweiz das Bundesgesetz über die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas gutgeheissen und damit die sogenannte Kohäsionsmilliarde im Rahmen der ersten Osterweiterungsrunde bewilligt. Im Anschluss daran hat sich die Schweiz für einen weiteren Beitrag an die neuen EU-Mitglieder Rumänien und Bulgarien von 257 Millionen Franken verpflichtet. Nun stehen in dieser Runde weitere 45 Millionen Franken zur Diskussion, welche aufgrund des EU-Beitritts von Kroatien geleistet werden sollen.
Das Engagement der Schweiz zugunsten Kroatiens ist die logische Fortsetzung der Unterstützung der Oststaaten. Sie dürfte mit dazu beitragen, die jetzt schon engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen der Schweiz zu diesem neuen EU-Mitgliedstaat in Bereichen wie Sicherheit, Umwelt, Gesundheit und Entwicklung des Privatsektors zu festigen.
Allgemein ist der Erweiterungsbeitrag Ausdruck der Solidarität der Schweiz mit diesem Land. Zudem dürfte der Beitrag neue Marktchancen für die Schweizer Exportindustrie eröffnen, indem die Sichtbarkeit der Schweiz erhöht wird. Die Schweiz kann als Nichtmitglied der EU von einer Teilnahme am Binnenmarkt, zu welchem nun neu auch Kroatien gehört, nur profitieren. Die Schweiz wird das Geld nicht einfach in einen EU-Topf zahlen, sondern mit Kroatien autonom bilaterale Projekte vereinbaren. Eine Teilnahme an diesem erweiterten Binnenmarkt ist für die Schweiz und ihre Wirtschaft ein Muss. Deshalb stimmt auch die Schweizer Wirtschaft dieser Vorlage zu. Schliesslich profitieren Schweizer Unternehmen ganz direkt von dieser Entwicklung. Der Kohäsionsbeitrag ist bei Weitem kein Akt der Selbstlosigkeit.
Gestatten Sie mir noch eine Anmerkung zu den konkreten Projekten: Leider werden bis jetzt aus den Kohäsionsgeldern noch wenig Beiträge in Lehrwerkstätten, Berufsschulen und für Berufslehren in Meisterbetrieben eingesetzt. Praktische und theoretische Berufsbildung ist aber ein gesuchter Exportartikel der Schweiz. Auch für solche Projekte würden Investitionsgüter aus der Schweiz bezogen. Investitionen in die Berufsbildung sind in Osteuropa dringend notwendig, nicht nur in Kroatien. Bei allen Projekten braucht es eine sorgfältige Evaluation, ein effizientes Controlling, damit den Befürchtungen, dass unser Schweizer Geld in korrupten Händen landet und irgendwo versickert, entgegengewirkt werden kann.
Ich bitte Sie im Namen der CVP/EVP-Fraktion, den Minderheitsantrag abzulehnen und der Vorlage zuzustimmen. Eine Zustimmung ist in der Tat ein wichtiges Signal an die EU für die Verhandlungen über die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative. Das sollte eigentlich im Interesse von uns allen sein - insbesondere im Interesse der SVP.
Müller Walter · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion
Es ist eigentlich schön, dass wir nebst Budget und Regulierungs-Tsunami in der Energiepolitik, dem vermutlich bald ein Kosten-Tsunami folgen wird, auch noch etwas für unsere Aussenbeziehungen tun dürfen.
Bei der vorliegenden Botschaft geht es einmal mehr um einen Beitrag der Schweiz zugunsten eines neuen EU-Landes auf der Basis des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas, dessen Laufzeit am 31. Mai 2017 endet. Konkret sieht die Botschaft einen Erweiterungsbeitrag von 45 Millionen Franken zugunsten Kroatiens vor, das der EU am 1. Juli 2013 beigetreten ist. Bei diesem Beitrag geht es nicht zuletzt darum, die durchaus bedeutenden Reformschritte Kroatiens in den vergangenen Jahren anzuerkennen und dem Land auch zu wirtschaftlichem Erfolg zu verhelfen.
Der Schweizer Beitrag an Kroatien erfolgt zusätzlich zum bestehenden Erweiterungsbeitrag, der an die EU-12 geleistet wird. Die Verpflichtungsperiode ist auf den 31. Mai 2017 befristet, entsprechend der Laufzeit des massgebenden Bundesgesetzes.
Die Umsetzung der Beitragszahlung zugunsten Kroatiens erfolgt autonom durch die Schweiz. Das war und ist eine Forderung, welche die FDP-Liberale Fraktion bei der Osterweiterung der EU von Beginn weg gestellt hat. Die Forderung hat auch für die Zahlung an Kroatien Gültigkeit. Die wichtigsten Vorgaben und Grundsätze wurden vom Bundesrat am 30. April 2014 in einem Nachtrag zum Memorandum of Understanding vom 27. Februar 2006 zwischen dem Bundesrat und dem Präsidenten des EU-Rates geregelt.
Die FDP-Liberale Fraktion begrüsst es, wenn die Schweiz diesen Beitrag in eigener Verantwortung, aber in enger Zusammenarbeit mit Kroatien zugunsten von Sicherheit, Wirtschaft und Umwelt einsetzt. Nicht unbedeutend scheint es uns auch zu sein, dass in diesem Zusammenhang der Schweizer Wirtschaft die Türe zu Projekten mit Mitteln der EU geöffnet wird. Im Zeichen der Gemeinschaftssolidarität stehen im Zeitraum von 2014 bis 2020 insgesamt 8,6 Milliarden Euro zur Verfügung.
Wir fordern, dass der konkreten Mittelverwendung eine hohe Priorität eingeräumt werde. Insbesondere verlangen wir bei der Umsetzung der Projekte nicht nur eine einvernehmliche Lösung mit den Behörden, sondern auch eine von der Bevölkerung akzeptierte Umsetzung. Diesbezüglich gab es in Polen Ungereimtheiten.
Abschliessend noch eine Bemerkung zur Implikation der Abstimmung vom 9. Februar 2014 bezüglich der vorliegenden Botschaft: Mit dem neuen Artikel 121a in der Bundesverfassung kann der Vertrag zur Personenfreizügigkeit nicht auf Kroatien ausgedehnt werden. In der Folge konnte der Bundesrat in Verhandlungen mit der EU eine Übergangslösung aushandeln und die Situation deblockieren. Mit dem vorliegenden Rahmenkredit wird auch die Gleichbehandlung von Kroatien gegenüber den anderen Staaten der EU-Osterweiterung sichergestellt. Kroatien ist seit dem 1. Juli 2013 Teil des gemeinsamen Marktes - und die Schweiz nimmt auch daran teil. Für die FDP-Liberale Fraktion ist es wichtig, dass wir trotz der klaren Forderung nach Anpassung der Personenfreizügigkeit bei den Bilateralen Kontinuität signalisieren. Mit der kürzlich erfolgten Unterzeichnung des neu ausgehandelten Forschungsabkommens konnte diesbezüglich ein wichtiges Ergebnis erzielt werden.
Nun noch zum Sistierungsantrag: Es ist durchaus eine berechtigte Frage, was man wann in die Verhandlungsmasse einbringt. Man kann beim Erweiterungsbeitrag für Kroatien direkt und konfrontativ vorgehen, oder man macht es indirekt und schafft so überhaupt die Voraussetzungen für Verhandlungen. Unser Ziel ist es, die bilateralen Verträge trotz Einschränkungen bei der Personenfreizügigkeit langfristig zu sichern, ohne dafür einen politischen Preis zu bezahlen, der unsere Souveränität infrage stellt. Dafür setzen wir Freisinnigen uns ein, dafür kämpfen wir Schritt für Schritt, bis zum Ziel. Einen dieser Schritte machen wir heute.
Im Namen der FDP-Liberalen Fraktion bitte ich Sie um Zustimmung zum Antrag der Mehrheit und um Ablehnung des Sistierungsantrages der Minderheit.
Fehr Hans · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Müller, warum halten Sie hier diese Sonntagspredigt? Sie wissen doch genau - ich muss es nochmals sagen -: Damit wird die ehemalige Osthilfe pervertiert. Die Osthilfe war, und das kann ich nachvollziehen, für die Ärmsten der Armen bestimmt, vor allem im Ostblock, in der ehemaligen Sowjetunion. Die haben ja jetzt, auch Kroatien, die Glückseligkeit in der Rechts- und Wertegemeinschaft der Europäischen Union gefunden. Weshalb zahlen Sie da noch 45 Millionen Franken?
Müller Walter · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion
Lieber Kollege Fehr, erstens ist heute nicht Sonntag, sondern meines Wissens Donnerstag. Es wäre also eine Donnerstagspredigt, und donnerstags arbeitet man. Genau in diese Richtung geht eigentlich dieser Beitrag. Wir wollen eben, dass die Entwicklung in Kroatien positiv unterstützt wird und die Wirtschaft dort floriert. Letztendlich interessiert das auch uns und ist auch im Interesse unserer Wirtschaft. Die EU ist unser grösster Absatzmarkt. Wenn Sie das noch nicht wissen, dann sage ich es Ihnen heute. Gegen 60 Prozent der Exporte gehen in die Europäische Union. Vielleicht wollen Sie das ignorieren, vielleicht haben Sie andere Märkte - ich weiss es nicht, Sie können sich die Antwort selber geben.
Rossini Stéphane · P-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Rossini Stéphane, président): Le groupe PBD soutient le projet.
J'ai le plaisir de saluer Monsieur le président de la Confédération, Didier Burkhalter, qui nous accompagnera pour le traitement des objets suivants.
Monsieur le président, notre conseil a été ce matin d'une redoutable efficacité, et je me suis permis de réaménager le programme. Je vous remercie de votre compréhension.
Burkhalter Didier · BPR-M · Bundesrat · Neuenburg
Merci beaucoup de votre compréhension, Monsieur le président. J'avais imaginé que vous alliez me frotter les oreilles parce que j'avais du retard. En fait, j'ai vraiment sous-estimé la rapidité de votre conseil ce matin. C'est la première fois que cela m'arrive en plusieurs années au Conseil fédéral. Cela ne m'arrivera plus!
Notre pays, la Suisse, soutient ce mouvement pour la réduction des disparités en faveur des nouveaux pays membres de l'Union européenne. Mais au fond, c'est plus que d'une réduction des disparités dont il s'agit; il en va vraiment de l'augmentation de la solidité du continent. C'est cela qui est en jeu, évidemment pas seulement avec ce crédit. Le but premier, c'est la solidité du continent en termes de prospérité et de sécurité, et cela est évidemment non seulement dans notre intérêt, mais aussi de notre responsabilité.
Concrètement, la Suisse s'engage dans cette voie conformément aux décisions du Parlement, et du peuple d'ailleurs, pour les Etats qui ont adhéré à l'Union depuis 2004, avec une contribution qui se monte à ce jour à 1,257 milliard de francs. Le projet relatif à la Croatie, dont il est question ici, participe du même élan. C'est ce qu'il faut bien comprendre: ce n'est pas quelque chose de nouveau. La décision politique qui est à prendre aujourd'hui dans votre conseil, c'est de savoir s'il faut traiter un nouvel Etat membre de la même manière que l'ont été, à l'époque, les autres nouveaux Etats membres. Donc poser la question, c'est y répondre: bien sûr qu'il le faut! Il ne faut pas faire de discrimination.
Cette non-discrimination est fondamentale, aussi pour défendre les intérêts de notre pays. Evidemment, si l'on discrimine objectivement l'un des pays de l'Union européenne, on aura automatiquement des conséquences au niveau de nos négociations actuelles et futures avec l'Union. Il faut le soutien, et à un moment donné l'accord, de tous les pays membres - les 28 - si l'on veut obtenir un accord pour la Suisse, qui est un pays tiers.
Je rappellerai simplement ici que la contribution suisse est autonome, ce qui est important pour le Conseil fédéral. La contribution permet ainsi de créer des partenariats, une coopération concrète avec toute une série de pays. On parle beaucoup de l'Est, mais aussi des pays baltes, tous ces pays qui se sentent d'ailleurs actuellement un peu en insécurité par rapport à l'évolution du continent. Il est donc d'autant plus important d'avoir des partenariats, des contacts, des éléments concrets, parfois des projets relativement limités, mais qui ont un impact, une efficacité en termes de concrétisation de la relation suisse avec chacun de ces pays. Et c'est un point important.
Je rappellerai aussi que c'est une prime à la réduction d'un risque d'instabilité, risque très concret. On parle souvent des tensions et de la guerre dans les Balkans d'il y a vingt ans avec, automatiquement, des conséquences qui nous touchent, comme celles liées à la migration. A l'heure actuelle, on le voit aussi avec ce qui s'est passé durant toute l'année en Ukraine. La fragilité de cette région, par effet de conséquence, se ressent aussi sur l'ensemble de notre continent. Il ne s'agit donc pas d'une nouvelle politique, mais bien d'une nouvelle étape, formelle bien sûr, mais normale, dans un mouvement qui existe, dans la première phase de la contribution suisse à cette réduction des disparités.
Dans ce cadre, il faut évidemment se poser la question de savoir s'il y a eu des changements après le 9 février de cette année. Le 9 février change-t-il la perspective de cette discussion et de ce débat? La réponse est clairement non. Cela rend encore plus importante la décision claire en la matière. Avant le 9 février, le Conseil fédéral voulait traiter en parallèle cette contribution et le protocole d'extension de la libre circulation des personnes à la Croatie. Après le 9 février, le Conseil fédéral a décidé de traiter cette contribution, mais de ne plus signer le protocole d'extension qui est contraire en tout cas à l'esprit de l'article 121 de la Constitution. En même temps, il faut trouver une solution non discriminatoire avec la Croatie. Cette solution a été trouvée à la fin du mois d'avril dernier et forme un petit paquet de propositions qui a permis de relancer les discussions, les négociations avec l'Union européenne dans différents domaines et qui a aussi permis de trouver cet accord qui n'est certes que partiel et temporaire, mais important pour ce qui concerne Horizon 2020 et donc la recherche.
Ce n'est pas la panacée, mais sans ce petit accord du 30 avril, il n'y aurait pas eu de déblocage, ni dans un dossier ni dans l'autre, en particulier dans le dossier de la recherche. Je tiens à être clair: le Conseil fédéral n'est pas satisfait d'avoir un accord temporaire et partiel, mais, dans cette période de transition, c'était tout ce qu'il pouvait obtenir avant d'aboutir à une solution commune à l'ensemble de la problématique.
La contribution pour la Croatie fait partie de la solution d'ensemble du petit paquet. Si on devait la refuser, alors on remettrait en cause toute la volonté de démontrer qu'il n'y a pas de discrimination potentielle ou réelle vis-à-vis du nouvel Etat membre de l'Union européenne. Cela a été la clé du déblocage.
Je rappelle que les priorités fixées pour la Croatie sont la sécurité, l'environnement, la promotion du secteur privé et le développement humain et social. Les détails seront fixés dans un accord-cadre bilatéral avec la Croatie, ce qui correspond à la volonté de travailler de manière autonome dans ce genre de dossiers, qui sera fait après l'adoption du crédit-cadre. La base légale est connue, c'est la loi fédérale sur la coopération avec l'Europe de l'Est; elle est valable jusqu'à fin mai 2017. Cela signifie que les projets doivent être engagés d'ici là; les versements, en revanche, peuvent se faire dans un délai de dix ans à partir de l'approbation de l'arrêté fédéral.
Il s'agit donc simplement d'une étape dans un processus, celui de la contribution de la Suisse à la réduction des disparités dans l'Union européenne. C'est une politique que nous avons déployée au cours des dix années passées. Il n'y a aucun lien en revanche avec la discussion sur une éventuelle deuxième contribution, une éventuelle deuxième phase. Le Conseil fédéral prendra la décision d'une nouvelle contribution globale à la lumière de l'analyse et du développement de nos relations globales avec l'Union européenne. La décision de ce jour consiste donc uniquement à procéder normalement avec la Croatie, comme on l'a fait avec les autres nouveaux Etats membres de l'Union européenne depuis 2004, ceci dans le cadre de l'actuelle contribution à la cohésion.
Nous vous invitons donc à approuver l'arrêté fédéral, comme l'a fait le Conseil des Etats et comme le propose votre commission.
Schwander Pirmin · Mit-M · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Bundespräsident, im Rahmen der Volksabstimmung zur Ostmilliarde hat der Bundesrat folgendes Versprechen abgegeben: "Die Zahlungen werden innerhalb des Budgets kompensiert ... Die erforderlichen Budgetkürzungen werden bei der Auslandhilfe vorgenommen." Wieso bricht der Bundesrat dieses Versprechen? Wieso hat er in der Zwischenzeit die traditionelle Osthilfe um 80 Millionen Franken aufgestockt statt gekürzt?
Burkhalter Didier · BPR-M · Bundesrat · Neuenburg
On peut vraisemblablement imaginer que cette décision est liée à vos décisions de faire passer l'aide au développement dans son ensemble à un certain niveau, soit à 0,5 pour cent du revenu national brut. J'imagine que l'ensemble de l'opération correspond maintenant à la volonté exprimée alors par la majorité du Parlement.
Fiala Doris · Mit-F · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Sehr geehrte Kommissionskollegen von der SVP-Fraktion, ich habe mich wirklich bemüht, kurz und bündig und ohne Emotionen für die Kommission zu sprechen, aber das Votum von Kollege Büchel hat mich nun doch auch ein bisschen auf den Plan gerufen. Ich denke, es sei mir nun doch erlaubt, für die Kommissionsmehrheit zu ergänzen, dass es unserem Bundespräsidenten gelungen ist, dank geschickten Verhandlungen rund um den Beitrag zugunsten von Kroatien, zu deeskalieren, gewisse Gefahren zu bannen und gerade im Erasmus- und im Forschungsbereich Nachteile zu beseitigen. Er konnte damit vorerst die Situation der Schweiz in Bezug auf die bilateralen Verträge immerhin positiv beeinflussen.
Wenn wir hie und da davon sprechen, dass wir unsere Muskeln spielen lassen möchten, mag es schmerzlich sein, erkennen zu müssen, dass wir von Muskeln sprechen, die wir, mit Verlaub, sehr oft überhaupt nicht haben. Der Bundesrat dürfte Ihnen jedoch bestätigen - das mag Sie positiver stimmen -, dass unsere Handelsbilanz mit den ehemaligen Ostblockländern Rumänien, Bulgarien und jetzt auch Kroatien positiv ist, und das ist letztlich zielführend für unser Land. Das heisst, wir profitieren also von grösserer Stabilität und von einer verbesserten Wirtschaftslage in diesen Ländern.
In diesem grösseren Zusammenhang möchte ich denn auch unsere Zahlung verstanden wissen. Die Schweizer Pharmaindustrie ist nur ein Beispiel für eine Industrie, die profitiert. Ich teile daher die Meinung unserer Kollegin von der CVP-Fraktion, Frau Schneider-Schneiter, dass wir es eben nicht einfach nur mit einem Akt der Selbstlosigkeit zu tun haben, sondern in einer Gesamtanalyse klug und umsichtig handeln, auch im Sinne eines besseren Schweizer Marktzutritts. In diesem Zusammenhang scheint mir auch die Verlässlichkeit unserer Schweiz, unseres Landes, gegenüber dem Ausland ein wichtiges Zeichen zu sein.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen der SVP-Fraktion, überlassen Sie es doch unserem Bundesrat, den richtigen Moment zu finden, um die 45 Millionen Franken in die Verhandlungen einzubringen. Ich danke Ihnen für dieses Vertrauen.
Büchel Roland Rino · Mit-M · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Geschätzte Kollegin Fiala, ich habe schon von Muskeln gesprochen, nämlich vom Muskelspiel der Gegenseite. Ich habe gesagt, dass wir die Karten richtig spielen sollten. Da wir bei den Muskeln sind, eine Frage bezüglich der Schweiz-Bashing-Politiker, die es in der EU ja gibt - das sehen Sie sicher auch so -: Glauben Sie wirklich, dass die Bevölkerung die Muskelspiele, die diese zum Teil spielen, unterstützt und diesen Leuten quasi die Kraft dazu gibt? Oder ist das nicht vielmehr ein wenig eine Show von Politikern, auf die wir nicht hereinfallen sollten?
Fiala Doris · Mit-F · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Kollege Büchel, bei allen Verhandlungen sind unsere Nachbarn und die EU-Länder ja nicht unsere "Gspänli" oder einfach nur Freunde, sondern alle Länder, auch die EU-Mitgliedstaaten und auch die Schweiz, verteidigen ihre Interessen bestmöglich. Es ist einfach so, dass wir es mit 28 Ländern zu tun haben, die wir überzeugen müssen. Ich denke, dass wir hie und da glauben, wir seien etwas muskulöser, als wir es tatsächlich sind.
Aebi Andreas · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Kollegin Fiala, ich kann Ihre Argumente zu 95 Prozent nachvollziehen. Ich war nie prinzipiell gegen diese Beitragszahlungen. Die Frage an Sie: Ist jetzt der richtige Moment dafür? Ist es nicht ein übertriebener Gehorsam, den wir da an den Tag legen und den das Volk nicht versteht, wenn wir jetzt, genau jetzt, diese 45 Millionen Franken bezahlen?
Fiala Doris · Mit-F · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
Ich danke Ihnen für Ihre Frage. Ich glaube einfach, dass wir es in der Diplomatie und bei Verhandlungen mit einem Element zu tun haben, bei dem wir als Nationalräte oder Ständeräte nur beschränkt Einsicht in die Fakten haben, weil diese Verhandlungen ja nicht alle öffentlich erfolgen, sondern auch hinter verschlossenen Türen. Wie ich vorhin ausgeführt habe, möchte ich Sie alle im Sinne des Vertrauens in unseren Bundesrat bitten, den Zeitpunkt dem Bundesrat zu überlassen, wann er glaubt, dass es richtig ist, diese 45 Millionen Franken einzubringen. Ich glaube, wir hier in diesem Ratssaal haben diese Kenntnis weniger.
Neirynck Jacques · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion CVP-EVP
Je ne désire pas entrer ici dans une polémique, mais rappeler un détail de poids, qui est simplement une question de chiffres. Je rappelle que quinze jours après la votation du 9 février dernier, l'Europe a suspendu la participation de la Suisse aux programmes Erasmus et Horizon 2020. Le programme d'échange d'étudiants Erasmus nous coûtait à peu près autant que ce qu'il nous rapportait. Du point de vue budgétaire, c'était donc une opération blanche, et elle continue à l'être.
Comme l'a dit le président de la Confédération, le programme Horizon 2020 a été mis sur la table des négociations du petit paquet conclu le 30 avril dernier. Horizon 2020, qu'est-ce que c'est? C'est notre participation aux programmes de recherche européens. Quel était l'enjeu budgétaire? C'est une opération qui est profitable pour nous: le versement de l'Union européenne s'élève à 450 millions de francs de plus que celle de la Suisse à l'UE. C'est évidemment dû à la qualité de notre recherche. Nous ne pouvons pas perdre 450 millions de francs dans le budget de la recherche. Ce n'est pas possible. Cela signifierait licencier des milliers de chercheurs au niveau de la Confédération ou prélever 450 millions de francs d'impôts supplémentaires, mais je doute que quelqu'un soit d'accord.
Dès lors, comme l'a dit le président de la Confédération, l'attitude positive à l'égard de la Croatie dont nous avons fait preuve lors de la négociation du 30 avril dernier - dont il est question ce matin dans nos débats - nous a permis de sauver, en partie et provisoirement, le programme Horizon 2020. Nous ne perdons donc pas tout. Mais le rapport est simple: c'est 450 millions de francs d'un côté contre 45 millions de francs de l'autre. Je ne dis pas que nous allons gagner 450 millions de francs en investissant 45 millions de francs, mais nous allons au moins éviter de les perdre.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für den Ordnungsantrag der Minderheit ... 54 Stimmen
Dagegen ... 128 Stimmen
(5 Enthaltungen)
Rossini Stéphane · P-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen
L'entrée en matière est décidée sans opposition
Bundesbeschluss über den Beitrag der Schweiz zugunsten von Kroatien zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten Europäischen Union
Arrêté fédéral concernant la contribution de la Suisse en faveur de la Croatie au titre de la réduction des disparités économiques et sociales dans l'Union européenne élargie
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1-3
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1-3
Proposition de la commission
Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté
Abstimmung
Art. 1
Ausgabenbremse - Frein aux dépenses
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Ausgabe ... 134 Stimmen
Dagegen ... 56 Stimmen
(1 Enthaltung)
Das qualifizierte Mehr ist erreicht
La majorité qualifiée est acquise
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes ... 132 Stimmen
Dagegen ... 53 Stimmen
(6 Enthaltungen)