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Schutzstatus S. Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern

63066 · Amtliches Bulletin

Del 19 dic 2023

https://lexipedia.io/it/docs/ch/ab-bo-bu/63066/de/schutzstatus-s-zugang-zum-arbeitsmarkt-erleichtern

Consultato il 2 set 2026

  1. Documenti
  2. Confederazione
  3. Bollettino ufficiale
Fonte

Oggetto parlamentare: Statuto di protezione S. Agevolare l'accesso al mercato del lavoro (23.3968)

23.3968

Schutzstatus S. Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern

Nussbaumer Eric · P-M · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Antrag der Mehrheit

Annahme der Motion

Antrag der Minderheit

(Bircher, Bläsi, Bourgeois, Cottier, Fischer Benjamin, Fluri, Glarner, Marchesi, Ruch)

Ablehnung der Motion

Proposition de la majorité

Adopter la motion

Proposition de la minorité

(Bircher, Bläsi, Bourgeois, Cottier, Fischer Benjamin, Fluri, Glarner, Marchesi, Ruch)

Rejeter la motion

Gredig Corina · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion

Wenn Sie heute einen Job annehmen, dann einigen Sie sich mit dem Unternehmen über den Arbeitsvertrag und können theoretisch morgen mit der Arbeit beginnen. Das Arbeitsverhältnis ist eine Sache zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber. Nicht so ist es allerdings, wenn Sie eine Person mit Schutzstatus S sind. Jeder Arbeitsvertrag einer Ukrainerin geht noch über einen Behördentisch. Ukrainerinnen mit Schutzstatus S müssen sich jeden Job amtlich bewilligen lassen, denn im Unterschied zur vorläufigen Aufnahme besteht für Personen mit Schutzstatus S eine Bewilligungspflicht für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Ukrainerin mit Schutzstatus S war etwa drei Monate in einem kleinen Unternehmen angestellt. Sie hat den Chef und Firmenbesitzer mehrmals darauf hingewiesen, dass er in diesem speziellen Fall die Arbeitsbewilligung für sie einholen soll - ohne Erfolg. Gerade kleinere KMU haben keine eigene HR-Stelle, so auch dieses KMU, welches mit dieser Situation überfordert war. Die betroffene Frau hat anschliessend die Stelle gekündigt, unter anderem aus der Befürchtung, dass ihre Beschäftigung bei der Firma infolge der zu spät eingereichten Arbeitsbewilligung für sie negative Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

Ja, unsere Wirtschaft beklagt einen Arbeitskräftemangel, Politiker beklagen eine Belastung der Sozialwerke durch geflüchtete Personen, Unternehmen ärgern sich über zu viel Bürokratie. Mit der Beseitigung der Bewilligungspflicht für Arbeitsverhältnisse von Personen mit Schutzstatus S haben wir ausnahmsweise eine Ausgangslage, bei der alle Beteiligten einen Vorteil herausziehen. Erstens hilft die Arbeitsmarktintegration den Schutzsuchenden und bringt ihnen finanzielle Selbstständigkeit. Zweitens haben wir in der Schweiz einen enormen Arbeitskräftemangel, und immer wieder wird vonseiten der Unternehmen zu viel Bürokratie beklagt. Die bessere Integration der Ukrainerinnen und die Entbürokratisierung des Anstellungsprozesses helfen auch unserer Wirtschaft. Drittens führt eine grössere Arbeitsmarkttätigkeit Geflüchteter zu einer Entlastung der Sozialwerke.

Eine Melde- statt einer Bewilligungspflicht gilt im Übrigen schon für Personen mit Flüchtlingsstatus und auch für Personen mit vorläufiger Aufnahme. Es ist nicht ersichtlich, wieso dies bei den Ukrainerinnen anders sein sollte. Die Bewilligungspflicht bringt keinen Nutzen mit sich und stellt primär eine administrative Hürde dar.

Die Minderheit der Kommission möchte zuwarten, bis die Evaluationsgruppe zum Schutzstatus S eine Gesamtevaluation des Status S und der vorläufigen Aufnahme gemacht und Handlungsoptionen für gesetzliche Anpassungen aufgezeigt hat.

Der Bundesrat hat inzwischen beschlossen, dass bis Ende nächsten Jahres 40 Prozent der Personen mit Schutzstatus S, die erwerbstätig sein können, auch erwerbstätig sein sollen. Das ist das Ziel des Bundesrates. Angesichts der Tatsache, dass in der Schweiz nicht ein Fachkräfte-, sondern ein Arbeitskräftemangel besteht, wäre es nur folgerichtig, ein klares Zeichen in Richtung Entbürokratisierung der Integration in den Arbeitsmarkt zu setzen.

Ihre Kommission beantragt Ihnen demzufolge mit 15 zu 9 Stimmen, die vorliegende Motion anzunehmen.

Gysin Greta · Mit-F · Nationalrat · Tessin · Grüne Fraktion

Con la sua mozione la Commissione delle istituzioni politiche mira ad agevolare l'attività lavorativa di persone con statuto di protezione S, semplificando la prassi amministrativa relativa all'assunzione. Per le persone con statuto di protezione S esiste oggi un obbligo di autorizzazione quando intendono cominciare un'attività lavorativa dipendente, indipendente o quando intendono cambiare posto di lavoro.

La maggioranza della Commissione delle istituzioni politiche ritiene importante semplificare questa prassi per agevolare l'entrata nel mercato del lavoro, sostituendo questo obbligo di autorizzazione con una semplice notifica.

La semplificazione della procedura andrebbe certamente a beneficio delle persone direttamente coinvolte. Si abolirebbe un ostacolo all'entrata nel mondo del lavoro facilitando l'indipendenza economica e migliorando l'integrazione. In un momento di mancanza di personale, come quello attuale, che mette a dura prova più di un'azienda e più di un settore economico, una migliore integrazione nel mercato del lavoro dei rifugiati con statuto S - quindi quelli provenienti dall'Ucraina - andrebbe però a vantaggio anche dell'intera economia e quindi in definitiva di tutta la comunità. Non si può poi sottacere il fatto che l'indipendenza economica, che risulterebbe da un'attività lucrativa, ridurrebbe il carico sulle assicurazioni sociali - anche questo è un effetto secondario positivo e desiderabile. Una semplificazione delle procedure, oltre a ridurre l'onere burocratico, permetterebbe poi la parità di trattamento tra persone con statuto S e quelle con un'ammissione provvisoria, per le quali dal 2019 non esiste più l'obbligo di autorizzazione, sostituito da un semplice obbligo di notifica.

Considerata la situazione odierna non possiamo purtroppo partire dal presupposto che la situazione in Ucraina si risolverà in tempi brevi. Fare quanto possibile per integrare le persone che si sono rifugiate da noi, il più presto possibile, nel mondo del lavoro e nella nostra società è dunque un atto di responsabilità, un atto dovuto, un atto di buonsenso.

Nell'interesse delle persone direttamente coinvolte, ma anche a beneficio dell'economia e di tutta la società, sarebbe un segnale forte, anche a sostegno degli obiettivi del Consiglio federale, che auspica che entro la fine del 2024 il 40 per cento delle e degli ucraini presenti rifugiati in Svizzera conseguano un'attività lucrativa.

Con queste considerazioni vi invito a nome della maggioranza commissionale a sostenere la mozione.

Bircher Martina · Mit-F · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Heute können Personen mit Schutzstatus S arbeiten. Tritt jemand mit S-Status eine Stelle an, ist dies bewilligungspflichtig. Genau hier sehen die Befürworter der Motion das Haar in der Suppe, weil z. B. Personen aus dem Asylbereich, die vorläufig aufgenommen wurden, zwar ebenfalls arbeiten dürfen, aber dort lediglich eine Meldepflicht besteht. Personen mit S-Status sind also gegenüber vorläufig Aufgenommenen benachteiligt, wobei zu sagen ist: Wenn wir ehrlich sind, ist das die einzige Benachteiligung. Alles andere, was der S-Status bietet, sind Privilegien, wie beispielsweise Familiennachzug, freie Wohnungswahl, Auslandreisen, Heimatreisen.

Komischerweise will eine Kommissionsmehrheit immer einzelne Privilegien herauspicken und dann auf alle anderen ausländerrechtlichen Bewilligungen ausdehnen. Das Umgekehrte, also eine Verschärfung auf andere Kategorien ausdehnen, will die Kommissionsmehrheit aber nie. Sie argumentiert immer, man müsse den Bericht abwarten, der momentan in Erarbeitung ist und der die verschiedenen Kategorien einander gegenüberstellen und aufzeigen wird, welcher Status welche Privilegien hat und welche eben nicht. Hier scheint diese Argumentation der Kommissionsmehrheit aber keine Gültigkeit mehr zu haben, und sie will, obwohl dieser Bericht noch gar nicht verfasst worden ist, bereits ein Privileg auf den S-Status ausdehnen.

Jetzt noch zum Argument, man wolle mehr Engagement, damit die Ukrainer auch arbeiten würden: Die Ukrainer dürfen heute 60 Tage im Jahr nachhause fahren, in die Heimat zurückkehren. Sagen Sie mir bitte, welcher Arbeitnehmer im Jahr 60 Tage Urlaub hat. Keiner! Wenn Sie wirklich die Ukrainer dabei unterstützen wollen, dass sie einen Job finden, dann verschärfen Sie bitte die Regelung für Heimatreisen. Entscheiden Sie hier, dass sie sich nicht mehr 60 Tage in der Heimat aufhalten können. Das wäre eine echte Unterstützung für die Arbeitgeber, damit sie Ukrainer anstellen.

Ich bitte Sie, die Minderheit zu unterstützen.

Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura

La guerre en Ukraine dure maintenant depuis bientôt deux ans, et plus le séjour est long, plus il est important non seulement que les personnes s'intègrent dans la vie sociale, mais aussi en particulier qu'elles s'intègrent sur le marché du travail. Aujourd'hui, étant donné qu'un peu plus de 20 pour cent des bénéficiaires du statut S en âge de travailler ont un emploi, on a un résultat prometteur, mais le Conseil fédéral souhaite un objectif plus ambitieux, à savoir celui de doubler ce pourcentage de personnes.

Personne ne contestera qu'une activité lucrative permet aux personnes concernées de participer à la vie professionnelle et à la vie sociale en Suisse. C'est un avantage non seulement pour les personnes très directement concernées en quête de protection, mais aussi pour la société, car cela permet de réduire les coûts de soutien ou d'aide sociale. En outre, ces personnes peuvent conserver leurs compétences professionnelles - cela, c'est important - et même les développer, ce qui leur sera également utile dans la perspective d'un retour dans leur pays d'origine, lorsque la protection provisoire en Suisse, autrement dit le statut de protection S, pourra être levée.

C'est pourquoi le Conseil fédéral soutient l'objectif de la motion. Il estime lui aussi qu'il est utile et important de lever les obstacles à l'exercice d'une activité lucrative pour les personnes bénéficiant du statut de protection S.

L'introduction de l'obligation d'annonce à la place de l'obligation d'autorisation pour les bénéficiaires du statut est une pièce du puzzle permettant d'augmenter leur taux d'emploi: il ne s'agit pas d'un privilège en plus, mais d'une facilitation également pour les employeurs. Le remplacement de l'obligation d'autorisation par une obligation d'annonce nécessite une adaptation des bases légales. Cette dernière ne pourra pas être mise en oeuvre du jour au lendemain, mais les travaux seront entamés aussitôt la motion acceptée, si elle devait l'être.

Le Conseil fédéral s'est fixé un but ambitieux, comme je l'ai dit: celui d'atteindre un taux d'emploi de 40 pour cent d'ici la fin de l'année prochaine.

Pour atteindre cet objectif, nous mettons en oeuvre de nouvelles mesures concrètes en collaboration avec le Département fédéral de l'économie, de la formation et de la recherche, avec les cantons, de même qu'avec les entreprises et les partenaires sociaux.

Des projets visant notamment à améliorer la mise en relation entre les demandeurs d'emploi et les employeurs ainsi qu'à faciliter la reconnaissance des compétences et des diplômes sont en cours d'analyse et de développement.

Il est aussi prévu de mieux informer les personnes en quête de protection sur l'importance que revêt le travail, l'apprentissage et l'éducation des enfants.

En outre, des efforts supplémentaires sont nécessaires concernant justement l'intégration professionnelle. A partir de l'année prochaine, les cantons devront évaluer au cas par cas les besoins des bénéficiaires du statut S en âge de travailler afin de prendre des mesures d'intégration spécifiques.

C'est dans ce sens que nous vous proposons d'accepter la motion, dans un sens de facilitation pour les relations entre les employeurs potentiels et les personnes concernées.

Nussbaumer Eric · P-M · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Präsident (Nussbaumer Eric, Präsident): Die Mehrheit der Kommission und der Bundesrat beantragen, die Motion anzunehmen. Eine Minderheit Bircher beantragt, die Motion abzulehnen.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 128 Stimmen

Dagegen ... 64 Stimmen

(0 Enthaltungen)