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AS 2010 2965

Luftreinhalte-Verordnung

Luftreinhalte-Verordnung (LRV)

Änderung vom 18. Juni 2010

Der Schweizerische Bundesrat verordnet:

I Die Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 19851 wird wie folgt geändert:

Ersatz eines Ausdrucks In den Artikeln 14, 19b, 27, 36, 38, 39 und 39a sowie in Anhang 2 Ziffern 111 und

88 und Anhang 3 Ziffern 412 und 524 wird der Ausdruck «Bundesamt» durch

«BAFU» ersetzt.

Art. 2 Abs. 6 6 Als Inverkehrbringen gilt die erstmalige entgeltliche oder unentgeltliche Übertra- gung oder Überlassung eines Gerätes oder einer Maschine zum Vertrieb oder Gebrauch in der Schweiz. Dem Inverkehrbringen gleichgestellt ist die erstmalige Inbetriebnahme von Geräten und Maschinen im eigenen Betrieb, wenn zuvor kein Inverkehrbringen stattgefunden hat.

Art. 3 Abs. 2 Bst. c

2 Für folgende Anlagen gelten ergänzende oder abweichende Anforderungen:

c. für Baumaschinen und deren Partikelfiltersysteme nach Artikel 19a, für Feuerungsanlagen nach Artikel 20 sowie für Arbeitsgeräte nach Artikel 20b: die Anforderungen nach Anhang 4.

Art. 14 Abs. 2 dritter Satz

2 … Für die technischen Anforderungen an die Messsysteme und an die Messbe-

ständigkeit gilt die Messmittelverordnung vom 15. Februar 20062.

Art. 20 Abs. 2 Aufgehoben

2009-2429 2965

Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

5a. Abschnitt: Inverkehrbringen von Arbeitsgeräten

Art. 20b Voraussetzungen für das Inverkehrbringen Maschinen und Geräte mit einem Fremdzündungsmotor mit einer Leistung bis

19 kW (Arbeitsgeräte) dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn die Konformi-

tät der Motoren mit den Anforderungen nach Anhang 4 Ziffer 4 nachgewiesen ist.

Art. 20c Nachweis der Konformität

1 Der Nachweis der Konformität umfasst:

a. eine Typengenehmigung durch einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union für einen Motortyp oder eine Motorenfamilie oder das Dokument nach Anhang VII der Richtlinie 97/68/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 19973 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Massnahmen zur Bekämpfung der Emission von gas- förmigen Schadstoffen und luftverunreinigenden Partikeln aus Verbren- nungsmotoren für mobile Maschinen und Geräte; und b. die Kennzeichnung des Motors nach Anhang I Ziffer 3 der Richtlinie 97/68/EG.

2 Der Nachweis der Konformität kann auch mit einer Bescheinigung einer Konfor-

mitätsbewertungsstelle nach Artikel 18 THG4, dass der Typ des Arbeitsgeräts die Anforderungen von Anhang 4 Ziffer 4 erfüllt (Konformitätsbescheinigung), erbracht werden. Dabei muss der Motor mit der Handelsmarke oder dem Handelsnamen des Herstellers des Motors und dem Namen der Konformitätsbewertungsstelle gekenn- zeichnet sein.

Art. 26b Abs. 1 Betrifft nur den französischen Text.

Art. 36 Abs. 1 und 4

1 Der Bund vollzieht die Vorschriften über:

a. die Marktüberwachung bei Baumaschinen und deren Partikelfiltersysteme, bei Feuerungsanlagen und bei Arbeitsgeräten (Art. 37); b. die Kontrolle der Brenn- und Treibstoffe bei der Einfuhr (Art. 38).

4 Der Bund führt Erhebungen über den Stand und die Entwicklung der Luftverunrei-

nigung im gesamtschweizerischen Rahmen durch (Art. 39).

3 ABl. L 59 vom 27.02.1998, S. 1, zuletzt geändert durch Richtlinie 2010/26/EU, ABl. L 86 vom 01.04.2010, S. 29. 4 SR 946.51

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

Art. 37 Marktüberwachung bei Baumaschinen, deren Partikelfiltersystemen, bei Feuerungsanlagen sowie bei Arbeitsgeräten 1 Das BAFU kontrolliert die Einhaltung der Vorschriften über das Inverkehrbringen von Baumaschinen und deren Partikelfiltersysteme, von Feuerungsanlagen sowie von Arbeitsgeräten. Es kontrolliert insbesondere: a. ob die Angaben in der Konformitätserklärung zutreffen oder b. ob die Motoren der Arbeitsgeräte, die mit einem Genehmigungszeichen ver- sehen sind, mit dem typengenehmigten Motor oder der typengenehmigten Motorenfamilie übereinstimmen. 2 Es kann öffentlich-rechtliche Körperschaften und privatrechtliche Fachorganisa- tionen mit Kontrollaufgaben betrauen.

3 Entsprechen die kontrollierten Anlagen nicht den Anforderungen, so ordnet das

BAFU die erforderlichen Massnahmen an. Es kann in schwerwiegenden Fällen das weitere Anbieten und Inverkehrbringen verbieten oder die Anpassung von in Ver- kehr gebrachten Anlagen verlangen.

II Die Anhänge 2–5 werden gemäss Beilage geändert.

III

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 18. Juni 2010 Die Anforderungen nach Anhang 4 Ziffer 4 gelten für Arbeitsgeräte ab dem 1. Januar 2011.

IV Diese Änderung tritt am 15. Juli 2010 in Kraft.

18. Juni 2010 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Die Bundespräsidentin: Doris Leuthard Die Bundeskanzlerin: Corina Casanova

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

Anhang 2 (Art. 3 Abs. 2 Bst. a)

Ergänzende und abweichende Emissionsbegrenzungen für besondere Anlagen

Ziff. 512

Bei der Errichtung von Anlagen müssen die nach den anerkannten Regeln der Tier- haltung erforderlichen Mindestabstände zu bewohnten Zonen eingehalten werden. Als solche Regeln gelten insbesondere die Empfehlungen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Betriebswirtschaft und Landtechnik5.

Ziff. 89

Aufgehoben

5 Bezugsquelle: Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART),

8356 Ettenhausen.

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

Anhang 3 (Art. 3 Abs. 2 Bst. b)

Ergänzende und abweichende Emissionsbegrenzungen für Feuerungsanlagen

Ziff. 7

7 Feuerungen für flüssige Brennstoffe nach Anhang 5

Ziffer 13 1 Für Feuerungen, in denen flüssige Brennstoffe nach Anhang 5 Ziffer 13 verbrannt werden, gelten die Anforderungen nach Ziffer 41.

2 Brennstoffe nach Anhang 5 Ziffer 13 dürfen nicht in Anlagen mit einer Feue-

rungswärmeleistung von weniger als 350 kW verbrannt werden.

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

Anhang 4 (Art. 3 Abs. 2 Bst. c)

Titel

Anforderungen an Feuerungsanlagen, an Baumaschinen und deren Partikelfiltersysteme sowie an Arbeitsgeräte

Ziff. 1

Die Bestimmungen dieses Anhanges gelten für Feuerungsanlagen nach Artikel 20 Absatz 1, für Baumaschinen und deren Partikelfiltersysteme nach Artikel 19a sowie für Arbeitsgeräte nach Artikel 20b.

Ziff. 4

4 Lufthygienische Anforderungen an Arbeitsgeräte

1 Die Motoren von Arbeitsgeräten müssen die massgebenden Anforderungen an

Fremdzündungsmotoren für mobile Maschinen und Geräte nach der Richtlinie 97/68/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 19976 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Massnahmen zur Bekämpfung der Emission von gasförmigen Schadstoffen und luftverunreinigenden Partikeln aus Verbrennungsmotoren für mobile Maschinen und Geräte einhalten.

2 Die Emissionsbegrenzungen nach Anhang 1 gelten nicht.

6 ABl. L 59 vom 27.02.1998, S. 1, zuletzt geändert durch Richtlinie 2010/26/EU, ABl. L 86 vom 01.04.2010, S. 29.

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

Anhang 5 (Art. 21 und 24)

Anforderungen an Brenn- und Treibstoffe

Ziff. 131

Als andere flüssige Brennstoffe gelten flüssige organische Verbindungen, die sich wie Heizöl «Extra leicht» verbrennen lassen und die Anforderungen nach Ziffer 132 erfüllen.

Ziff. 133

Andere flüssige organische Verbindungen, welche den Anforderungen nach Ziffer

132 nicht entsprechen, gelten als Sonderabfälle.

Ziff. 5 Abs. 1 und 1bis

1 Motorenbenzin darf gewerbsmässig nur eingeführt oder in Verkehr gebracht wer-

den, wenn es den folgenden Anforderungen entspricht:

Merkmal Einheit Mindest- Höchst- Prüfverfahrenb werta werta

Motorenbenzin – Research-Octanzahl, ROZc 95,0c – EN ISO 5164 – Motor-Octanzahl, MOZc 85,0c – EN ISO 5163 – Dampfdruck (DVPE): EN 13016-1 – Sommerhalbjahr kPa – 60,0d – Siedeverlauf: EN ISO 3405 – bei 100 °C verdampft % (V/V) 46,0 – – bei 150 °C verdampft % (V/V) 75,0 – – Analyse der Kohlenwasser- stoffe: – Olefine % (V/V) – 18,0 EN 15553, EN ISO 22854 – Aromaten % (V/V) – 35,0 EN 15553, EN ISO 22854 – Benzol % (V/V) – 1,00 EN 12177, EN 238, EN ISO 22854 – Sauerstoffgehalt % (m/m) – 3,7 EN 1601, EN 13132, EN ISO 22854 – Sauerstoffhaltige EN 1601, EN 13132, Komponenten: EN ISO 22854 – Methanol % (V/V) – 3,0 – Ethanol % (V/V) – 10,0 – Isopropylalkohol % (V/V) – 12,0 – Tertiärer Butylalkohol % (V/V) – 15,0 – Isobutylalkohol % (V/V) – 15,0 – Ether (5 oder mehr C-Atome) % (V/V) – 22,0 – andere sauerstoffhaltige Verbindungen e % (V/V) – 15,0

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

Merkmal Einheit Mindest- Höchst- Prüfverfahrenb werta werta

– Schwefelgehalt mg/kg – 10,0 EN ISO 20846, EN ISO 20884 – Bleigehalt mg/l – 5,0 EN 237

Hinweise: a Die Prüfergebnisse sind nach der Norm EN ISO 4259 «Petroleum products – determination and application of precision data in relation to methods of test» zu beurteilen. b Für die Prüfung massgebende (gemeinsame) Normen: – EN: Norm des Europäischen Komitees für Normung CEN – ISO: Norm der Internationalen Normenorganisation ISO Bezugsquelle dieser Normen: Schweiz. Normen-Vereinigung (SNV), Bürglistrasse 29,

8400 Winterthur.

c Für Normalbenzin muss abweichend von dieser Tabelle die ROZ mindestens 91 und die MOZ mindestens 81 betragen. d Gilt für Benzine, welche vom 1. Mai bis 30. September verbraucht werden. e Andere Monoalkohole und Ether mit einem Siedepunkt nicht höher als 210 °C.

1bis Wird dem Motorenbenzin Bioethanol beigemischt, so darf im Sommerhalbjahr bis am 30. September 2015 vom Dampfdruck-Höchstwert von 60,0 kPa nach Ab- satz 1 wie folgt abgewichen werden:

Bioethanolgehalt % (V/V) 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 6,0 7,0 8,0 9,0 10,0 Maximal zulässige kPa 3,65 5,95 7,20 7,80 8,00 8,00 7,94 7,88 7,82 7,76 Dampfdruckabwei- chunga

Hinweise: a Zwischenwerte werden durch lineare Interpolation zwischen dem unmittelbar über und dem unmittelbar unter dem Bioethanolgehalt liegenden Wert ermittelt.

Ziff. 6

Dieselöl darf gewerbsmässig nur eingeführt oder in Verkehr gebracht werden, wenn es den folgenden Anforderungen entspricht:

Merkmal Einheit Mindest- Höchst- Prüfverfahrenb werta werta

Dieselöl – Cetanzahl 51,0c – EN ISO 5165, EN 15195 – Dichte bei 15 °C kg/m3 – 845,0 EN ISO 3675, EN ISO 12185 – Siedeverlauf: 95 % (V/V) aufgefangen bei °C – 360 EN ISO 3405 – Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe % (m/m) – 8,0 EN 12916 – Schwefelgehalt mg/kg – 10,0 EN ISO 20846, EN ISO 20884

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

Hinweise: a Die Prüfergebnisse sind nach der Norm EN ISO 4259 «Petroleum products – determination and application of precision data in relation to methods of test» zu beurteilen. b Für die Prüfung massgebende (gemeinsame) Normen: – EN: Norm des Europäischen Komitees für Normung CEN – ISO: Norm der Internationalen Normenorganisation ISO Bezugsquelle dieser Normen: Schweiz. Normen-Vereinigung (SNV), Bürglistrasse 29,

8400 Winterthur.

c Für Winterqualitäten muss die Cetanzahl abweichend von dieser Tabelle mindestens den Anforderungen nach SN EN 590 entsprechen.

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Luftreinhalte-Verordnung AS 2010

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