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Ausführungsbestimmungen 3 zum Einführungsgesetz Berufsbildung (Prüfungs- und Promotionsreglement für die Berufsmaturität am Gewerblich-industriellen Bildungszentrum und am Kaufmännischen Bildungszentrum)
Vom 21. November 2005 (Stand 1. März 2024)
Das Amt für Berufsbildung des Kantons Zug,
gestützt auf § 2 Abs. 2 Bst. a des Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Berufsbildung und die Fachhochschulen (EG Berufsbildung) vom 30. August 20011,
beschliesst:
Art. 1 Zuständigkeit
Soweit nicht anders bestimmt, ist im Rahmen dieses Reglements die Leitung der jeweiligen Berufsmaturitätsschule die zuständige Behörde.
Die Leitung der Berufsmaturitätsschule
entscheidet über die Zulassung zu den Berufsmaturitätsprüfungen;
entscheidet über die Promotionen;
beruft die Prüfungsleitung;
beruft die Expertinnen/Experten;
erlässt Wegleitungen;
legt die Prüfungsfächer und die Art der Prüfung fest.
Art. 2 Prüfungsleitung
Die Prüfungsleitung
organisiert, überwacht und führt die Berufsmaturitätsprüfungen durch;
bezeichnet die zulässigen Hilfsmittel auf Antrag der Examinatorinnen/ Examinatoren;
entscheidet über Gesuche betreffend Prüfungserleichterungen wegen Behinderung;
entscheidet über Sanktionen und Massnahmen bei Verstössen gegen die Prüfungsordnung;
gibt den Kandidatinnen/Kandidaten bis spätestens zwei Monate vor der Berufsmaturitäts-Abschlussprüfung die Informationen gemäss § 1 Bst. f schriftlich bekannt.
Art. 3 Prüfungsnotenkonferenz
Der Prüfungsnotenkonferenz gehören die Leitung der Berufsmaturitätsschule, die Prüfungsleitung und die Examinatorinnen/Examinatoren der betroffenen Abschlussklassen an.
Der Entscheid über das Bestehen der Berufsmatura wird auf Antrag der Leitung der Berufsmaturitätsschule von der Prüfungsnotenkonferenz gefällt.
Der Entscheid kann im Zirkularverfahren gefällt werden.
Die Prüfungsnotenkonferenz ist zuständig für die Bearbeitung von Einsprachen.
Art. 4 Promotionskonferenz
Der Promotionskonferenz gehören die Leitung der Berufsmaturitätsschule und die Lehrpersonen, die während dem Semester unterrichtet haben, an.
Die Promotionskonferenz nimmt unter dem Vorsitz der Leitung der Berufsmaturitätsschule die Schlussbeurteilung vor und stellt das Promotionsergebnis fest.
Die Schlussbeurteilung und die Festsetzung der Semesternote kann im Zirkularverfahren vorgenommen werden.
Art. 5 Promotion
Für die lehrbegleitenden Modelle und berufsbegleitenden Teilzeitmodelle gelten die Promotionsvorschriften gemäss Art. 17 der eidgenössischen Berufsmaturitätsverordnung2.
Beim einjährigen Vollzeitmodell für gelernte Berufsleute kann die Promotion vom ersten ins zweite Semester nur definitiv erfolgen. Wer nicht promoviert wird, muss die Schule verlassen.
Art. 6 Zuständigkeit für die Abnahme der Prüfungen
Die mündlichen Prüfungen werden von Examinatorinnen/Examinatoren (Fachlehrpersonen) und Expertinnen/Experten abgenommen. Die schriftlichen Prüfungen werden von Examinatorinnen/Examinatoren abgenommen.
Die Expertinnen/Experten sind in der Regel externe Fachleute. Bei der Auswahl sind die Dozentinnen/Dozenten der Fachhochschulen angemessen zu berücksichtigen.
Examinatorinnen/Examinatoren und Expertinnen/Experten bewerten unverzüglich im Anschluss an die mündlichen Prüfungen beziehungsweise im Anschluss an die Korrektur der schriftlichen Prüfungen im gegenseitigen Einvernehmen die Prüfungsleistungen und legen gemeinsam die Prüfungsnoten fest.
Art. 7 Prüfungsverfahren
Den Kandidatinnen und Kandidaten ist das Prüfungsverfahren vor Beginn der Prüfungen schriftlich zu erläutern.
Art. 8 …
Art. 9 Interdisziplinäre Projektarbeit
Eine Interdisziplinäre Projektarbeit (IDPA) ist obligatorischer Bestandteil der Berufsmaturität.
Die IDPA wird mit Gesamtnote und Titel der IDPA im BM-Abschlusszeugnis ausgewiesen.
Art. 10 Abwesenheit
Kandidatinnen und Kandidaten, die wegen Krankheit, Unfall oder aus anderen wichtigen Gründen an den Prüfungen nicht teilnehmen können, haben dies unverzüglich der Leitung der Berufsmaturitätsschule oder der Prüfungsleitung zu melden. Bei Krankheit oder Unfall ist ein Arztzeugnis einzureichen.
Bei Fernbleiben ohne wichtigen Grund gilt die Prüfung im entsprechenden Fach als abgelegt und nicht bestanden.
Art. 11 Behinderung
Gesuche um Berücksichtigung einer Behinderung im Sinn von Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Berufsbildung (Berufsbildungsgesetz; BBG)3 sind der Prüfungsleitung bei Ausbildungsbeginn unter Beilage eines Arztzeugnisses bzw. Gutachtens einzureichen. Eine nachträglich geltend gemachte Behinderung wird als Entschuldigungsgrund nicht anerkannt.
Art. 12 Widerhandlung gegen die Prüfungsordnung
Kandidatinnen und Kandidaten, welche gegen die Prüfungsordnung verstossen, aus eigenem Verschulden eine Prüfung bzw. einen Prüfungsteil nicht ablegen, nicht rechtzeitig oder nicht am vorgegebenen Prüfungsort erscheinen, gilt das betreffende Fach bzw. der betreffende Prüfungsteil als abgelegt und nicht bestanden.
Bei leichtem Verschulden kann die Prüfungsleitung auf Gesuch der Kandidatin/ des Kandidaten eine Nachprüfung ansetzen. Die Kandidatin/der Kandidat trägt die Kosten der Nachprüfung bis maximal Fr. 500.– pro Fach.
§ 16 Abs. 2 und 3 der Ausführungsbestimmungen 2 zum Einführungsgesetz Berufsbildung (Regelung der Lehrabschlussprüfungen)4 gelten sinngemäss.
Art. 13 Weitere Bestimmungen
Die Leitung der Berufsmaturitätsschule stellt ihren Lernenden Unterlagen zur Verfügung, aus welchen sie die massgebenden Bestimmungen des Bundes und Kantons betreffend Berufsmaturitätsprüfungen und Promotion entnehmen können.
Art. 14 Übergangsbestimmung
Für die vor dem 1. August 2007 begonnenen Berufsmaturitäts-Lehrgänge gilt das bisherige Recht.
Art. 15 …
GS 28, 539