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Bundesgesetz über die Krankenversicherung. Teilrevision. Gesamtstrategie, Risikoausgleich, Pflegetarife

7786 · Amtliches Bulletin

Dated Oct 8, 2004

https://lexipedia.io/en/docs/ch/ab-bo-bu/7786/de/bundesgesetz-uber-die-krankenversicherung-teilrevision-gesamtstrategie-risikoausgleich-pflegetarife

Retrieved on Sep 4, 2026

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Parliamentary business: Bundesgesetz über die Krankenversicherung. Teilrevision. Gesamtstrategie, Risikoausgleich, Pflegetarife (04.031)

04.031

Bundesgesetz über die Krankenversicherung. Teilrevision. Gesamtstrategie, Risikoausgleich, Pflegetarife

Goll Christine · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion

Die SP-Fraktion wird den ersten zwei Bundesgesetzen zustimmen, das dritte Bundesgesetz mit der Übergangsregelung der Pflegefinanzierung jedoch ablehnen. Wir stimmen den ersten beiden Erlassen zu, im Wissen, dass die Neuregelungen keine adäquaten Antworten auf die heute drängenden Probleme im Gesundheitswesen darstellen. Es ist insbesondere stossend, dass eine soziale Finanzierung der Krankenkassenprämien - jahrelang sind entsprechende Versprechungen gemacht worden - weiterhin auf die lange Bank geschoben wird.

Die SP warnt auch vor einer "Atomisierung" des Krankenversicherungsgesetzes, vor einer Aufteilung in Dutzende von Bundesgesetzen mit Notrechtcharakter. Der Bundesrat will die KVG-Reform nach dem Scheitern in der letzten Wintersession mit drei separaten Paketen angehen. Sein erstes Paket enthielt ursprünglich vier Vorlagen; eine dieser vier Vorlagen haben wir nun in drei verschiedene Bundesgesetze aufgeteilt. Die drei Bundesgesetze, über die wir heute abstimmen, enthalten lediglich provisorische Regelungen, etwa zum Risikoausgleich und zur Spital- oder Pflegefinanzierung. Eine solche Politik wird von der Bevölkerung als unseriös und unglaubwürdig taxiert.

Die SP-Fraktion lehnt die Übergangsregelung der Pflegefinanzierung im dritten Bundesgesetz ab, weil sie keine Neuregelung unterstützen kann - auch nicht eine provisorische -, welche Abbaumassnahmen zulasten der pflegebedürftigen Menschen und zulasten des Pflegepersonals beinhaltet. Um nichts anderes geht es, wenn vom Einfrieren der Pflegetarife die Rede ist. Die Vernehmlassung zur definitiven Regelung der Pflegefinanzierung hat der Bundesrat bereits eröffnet, und er will die Botschaft in einem dritten KVG-Paket noch Ende dieses Jahres ans Parlament weiterleiten.

Die SP lehnt die bisherigen Vorschläge des Bundesrates vehement ab und hält fest, dass auch die Übergangsregelung zu den Pflegetarifen, über die wir jetzt abstimmen, keine definitive Lösung präjudizieren darf.

Teuscher Franziska · Mit-F · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion

Das Gesundheitswesen ist wohl das Sorgenkind Nummer 1 der Nation. Die Krankenkassenprämien stellen für viele Menschen eine kaum mehr erträgliche Belastung dar. Im Gesundheitsbereich mischen viele, ja vielleicht zu viele mit. In diesem Bereich sind Milliarden zu verdienen. Ärzte, Pharmaindustrie, Krankenversicherer und Kantone verfolgen alle ihre Partikularinteressen und haben keinen Blick fürs Ganze. Auch der Bundesrat hat es verpasst, nach der gescheiterten KVG-Revision eine Gesamtschau über die Kosten und konkrete Lösungsansätze zu präsentieren. Wir befinden uns in einer Sackgasse, aus der herauszufinden sehr schwierig ist. Die Versicherten müssen jedes Jahr höhere Krankenkassenprämien zahlen. Werden sie krank, bürdet man ihnen immer höhere Franchisen und immer höhere Selbstbehalte, also zusätzliche Kosten, auf. Wir laufen im Moment Gefahr einer Zweiklassenmedizin.

Die grüne Fraktion stimmt der vorliegenden KVG-Revision, den Vorlagen 1 und 2, mangels Alternative zu. Die Vorlage zu den Pflegetarifen lehnen wir entschieden ab, weil es eine Abbauvorlage ist.

Die ersten beiden Vorlagen verhindern zumindest den Kollaps im Gesundheitswesen. Sie garantieren uns den Status quo. Doch das genügt uns Grünen nicht. Damit wir aus der Sackgasse herauskommen, brauchen wir grundsätzliche Änderungen. Daher engagieren sich die Grünen für eine Einheitskasse. Dadurch könnten Kosten gespart werden, ohne dass Leistungen abgebaut würden.

Die Grünen verlangen vom Bundesrat, dass er auch die heissen Eisen im Gesundheitsbereich anpackt. Im Bereich der Medikamentenpreise und der Parallelimporte gehören konkrete Lösungen auf den Tisch.

Huguenin Marianne · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Fraktionslos

Le groupe "A gauche toute!" ne votera pas cette révision partielle de la LAMal. Je ne vais pas revenir ici sur l'ensemble du débat sur la LAMal, mais mettre le focus sur la clause du besoin.

C'est en effet principalement, dans ce premier paquet, en raison de la clause du besoin que nous ne la voterons pas. Cette mesure est nocive et contreproductive. Elle diminue l'attractivité de la médecine pour les jeunes. Elle oriente les jeunes médecins vers des carrières et des spécialisations hospitalières. Elle dévalorise la médecine générale et compromet gravement non seulement son développement, mais même le maintien de ce qui existe, la qualité actuelle. De nombreux cabinets ferment car la difficulté de trouver des remplaçants est réelle.

Cette clause du besoin est donc un signal négatif particulièrement fort et en sens inverse par rapport aux soi-disant volontés politiques prétendant valoriser la médecine générale. Elle renforce la pénurie qui s'annonce et aboutit déjà, paradoxalement, à la nécessité de faire venir des médecins étrangers. La clause du besoin est une mesure de rationnement déguisée. J'invite la gauche à être cohérente dans un domaine où les besoins sont énormes. On ne peut pas vouloir une médecine de qualité et voter la clause du besoin. On ne peut pas vouloir développer la médecine de pointe et voter la clause du besoin.

Un mot encore sur la compensation des risques. Le fait qu'il en faille une démontre que l'on ne peut, dans ce domaine, laisser faire la concurrence. Mais tous les systèmes correctifs ne sont finalement que des systèmes correctifs, justement, et donc imparfaits. Deux critères, dix-sept critères, on ne fait que courir après la réalité qui échappera aux meilleures simulations.

Pour notre part, nous pensons que la meilleure compensation des risques, la plus juste et la meilleure marché, c'est la caisse unique.

En fonction de ce qui précède, le groupe "A gauche toute!" vous invite à voter non à cette révision partielle et il soutiendra le référendum annoncé déjà par l'Association suisse des médecins-assistants et des chefs de clinique.

Abstimmung

1. Bundesgesetz über die Krankenversicherung

1. Loi fédérale sur l'assurance-maladie

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Entwurfes .... 162 Stimmen

Dagegen .... 16 Stimmen

Abstimmung

2. Bundesgesetz über die Anpassung der kantonalen Beiträge für die innerkantonalen stationären Behandlungen nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung

2. Loi fédérale sur l'adaptation des participations cantonales aux coûts des traitements hospitaliers dispensés dans le canton selon la loi fédérale sur l'assurance-maladie

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Entwurfes .... 180 Stimmen

Dagegen .... 5 Stimmen

Abstimmung

3. Bundesgesetz über die Krankenversicherung

3. Loi fédérale sur l'assurance-maladie

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Entwurfes .... 115 Stimmen

Dagegen .... 71 Stimmen