01.071
Kartellgesetz. Änderung
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Bundesgesetz über Kartelle und andere Wettbewerbsbeschränkungen
Loi fédérale sur les cartels et autres restrictions à la concurrence
Art. 9
Antrag der Kommission
Abs. 2
Mehrheit
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Minderheit
(Rennwald, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul, Sommaruga, Strahm)
Bei Unternehmen, deren geschäftliche Tätigkeit ganz oder teilweise im Verlag, in der Herstellung oder im Vertrieb von Zeitungen oder Zeitschriften besteht oder die ganz oder teilweise als Veranstalter von Programmen im Sinne des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über Radio und Fernsehen tätig sind, ist das Zwanzigfache der tatsächlich in diesen Bereichen getätigten Umsätze massgebend. (gemäss geltendem Recht)
Abs. 3
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 9
Proposition de la commission
Al. 2
Majorité
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Minorité
(Rennwald, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul, Sommaruga, Strahm)
Pour les entreprises dont l'activité commerciale consiste, en totalité ou en partie, à éditer, produire ou distribuer des journaux ou périodiques, ou à diffuser des programmes au sens de la loi fédérale du 21 juin 1991 sur la radio et la télévision, il sera tenu compte d'un montant équivalant à vingt fois le chiffre d'affaires effectivement réalisé dans ces domaines. (selon le droit en vigueur)
Al. 3
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Rennwald Jean-Claude · Nationalrat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
J'interviens ici comme porte-parole de la minorité, comme socialiste, mais avant tout comme ancien journaliste qui a travaillé durant près de vingt ans dans le domaine des médias en Suisse romande et qui continue d'exercer cette activité à titre subsidiaire dans la presse syndicale.
Si j'ai bien compris le point de vue exprimé en commission par M. Couchepin, conseiller fédéral - je constate que je suis plus matinal que lui -, il faut se demander s'il n'est pas préférable d'avoir un grand groupe de presse, romand ou suisse, un peu fort, même s'il est dominant dans certaines régions, plutôt que de garder une situation de grande diversité économiquement très faible. Dans une certaine mesure, cette philosophie est aussi la mienne, car j'ai souvent prétendu, et même contre l'avis d'une bonne partie de la profession, que l'indépendance et la vraie diversité de la presse étaient mieux assurées au moyen d'un certain nombre de titres forts plutôt que par une multitude de petits journaux qui vivotent. On l'avait d'ailleurs vu à la fin des années septante ou au début des années quatre-vingt, lorsqu'un conflit important avait opposé le "Tages-Anzeiger" aux importateurs d'automobiles. Mais je pense aussi que cette philosophie a des limites. J'aimerais rappeler que de 1940 à 1980, le nombre de titres indépendants a diminué de plus d'un tiers dans notre pays; et que de 1990 à 1999, le nombre des titres paraissant au moins une fois par semaine a reculé de 22 pour cent.
Comme moi, vous savez aussi qu'en Suisse romande, un grand groupe, Edipresse, occupe une position de force sur le marché alors que se prépare peut-être en Suisse alémanique une fusion importante avec un groupe allemand, une fusion entre Ringier et Springer. J'ajoute que si la loi sur les cartels (LCart) "n'est guère adaptée à la poursuite de considérations de politique des médias", comme le dit le message du Conseil fédéral, la presse fait selon moi partie de ce que d'aucuns appellent l'"exception culturelle". Un journal n'est pas exactement un produit comme un autre. Un journal a une âme. Ce n'est ni une savonnette ni une boîte de chocolat, même s'il sert parfois à emballer des salades. J'aimerais encore préciser à titre personnel - et même si je suis socialiste - que pour moi, la disparition du "Journal de Genève et Gazette de Lausanne" par exemple a été un véritable drame. Je le dis par conviction, mais aussi bien sûr pour que le groupe libéral soutienne ma proposition de minorité.
Pour toutes ces raisons, je vous demande de maintenir, à l'article 9 de la loi sur les cartels, l'alinéa 2 du droit en vigueur. Sans attendre des miracles du maintien de cet alinéa, qui fixe une valeur seuil spécifique plus basse que celles qui figurent dans la règle générale et au-delà desquelles les concentrations d'entreprises de médias doivent être notifiées, nous pensons que ce maintien favorisera l'existence d'une situation véritablement concurrentielle qui contribuera à garantir une vraie diversité de la presse et, donc, le bon fonctionnement de la démocratie.
Pour toutes ces raisons, je vous demande de suivre la minorité de la commission.
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion
Artikel 9 Absatz 2 regelt die Fusion von Zeitungen, Lokalfernsehen usw. In der Expertenbefragung, die aus Anlass dieser Kartellgesetzrevision gemacht wurde, wurde ersichtlich, dass in diesem Bereich der Fusion - im Bereich der Zusammenschlüsse von Medienunternehmen - ein gewisser Handlungsbedarf besteht. Ausgangslage war, wie Herr Rennwald bereits gesagt hat, ganz klar das Verschwinden von zahlreichen kleinen Zeitungen sowie die Übernahme gewisser Lokalsender durch Medienunternehmen. Wie Sie wissen, sind Unternehmen gemäss Artikel 9 verpflichtet, beabsichtigte Zusammenschlüsse der Weko zu melden, wenn bestimmte quantitative Schwellen überschritten werden. Hauptkriterium ist dabei der erzielte Umsatz. Im Medienbereich gilt ein sehr niedriger Schwellenwert, und vor allem ein niedrigerer als für andere Unternehmen.
Die Weko wurde bis anhin immer über Zusammenschlussabsichten informiert, wenn ein Umsatz von mindestens 5 Millionen Franken generiert wurde. Dies gilt für jedes der beteiligten Unternehmen. Nun hat die Weko einen sehr grossen Teil der gemeldeten Fälle - es waren 19 von 21 - als wettbewerbspolitisch unbedenklich bezeichnet. Damit darf und muss man sich die Frage stellen, ob im Bereich der Medienfusionen der Aufwand der Kontrolle auch im Verhältnis zum Ertrag steht.
Der im Gesetz verankerte niedrige Schwellenwert zwingt nämlich die Weko, Zusammenschlüsse zu untersuchen und Praktiken zu untersagen, die eine gewisse Strukturanpassung begünstigen und sich somit volkswirtschaftlich auch positiv auswirken. Selbst wenn auch wir von der CVP diese Konzentration der Presse bedauern, weil sie eine negative Auswirkung auf die Meinungsvielfalt hat, können wir sie nicht stoppen, denn selbst sehr grosse Unternehmen werden in Zukunft einen schwierigeren Stand haben. Wir müssen mit einer gezielten Presseförderung gegen die negativen Folgen einer Konzentration antreten. Mit der Wiederaufnahme des bestehenden Artikels könnten wir jedoch nicht einmal die strukturellen Anpassungen im Medienbereich verhindern.
Ich bitte Sie daher im Namen der CVP-Fraktion, den Antrag der Minderheit Rennwald abzulehnen.
Spuhler Peter · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich kann es hier kurz machen. Der vorliegende Artikel soll die Fusionen von Zeitungen und Lokalfernsehen regeln, und zwar bei einer deutlich tieferen Schwelle als bei anderen Branchen. Auch hier ist wieder ein ähnlicher Ansatz vorhanden wie gestern beim Büchermarkt. Sobald linke Interessen tangiert sind, werden Ausnahmen im Kartellgesetz vorgeschlagen.
Ich bitte Sie daher, der Mehrheit zu folgen.
Fehr Hans-Jürg · Nationalrat · Schaffhausen · Sozialdemokratische Fraktion
In Artikel 9 Absatz 2 ist tatsächlich eine Sonderregelung für die Unternehmungen in der Medienbranche enthalten. Aber es gab und gibt eben gute Gründe dafür, dass es im Kartellgesetz eine Sonderregelung gibt. Ich möchte Ihnen die zwei wichtigsten dieser guten Gründe sagen:
1. Der Medienbereich ist insofern ein spezieller, als es hier nicht um Schrauben oder Fahrräder oder irgendwelche anderen Güter geht, sondern es geht hier immer auch um kulturelle und politische Werte. Konkret: Wettbewerb macht wahrscheinlich nirgends so viel Sinn wie im Meinungsstreit. Unsere direkte und föderalistische Demokratie lebt vom publizistischen Pluralismus, vom öffentlichen Meinungsstreit. Der ist aber nicht mehr gewährleistet, wenn wir grossflächige Medienmonopole haben. Leider ist das ja über weite Strecken heute schon der Fall.
2. Ein weiterer Grund, warum man eine Monopolbildung im Medienbereich unterbinden können sollte, liegt in den Eigenheiten dieser Branche selber. Die frankenmässigen Beträge, die in Artikel 9 Absatz 1 genannt sind und eine Meldepflicht auslösen, hätten auf die Medienbranche überhaupt keine Auswirkung. Es gibt z. B. in der Schweiz kein einziges Medienunternehmen, das 2 Milliarden Franken Umsatz macht. Es gibt sogar nur eines, das 1 Milliarde Franken Umsatz macht. Es gibt nur fünf Medienunternehmen, die mehr als 500 Millionen Franken Umsatz machen; es gibt nur deren neun, die mehr als 100 Millionen Franken Umsatz machen. Das heisst, wir befinden uns in der Medienbranche eben in ganz anderen Verhältnissen. Es waren diese anderen Verhältnisse, die 1995 den Gesetzgeber veranlasst haben, eine spezielle, d. h. eben eine schärfere Regelung einzuführen.
Wenn Sie das nicht machen und jetzt Artikel 9 Absatz 2 streichen, wie das die Mehrheit will, dann müssen Sie sich bewusst sein: Das ist das Ende der Fusionskontrolle im Medienbereich. Dann werden Sie keine Zusammenschlüsse mehr als meldepflichtig erklären, weil die schweizerische Medienbranche die in Absatz 1 genannten Beträge gar nicht erreicht. Sie geben damit der Monopolbildung im Medienbereich freie Bahn und tun damit das Gegenteil von dem, was man im Interesse einer demokratietauglichen Öffentlichkeit in der Schweiz eben haben müsste.
Das Kartellgesetz ist mit Artikel 9 Absatz 2 in der geltenden Fassung jetzt schon ein Gebiss mit ziemlich stumpfen Zähnen. Wenn Sie Absatz 2 aufheben, ziehen Sie dem Kartellgesetz die letzten Zähne. Dann gibt es keine Meldepflicht mehr, und dann werden Sie in der Schweiz sämtlichen möglichen Übernahmen - und es sind in der Zwischenzeit relativ gefährliche Übernahmen denkbar - Tür und Tor öffnen. Leidtragende wird die direkte Demokratie in unserem Land sein, weil Sie dem publizistischen Wettbewerb und der Meinungsvielfalt hier einen ganz schlechten Dienst erweisen.
Was in Artikel 9 Absatz 2 steht, ist das Minimum dessen, was wir an Fusionskontrolle im Medienbereich haben müssten. Ich bitte Sie, die Minderheit zu unterstützen, damit wenigstens dieses Minimum im Gesetz erhalten bleibt.
Pelli Fulvio · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion
L'article 9 règle les cas de notification des opérations de concentration d'entreprises. Il est prévu une règle générale à l'alinéa 1er; il y a une règle spéciale pour les assurances et les banques (al. 3); et il y a une règle à l'alinéa 2 pour les médias. Cette règle a été introduite dans le but de garantir une certaine diversité dans les médias, car celle-ci est considérée comme étant dans l'intérêt du public.
Mais l'expérience a montré que cette règle particulière pour les médias est inutile. Parmi les 36 cas qui se sont présentés depuis que la loi sur les cartels a été mise en vigueur, 31 ont été jugés comme des cas sans problème, c'est-à-dire pour lesquels il n'a pas été nécessaire de procéder à un examen approfondi. Les cinq autres cas ont été examinés avec beaucoup plus d'attention: il s'agissait de cas pour lesquels la valeur seuil prévue par la règle générale était atteinte.
C'est pour cette raison que le Conseil fédéral a estimé inutile de maintenir une règle qui n'a pas d'effet. Les chiffres montrent que les opérations de concentration n'atteignant pas les valeurs seuils mentionnées à l'article 9 alinéa 1er, c'est-à-dire celles figurant dans la règle générale, ont été jugées insignifiantes dans la plupart des cas. Alors c'est tout simplement pour une raison de coût et de volume de travail que le Conseil fédéral propose, et la commission le suit, d'abolir cette règle qui s'est avérée inutile dans la pratique.
La majorité de la commission vous demande de rejeter la proposition de minorité.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Nous proposons le rejet de la proposition de minorité.
Il est vrai que la loi sur les cartels actuelle prévoit des valeurs seuils spécifiques au-delà desquelles les concentrations d'entreprises de médias sont soumises à l'obligation de notifier. De manière générale, l'obligation de notifier concerne des entreprises qui ont un chiffre d'affaires de 500 millions de francs en Suisse. Dans le cas de la presse, dans la pratique, la valeur seuil est de 25 millions de francs.
Nous constatons une évolution rapide des médias électroniques, et la pression sur les médias régionaux et locaux s'est accrue massivement. Il existe dès lors un certain besoin de concentration. L'abrogation de valeur seuil spécifique prend en compte ces circonstances nouvelles. Elle évite des frais administratifs inutiles pour les entreprises; elle permet à la Commission de la concurrence de concentrer ses efforts sur des états de fait pertinents du point de vue économique.
Les fusions importantes du point de vue de la concurrence dans le domaine des médias seront toujours examinées par la Commission de la concurrence, même si l'on supprime la disposition actuelle. Ainsi par exemple, en Suisse romande, le rachat par Edipresse de l'entreprise Corbaz resterait soumis à l'obligation de notifier malgré la suppression de l'article 9 alinéa 2 de la loi sur les cartels parce que Edipresse a une position dominante dans cette région de la Suisse.
La politique des médias ne constitue pas à nos yeux un argument suffisant en faveur du maintien d'une valeur seuil spécifique. La poursuite d'une politique des médias doit se faire en utilisant les instruments de la politique des médias, et pas en appliquant directement la loi sur les cartels, qui poursuit d'autres objectifs.
C'est par le biais de la loi fédérale sur la radio et la télévision et par d'autres mesures - notamment d'aide à la presse - que l'on doit poursuivre une politique des médias, et pas à en se référant à la loi sur les cartels. La loi sur les cartels s'applique quand même en cas de fusions de médias, lorsque celles-ci pourraient créer un monopole dans une région.
Nous vous proposons d'abroger l'article 9 alinéa 2 de la loi sur les cartels.
Rennwald Jean-Claude · Nationalrat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
On peut prendre d'autres mesures par la politique des médias, des mesures d'aide à la presse. Dans cette perspective, Monsieur le Conseiller fédéral, êtes-vous disposé à ne pas raboter sur les aides consenties au titre des tarifs postaux?
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Je crois qu'on m'attribue parfois la volonté de dépasser les limites de mon département sans laisser le département de M. Leuenberger se préparer et sans le consulter. Dans le cas présent, je préfère que ce soit M. Leuenberger qui réponde à cette question.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Abs. 2 - Al. 2
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 89 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 40 Stimmen
Abs. 3 - Al. 3
Angenommen - Adopté
Art. 18
Antrag der Kommission
Abs. 1
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 2bis
Die Mitglieder der Wettbewerbskommission legen ihre Interessen in einem Interessenbindungsregister offen.
Abs. 2ter
Mehrheit
Ablehnung des Antrages der Minderheit
Minderheit
(Sommaruga, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Meier-Schatz, Rechsteiner Paul, Rennwald, Strahm)
Den Mitgliedern der Wettbewerbskommission ist während ihrer Anstellung jegliche Ausübung von wirtschaftlichen Tätigkeiten, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen könnte, untersagt. Der Bundesrat bestimmt die Einzelheiten.
Art. 18
Proposition de la commission
Al. 1
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 2bis
Les membres de la Commission de la concurrence donnent connaissance de leurs intérêts dans un registre des intérêts.
Al. 2ter
Majorité
Rejeter la proposition de la minorité
Minorité
(Sommaruga, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Meier-Schatz, Rechsteiner Paul, Rennwald, Strahm)
Pendant la durée de leur mandat, les membres de la commission ne sont pas autorisés à exercer d'activités économiques qui pourraient limiter leur indépendance. Le Conseil fédéral arrête les modalités.
Sommaruga Simonetta · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Die Wettbewerbskommission (Weko) bekommt mit der Möglichkeit, direkte Sanktionen auszusprechen, mehr Gewicht und mehr direkte Einflussnahme. Umso wichtiger ist es, dass dieses Gremium glaubwürdig handeln kann und akzeptiert ist. Ich will nicht auf den Entwurf des Bundesrates zurückkommen. Eine "Professoralisierung" der Weko wurde in der Vernehmlassung breit abgelehnt und wird auch von unserer Seite nicht unterstützt. Hingegen ist eine Professionalisierung der Weko dringend notwendig. Ich wäre an sich gerne weiter gegangen und hätte mir eine Weko gewünscht, die tatsächlich als unabhängiges Richtergremium funktionieren kann. Doch ich habe mich überzeugen lassen, dass die Schweiz zu klein ist, um ein solches Fünfer- oder Siebnergremium zu unterhalten.
Mein Minderheitsantrag ist deshalb ein Kompromissvorschlag. Was wir nicht länger tolerieren können, ist, dass Leute in der Weko sitzen, die immer wieder in den Ausstand treten müssen. Solche Zustände schaden der Glaubwürdigkeit und der Akzeptanz der Weko massiv. Zwar hat der Präsident der Weko vorerst die Konsequenzen gezogen. Der Bundesrat hat anstelle eines Bankenvertreters einen Professor an die Spitze der Weko gestellt. Doch gerade Professoren sind ja auch nicht per se unabhängig. Wenn sie Gutachten für Branchen erstellen, in denen sie nachher als so genannt unabhängige Richter urteilen sollen, dann geht das nicht zusammen.
Ich möchte deshalb mit meinem Minderheitsantrag eine Klärung und mehr Transparenz herbeiführen. Die Mitglieder der Weko sollen während ihrer Anstellung keine wirtschaftlichen Tätigkeiten ausüben, die ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen können. Damit schaffen wir ein Minimum an Transparenz und Unabhängigkeit, ohne die eine glaubwürdige Ausübung dieses Amtes meines Erachtens gar nicht möglich ist. Natürlich gibt es schon heute Mitglieder der Weko, die diese Forderung selber umsetzen, weil sie einsehen, dass eine Doppelrolle mit absehbaren Interessenkonflikten auf die Dauer nicht aufrechtzuerhalten ist. Wer aber freiwillig auf seine wirtschaftliche Tätigkeit verzichtet - und Weko-Mitglieder sind begehrte Verwaltungsräte -, verzichtet auf Zusatzeinnahmen, die jeder gerne annimmt. Es sollen deshalb für alle Weko-Mitglieder die gleichen Regeln gelten. Für all jene, die sich nicht vorstellen können, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten die Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten, wird der Bundesrat die Einzelheiten bestimmen. Das steht ebenfalls im Minderheitsantrag.
Ich bitte Sie, dem Antrag der Minderheit zuzustimmen.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Le groupe démocrate-chrétien communique qu'il suit la majorité.
Schneider Johann N. · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die FDP-Fraktion unterstützt die Mehrheit und lehnt den Minderheitsantrag Sommaruga ab. Es scheint uns äusserst wichtig, dass die Weko-Mitglieder einen Bezug zur Realität haben. Dies bedeutet, dass sie einer gewissen wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen können müssen. Dass ihre Unabhängigkeit dennoch gewährleistet sein muss, scheint auch selbstverständlich. Die Kommission wird durch die Erfahrungswerte ihrer Mitglieder, die diese aus der aktuellen täglichen Praxis mitbringen, aufgewertet und so auch zu faireren Urteilen finden.
Ich bitte Sie um Unterstützung der Mehrheit.
Spuhler Peter · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Im Vorfeld der Diskussion über die Kartellgesetzrevision wurde teilweise massiv Kritik an der Weko geübt. Die Vorwürfe lauteten auf mangelnde Professionalität und fehlende Gewährleistung der Unabhängigkeit. Gefordert wurde eine Professionalisierung. Ich frage Sie: Was bedeutet das?
Gemäss den Ansichten der linken Seite hätten, unter Aufgabe des Milizgedankens, Profis in die Weko gewählt werden sollen. Bereits Herr Schneider hat es gesagt: Wir brauchen in der Weko nicht nur die besten Spezialisten - die übrigens sehr schwer zu gewinnen sind, wenn sie in der Weko als Profis arbeiten müssen -, sondern diese müssen auch einen Bezug zur Realität, zur Praxis, haben.
Daher unterstützen wir hier ebenfalls die Mehrheit. Hinzu käme, dass eine solche Professionalisierung mit höheren Kosten verbunden und das Wahlkriterium nicht mehr nur die Kompetenz wäre. Vielmehr ginge es um die Frage, wer sich für eine solche hundertprozentige Anstellung zur Verfügung stellen könnte. Wir müssen den Milizcharakter, der heute bei der Weko herrscht, weiter erhalten, und ich bitte Sie daher, den Antrag der Minderheit abzulehnen und der Mehrheit zuzustimmen.
Strahm Rudolf · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Beim Antrag der Minderheit Sommaruga zu Artikel 18 Absatz 2ter geht es um die Funktion der Weko. Der Hintergrund des Antrages Sommaruga, aber auch der Hintergrund des Antrages der Kommission zu Absatz 2bis zugunsten der Transparenz bei den Interessenbindungen, ist ein Unbehagen gegenüber der Weko, das vor allem anfänglich vorhanden war.
Das Ideal einer Wettbewerbsbehörde, die unabhängig und stark ist, wäre eigentlich Folgendes - das ist hier nicht beantragt, ich muss das betonen -: Das Ideal bzw. das Ziel wäre eine Weko, die als unabhängiges, professionelles richterliches Gremium funktioniert, in dem, wie bei den Gerichten auch, pluralistische Meinungen aus dem politischen Spektrum vertreten sind; ein Gremium, das voll professionell zusammengesetzt ist, nicht aus Professoren, nicht aus Verbandsvertretern; ein Gremium, das ähnlich wie z. B. heute die Steuerrekurskommissionen des Bundes funktioniert.
Ich möchte Sie erinnern: Wir hatten noch Anfang der Neunzigerjahre immer Probleme bei den Steuerrekurskommissionen, als diese Leute noch nebenamtlich arbeiteten. Immer brauchte es Ausstände, immer gab es Interessenverflechtungen der von den Anwaltsbüros und Treuhandfirmen delegierten Experten. Seit die Mitglieder der Steuerrekurskommission vollzeitlich arbeiten, haben wir eine höhere Qualität der Entscheide und unabhängige Entscheide. Das wäre eigentlich auch die Vision für die Weko; aber das ist hier jetzt nicht beantragt.
Der Antrag der Kommissionsmehrheit ist ein Fortschritt. Es müssen nämlich alle Mitglieder ihre privaten Interessen offen legen, ähnlich wie wir Parlamentarierinnen und Parlamentarier das tun müssen. Wir haben bei der Weko vor allem am Anfang erlebt, dass der bisherige Präsident die halbe Zeit wegen Interessenkollisionen in den Ausstand treten musste. Bisher, vor allem am Anfang, hatten wir sehr viele Rekurse gegen Entscheide der Weko, die in der Rekurskommission erfolgreich waren; das heisst, die Anlaufarbeit war sehr schwierig. Die Weko hatte bis jetzt wenig "Biss", wenig Durchsetzungskompetenz, und vor allem ist zu vermerken: Sie wurde auch in der Wirtschaft wenig ernst genommen. Die wichtigste Qualität einer Wettbewerbsbehörde ist, dass sie ernst genommen wird und "Biss" hat. Das war bis jetzt nicht der Fall. Mit den direkten Sanktionen, die der Bundesrat vorschlägt, wird diese Durchsetzungskompetenz zweifellos erhöht werden. Das waren einige generelle Bemerkungen zur Funktionsweise der Weko, seit 1995 konnten wir ja hier eigentlich nie mehr ausgiebig darüber sprechen.
Der Antrag der Minderheit Sommaruga will keine wirtschaftliche Tätigkeit der Weko-Mitglieder mehr zulassen. Verbandsvertreter, die nur überbetriebliche Interessen vertreten, sollen aber nach dem Antrag der Minderheit Sommaruga weiter zugelassen werden. Frau Sommaruga will mit ihrem Antrag nicht Profis in der Weko, aber es sollen keine Einzelinteressen, keine wirtschaftlichen Verbindungen, zum Beispiel zu Firmen, mehr bestehen.
Wenn die Weko jetzt mit der Reform des Bundesrates aufgewertet wird und wenn sie saftige Bussen aussprechen kann, die wir sonst kaum kennen - das kann sich dann um Bussen in zwei- und dreistelliger Millionenhöhe handeln -, wenn die Weko also diese Kompetenzen erhält, dann muss man sich auch fragen, ob persönliche Interessenbindungen einzelner Mitglieder noch einen Platz haben. Wie gesagt, vorläufig wären die Verbandsvertreter weiterhin in der Weko vertreten, aber wenigstens bestünden keine persönlichen direkten Interessenbindungen.
In dem Sinne sollten Sie den Antrag der Kommission durch den Antrag der Minderheit Sommaruga ergänzen. Das heisst: nicht nur mehr Transparenz, sondern Vermeidung der Interessenbindungen.
Pelli Fulvio · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ce sont les mots "indépendance", "compétence", "professionnalisation" qui sont importants dans cette discussion. Tout le monde veut que la Commission de la concurrence soit indépendante, qu'elle puisse juger sans liens d'intérêts.
La majorité se soucie de garantir aux membres de la commission une grande compétence et une proximité avec la réalité. La minorité veut qu'ils se professionnalisent de façon substantielle.
Je vous demande de suivre la majorité. On a introduit un critère, un registre des intérêts, pour garantir la transparence totale et pour pouvoir examiner à tout instant la position de tout membre de la commission. Mais si on introduit des critères qui poussent à la professionnalisation, comme le veut la minorité Sommaruga, on risque de ne pas avoir une commission de haute compétence, capable de bien connaître la réalité. La Suisse est un petit pays. Cette matière est compliquée. Il faut bien connaître le marché et simultanément les cartels et les distorsions de la concurrence.
De plus, dans la procédure de consultation, tout le monde s'est exprimé pour le maintien dans la commission des représentants des branches intéressées, c'est-à-dire des gens ayant des intérêts à défendre, y compris les représentants des consommatrices et des consommateurs. Cette idée d'avoir des représentants des milieux intéressés est évidemment en contradiction avec la proposition de minorité Sommaruga. On devrait trahir la volonté qui est ressortie de la procédure de consultation pour passer à une professionnalisation qui pourrait créer des problèmes de choix des membres en vue de la composition de la commission.
Alors, dans ce jeu entre compétence et professionnalisation, la majorité de la commission croit qu'il est beaucoup plus important de prendre en considération la compétence des membres de la commission et de renoncer à leur professionnalisation.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Dans la procédure de consultation, le Conseil fédéral avait proposé une solution proche de celle défendue aujourd'hui par la minorité Sommaruga. Le résultat a été dévastateur. Il n'y a eu pratiquement aucun appui pour cette proposition, si bien qu'on y a renoncé, de même qu'on a renoncé à réduire à sept le nombre des membres de la commission.
Dans la pratique, pour siéger dans la Commission de la concurrence, il faut avoir des connaissances théoriques et aussi pratiques. La Suisse n'est pas un vivier tellement extraordinaire, au vu du nombre d'habitants, de personnalités qui disposent de connaissances théoriques, de connaissances pratiques et qui, de surcroît, seraient disposées à abandonner toute activité professionnelle pour siéger dans la Commission de la concurrence. Je crois que la réalité nous impose de continuer, comme par le passé, à avoir des représentants de milice dans la Commission de la concurrence.
Mais le danger mis en évidence par les partisans de la proposition de minorité Sommaruga doit être pris en compte. Il est écarté par les règles relatives aux conflits d'intérêts. Les membres de la commission ont l'obligation de se récuser lorsqu'ils pourraient être parti pris dans une affaire et ils l'ont respectée de manière scrupuleuse.
Dans ces conditions, je crois qu'il est juste de rejeter la proposition de minorité Sommaruga.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Abs. 1, 2bis - Al. 1, 2bis
Angenommen - Adopté
Abs. 2ter - Al. 2ter
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 91 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 60 Stimmen
Art. 27 Abs. 1; 42; 42a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 27 al. 1; 42; 42a
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 43 Abs. 4
Antrag der Kommission
Mehrheit
Ablehnung des Antrages der Minderheit
Minderheit
(Strahm, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul)
.... haben nur die beteiligten Unternehmen sowie deren Standortkantone Parteirechte.
Art. 43 al. 4
Proposition de la commission
Majorité
Rejeter la proposition de la minorité
Minorité
(Strahm, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul)
.... seules les entreprises participantes et les cantons dans lesquels elles ont leur siège ont qualité de parties.
Strahm Rudolf · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Bei diesem Antrag geht es um das Fusionsrecht, und zwar um das Verfahrensrecht im Fusionsrecht. Nach heutigem Recht ist es bei Fusionen so, dass eine Beschwerdemöglichkeit besteht, und zwar heisst es in Artikel 43 Absatz 4: "Im Verfahren der Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen haben nur die beteiligten Unternehmen Parteirechte." Nur die beteiligten Unternehmen haben Parteirechte: Wenn also zwei heiraten, dürften nach heutigem Recht nur die beiden Heiratspartner Einsprache erheben. Diese Einsprachemöglichkeit ist natürlich eigentlich obsolet: Wenn man schon das Heiraten beschliesst, dann wird im Moment des Zusammenschlusses wohl keine Einsprache erhoben, vielleicht später dann schon. Das haben wir z. B. bei verschiedenen Heiraten - ich meine: Unternehmensheiraten - in Amerika erlebt. Man ist sich dann später reuig. Aber es ist eigentlich ein Mangel im Verfahrensrecht, dass nicht mindestens auch die Standortkantone ein Einspracherecht haben. Deswegen beantrage ich mit meinem Minderheitsantrag, dass nicht nur die beteiligten Unternehmen, sondern auch die Standortkantone Parteirechte erhalten. Dabei denke ich an die Kantone des Standortes der betroffenen Betriebsstätten.
Wir haben Fälle von Grossfusionen oder Umstrukturierungen erlebt. Ich denke an die Adtranz-Umstrukturierung und -Umgruppierung in Pratteln, oder ich denke an die Fusion Sandoz/Ciba-Geigy auf dem Platz Basel. Solche Fusionen waren mit sehr vielen Entlassungen, in der Grössenordnung von Tausenden von Beschäftigen, verbunden. Der Standortkanton hatte dabei kein Parteirecht. Solche grossen Umstrukturierungen und Fusionen sind weiss Gott ein Vorgang, der die Volkswirtschaften betrifft, der Sozialpläne erfordert, der Folgekosten für die Kantone und die Arbeitslosenversicherung bringt. Kurz: Es ist ein Mangel im Fusionsrecht, dass es keine anderen Parteirechte gibt.
Ich denke daran, dass z. B. die Standortkantone schon bei der Fusionsgenehmigung, die ja von der Weko entschieden werden muss und auch weiterhin entschieden werden soll, wenigstens ihre Wünsche - z. B. bezüglich Sozialplänen, Umschulung, Weiterbildung, Betroffenheit des Personals - einbringen können. Es geht hier nicht um die Verhinderung von Fusionen, sondern darum, dass ein ordentliches Parteirecht des Kantons gegenüber der Weko besteht.
Heute darf der Kanton zwar der Weko einen Brief schreiben, aber die Weko kann solche Aspekte im Fusionsrecht nicht einmal formell berücksichtigen. Das ist ein Mangel. Fusionen sind volkswirtschaftliche Vorgänge, sie sind sozialpflichtig. Deswegen fordern wir, dass nicht nur die beiden Parteien, die fusionierenden Firmen, sondern auch die Kantone ein Parteirecht, d. h. eine Einsprachemöglichkeit gegenüber der Weko, haben.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Le groupe radical-démocratique communique qu'il soutient la proposition de la majorité.
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion
Ich kann es kurz machen. Die Minderheit Strahm will im heiklen Bereich der Fusionen und Unternehmenszusammenschlüsse den Standortkantonen ein Parteirecht einräumen. Diese zusätzliche Klausel würde die Strategie zahlreicher Unternehmen behindern, die einen Zusammenschluss prüfen, um ihr Überleben zu sichern. Das kann wirtschaftlich gesehen kaum Sinn machen. Diese Ergänzung hat auch nichts mit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in den betroffenen Regionen bzw. Kantonen zu tun. Vielmehr wäre zu befürchten, dass schliesslich nicht nur die Arbeitsplätze am Standort vollumfänglich verloren gingen, sondern dass auch der Schliessung des Unternehmens entgegengesehen werden müsste.
Fusionen sollen nur dann verhindert werden, wenn es sonst zu einer marktbeherrschenden Stellung des Unternehmens kommt. Erst für diesen Fall sollen Mittel gegen Missbrauchstatbestände zur Verfügung stehen. Ein solches Parteiverfahren muss innert nützlicher Frist entschieden werden, d. h., die Weko räumt in der Regel eine Frist von einem bis vier Monaten ein. Innerhalb dieser Frist werden auch die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Fusion berücksichtigt. Es ist also nicht so, dass man nicht auf die volkswirtschaftlichen Vorgänge Rücksicht nehmen möchte. Man kann dies innerhalb der erwähnten Frist tun. Dennoch: Ein kantonales Parteirecht käme einer politischen Würdigung gleich. Ein Recht des Kantons der betroffenen Region würde das Verfahren einerseits ganz sicher stark verzögern und andererseits auch komplizieren, weil dadurch sachfremde Interessen einflössen. Dies kann nicht im Sinne der Wettbewerbspolitik und der Unternehmensstrategie sein, auch nicht für die betreffenden Regionen.
Ich bitte Sie im Namen der CVP-Fraktion, diesen Antrag der Minderheit Strahm abzulehnen.
Rennwald Jean-Claude · Nationalrat · Jura · Sozialdemokratische Fraktion
L'article 43 alinéa 4 règle la question de la définition des parties dans la procédure d'examen des concentrations d'entreprises. Selon la version du Conseil fédéral et de la majorité de la commission, qui reprennent le droit actuel, seules les entreprises participantes ont qualité de parties à cette procédure.
Il nous paraît que cette vision des choses est trop restrictive et que la réglementation en vigueur n'est pas satisfaisante. On aurait pu aussi imaginer d'associer à cette procédure une entreprise tierce dans la mesure où celle-ci peut aussi être touchée par la concentration de deux autres entreprises. On aurait aussi pu imaginer d'y associer les organisations de travailleurs concernés.
La proposition de minorité Strahm ne va pas aussi loin, elle se limite à étendre la qualité de parties aux cantons dans lesquels les entreprises qui participent au processus de concentration ont leur siège. Cette extension nous paraît logique dans la mesure où la participation des cantons à la procédure d'examen permettra de tenir compte à l'avenir de considérations relatives à l'économie publique dans les conditions requises pour autoriser une fusion. Cette précision nous paraît fondamentale du fait qu'une fusion peut parfois avoir des conséquences importantes et multiples pour un ou pour plusieurs cantons, et cela en termes d'emploi, de revenu ou encore de fiscalité. On peut citer à cet égard les fusions qui sont intervenues dans les secteurs de la banque et de la chimie ou encore l'affaire Adtranz. Autant de fusions qui ont conduit à la suppression de milliers d'emplois et à propos desquelles les cantons concernés n'ont pas eu un mot à dire, par exemple, pour exiger l'élaboration d'un plan social.
Pour toutes ces raisons, je vous demande de suivre la minorité Strahm.
Zuppiger Bruno · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Im Zweckartikel des Kartellgesetzes wird ausgeführt, dass der Wettbewerb im Interesse einer freiheitlichen und marktwirtschaftlichen Ordnung gefördert werden soll. Dies soll nach Ansicht der SVP-Fraktion auch bei Firmenfusionen gelten, auch wenn Fusionsverfahren etwas Ausserordentliches darstellen. Wir wehren uns dagegen, dass bei Fusionen, die immer unter einem gewissen Druck stehen - Frau Kollegin Meier-Schatz hat es ausgeführt -, weitere Parteirechte eingeräumt werden. Marktwirtschaft soll nicht durch Staatsinterventionismus beeinträchtigt werden. Professor Walter Stoffel hat in der WAK ausgeführt, dass eine formelle Parteistellung weiterer Personen und Unternehmer - und ich meine: auch eine formelle Parteistellung von Standortkantonen - ein Verfahren stark verkomplizieren und verlängern würde. Weil zu befürchten ist, dass damit auch eine Reihe von sachfremden Interessen einflössen, käme es nach Aussage von Professor Stoffel zu weniger guten Entscheiden. Auch aus der Sicht der Weko hat die geltende Bestimmung problemlos funktioniert.
Daher bitte ich Sie im Namen der SVP-Fraktion, der Mehrheit zuzustimmen und den Antrag der Minderheit abzulehnen.
Fässler Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
In Artikel 43 Absatz 4 geht es um die Frage, wer bei der Prüfung der Zulässigkeit von Fusionen Parteirechte haben soll. Die Kommissionsmehrheit gesteht dieses Recht nur den beteiligten Unternehmen zu. Die Minderheit Strahm möchte dieses Recht auch den Standortkantonen gewähren; dies mit folgender Begründung: Die Weko muss sonst, wie bisher, nicht einmal Konsultationsverfahren durchführen. Es sollten volkswirtschaftliche Überlegungen der Kantone eingebracht werden können, denn der Entscheid betrifft ja ihre ökonomische Zukunft.
Die Mehrheit hingegen möchte diesen Zusatz nicht einfügen, und zwar mit folgender Begründung: Die Verfahren sollen rasch gehen und möglichst wenig kompliziert sein. Die Weko berücksichtigt volkswirtschaftliche Anliegen durchaus. Es sollen keine sachfremden Interessen einfliessen können. Ausserdem funktioniert die bisherige Bestimmung problemlos und es könnte hinsichtlich der Fragen Kantonsgrenze, Firmensitz und Arbeitsplätze zu Komplikationen kommen. Wenn nur der Firmensitzkanton zugelassen würde, aber die Arbeitsplätze eigentlich an einem anderen Ort wären, könnte das zu Komplikationen führen.
Deshalb beantragt Ihnen die Kommission mit 12 zu 7 Stimmen, der Mehrheit zu folgen, welcher ich mich nicht anschliessen werde.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Le Conseil fédéral est d'avis que cette proposition de minorité est étrangère à la systématique de la loi sur les cartels, en particulier à la procédure d'examen de concentration des entreprises. La constitution et la loi fixent un objectif à la Comco, c'est de favoriser la concurrence, et la Comco ne peut prendre en compte d'autres critères, notamment le critère du marché du travail. En outre, il y aurait des difficultés d'application. M. Strahm a évoqué la fusion de grandes entreprises chimiques qui ont toute une série de sites en Suisse; finalement, il y aurait toute une série de cantons qui pourraient faire opposition à cette fusion en fonction d'intérêts régionaux qui condamneraient peut-être d'autres avantages découlant de la fusion dans d'autres régions de Suisse.
Il y a aussi le fait que la loi sur les cartels dispose d'un article 11 qui prévoit que le Conseil fédéral peut autoriser une concentration interdite par la Comco si cela est nécessaire à la sauvegarde d'intérêts publics prépondérants. Lorsque le Conseil fédéral doit se prononcer sur la base de l'article 11, contrairement à la Comco, il peut tenir compte de la sauvegarde des intérêts de certaines régions. Nous pensons que l'article 43 n'est pas le lieu pour introduire l'obligation de prendre en compte les intérêts des cantons.
Le Conseil fédéral vous recommande de suivre la majorité de la commission.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 105 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 57 Stimmen
Art. 44
Antrag der Kommission
Gegen Verfügungen der Wettbewerbskommission, eines Mitgliedes des Präsidiums oder ihres Sekretariates ....
Art. 44
Proposition de la commission
Les décisions de la commission, d'un membre de la présidence ou du secrétariat ....
Angenommen - Adopté
Art. 47 Abs. 2; Gliederungstitel vor Art. 49a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 47 al. 2; titre précédant l'art. 49a
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 49a
Antrag der Kommission
Abs. 1
Mehrheit
.... Artikel 5 Absätze 3 und 4 ....
Minderheit I
(Spuhler, Baader Caspar, Zuppiger)
.... verhält, und dem vorzuwerfen ist, dass es nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehrungen getroffen hat, um das unzulässige Verhalten zu vermeiden, wird mit einer Busse bis zu 10 Prozent ....
Minderheit II
(Gysin Hans Rudolf, Baader Caspar, Oehrli, Spuhler, Wandfluh, Zuppiger)
.... einem Betrag bis zur dreifachen Höhe des dadurch erzielten Gewinnes belastet. Kann kein Gewinn festgestellt werden, so beträgt die Belastung bis zu 10 Prozent des in den letzten drei Geschäftsjahren seines in den betroffenen sachlichen und geographischen Märkten erzielten Durchschnittsumsatzes in der Schweiz. Der Betrag bemisst sich nach der Dauer und der Schwere des unzulässigen Verhaltens. Artikel 9 Absatz 3 ist sinngemäss anwendbar.
Abs. 2, 3
Mehrheit
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Minderheit
(Gysin Hans Rudolf, Baader Caspar, Oehrli, Spuhler, Wandfluh, Zuppiger)
Streichen
Art. 49a
Proposition de la commission
Al. 1
Majorité
.... de l'article 5 alinéas 3 et 4 ....
Minorité I
(Spuhler, Baader Caspar, Zuppiger)
.... termes de l'article 7, et qui n'aurait pas pris toutes les mesures d'organisation nécessaires et raisonnablement exigibles pour éviter le recours à de telles pratiques, sera tenue au paiement d'une amende pouvant aller jusqu'à 10 pour cent ....
Minorité II
(Gysin Hans Rudolf, Baader Caspar, Oehrli, Spuhler, Wandfluh, Zuppiger)
.... tenue au paiement d'un montant pouvant atteindre le triple du gain résultant des pratiques illicites. Si le gain ne peut être établi, la somme à payer pourra atteindre 10 pour cent du chiffre d'affaires moyen réalisé en Suisse au cours des trois derniers exercices sur les marchés des produits et géographiques concernés. Le montant est calculé en fonction de la durée et de la gravité des pratiques illicites. L'article 9 alinéa 3 s'applique par analogie.
Al. 2, 3
Majorité
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Minorité
(Gysin Hans Rudolf, Baader Caspar, Oehrli, Spuhler, Wandfluh, Zuppiger)
Biffer
Abs. 1 - Al. 1
Spuhler Peter · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich möchte Sie zuerst darauf aufmerksam machen, dass die Minderheiten I und II unabhängig voneinander sind; es geht also nicht um ein Entweder-oder.
Im Antrag der Minderheit I geht es darum, wie weit die Fahrlässigkeit ausgeschlossen werden kann. Nach dem Entwurf des Bundesrates sollen die direkten Sanktionen als verschuldensunabhängige Administrativsanktionen ausgestaltet werden. Dies hat zur Folge, dass eine Sanktionierung auch dann erfolgen kann, wenn das Unternehmen, dem ein fehlbares Verhalten vorgeworfen wird, weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt hat. Es bedeutet zudem, dass ein Unternehmen auch sanktioniert wird, wenn es sich in einem Rechtsirrtum befunden hat. Denn Schuldausschliessungsgründe wie Rechtsirrtum können bei verschuldensunabhängigen Sanktionen nicht geltend gemacht werden.
Mit dem Entwurf des Bundesrates ginge das schweizerische Sanktionenrecht deutlich weiter als das Recht in der EU. Dies wäre jedoch unverhältnismässig, weshalb der bundesrätliche Entwurf in Artikel 49a Absatz 1 zugunsten der Wirtschaft geändert werden muss.
Ich beantrage, dass der Zusatz ".... und dem vorzuwerfen ist, dass es nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehrungen getroffen hat, um das unzulässige Verhalten zu vermeiden ...." eingeführt wird.
Ich möchte Sie bitten, der Minderheit I (Spuhler) zuzustimmen.
Gysin Hans Rudolf · Nationalrat · Basel-Landschaft · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die vom Bundesrat vorgeschlagene Bussenbemessung und Bussenhöhe für die direkten Sanktionen sind unverhältnismässig und auch nicht zweckmässig. Sie müssen in einem vernünftigen Verhältnis zum angerichteten Schaden stehen und die Sanktionierung von anderen, vergleichbaren Tatbeständen sowie die entsprechenden Regelungen im Ausland beachten.
Zuerst zur Bemessungsgrundlage bzw. der Bussenbemessung: Hier ist wie beim bisherigen Artikel 50 des Kartellgesetzes primär auf den durch kartellwidriges Verhalten erzielten Gewinn und nicht auf den Umsatz abzustellen. Falls der Umsatz zum Zuge kommen muss, weil kein Gewinn festgestellt werden kann, ist dessen Beschränkung auf die betroffenen Produkte einerseits und auf die geographischen Märkte andererseits vorzusehen. Denn alles andere macht keinen Sinn. Es wäre unverhältnismässig, im Falle eines behaupteten Verstosses eines bestimmten Produktes im Markt in einer bestimmten Region den Umsatz aller Produkte des Unternehmens in der ganzen Schweiz zu büssen.
Und nun zur Bussenhöhe: Unverhältnismässig hohe Bussen können direkte Auswirkungen auf die Arbeitsplätze des Unternehmens und den Arbeitsmarkt zur Folge haben. Bei den von der Mehrheit beantragten Sanktionen können KMU, wenn es sie betrifft, vom Markt gefegt werden. Deshalb sind - bei allem Verständnis für das Anliegen der Verhinderung kartellwidriger Missbräuche - auch die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze zu berücksichtigen. Es hat keinen Sinn, Sanktionen in aller Härte auszusprechen, wenn anschliessend die Arbeitslosenversicherung die ganze Sache wieder zu bereinigen hat.
Beim Umsatz sind deshalb nicht 10 Prozent des in den letzten drei Jahren erzielten Umsatzes, sondern 10 Prozent des Durchschnittsumsatzes der letzten drei Jahre herbeizuziehen. Es gibt keinen Grund, hier weiter zu gehen als die EU. Wenn ein Gewinn festgestellt werden kann, soll jedoch, wie bereits erwähnt, der Umsatz nicht zum Zuge kommen. Die Busse soll dann bis zur dreifachen Höhe des unrechtmässig erzielten Gewinnes betragen können, wie dies bereits heute in Artikel 50 des Kartellgesetzes unter den Verwaltungssanktionen vorgesehen ist.
Ich bitte Sie, der Minderheit II (Gysin Hans Rudolf) zuzustimmen.
Schneider Johann N. · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die FDP-Fraktion wird für die Mehrheit votieren und lehnt die beiden Minderheitsanträge Spuhler und Gysin Hans Rudolf ab; dies jeweils im Stimmenverhältnis von 2 zu 1. Die FDP-Fraktion ist in ihrer grossen Mehrheit davon überzeugt, dass das angedrohte Strafmass eindrücklich sein muss, wenn ein kartellistisches Verhalten a priori als uninteressant beurteilt werden soll. Es muss sichergestellt werden, dass mit dem Risiko, ein Kartell aufgedeckt zu bekommen, nicht gespielt werden darf. Mit Spielen meine ich eine Situation, in der während einer gewissen Zeit die Kartellrente abkassiert wird, darauf spekulierend, dass es, sollte das Kartell auffliegen, immer noch sehr viel billiger zu stehen käme, eine zu geringe Busse, d. h. einen Teil der einkassierten Rente, abliefern zu müssen. Wollen wir diese Spielerei gar nicht erst zum Ausprobieren zulassen, so muss man, wie das die deutliche Mehrheit der FDP-Fraktion will, eindrückliche Geldstrafen androhen.
In diesem Sinne und im Namen der Mehrheit der FDP-Fraktion bitte ich Sie um Zustimmung zur Mehrheit und um Ablehnung der beiden Minderheitsanträge.
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion
Die CVP-Fraktion bekennt sich einmal mehr zum Wettbewerb und will auch ganz klar das Wettbewerbsverhalten der Unternehmen ändern. Die direkten Sanktionen sind ein geeignetes Mittel dafür, daher unterstützen wir auch die Einführung dieser direkten Sanktionen. Es liegt auf der Hand, dass die Folge des heutigen Sanktionensystems das Fehlen der Abschreckungswirkung des Kartellgesetzes ist. Das betroffene Unternehmen erhält in der ersten Phase anstelle einer Sanktion nur eine Verwarnung in Form einer Verfügung. Diese gesetzgeberisch absurde Regelung wird erst recht zum Fiasko, wenn die Unternehmen durch diese Regelung gar zur Kartellbildung verleitet werden. Unternehmen können bei der Vergabe von einzelnen Aufträgen pro Ausschreibung ein Kartell bilden. Diese Auftragskartelle werden zwar bei Entdeckung durch die Weko heute per Verfügung verboten, eine neue Ausschreibung betrifft aber nicht den gleichen Gegenstand der ausgesprochenen Verfügung und kann deshalb nur wieder unter Androhung neuer Verfügungen verboten werden. Diese endlose Kette führt zu keinen Erfolg versprechenden Resultaten. Das Ziel der Bekämpfung der Kartelle kann so nicht erreicht werden.
Ich freue mich darüber, dass eigentlich die grosse Mehrheit in diesem Saal dies mittlerweile auch eingesehen hat. Das war noch vor einem Jahr nicht so. Die Wirksamkeit des Kartellgesetzes hängt entscheidend von der Präventivwirkung ab. Diese Präventivwirkung wird erstens durch die Androhung von direkten Sanktionen erzielt, die sich wirtschaftlich nicht lohnen dürfen, zweitens durch die Erhöhung der Entdeckungswahrscheinlichkeit und drittens durch den Reputationseffekt, das heisst, der Nutzen des Unternehmens aus einer unzulässigen Wettbewerbsbeschränkung wird auch durch den erwarteten Imageverlust vermindert.
Nun aber stellen wir fest, dass die Meinungen vor allem bei der Sanktionshöhe auseinander driften. Die Anträge der Minderheit I (Spuhler) und der Minderheit II (Gysin Hans Rudolf) führen zu einer massiven Verminderung der Strafe. Die Minderheit I verlangt, dass von der Weko nachgewiesen werden muss, dass das Unternehmen nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehrungen getroffen hat, um dieses unzulässige Verhalten zu verhindern. Nicht nur würden diese Abklärungen die Arbeit der Weko beträchtlich erschweren, sondern Unternehmen würden alles daran setzen, um die Verantwortung für ihre bereits getroffenen Abmachungen allenfalls einzelnen Verantwortlichen, auch solchen in subalternen Funktionen, innerhalb des Unternehmens zuzuschieben. Diesem Antrag kann so nicht zugestimmt werden, denn er kommt einer ganz klaren Verhinderungsstrategie gleich.
Auch dem Antrag der Minderheit II können wir nicht zustimmen. Dieser hat zwei Elemente. Einerseits will er primär den Gewinn in Betracht ziehen, dies, obschon Sie und wir alle hier in diesem Saal wissen, dass es ausserordentlich schwierig sein wird, diesen Gewinn zu ermitteln. Anderseits will die Minderheit II den Schweizer Markt noch in geographische Märkte aufgeteilt wissen.
Beide Anträge führen zu einer Schwächung des Sanktionierungssystems und erlauben de facto keine schärfere Gangart der Weko. Die CVP-Fraktion lehnt daher beide Anträge ab. Sie wird der Mehrheit der Kommission folgen, welche die Sanktionshöhe in erster Linie nach der Dauer und der Schwere der Wettbewerbsbeschränkungen festlegt. Die Sanktion soll erstens durch eine maximale Betragshöhe festgelegt werden, d. h. 10 Prozent des in der Schweiz generierten Umsatzes; sie soll zweitens eine zeitliche Dimension beinhalten, d. h. die letzen drei Geschäftsjahre; sie soll drittens als Bemessungsgrundlage für die Strafe den erzielten Gewinn mit einbeziehen. Wir stellen jedoch fest, dass mit dieser Lösung der Umsatz des gesamten Unternehmens und nicht nur jener des Produktes als Bemessungsgrundlage dient. Wir erwarten vom Ständerat ganz klar, dass er sich dieser Frage nochmals annimmt und im Detail abklärt, ob als Bemessungsgrundlage für die Strafe nicht nur der Umsatz, welcher durch die unzulässige Abrede erzielt wurde, in Betracht gezogen werden sollte, dies anstelle des gesamten Umsatzes des Unternehmens.
Ich bitte Sie namens der CVP-Fraktion, die Anträge der Minderheit I (Spuhler) und der Minderheit II (Gysin Hans Rudolf) abzulehnen und der Mehrheit zuzustimmen. Wir sind der Auffassung, dass wir mit der Einführung direkter Sanktionen die erforderliche abschreckende Wirkung erzielen können. Gerade diese ist von Bedeutung: Sie erhöht im Bereich besonders bedenklicher Wettbewerbsbeschränkungen die Präventivwirkung des Gesetzes entscheidend.
Daher bitte ich Sie, der Mehrheit zu folgen.
Polla Barbara · Nationalrat · Genf · Liberale Fraktion
Le groupe libéral soutient les sanctions. Il les soutient exactement telles qu'elles ont été prévues par le Conseil fédéral et entérinées par la majorité de la commission. Je vois que cela fait plaisir à Mme la rapporteuse!
Ces sanctions directes, immédiates, réellement dissuasives du fait de leur montant, simples à appliquer dans leur conception concrétisent notre volonté partagée de protéger la libre concurrence puisque la réalité du terrain a malheureusement largement établi qu'il est en effet nécessaire de protéger cette liberté-là.
De plus, il s'agit de la concrétisation d'une disposition constitutionnelle, non seulement de l'article 27 de notre constitution, qui garantit la liberté économique, mais encore de l'article 96 bien sûr, qui donne mandat à la Confédération de prendre les mesures nécessaires pour lutter contre les conséquences dommageables des cartels.
Très clairement, jusqu'à l'heure actuelle, les mesures qui ont été prises ne répondent pas vraiment au mandat constitutionnel de l'article 96, et c'est la raison pour laquelle le groupe libéral soutient les nouvelles sanctions. La loi sur les cartels et les sanctions plus strictes que nous allons approuver par notre vote contribueront à garantir la liberté économique qui nous est si chère et donc à mieux concrétiser l'article 96.
Il s'agit vraiment là du point central de la révision de la loi. Et j'invite le Conseil à suivre la majorité, ce qui permettrait de souligner réellement qu'il s'agit là d'une volonté commune - je serais ravie d'ailleurs, si M. Spuhler retirait sa proposition de minorité.
L'objectif d'éliminer les cartels rigides, le renforcement de la concurrence, les bénéfices pour les consommateurs justifient largement cette approche; et cela d'autant plus qu'une période transitoire - prolongée jusqu'à deux ans si vous adoptez ma proposition dans les dispositions transitoires - permettra à tous les cartels de se décartelliser sans sanctions, leur donnera le temps pour ce faire et rendra ainsi ces sanctions non seulement réellement dissuasives pour la cartellisation, mais également incitatives pour la décartellisation.
Le groupe libéral vous invite donc à soutenir la proposition de la majorité et à rejeter celles des minorités I et II qui se veulent lénifiantes, mais qui touchent en fait au point central de la révision, et qui tendraient quasiment à la vider de son sens.
Gysin Remo · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Im Namen der SP-Fraktion bitte ich Sie, die Minderheitsanträge I und II abzulehnen. Auf das Ungenügen der bestehenden Regelung muss ich nach meinen Vorrednerinnen nicht mehr eingehen.
Es sind folgende Bemerkungen zum Minderheitsantrag I anzubringen: Die SVP-Fraktion versucht auch hier, das Kartellgesetz zu verwässern. Dies, obwohl die Mehrheit und der Bundesrat eine Sanktionslösung vorschlagen, die eigentlich recht bescheiden daherkommt. Sie zieht nämlich lediglich die in der Schweiz erzielten Umsätze als Basis für eine Sanktion in Betracht. Weit wirksamer wäre der weltweite Umsatz, wie er in der EU und auch in den USA als Basis gilt - allerdings auf Jahresbasis.
Die Minderheit II will Sanktionen aufgrund des Gewinnes statt des Umsatzes aussprechen. Das würde zu sehr geringen Sanktionen führen und die Revision des Kartellgesetzes ziemlich wirkungslos werden lassen. Der Ansatz der Minderheit II ist auch in sich völlig unlogisch. Für Unternehmen mit Gewinn soll der Gewinn als Sanktionsbasis gelten. Weist ein Unternehmen keinen Gewinn aus, soll die Sanktion aufgrund des Umsatzes berechnet werden. Ein Unternehmen, das keinen Gewinn macht, würde dann härter bestraft als eines mit Gewinn. Diese Logik muss zuerst erklärt werden. Das Konzept der Minderheit II stimmt in sich nicht.
Ich bitte Sie im Namen der SP-Fraktion, diese beiden Minderheitsanträge abzulehnen.
Gysin Hans Rudolf · Nationalrat · Basel-Landschaft · Freisinnig-demokratische Fraktion
Herr Kollege Gysin Remo, Sie lehnen beide Minderheitsanträge ab. Ich habe ausgeführt, dass diese harten Sanktionsmassnahmen, insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen, gegebenenfalls zum Konkurs eines Unternehmens führen können. Dies hat vielleicht den Verlust von Dutzenden und Aberdutzenden von Arbeitsplätzen zur Folge. Solche Sanktionen können dazu führen, dass Betriebe am Markt überhaupt nicht mehr existieren - dies nur, weil gegebenenfalls die Unternehmensleitung Fehler gemacht hat. Wie stellen Sie sich zu dieser Frage?
Gysin Remo · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Die ständigen Hinweise auf die KMU-Diskussion sind hier mindestens zum Teil fehl am Platz. Es geht primär um die grossen Kartelle der grösseren Unternehmen. Da geht es um einen volkswirtschaftlichen Schaden in der Höhe von Hunderten von Millionen Franken. In Bezug auf die Arbeitsplätze - dies gilt generell, auch für die KMU - ist zu sagen: Sie können nicht mit dem Argument der Arbeitsplätze wirtschaftskriminelle Massnahmen rechtfertigen. Das nützt den Arbeitsplätzen und der Volkswirtschaft nicht, sondern es schadet der schweizerischen Volkswirtschaft insgesamt. Wo kämen wir hin, wenn wir z. B. den Export auf Kosten der Menschenrechte fördern würden? Es gibt höhere Güter. Sie können nicht mit dem Argument der Arbeitsplätze Verbrechen rechtfertigen.
Baader Caspar · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die SVP-Fraktion steht zur Einführung direkter Sanktionen, nicht aber in der vorgeschlagenen Form. Wir unterstützen bei den Sanktionen deshalb sowohl die Minderheit I (Spuhler) als auch die Minderheit II (Gysin Hans Rudolf). Das sind zwei unabhängige Minderheiten, Sie können beiden Minderheitsanträgen unabhängig voneinander zustimmen.
Zur Minderheit I: Der Entwurf des Bundesrates sieht Sanktionen vor, ohne dass die Frage des Verschuldens überhaupt mit einbezogen wird, des Verschuldens desjenigen, der gegen das Kartellgesetz verstösst. Das widerspricht meines Erachtens ganz klar den Grundsätzen, die wir in diesem Land im Strafrecht kennen. Wir haben ein Verschuldensstrafrecht, und es muss jedem freistehen, auch Schuldausschlussgründe darlegen zu können. Hier soll das nicht mehr der Fall sein. Wir sind der Meinung, dass die Schweiz damit auch wesentlich weiter geht als das EG-Recht. Deshalb unterstützen wir den Zusatz gemäss Antrag der Minderheit I und bitten Sie, dasselbe zu tun.
Zur Minderheit II: Bei der Höhe der Sanktionen erachtet es die SVP-Fraktion als sachlich falsch, 10 Prozent des kumulierten Gesamtumsatzes der letzten drei Jahre zu nehmen. Eine Unternehmung mit einem durchschnittlichen Umsatz von 2 Milliarden Franken pro Jahr hätte eine Höchststrafe von 10 Prozent von 6 Milliarden Franken zu gewärtigen, d. h. 600 Millionen Franken, die plötzlich in einem Jahr fällig würden. Das kann zum Ruin einer Unternehmung führen und damit zum Verlust einer Unzahl von Arbeitsplätzen. Ich bitte Sie, das zu berücksichtigen. Eine derart pauschale Bemessungsgrundlage ist falsch.
Erstens wird bei dieser Bemessungsgrundlage nicht nur auf die Sparte abgestellt, in der allenfalls gegen das Kartellgesetz verstossen wird, obschon in Konzernen oft verschiedene Geschäftsleitungsmitglieder für die unterschiedlichen Sparten zuständig sind. Es geht nicht an, dass der Gesamtumsatz beigezogen wird, wenn in einer Sparte ein Fehler begangen wird. Zweitens ist es falsch, auf den Umsatz abzustellen. Vielmehr wäre es richtig, den Gewinn als Bemessungskriterium zu nehmen, weil nur dieser in direkter Beziehung zum Vorteil steht, den eine Firma aus einem Verstoss gegen das Kartellgesetz erzielt. Drittens ist meines Erachtens richtig, was der Sprecher der Minderheit II, Hans Rudolf Gysin, sagte: dass als Auffangregelung dann, wenn der Gewinn nicht feststellbar ist, auf den Umsatz in der entsprechenden Sparte und im entsprechenden Markt als Bemessungskriterium für die Sanktion abzustellen ist.
Ich bitte Sie, diese Überlegungen mit einzubeziehen und zuerst die Minderheit I (Spuhler) und dann die Minderheit II (Gysin Hans Rudolf) zu unterstützen.
Fässler Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Im Laufe der Beratungen ist Ihre Kommission zum Schluss gekommen, dass Sanktionen eingeführt werden müssen. Diese sind also grundsätzlich nicht bestritten. Wir haben sie - deshalb die kleine Änderung im Vergleich zum Entwurf des Bundesrates - auch auf die Vertikalabsprachen ausgedehnt. Deshalb heisst es, es seien die Absätze 3 und 4 von Artikel 5 einzubeziehen. Das als Vorbemerkung.
Umstritten ist aber erstens die Voraussetzung für die Verhängung dieser Sanktionen. Das finden Sie im Antrag der Minderheit I (Spuhler), der in der Kommission mit 4 zu 17 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgelehnt wurde. Die Minderheit verlangt, es sei von einer Sanktion abzusehen, wenn ein Unternehmen weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt habe. Dem ist entgegenzuhalten, dass Kartelle nicht zufällig zustande kommen. Dazu braucht es Absprachen, vieles wird auch schriftlich gemacht. Den Fall, dass ein Kartell auf nicht fahrlässige Art und Weise oder nicht vorsätzlich entsteht, wird es vermutlich gar nicht geben. Das bedeutet, dass Herr Spuhler Fälle regeln will, die es in der Praxis kaum gibt. Ausserdem wäre es der Weko nicht zuzumuten, diese Abklärungen zu machen. Dieser Antrag ist also dringend abzulehnen.
Umstritten ist zweitens die Höhe der Sanktionen. Dies finden Sie im Antrag der Minderheit II (Gysin Hans Rudolf), die in der Kommission mit 5 zu 15 bei 4 Enthaltungen abgelehnt wurde. Ich habe es schon beim Eintreten gesagt: Aufgrund unserer Hearings ist es klar, dass Sanktionen drakonisch sein müssen. Sie müssen abschreckend wirken. Es geht hier nicht um die Vernichtung von Unternehmen, die sich nichts zuschulden kommen liessen, sondern es geht um harte Sanktionen von Wettbewerbsbehinderungen mit grossem volkswirtschaftlichen Schaden. Das ist hier klar zu sagen. Diese Sanktionen sollen vor allem präventiv wirken.
Jetzt beantragt die Minderheit II, dass man für die Berechnung dieser Sanktionen den durch diesen unzulässigen Kartellverbund erzielten Gewinn zugrunde legen soll. Das kann aber wahrscheinlich gar nicht berechnet werden. Wie kann man einen Gewinn berechnen, der auf unzulässigen Absprachen besteht? Hier ist ja nicht einfach der Gewinn des Unternehmens gemeint. Die Busse soll höchstens 10 Prozent des Durchschnittsumsatzes eines Unternehmens der letzten drei Jahre sein, wenn der Gewinn nicht ermittelt werden kann. Wenn ich den Antrag richtig interpretiere, könnte davon ausgegangen werden, dass der nicht ermittelbare Gewinn diesen gut 3 Prozent Durchschnittsjahresumsatz entspräche. Wer so geschäftet, sollte eigentlich ziemlich schnell aufhören, weil er damit keine gute Geschäftsführung macht. Dieser Sanktionsansatz ist deshalb nicht realistisch. Der Zusatz bedeutet: Wenn der Gewinn nicht ermittelt werden kann, kann als Sanktion nur ein Drittel dessen, was Bundesrat und Mehrheit vorsehen, ausgesprochen werden. Das kann keine abschreckende Wirkung haben. Kommt noch hinzu, dass nicht unbedingt bis zur Höchstgrenze gegangen werden muss.
Es handelt sich hier um eine Höchstgrenze. Sie wird aus zwei Gründen herabgesetzt werden können, wenn Sie der Mehrheit zustimmen. Es geht nämlich auch noch darum, die Dauer und die Schwere der Verfehlung zu berücksichtigen. Es ist also nicht so, dass man beim vorhin angeführten Beispiel mit den 6 Milliarden Franken auch eine Busse von 600 Millionen Franken aussprechen müsste. Es handelt sich um eine Obergrenze, die herabgesetzt werden kann, wenn sich die Dauer oder die Schwere der Verfehlung als etwas weniger gravierend erweist.
Es stimmt, dass man beide Minderheitsanträge unabhängig voneinander anschauen kann. Deshalb ist es für Ihre Kommission ganz klar, dass beide Minderheitsanträge abgelehnt werden müssen.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Nous vous recommandons de rejeter les deux propositions de minorité et de vous en tenir à la solution de la majorité.
Tout d'abord, la proposition de minorité I. M. Spuhler voudrait que les sociétés qui ont lancé ce qu'on appelle en anglais un "compliance program" - un programme d'adhésion - ne soient pas frappées d'une amende si ce programme n'est pas appliqué. Or, si au cours d'une enquête on constate l'existence d'un cartel dans une entreprise qui avait prévu un "compliance program", c'est parce que ce programme a échoué, ou qu'il a été mal imposé, ou que, intentionnellement, on l'a créé tout en laissant certains membres du cartel agir différemment. Dans le cadre des dispositions transitoires de la loi sur les cartels - nous en discuterons plus tard -, nous avons introduit la possibilité, pour les entreprises qui ont décidé d'avoir un "compliance program", de s'annoncer et de ne pas risquer des amendes durant la période transitoire. Si elles annoncent avoir formé un cartel, eh bien, elles ne risquent aucune sanction.
Si on allait dans le sens de la proposition de minorité I, évidemment, les entreprises mettraient en place par principe un "compliance program", quitte ensuite à ne pas être très attentives à son application. L'existence d'un tel programme, qui n'aurait pas été suivi d'effets, peut être une circonstance atténuante prise en compte dans le cadre du calcul du montant de la sanction.
Cette évocation du montant de la sanction me fait une bonne transition pour parler de la proposition de minorité II. M. Gysin Hans Rudolf et les partisans de sa proposition de minorité évoquent la sanction maximum comme la sanction qui sera imposée en toute circonstance. Ce n'est évidemment pas le cas. Il faut voir comment les choses se passent: il y a des critères d'appréciation qui doivent être pris en compte par la Commission de la concurrence, ensuite il y a une possibilité de déposer un recours auprès d'une commission de recours, et finalement, il y a une possibilité de recours auprès d'une autorité judiciaire, le Tribunal fédéral, qui a une large pratique de l'estimation de la faute et de la peine qui doit être appliquée de cas en cas. Il est donc faux de prétendre qu'on va infliger la peine maximale en toute circonstance.
Ensuite, faut-il tenir compte, comme critère principal, du gain réalisé? On constate que, dans un pays qui a une large habitude de la pratique de la loi sur la concurrence comme les Etats-Unis, on peut imposer une amende en fonction du gain réalisé. Ce n'est pratiquement jamais le cas, car il est très difficile d'estimer le gain réalisé dans le cadre d'un cartel. Et un cartel, par exemple un cartel qui a été créé lors d'une soumission publique, implique que certains membres du cartel renoncent à soumissionner. Je connais le cas des soumissions pour des travaux publics: certaines entreprises renoncent à soumissionner en fonction de l'entente cartellaire. Donc, par définition, celles-là n'ont aucun gain dans cette affaire, elles en auront un dans une autre affaire, et elles échapperont à toute sanction, puisqu'elles n'ont pas réalisé de gain dans le cadre du cartel qui a été découvert.
Enfin, M. Gysin dit que si on ne peut établir le montant du gain réalisé, on doit prendre 10 pour cent du chiffre d'affaires moyen réalisé en Suisse au cours des trois derniers exercices. Vous savez, on ne fait pas un cartel pour gagner 10 pour cent du chiffre d'affaires, étant supposé que la totalité du chiffre d'affaires est couverte par le cartel, on fait un cartel pour gagner davantage. Or, si on prend 10 pour cent de la moyenne du chiffre d'affaires moyen des trois derniers exercices et si on admet, ce qui n'est pas toujours le cas mais qui peut être le cas, que la totalité du chiffre d'affaires est couverte par le cartel, on aurait à coup sûr une incitation à poursuivre ce type d'activités, car on aurait dans bon nombre de cas la chance, en cas de découverte, de ne rendre à la collectivité qu'une partie du gain réalisé de manière illicite.
Il faut donc s'en tenir à la proposition de la majorité, tout en sachant que cette proposition fixe le plafond de l'amende qui peut être infligée en fonction de la faute, de la durée d'activité du cartel, du gain supposé réalisé, du caractère nuisible du cartel; l'amende sera plus ou moins élevée, mais ne dépassera pas le montant indiqué. Il n'y a donc pas de risque de mettre en faillite des entreprises, sauf peut-être des entreprises qui fonderaient toute leur activité économique sur un cartel, mais ce ne sont pas ces entreprises qu'on va protéger.
Pour cela, la solution de la minorité II n'est pas réaliste, c'est une véritable incitation à jouer le jeu du cartel contre l'intérêt général. Le projet du Conseil fédéral est adéquat.
Hess Peter · Nationalrat · Zug · Christlichdemokratische Fraktion
Herr Bundesrat, wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie jetzt davon gesprochen, dass mit dem Begriff "Umsatz" der Umsatz in der kartellisierten Tätigkeit gemeint ist. Sind Sie bereit, das in der Fassung von Bundesrat und Mehrheit zum Ausdruck zu bringen? Dort ist eben eine breite Lösung vorgesehen, das heisst, man nimmt den Umsatz des gesamten Unternehmens, den gesamtschweizerischen Umsatz, und das entspricht nicht der Einschränkung, die Sie vorhin gemacht haben.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Monsieur Hess Peter, je crains que vous n'ayez pas très bien compris. On parlait du gain réalisé et j'ai cité le cas d'une entreprise dont la totalité des activités serait couverte par le cartel. Si le gain dû au cartel est limité à une partie de l'activité d'une entreprise, on en tiendra compte lorsqu'on évaluera l'importance de la faute. Mais si on devait limiter dans la loi la référence du chiffre d'affaires à la seule partie de l'entreprise qui est touchée par le cartel, on entrerait dans une casuistique impossible. En effet, c'est possible et même probable que dans une grande entreprise l'activité de plusieurs secteurs soit couverte par l'activité cartellaire, mais c'est possible aussi qu'on n'arrive pas à dire exactement quelle activité de l'entreprise est couverte par le cartel. C'est certain que les entreprises évoluent et il est possible qu'à un moment donné, l'activité couverte par un cartel puisse être définie en fonction de l'organisation de l'entreprise mais que, à la suite de la modification de la structure de l'entreprise, un tout autre secteur soit touché. Alors, le seul moyen de résoudre ce problème, c'est de laisser une large compétence à la Commission de la concurrence avec possibilité de recours à la commission de recours et au Tribunal fédéral. Mais essayer, dans la loi, de définir un secteur qui serait touché, c'est quelque chose d'impossible: la comptabilité analytique n'est pas une obligation légale pour les entreprises.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Eventuell - A titre préliminaire
Für den Antrag der Mehrheit .... 107 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit II .... 55 Stimmen
Abstimmung
Definitiv - Définitivement
Für den Antrag der Mehrheit .... 109 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit I .... 55 Stimmen
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Il y a une personne qui a son anniversaire aujourd'hui et qui nous sert de secrétaire. M. Michel Chassot a 60 ans aujourd'hui. Nos meilleurs voeux. (Applaudissements)
Même si ce n'est pas très usuel, je profite encore de saluer à la tribune une délégation d'une commune bulgare jumelée à celle d'où vient M. Donzé. (Applaudissements)
Abs. 2, 3 - Al. 2, 3
Gysin Hans Rudolf · Nationalrat · Basel-Landschaft · Freisinnig-demokratische Fraktion
Innerhalb des Kartellgesetzes geht es hier um einen Schicksalsartikel, denn der Bundesrat schlägt zur vermeintlich erleichterten Aufdeckung von harten Kartellen eine so genannte Bonusregelung vor - ein wahnsinnig sympathischer Begriff. In den Vernehmlassungsunterlagen sprach der Bundesrat korrekt noch von einer Kronzeugenregelung. Um dem Ganzen einen sympathischeren Anstrich zu geben, wird dieses Instrument nun mit Bonusregelung bezeichnet.
Trotz dieser kosmetischen Änderung bleibe ich bei meiner ursprünglichen Haltung: Ich lehne die Bonusregelung, und damit auch die Kronzeugenregelung, aus grundsätzlichen Überlegungen kategorisch ab. Eine gesetzliche Bestimmung mit der Folge, dass ein Unternehmer seine Konkurrenten bei der Wettbewerbsbehörde denunziert, um sich selber ganz oder teilweise einer Sanktion zu entziehen, ist nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern auch aus wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Gründen abzulehnen. Diese Regelung passt schlichtweg nicht in die schweizerische Rechtsordnung, aber auch nicht in die schweizerische Unternehmenskultur. Wollen wir, dass in unserer kleinräumig-föderalistisch aufgebauten Schweiz, wo vieles auf persönlichen und vertraulichen Beziehungen beruht, eine Kultur des Misstrauens und eine Kultur des Denunziantentums Einzug hält? Um einen Blick ins Ausland zu werfen: Nicht alles, was in den Vereinigten Staaten und in der EU praktiziert wird, ist nachahmenswert oder das Gelbe vom Ei.
Für schwerere Delikte, z. B. im Zusammenhang mit Geldwäscherei oder Drogenhandel, ist sonst in der Rechtsordnung auch keine Kronzeugenregelung vorgesehen. Wenn man ein solches Instrument einführen möchte, das einen Paradigmawechsel in unserer Rechtsordnung bedeuten würde, darf dies nicht über die Hintertüre eines einzelnen Gesetzes - in diesem Falle des Kartellgesetzes - geschehen. Nein, dann müsste eine breite politische Diskussion darüber geführt werden.
Vergessen wir nicht, dass die praktische Anwendung der Bonusregelung beträchtliche verfahrensrechtliche Probleme aufwerfen dürfte. Wie wäre beispielsweise ein Fall zu behandeln, in dem der Denunziant weit schwerwiegendere Wettbewerbsverfehlungen begangen hat als der Beschuldigte oder in dem der Denunziant den Beschuldigten zu Wettbewerbsverfehlungen verleitet hat? Hier darf der Denunziant nicht straffrei ausgehen, lediglich weil er sich als Kronzeuge betätigt. Das strafrechtliche Verschuldensprinzip muss auch im Bereich des Wettbewerbsrechtes gelten. Die Tatbeiträge aller Beteiligten und deren Rolle als Täter, Mittäter, Anstifter und Gehilfen sind sorgfältig abzuklären und mit Sanktionen zu belegen. Man sieht, welche Missbrauchsgefahren und Abgrenzungsprobleme entstehen.
Der Bundesrat denkt scheinbar nicht daran, dass ein Wettbewerbsteilnehmer von Anfang an beabsichtigen könnte, sich aufgrund seiner Stellung als Kronzeuge von Sanktionen zu befreien. Somit könnte ein beabsichtigter Rechtsbruch durch Denunziation ungeschehen gemacht werden. Der Täter wird nicht nur zu seinem eigenen Richter, sondern sorgt auch noch für seinen eigenen Freispruch. All das ist mit den Grundsätzen eines modernen Rechtsstaates nicht vereinbar. Die vorgeschlagene Regelung bringt schwerwiegende Probleme, ist nicht zu Ende gedacht und muss, Herr Bundesrat, somit aus grundsätzlichen und aus allgemeinen staatsrechtlichen Überlegungen abgelehnt werden.
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion
Wir haben uns soeben für die direkten Sanktionen ausgesprochen. Doch dem Instrument der direkten Sanktionierung kommt bezüglich der Präventivwirkung ein ambivalenter Charakter zu, weil die Abschreckungswirkung nicht nur von der Höhe der Busse, sondern auch von der Aufgreifswahrscheinlichkeit abhängt. Daher unterstützen wir grossmehrheitlich die vorgeschlagene flankierende Massnahme, um den mit der Einführung der direkten Sanktionen einhergehenden Veränderungen des wettbewerbspolitischen Klimas Rechnung zu tragen.
Wir befürworten die Einführung einer Bonusregelung, obschon auch wir die moralischen Bedenken der Ratsrechten teilen. Doch hier geht es nicht so sehr um Moral, sondern vielmehr um Wettbewerbsverhinderung. Denn aus wettbewerbspolitischen Gründen ist eine solche Bonusregelung zu begrüssen. Sie schafft eine Veränderung der Anreizkultur für die beteiligten Unternehmen, sodass eine Kooperation mit der Weko als Handlungsvariante ernsthaft in Betracht gezogen wird. Dies ist umso wichtiger, wenn wir bedenken, dass die Absprachen aufgrund des veränderten Klimas noch geheimer getroffen werden als bis anhin. Mit der Bonusregelung erhält die Wettbewerbsbehörde ein Instrumentarium, welches die Aufklärungswahrscheinlichkeit illegaler Absprachen entscheidend erhöht. Beide Regelungen, Sanktionen und Bonusregelung, wollen einen dauernden Anreiz für Kartellbeteiligte schaffen, geheime Absprachen anzuzeigen, und sie im Kartellverfahren ermutigen, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus werden die Marktteilnehmer von Anfang an wenig Neigung zeigen, gegen die Normen des Kartellgesetzes zu verstossen, wenn sie keinen Zweifel daran haben, dass diese Normen mit Nachdruck vollzogen werden.
Die Vorschläge der Mehrheit der WAK werden sich in der gesamten Volkswirtschaft der Schweiz entfalten. Die daraus resultierenden Wirkungen lassen sich unseres Erachtens wie folgt beschreiben: Beide Regelungen erzeugen eine erhöhte präventive Wirkung der Kartellgesetzgebung. Sie führen zu einer Verstärkung der ohnehin vorhandenen Zentrifugalkräfte innerhalb eines Kartells, was unweigerlich zu einer Destabilisierung desselben führt. Die Solidarität unter den Kartellmitgliedern soll kontinuierlich geschwächt werden; als bestmögliches Szenario erhofft man sich sogar eine Verhinderung von Kartellbildungen in der Geschäftswelt. Mit der Bonusregelung wird vorab die Möglichkeit eines straffreien respektive eines strafreduzierenden Ausstieges für jedes Kartellmitglied geschaffen, was wesentlich zur Destabilisierung von Wettbewerbsabreden beitragen kann. Weiter ist eine Erleichterung der wettbewerbsbehördlichen Untersuchungen denkbar, indem Anreize zum Ablegen eines Geständnisses und zur Mitwirkung bei der Aufklärung gegeben werden. Mit dem Antrieb zur Mitwirkung an der Aufdeckung und Ahndung von Kartellen wird die gegenseitige Loyalität und Solidarität unter den Kartellbeteiligten geschwächt. Ein so genannter Wettbewerb um den Kooperationsbonus und gegenseitiges Misstrauen erschweren zudem den Aufbau oder die Aufrechterhaltung harter Kartelle.
Die Bundesregelung leistet so einen präventiven Beitrag zur Kartellbekämpfung durch die Weko. Die Zusammenarbeit eines Kartellanten erleichtert schliesslich - das ist von mir aus gesehen ausschlaggebend - die Arbeit der Weko in erheblichem Masse. Dies kann dazu beitragen, dass Kartelle, die sonst unaufgeklärt geblieben wären, ans Tageslicht kommen. Die Kronzeugenregelung ist keine Erfindung der schweizerischen Gesetzgebung. Wir kennen sie bereits im europäischen Kartellrecht, und sie hat sich als sehr effektives Ermittlungsinstrumentarium der Wettbewerbsbehörden erwiesen.
Die Argumente der Gegner sind überhaupt nicht stichhaltig. Herr Spuhler erklärte im Namen der SVP-Fraktion, man sollte mit der Einführung - das hat er in einem Streitgespräch mit mir gesagt - noch um einige Jahre warten, um Erfahrungen zu sammeln. Als ob jene Erfahrungen, die im Ausland gesammelt wurden, nicht bereits von Bedeutung wären. Sowohl das Vitaminkartell als auch das Strassenbelagskartell konnten nur dank der Kronzeugenregelung aufgedeckt werden.
Ich werde hier nicht auf den Antrag der Liberalen eingehen. Sie versuchen in diesem Antrag auch, die Kronzeugenregelung zu bekämpfen, und verlangen in der Übergangsbestimmung eine weitere Lösung, um diese Kronzeugenregelung zu bestreiten. Das ist meines Erachtens, gelinde ausgedrückt, etwas blauäugig.
Ich beantrage Ihnen im Namen der Mehrheit der CVP-Fraktion, den Minderheitsantrag abzulehnen und der Mehrheit zu folgen.
Baader Caspar · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Meier-Schatz, finden Sie folgendes Vorgehen richtig? Ein Unternehmen macht, um einen wirtschaftlichen Vorteil zu erhalten, zuerst vertragliche Abreden mit anderen Unternehmen; sobald es Probleme gibt, steigt womöglich dasjenige Unternehmen, das das Ganze initiiert und am meisten davon profitiert hat, wieder aus dieser Absprache aus, verpetzt die ganze Angelegenheit und profitiert dann noch von einem Bonus. Ist das nach Ihrem Rechtsempfinden richtig?
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion
Herr Baader, ich finde diese Abreden generell widerlich. Sie sind volkswirtschaftlich nicht nützlich. Dementsprechend müssen wir diesen Kartellanten von vornherein das Handwerk legen.
Ich bin aber auch der Meinung, dass nicht die Stärksten aussteigen werden. Die Erfahrung zeigt generell, dass die schwächsten Teilnehmer eines Kartells aus dem Kartell ausbrechen. Es ist durchaus sinnvoll, wenn wir hier ein Instrumentarium haben, um reagieren zu können. Abreden sind nicht akzeptabel. Dementsprechend müssen sie auch geahndet werden.
Spuhler Peter · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Wir haben vorher von Frau Meier-Schatz gehört, dass die Moral halt auf der Strecke bleibt - auch bei der CVP. Die SVP-Fraktion unterstützt die Art und Weise, wie man hier vorgehen will, nicht! Eine "Kronzeugenregelung" ist ein Fremdkörper in der schweizerischen Rechtsordnung und in der schweizerischen Rechtsprechung. Sie passt nicht zu unserer Unternehmenskultur. Wir fördern mit solchen Massnahmen das Denunziantentum und säen Misstrauen in unserer Unternehmerschaft. Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass im Strafgesetzbuch eine solche Kronzeugenregelung auch bei sehr schweren Delikten nicht existiert. Warum soll sie jetzt hier eingeführt werden? Nehmen wir ein Beispiel: Vier Unternehmen gründen zusammen ein horizontales Kartell. Wir haben von Frau Meier-Schatz gehört, dass nicht der Stärkste, sondern der Schwächste aussteigt. Es kann doch nicht sein, dass dann genau derjenige, der von einer solchen horizontalen Absprache nicht profitiert, hingeht und die anderen drei verpetzt. Er steht dann da, ohne Sanktionen gewärtigen zu müssen und kann den wirtschaftlichen Gewinn geniessen. Das darf doch nicht sein!
Die SVP-Fraktion lehnt diesen Paradigmenwechsel ganz klar ab und bittet Sie, die Minderheit zu unterstützen.
Gysin Remo · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Die Bonusregelung soll zur Anwendung kommen, wenn ein Unternehmen bei der Aufdeckung und Beseitigung der Wettbewerbsbeschränkung mithilft. Die Minderheit Gysin Hans Rudolf möchte keine solche Regelung. Auf den ersten Blick mögen Assoziationen wie Verpfeifen oder andere negative Begriffe diese Haltung verständlich machen. Das ist aber nur das erste Glied der Gedankenkette. Das zweite Glied - und es ist nicht verboten, weiterzudenken - heisst "volkswirtschaftlicher Schaden" und "Schadensbeschränkung". Kartelle verursachen volkswirtschaftliche Schäden, zum Teil in der Höhe von Hunderten von Millionen Franken. Beim Vitaminkartell waren es Milliarden von Franken. Ziel ist es, solche Schäden durch die präventive, abschreckende Wirkung von Gegenmassnahmen, wie eben dieser Bonusregelung, gar nicht entstehen zu lassen. Ziel ist es auch, solche Schäden und Schadenentwicklungen zu stoppen und zu beschränken. Dazu braucht es die vorgeschlagene Bonusregelung. Es ist also abzuwägen, ob eine gleichmässige Bestrafung aller Beteiligten, und daher ein Verzicht auf die Kooperation mit Tätern, wichtiger ist als die Aufdeckung eines Kartells mit der sofortigen Beseitigung des damit verbundenen Schadens. Alle Erfahrungen - die Erfahrungen der USA und der EU - zeigen, dass ein Grossteil der Kartelle nur aufgedeckt werden kann, wenn es zur Zusammenarbeit zwischen Beteiligten und der Aufsichtsbehörde kommt. Dies zeigen vor allem auch die Erfahrungen unserer Nachbarländer. Das hat Herr Kurt Stockmann, Vizepräsident des Bundeskartellamtes, in den Hearings der WAK ganz klar aufgezeigt.
Zu beachten ist - das ist auch meine Antwort an die SVP-Fraktion, an Herrn Baader Caspar -, dass eine Strafminderung aufgrund einer Zusammenarbeit nur zum Greifen kommt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Im Gesetz sind lediglich zwei Punkte genannt. Die Verordnung wird im Detail Klarheit schaffen. Aufgezählt werden darin z. B. folgende Voraussetzungen: Das betreffende Unternehmen darf keine Anstifterrolle gehabt haben. Weiter muss die verbotene Tätigkeit spätestens mit der Selbstanzeige eingestellt worden sein. Das Unternehmen muss während der ganzen Dauer des Verfahrens mit der Wettbewerbsbehörde zusammenarbeiten. Es muss der Wettbewerbsbehörde alle sachdienlichen Informationen und Unterlagen zur Verfügung stellen. Es ist wichtig, dass man sich diese Kriterien, die nicht im Gesetz, aber in der Verordnung sind und die bereits auch international Anwendung finden, in Erinnerung ruft.
Ich bitte Sie im Namen der SP-Fraktion, die Bonusregelung zu unterstützen und den Antrag der Minderheit Gysin Hans Rudolf abzulehnen.
Polla Barbara · Nationalrat · Genf · Liberale Fraktion
Comme nous l'avons déjà dit, répété et écrit, le groupe libéral s'oppose absolument au système du bonus. Nous, entrepreneurs suisses et représentants de PME suisses, nous sommes fiers de notre éthique d'entreprise et du rôle que nous jouons tous ensemble dans ce pays. Nous ne voulons pas d'un système juridico-légal qui ait comme objectif avoué - pire: affirmé - l'encouragement à la déloyauté entre nous. Une telle approche ne se justifie pas. Elle est incompatible avec notre culture et notre éthique d'entreprise, elle ne s'inscrit pas non plus dans l'esprit du droit suisse.
Certes, les cartels sont nuisibles à la concurrence et donc aux consommateurs. C'est bien pourquoi nous avons soutenu les sanctions, car les cartels doivent être punis. Mais ce mal-là ne doit pas être puni par un mal aussi grand, voire pire, à savoir l'encouragement à la délation. De plus, Monsieur le Conseiller fédéral, l'argument que vous évoquez en tout premier lieu pour nous faire passer la pilule du bonus, c'est que ces méchants cartels sont tellement bien organisés et professionnalisés qu'ils échappent à la sagacité de la Commission de la concurrence, que cette dernière ne réussit pas à les déceler. Eh bien, voyons un peu ce que nous dit notre Organe parlementaire de contrôle de l'administration (OPCA) dans son excellent rapport sur la situation en droit des cartels. Ce que nous dit l'OPCA et les experts consultés, c'est que tant la qualité des décisions de la Commission de la concurrence que le travail de son secrétariat sont problématiques, voire très problématiques.
Alors, bien sûr, un autre rapport commandé par le DFE dit que tout va bien, que nous ne sommes pas pires que les autres pays. Mais notre objectif, à nous libéraux, et celui de nous tous ici d'ailleurs, ainsi que celui de la Confédération, ce n'est pas seulement de n'être pas pires que les autres pays, mais meilleurs, et nous sommes bien convaincus que c'est aussi l'objectif du vice-président du Conseil fédéral.
L'autre argument développé par le Conseil fédéral pour instaurer un système de bonus, c'est que cela marche à l'étranger, et particulièrement aux Etats-Unis. Est-ce là vraiment un argument pour vous? Il ne me semble pas que la majorité de ce Conseil porte en général un intérêt ou apporte un soutien particuliers aux méthodes américaines, surtout pas quand ces méthodes deviennent quasi staliniennes et même si elles sont efficaces aux Etats-Unis, d'autant plus quand elles sont basées sur ce que M. Gysin Hans Rudolf appelle "une culture de la défiance". Notre système est réellement différent: il n'est pas basé sur un juridisme exacerbé à l'américaine et l'argument qui veut que cela marche aux Etats-Unis et donc copions vite ici, cet argument-là ne tient pas.
Monsieur le Conseiller fédéral, il y a là une erreur et la libérale entrepreneure que je suis vous demande instamment, vous prie de renoncer à ce système à l'instar de la minorité Gysin Hans Rudolf. Avant donc que d'appliquer des solutions aussi délétères que les bonus proposés, voyons plutôt qu'elles vont être les effets des sanctions, ainsi que de l'amélioration du fonctionnement et des moyens de la Commission de la concurrence, ainsi que de ma proposition incitative concernant les dispositions transitoires. Accordons le temps nécessaire aux entreprises pour s'annoncer plutôt que de dénoncer.
Vous l'avez bien compris, si les libéraux ont dit oui aux sanctions, ils disent non aux bonus qui seraient en fait un terrible malus pour ce pays et ses PME, et ils vous invitent à en faire de même et à suivre la minorité Gysin Hans Rudolf.
Schneider Johann N. · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die FDP-Fraktion votiert für die Mehrheit und lehnt den Antrag der Minderheit Gysin Hans Rudolf ab; dies im Stimmenverhältnis von 2 zu 1. Die Kronzeugenregelung - oder schöner: Bonusregelung - ist unsympathisch. Ein Denunziantentum zu fördern ist uns in der Seele zuwider. Die Mehrheit unserer Fraktion ist dennoch der Ansicht, dass die Sanktionen nur ergriffen werden können und damit Wirkung erzielt werden kann, wenn die Mithilfe von Informanten ermöglicht wird. Es war die FDP-Deputation in der WAK, die das Inkrafttreten der Bonusregelung erst zwei Jahre nach Erlangung der Rechtsgültigkeit des revidierten Gesetzes vorschlug. Damit soll eine faire Chance eröffnet werden, allfällige unhaltbare Zustände rechtzeitig und als Schicksalsgemeinschaft neu zu ordnen. Ist die Karenzzeit genutzt, so wirkt die Kronzeugenregelung vor allem prophylaktisch. In diesem Sinne kann sie akzeptiert werden.
Fässler Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Die Kronzeugen- oder Bonusregelung - ich habe es schon beim Eintreten gesagt - gehört wie ein Zwilling zu den Sanktionen. Kartelle aufzuspüren ist sehr schwierig. Dazu braucht es Hinweise. Diese Tipps sind nur zu erhalten, wenn derjenige, der den Hinweis gibt, hoffen kann, milder bestraft zu werden oder allenfalls sogar straffrei davonzukommen. Wenn man Sanktionen einführt, ist damit zu rechnen, dass kartellistische Absprachen erst recht geheim gehalten werden und viel schwieriger aufzudecken sind.
Es ist uns in der Kommission auch bewusst, dass wir hier ein System einführen, das uns eigentlich zuwider ist. Wir sind kein Land von Denunziantinnen und Denunzianten. Aber von der Mehrheit Ihrer Kommission ist eben höher gewichtet worden, dass mit diesen Kartellen volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe angerichtet werden können, Schäden zulasten der KMU - wir haben gestern schon davon gehört -, Schäden zulasten der Konsumentinnen und Konsumenten. Ziel des Kartellgesetzes sind eben der Erhalt und die Verbesserung des Wettbewerbs. Jedes aufgebrochene Kartell trägt dazu bei.
Ich möchte noch in Ergänzung zu Frau Polla sagen: Ich orientiere mich eigentlich auch nicht an den USA. Nur ist es so, dass inzwischen auch Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden diese Regelung eingeführt haben und damit gute Erfahrungen machen. Das sind ja nicht unbedingt Länder, die in ihrer Unternehmenskultur so viel schlechter sind als wir in der Schweiz. Ist es denn eine Unternehmenskultur, Kartelle zu bilden, die volkswirtschaftliche und soziale Schäden hinterlassen? Das ist doch eine Unternehmensunkultur. Nur dagegen richten sich sowohl die Sanktionen wie auch die Bonusregelung. Es geht nicht um Unternehmen, die sich gut verhalten, im Gegenteil. Wenn wir dies einführen, ist es auch zugunsten jener Unternehmen, insbesondere der KMU, die sich rechtlich richtig verhalten.
Ein Wort noch zu Herrn Spuhler: Ich habe sein Beispiel nicht verstanden. Wenn ich sein Beispiel umdrehen würde, würde er ja meinen, dass ausgerechnet derjenige, der in einem Kartell schon am meisten profitiert hat, dann der Denunziant sein sollte, um nachher noch von der Bonusregelung profitieren zu können. Das wird sicher nicht eintreffen. Denn wer profitiert, wird ja wohl kaum das Kartell aufbrechen wollen, sonst hätte er es schon gar nicht installieren müssen. Herr Spuhler, wahrscheinlich müssen Sie das, was dann im Amtlichen Bulletin steht, etwas ändern. Sie haben das Beispiel wahrscheinlich verkehrt herum verwendet.
Noch ein Wort zu Herrn Baader: Es handelt sich um eine Kann-Formulierung; es ist also nicht so, dass ein solcher Denunziant in jedem Fall ganz straffrei oder teilweise straffrei davonkommt. Wir haben eine Kann-Formulierung, mit der diesem Unbehagen entgegengewirkt werden kann, dass hier vielleicht der Falsche gut davonkommt.
Eine Sanktion ohne Bonusregelung ist wirklich nur eine halbe Sache. Sanktionen führen dazu, dass die Kartelle noch mehr im Geheimen entstehen. Dem kann man nur entgegenwirken, indem man die Möglichkeit schafft, an die Informationen heranzukommen. Das ist die Idee der Kronzeugenregelung.
Pelli Fulvio · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion
La règle du bonus soulève des contestations. L'opposition à l'utilisation de délateurs est évidemment compréhensible, mais le choix de la majorité se justifie quand même. M. Spuhler et Mme Polla ont soutenu que le système de la délation est incompatible avec notre système économique, mais, en réalité, l'incompatibilité la plus frappante avec notre système économique est l'existence des cartels, structure qui annule les effets bénéfiques de la concurrence et pénalise les consommateurs tout comme les entrepreneurs.
Depuis toujours la délation est utilisée dans la lutte contre les illégalités et depuis toujours les délateurs bénéficient d'un traitement de faveur de la part de l'autorité d'enquête. Si vous lisez l'article 13 de la loi fédérale sur le droit pénal administratif, vous constatez que notre système pénal administratif connaît déjà une règle de bonus: à certaines conditions, l'auteur d'une infraction qui l'aura dénoncée de son propre mouvement n'encourra aucune peine. Alors, la règle pour les cartels n'est pas nouvelle, mais est déjà connue dans notre système de répression des illégalités.
De plus, cette règle paraît pouvoir être la plus efficace dans la lutte contre des formes d'illégalité qui sont nécessairement collectives et qui se basent sur un accord qui est en même temps discret, dangereux et contraignant et duquel, pour cette raison, il est difficile de sortir. Sans la règle du bonus, un concurrent qui veut sortir d'un cartel auquel il a adhéré, n'a que deux possibilités: sortir et se taire ou bien dénoncer le cartel aux autorités. Dans ce deuxième cas, sans la règle du bonus, il subirait, tout comme les autres, des sanctions assez lourdes. Dans le premier cas, il devra probablement lutter en silence dans un marché très difficile, car ses anciens collègues de cartel essayerons de le mettre en difficulté - et ils ne manqueront pas d'instruments pour le faire -, même s'il pourra au moins bénéficier des possibilités offertes par une position plus libre sur le marché. Dans une telle situation, quel serait l'intérêt d'un membre de cartel à le dénoncer? Les deux alternatives, rester dans le cartel ou sortir en se taisant, sont bien plus intéressantes. L'instrument du bonus est donc l'un des rares qui pourra être utile dans la lutte contre les cartels horizontaux en particulier. Je partage l'opinion qu'un système de lutte contre ces cartels ne peut pas se passer d'une telle règle.
J'observe en outre que la commission a prévu, avant de mettre en vigueur la règle du bonus, un délai de deux ans après l'entrée en vigueur de la révision de la loi. Le délai doit permettre à tous ceux qui font partie d'un cartel de le démanteler et d'en sortir. On y reviendra quand on parlera des dispositions transitoires de la loi.
Pour terminer, je rappelle à MM. Baader Caspar et Spuhler, comme l'a déjà dit le rapporteur de langue allemande, que cette règle n'est pas une obligation; si quelqu'un participe à la création d'un cartel pour pouvoir le dénoncer après une année, il ne bénéficiera sûrement pas du bonus, car on ne donne pas de prime à des gens qui se comportent de façon incorrecte.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Au cours de ce débat, personne n'a contesté l'efficacité du système du bonus pour découvrir et combattre le phénomène des cartels. Il faut donc qu'il y ait des raisons impératives d'y renoncer pour que l'on accepte la proposition Polla (dispositions transitoires) ou la proposition de minorité Gysin Hans Rudolf. Or, ces raisons impératives n'existent pas. Il n'est pas dans l'intérêt des entreprises de supprimer le système du bonus, car si on supprime le système du bonus, le seul moyen d'avoir un effet dissuasif sur les entreprises qui seraient tentées de créer un cartel, c'est de pousser les peines à un maximum. Ce n'est pas le but de l'opération; le but de l'opération est de lutter contre les cartels, ce n'est pas de punir pour le plaisir de punir, c'est de faire disparaître quelque chose qui est contraire à l'intérêt général, contraire à l'intérêt de l'ensemble de l'économie.
Si on a le système du bonus, c'est aussi une facilité supplémentaire pour découvrir les cartels; les autorités qui sont chargées de l'application des peines seront incitées à être plus modérées parce que la peine n'est pas le seul élément dissuasif. Si vous supprimez le système du bonus, il faudra développer un appareil inquisitorial qui lui aussi n'est pas totalement conforme à ce que l'on aime dans ce pays.
Le système du bonus est efficace, il permet une approche moins dure des cas concrets, et il n'est pas contraire à la morale, tout simplement. On nous dit: "Il mine la loyauté entre entreprises", mais la loyauté n'est pas une valeur absolue qui doit régner en toute circonstance et dans toutes les situations de la vie. Lorsque deux gangsters, pour prendre un exemple extrême, se mettent d'accord pour monter un coup, est-ce que vous considéreriez comme une circonstance aggravante que l'un des deux gangsters manque de loyauté et, pris par un soudain remords, dénonce son camarade auprès de la police et mène une vie honnête à l'avenir?
La loyauté n'est pas une valeur absolue. La loyauté est une valeur positive lorsqu'elle est au service d'une bonne cause; mais lorsqu'elle est au service d'une mauvaise cause, c'est quelque chose de pervers. Dans le cas des cartels, on a affaire non pas à quelque chose de criminel au sens du gangstérisme de rue, mais on a affaire à quelque chose qui est dommageable pour l'intérêt général, dommageable pour les consommateurs, et par conséquent la loyauté dans ce cas-là n'est pas une valeur positive mais plutôt négative.
M. Spuhler nous dit: "Oui, mais c'est aller très loin dans l'hypocrisie que de donner une chance à celui qui a créé le cartel de se dénoncer et d'entraîner à sa suite le partenaire passif dans les difficultés, alors que lui sera libéré de toute faute." Bien sûr, nous ne voulons pas de cela non plus. Dans le projet d'ordonnance - qui est déjà sur papier mais qui fera l'objet d'une consultation lorsque la loi aura été adoptée -, on prévoit que l'exemption de toute peine ne sera accordée que si l'entreprise n'avait pas le rôle d'instigateur ou d'acteur principal dans l'accord en matière de concurrence. Si l'entreprise qui est l'initiatrice ou le moteur du cartel se dénonce, elle ne bénéficiera pas du système du bonus parce qu'en effet, il y aurait là quand même un abus d'une règle destinée à permettre à ceux qui ont la force de considérer qu'ils avaient fait une erreur, de reconnaître cette erreur et d'abandonner le cartel.
Quand on fait le tour de l'ensemble des circonstances, on voit bien que cette règle est moralement admissible, qu'elle ne ruine pas la loyauté entre entrepreneurs sauf entre ceux qui se sont mis d'accord pour faire quelque chose de contraire à l'intérêt général, et qu'elle permet aux autorités qui appliqueront la loi sur les cartels de prononcer des condamnations plus modérées parce qu'elles auront d'autres moyens de dissuasion que la crainte qu'inspire une peine extrêmement forte.
Gysin Hans Rudolf · Nationalrat · Basel-Landschaft · Freisinnig-demokratische Fraktion
Herr Bundesrat, verschiedene Vorrednerinnen und Vorredner haben nicht mehr von Denunzianten, sondern von Informanten geredet - ein sympathischer Ausdruck. Sie, Herr Bundesrat, sind uns noch eine Erklärung schuldig: In den Vernehmlassungsunterlagen, die ich genau studiert habe, haben Sie noch von einer "Kronzeugenregelung" geredet. Jetzt im Gesetzestext haben Sie diesen sympathischen Ausdruck "Bonus" eingeführt. Würden Sie uns bitte noch erklären, warum dieser Sinneswandel im Bundesrat stattgefunden hat und warum man für dieses Denunziantentum nicht einen korrekten Ausdruck wählt, sondern einen Ausdruck, der für so etwas Sympathisches an sich hat.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Monsieur Gysin, c'est pour une raison tout à fait simple. Quand on a parlé de "Kronzeuge", "témoins de la couronne", j'ai dit que, dans un pays aussi républicain que le nôtre, parler de "couronne", était quelque chose de ridicule! Alors, renonçons à quelque chose qui ne correspond à rien dans notre vocabulaire. Il n'y a jamais eu de royaume dans ce pays, ni de roi, ni de couronne. Renonçons à "témoins de la couronne" parce que ça ne nous correspond pas du tout. Trouvons une autre formule qui corresponde mieux à nos moeurs et qui explique mieux les choses: c'est le système du bonus/malus. C'est aussi simple que ça.
Polla Barbara · Nationalrat · Genf · Liberale Fraktion
Monsieur le Conseiller fédéral, pour essayer de nous convaincre qu'en fait la déloyauté aurait des avantages dans certains cas, et donc qu'elle serait bonne pour les entreprises, vous avez pris l'exemple des gangsters. Vous avez dit: "Vous voyez quand il y a deux gangsters, si l'un des deux est déloyal par rapport à l'autre, eh bien ça c'est bien." Je voudrais savoir si cet exemple, apparemment la seule comparaison que vous ayez trouvée entre une entreprise et une situation où la déloyauté est utile, était volontaire et si effectivement vous prenez les PME de ce pays pour des gangsters.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Evidemment que ce n'est pas le cas, Madame Polla, vous m'avez mal écouté! J'ai simplement dit que la loyauté n'était pas une valeur absolue. Je suppose que vous êtes d'accord avec moi: la loyauté n'est pas une valeur absolue. Il y a des circonstances où la loyauté est quelque chose de mauvais. J'ai cité un cas extrême tout en disant qu'il n'était pas question pour moi de comparer des entreprises qui ont formé un cartel pour tricher dans le cas d'une adjudication à des gangsters qui courent les rues.
La loyauté n'est pas une valeur absolue qui doit être protégée en toute circonstance. Il faut mettre cette valeur relative en rapport avec les circonstances dans lesquelles elle s'exerce. Dans le cas précis, il n'est pas question de dire que les entreprises qui forment des cartels sont l'équivalent de gangsters, mais la loyauté n'a pas la même valeur lorsqu'on se retrouve dans des circonstances difficiles de la vie et qu'on tient parole envers et contre tout parce qu'on a donné sa parole. A un extrême, la loyauté est quelque chose de très positif lorsqu'elle implique le sacrifice de soi pour tenir parole. A l'autre extrême, c'est quelque chose de négatif lorsque la loyauté couvre une activité criminelle. Entre ces deux pôles, loyauté positive et loyauté négative, il y a le cas que nous évoquons aujourd'hui où la loyauté couvre quelque chose qui est contraire à l'intérêt général et contraire au bien de notre société. C'est par conséquent quelque chose de relatif que la loyauté, dans ce cas-là.
C'est la raison pour laquelle on peut faire profiter du système du bonus/malus ceux qui placent l'intérêt général au-dessus de la loyauté qui couvre une activité illicite, étant précisé, je le redis encore une fois, qu'il n'est pas question pour nous de donner l'absolution totale à quelqu'un qui aurait été l'initiateur d'un cartel ou qui en aurait été le moteur principal. Vous voyez qu'on a une large vision et une vision morale des affaires. Il ne faut pas la caricaturer.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 104 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 64 Stimmen
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Gliederungstitel vor Art. 50; Art. 50; Gliederungstitel vor Art. 53a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre précédant l'art. 50; art. 50; titre précédant l'art. 53a
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 53a Abs. 3
Antrag der Kommission
.... Dienstleistungen, namentlich bei der Einstellung der Verfahren, keine Gebühren erhoben werden.
Art. 53a al. 3
Proposition de la commission
.... procédures et prestations non soumises aux émoluments, notamment lorsque la procédure est classée sans suite.
Angenommen - Adopté
Art. 54a
Antrag der Kommission
Mehrheit
Ablehnung des Antrages der Minderheit
Minderheit
(Gysin Remo, Berberat, Fasel, Fässler, Rechsteiner Paul, Rennwald, Sommaruga, Strahm)
Abs. 1
Wer als Organ, insbesondere als Mitglied des Verwaltungsrates oder der Geschäftsleitung, oder als Hilfsperson einer der vorgenannten Personen sich vorsätzlich oder fahrlässig an einer unzulässigen Abrede nach Artikel 5 Absatz 3 beteiligt oder eine unzulässige Verhaltensweise nach Artikel 7 begeht, wird mit Busse bis zu 1 Million Franken bestraft.
Abs. 2
Wenn der Täter an der Aufdeckung und der Beseitigung der Wettbewerbsbeschränkung mitwirkt, kann auf eine Bestrafung ganz oder teilweise verzichtet werden.
Abs. 3
Eine Bestrafung entfällt, wenn:
a. das Unternehmen die Wettbewerbsbeschränkung meldet, bevor diese Wirkung entfaltet;
b. die Wettbewerbsbeschränkung bei Eröffnung der Untersuchung länger als fünf Jahre nicht mehr ausgeübt worden ist;
c. der Bundesrat eine Wettbewerbsbeschränkung nach Artikel 8 zugelassen hat.
Art. 54a
Proposition de la commission
Majorité
Rejeter la proposition de la minorité
Minorité
(Gysin Remo, Berberat, Fasel, Fässler, Rechsteiner Paul, Rennwald, Sommaruga, Strahm)
Al. 1
Celui qui, intentionnellement ou par négligence, en qualité d'organe, surtout comme membre du conseil d'administration ou de la direction, ou en qualité d'auxiliaire de l'une de ces personnes aura pris part à un accord illicite aux termes de l'article 5 alinéa 3 sera puni d'une amende de 1 million de francs au maximum.
Al. 2
Si le coupable coopère à la mise au jour et à la suppression de la restriction à la concurrence, il est possible de renoncer, en tout ou en partie, à une sanction.
Al. 3
Aucune sanction n'est prise si:
a. l'entreprise annonce la restriction à la concurrence avant que celle-ci ne déploie ses effets;
b. la restriction à la concurrence a cessé de déployer ses effets plus de cinq ans avant l'ouverture de l'enquête;
c. le Conseil fédéral a autorisé une restriction à la concurrence en vertu de l'article 8.
Fässler Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Als Urheberin dieses Antrages muss ich Ihnen noch einen Fehler in Ihrer Fahne bekanntgeben: Es ist so, dass in dieser Bestimmung ursprünglich einmal ein Betrag von 100 000 Franken als Busse vorgesehen war. Das war ein Vorschlag der Verwaltung, der aber im Vergleich zu dem, was wir von den Experten im Hearing gehört haben, eben viel zu gering ist. Ich habe diesen Betrag damals nicht unwesentlich erhöht. Es ist zwar nur eine Null, die man anhängen muss, aber das ist immerhin ein Faktor 10.
Bitte korrigieren Sie die Zahl auf Ihrer Fahne. Es sollte dort "1 000 000" stehen.
Gysin Remo · Nationalrat · Basel-Stadt · Sozialdemokratische Fraktion
Wer als Mitglied eines Verwaltungsrates oder einer Geschäftsleitung unzulässige Wettbewerbsbeschränkungen, zum Beispiel in einem Kartell, mit organisiert, wird zukünftig mit einer Busse bis zu 1 Million Franken gebüsst. Im Vergleich mit Sanktionen im Ausland ist dies eine bescheidene Obergrenze. In Deutschland sind Einzelpersonen im Zusammenhang mit Kartellen schon zu Bussen von über 100 Millionen Franken verurteilt worden. Ziehen wir einen Vergleich mit dem Bundesgesetz über den unlauteren Wettbewerb in Betracht, könnte grundsätzlich auch hier die Möglichkeit von Gefängnisstrafen diskutiert werden.
Die Minderheit hat aber bewusst darauf verzichtet, weil die Durchsetzung einer solchen Regelung sehr schwierig wäre.
Im neuen Artikel 54a, den wir Ihnen beantragen, ist für einzelne Personen nichts anderes vorgesehen, als das, was wir in Artikel 49a für Unternehmen beschlossen haben.
Es ist zu beachten, dass Geldbussen gegen natürliche Personen effektiver sind als Geldbussen gegen Unternehmen. Das war der Kernsatz des OECD-Experten, den wir in der WAK anhörten. Zu beachten ist auch: Wenn wir nur ein Unternehmen büssen und nicht auch die Verantwortlichen in den Unternehmen, so werden eigentlich die Investoren, das heisst die grossen und kleinen Aktienbesitzer, gebüsst, nicht aber diejenigen, welche die entsprechenden Entscheide gefällt haben.
Entscheide zur Kartellisierung sind keine Naturereignisse. Dahinter stehen Topmanager, CEO, Verwaltungsräte mit Toplöhnen, oft in Millionenhöhe, mit Boni und Optionen, mit "fringe benefits" in allen Farben; Leute, die ihren Lohn, auch ihre Pensionsansprüche mit ihrer grossen, grossen Verantwortung verbinden. Wenn Verantwortung nicht zur Leerformel werden soll, braucht es Kontrollen und wirksame Sanktionen. Die Zeit der unberührbaren unverantwortlichen Verantwortlichen ist vorbei.
Ich bitte Sie, unseren Antrag zu unterstützen.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Le groupe démocrate-chrétien communique qu'il suit la majorité.
Schneider Johann N. · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die FDP-Fraktion unterstützt die Mehrheit und lehnt den Antrag der Minderheit Gysin Remo ab. Zwar sind es immer Personen, die ein Fehlverhalten verursachen. Doch es scheint uns völlig unmöglich, neben den fehlbaren juristischen Personen auch noch die natürlichen Personen bestrafen zu wollen. Einerseits wäre es nur mit grösstem Aufwand möglich, das Strafmass einzelnen Beteiligten zuzuordnen. Noch viel aufwendiger würde ein solches Verfahren, wenn die Fehlbaren schon längst nicht mehr dem Unternehmen angehören.
Kurz: Der Minderheitsantrag gehört aus Gründen des Aufwandes und der Praktikabilität abgelehnt.
Spuhler Peter · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die SVP-Fraktion unterstützt die Mehrheit.
Sowohl die Kommission als auch das Parlament haben sich für Direktsanktionen ausgesprochen. Diese Verschärfung reicht aus, um der Wettbewerbskommission ein entsprechend griffigeres Instrumentarium zur Verfügung zu stellen. Sanktionen gegen Einzelpersonen in den entsprechenden Unternehmungen bedeuten eine unverhältnismässige Ausweitung und sind daher abzulehnen.
Wir bitten Sie, die Mehrheit zu unterstützen.
Polla Barbara · Nationalrat · Genf · Liberale Fraktion
Le groupe libéral s'oppose à la proposition de minorité Gysin Remo. Le groupe libéral a soutenu le principe d'infliger des sanctions aux entreprises parties à un accord illicite, mais il ne souhaite pas étendre les sanctions aux personnes.
Il y a quand même une chose que je ne comprends pas vraiment dans la formulation de la minorité Gysin Remo et qui franchement m'étonne: elle veut tellement aggraver le système que ce n'est pas seulement le membre du conseil d'administration ou le directeur éventuel de l'entreprise qui serait puni, mais ses auxiliaires. Cela voudrait dire que l'amende, qui est non pas de 100 000 francs, comme c'est écrit, mais de 1 million de francs, s'appliquerait aux secrétaires de direction et aux assistants des membres du conseil d'administration. Je pense qu'il doit y avoir erreur.
Une autre chose: appliquer aux personnes l'épouvantable système du bonus/malus que nous venons d'accepter pour les entreprises, alors là vraiment je pense que cela va trop loin. Selon la proposition de minorité, la délation irait jusqu'à encourager le gentil secrétaire à dénoncer sa méchante patronne, ce qui permettrait donc qu'on renonce à l'amende de 1 million de francs pour le secrétaire. Je pense que cette proposition n'a aucun sens, et je pense que cela apparaîtra à tout le monde dans ce Conseil.
Je vous propose de suivre la majorité de la commission.
Berberat Didier · Nationalrat · Neuenburg · Sozialdemokratische Fraktion
Le groupe socialiste vous demande de soutenir la proposition de minorité Gysin Remo à l'article 54a. Cette proposition, je le rappelle, prévoit que les personnes physiques qui auront pris part à un accord ou à des pratiques illicites en tant qu'organe d'une entreprise, c'est-à-dire dirigeant - ou auxiliaire, c'est exact Madame Polla, mais ce n'est pas n'importe quelle secrétaire, puisque cette personne doit avoir pris une part prépondérante au cartel -, pourraient être punies d'une amende de 1 million de francs au plus. C'est aussi un maximum: la commission a une compétence entre zéro franc et 1 million de francs. D'ailleurs, comme l'ont dit Mme Fässler et M. Gysin Remo, il y a une erreur dans le dépliant puisque celui-ci ne parle que de 100 000 francs d'amende au maximum.
Cette disposition, cela a déjà été rappelé, est le pendant de l'article 49a qui prévoit des sanctions financières pour l'entreprise elle-même, et elle nous paraît tout à fait justifiée. En effet, comme vous le savez, les décisions dans une entreprise qui viole par exemple l'article 5 alinéa 3 ou l'article 7 ne sont pas incorporelles puisqu'elles sont le fait d'êtres humains en chair et en os. Ce n'est pas l'entreprise elle-même qui décide, ce sont des hommes et des femmes qui décident de se livrer à des pratiques cartellaires interdites.
Il paraît donc logique que, si un dirigeant d'entreprise viole la loi sur les cartels, il soit pénalement responsable de ses actes et ne puisse pas laisser à la seule entreprise la responsabilité pénale de ses actes. Comme nous le savons, les top managers - cela a déjà été rappelé par M. Gysin - ont une multitude de droits qui se concrétisent par des salaires très bons voire exorbitants, par des bonus, par des gratifications et par des options, par exemple. En contrepartie de ces droits, il y a aussi des devoirs et des responsabilités à assumer, et la responsabilité pénale des organes est à notre sens une partie intégrante de ces devoirs. Si l'on souhaite vraiment prévenir les accords ou les pratiques illicites, le fait de rendre financièrement et personnellement responsables les dirigeants aurait, à n'en point douter, un effet préventif certain, puisque ce seraient les personnes qui seraient frappées dans leurs biens et non pas l'entreprise, qui est quelque chose d'incorporel au niveau pénal.
D'ailleurs, une interdiction sans sanction directe ne sert à rien. Nous vous signalons, parce que cela n'a pas encore été dit, que dans le cadre des auditions qui ont été menées par la commission, les experts ont estimé également que non seulement les entreprises mais aussi les cadres de ces entreprises devraient être poursuivis pénalement s'ils se livrent à des pratiques cartellaires. On peut préciser qu'une telle responsabilité personnelle existe déjà à l'article 23 de la loi fédérale contre la concurrence déloyale. Pourquoi alors ne pas l'intégrer aussi dans la loi sur les cartels?
Enfin, ne perdez pas de vue qu'en ne permettant de sanctionner que l'entreprise, on lèse parfois gravement les actionnaires qui ne sont pas du tout responsables des pratiques de la direction.
Pour toutes ces raisons, nous vous prions de soutenir la proposition de la minorité Gysin Remo.
Pelli Fulvio · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion
Tout d'abord, une précision qu'a déjà faite Mme Fässler. Sur le dépliant, il est écrit 100 000 francs d'amende, mais en réalité la proposition était de 1 million de francs. Il manque donc un zéro, un zéro non négligeable.
Deuxième observation d'ordre général, cette proposition a été présentée en commission par Mme Fässler, ce qui explique que ce soit une autre personne qui l'ait développée ici. Comme Mme Fässler ne peut pas défendre sa position et que je dois lui expliquer pourquoi elle a tort, je me permettrai de parler en allemand bien qu'étant rapporteur de langue française.
Eine Minderheit der WAK möchte direkte Sanktionen nicht nur gegen die fehlbaren Unternehmen verhängen, sondern auch gegen die natürlichen Personen, die für das Unternehmen gehandelt haben. Eine starke Betonung der Strafen gegen natürliche Personen kennt insbesondere das amerikanische Recht, das sogar Gefängnisstrafen vorsieht. Solche Strafandrohungen können zwar eine stark abschreckende Wirkung ausüben, aber wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht über das Ziel hinausschiessen. Im amerikanischen Kartellrecht erfolgt die Abschreckung weitgehend durch schwere Strafandrohungen gegen natürliche Personen. Das Kartellverwaltungsrecht spielt dort nur eine untergeordnete Rolle.
Der Schweiz wäre ein solches Rechtssystem aber fremd. Hier funktioniert das Kartellrecht vor allem durch eine Abschreckung gegenüber dem Unternehmen. Im kontinentaleuropäischen Rechtsraum geht die Tendenz allgemein dahin, von Strafsanktionen gegen natürliche Personen wegzukommen. Das erklärt sich unter anderem damit, dass Verwaltungssanktionen besser durchsetzbar sind. Das Problem bei Strafsanktionen gegen natürliche Personen liegt darin, dass sie voraussetzen, dass jemandem ein Verstoss persönlich zugerechnet und vorgeworfen werden kann. Das ist etwas anderes, als wenn ein Unternehmen der Adressat ist. Welches Unternehmen an einem unzulässigen Verhalten beteiligt ist, lässt sich leichter feststellen, als welche Person konkret an den entsprechenden Entscheidungen beteiligt war. Hinzu kommt, dass man der Person ein fehlbares Verhalten persönlich vorwerfen können muss, das heisst, die Person muss schuldhaft gehandelt haben. Auch verfahrensrechtlich müssen bestimmte Garantien eingehalten werden.
Alles in allem würde der Weko mit solchen direkten Strafen gegen natürliche Personen ein riesiger Zusatzaufwand verursacht, der in keinem Verhältnis zu den erzielten Ergebnissen stehen dürfte. Was mit dem Kartellgesetz ja eigentlich angestrebt wird, ist Folgendes: Unternehmen sollen sich korrekt verhalten und auch durch interne Weisungen dafür sorgen, dass die wettbewerbsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Der Druck muss daher direkt auf die Unternehmen ausgeübt werden, indem ihnen für die Fälle der Widerhandlung gegen das Kartellgesetz finanzielle Nachteile angedroht werden. Wenn das Kartellgesetz gegenüber den Unternehmen durchgesetzt werden kann, braucht es keine Abschreckung gegen natürliche Personen. Aus diesem Grund sind griffige Sanktionen gegen Unternehmen ausreichend.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Les arguments du rapporteur sont si clairs qu'il n'y a pas lieu de rajouter d'autres arguments. Chercher à faire condamner soit sur le plan administratif, soit sur le plan pénal les organes et les collaborateurs d'une entreprise, dépasse de loin tout ce qui est souhaitable et n'aurait qu'un effet punitif sans intérêt pour l'objectif que l'on poursuit, la disparition des cartels.
Berberat Didier · Nationalrat · Neuenburg · Sozialdemokratische Fraktion
Monsieur le Conseiller fédéral, j'ai dit dans mon intervention qu'en ne condamnant que les entreprises, on lésait les actionnaires. Est-ce que vous ne pensez pas que le fait de ne pouvoir condamner qu'une entreprise et pas la personne physique qui s'est livrée à ces pratiques, fera qu'on lésera des actionnaires qui ne sont pour rien dans les pratiques cartellaires?
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Les actionnaires en principe ne sont pour rien dans une entreprise cartellaire, encore qu'il puisse arriver que les actionnaires soient en même temps les gestionnaires de l'entreprise. Les actionnaires choisissent en général les dirigeants des entreprises par le truchement du conseil d'administration. Ils ont fait une erreur en choisissant quelqu'un qui a créé un cartel; donc l'entreprise a subi une perte, a subi une punition. Les actionnaires ne trouvent aucun intérêt direct à ce que les gens qu'ils ont eux-mêmes choisis directement ou indirectement soient en plus punis à titre personnel. Réparer la faute des actionnaires en créant un grand trouble au sein des entreprises, en cherchant à savoir qui est responsable nominativement et personnellement de cette faute, n'ajoute rien à la sécurité des actionnaires.
Je vous remercie de vous préoccuper de leur sort; je crois que vous pouvez faire confiance au Conseil fédéral pour ne pas tomber sur le dos d'actionnaires en difficulté.
Christen Yves · 1VP-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 96 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 59 Stimmen
Gliederungstitel vor Art. 59a
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre précédant l'art. 59a
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Art. 59a
Antrag der Kommission
Abs. 1
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Abs. 2
.... Bestimmung, dem Parlament Bericht und ....
Art. 59a
Proposition de la commission
Al. 1
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Al. 2
Le département présente un rapport au Parlement lorsque l'évaluation ....
Angenommen - Adopté
Ziff. 2 Titel
Antrag der Kommission
Mehrheit
Ablehnung des Antrages der Minderheit
Minderheit
(Sommaruga, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul, Rennwald, Strahm)
Bundesgesetz vom 25. Juni 1954 über die Erfindungspatente (Patentgesetz, PatG)
Ch. 2 titre
Proposition de la commission
Majorité
Rejeter la proposition de la minorité
Minorité
(Sommaruga, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul, Rennwald, Strahm)
Loi fédérale du 25 juin 1954 sur les brevets d'invention (loi sur les brevets, LBI)
Art. 8a
Mehrheit
Ablehnung des Antrages der Minderheit
Minderheit
(Sommaruga, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul, Rennwald, Strahm)
Wird ein Erzeugnis vom Patentinhaber oder mit seiner Zustimmung auf dem Gebiet der Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta) oder auf dem Gebiet der Staaten, für die das Freihandelsabkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft gilt, in Verkehr gebracht, so ist das Recht an diesem Erzeugnis erschöpft.
Art. 8a
Majorité
Rejeter la proposition de la minorité
Minorité
(Sommaruga, Berberat, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Rechsteiner Paul, Rennwald, Strahm)
Si un produit est mis en circulation par le détenteur du brevet, ou avec son accord, sur le territoire des pays membres de l'Association européenne de libre-échange (AELE) ou sur le territoire des Etats pour lesquels l'accord de libre-échange entre la Confédération suisse et la Communauté européenne est en vigueur, le droit sur ce produit est épuisé.
Sommaruga Simonetta · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Ich mache mir keine Illusionen: Gegen meinen Minderheitsantrag wird es viele Einwände geben. Deshalb beginne ich jetzt gleich, diese zu entkräften.
Was hat das Patentgesetz hier zu suchen, wenn doch eine Patentgesetzrevision erst noch ansteht? Wir haben in den letzten beiden Tagen über wettbewerbsrechtliche Fragen geredet und entschieden. Wir haben kartellistische Strukturen aufzubrechen versucht. Dazu gehört dann eben auch, dass wir das beseitigen müssen, wenn ein Patentinhaber sein Monopolrecht missbräuchlich ausübt, indem er Märkte künstlich aufteilt. Übrigens hat die Patentgesetzrevision einen ganz anderen Inhalt. Es geht dort um die Patentierung von menschlichen und tierischen Organismen und die Umsetzung der europäischen Bio-Richtlinie. Vom Bundesrat habe ich bis jetzt keine Signale erhalten, dass er bereit ist, in der Patentgesetzrevision auch die Erschöpfungsfrage anzugehen.
Wir haben gestern im Kartellgesetz in Artikel 3 Absatz 2 in Bezug auf die Parallelimporte eine Nulllösung beschlossen. Selbst der weiter gehende Antrag der Minderheit I (Meier-Schatz) hätte den Elchtest nicht bestanden. In der Praxis bewährt sich nämlich die kartellrechtliche Regelung von Parallelimporten niemals. Ich sage Ihnen gerne, weshalb: Damit werden immer nur Einzelfälle geregelt. Das ist aufwendig und ineffizient. Schwerer wiegt aber, dass es sich in der Schweiz kein Händler leisten kann, vor der Wettbewerbskommission gegen einen grossen Hersteller oder Importeur zu klagen. Oder was meinen Sie: Warum hat Jumbo mit Kodak einen Vergleich gemacht und ist nicht vor die Wettbewerbskommission getreten? Wer also mit der Zulassung von Parallelimporten ernst machen will, muss beim Patentgesetz ansetzen.
Sie werden mir entgegenhalten, dass der Bundesrat ja noch verschiedene Berichte in Auftrag gegeben habe und dass wir die jetzt bis Ende Jahr abwarten sollten. Der Bundesrat hat aber im Sommer einen Zwischenbericht verabschiedet, und ich zitiere Ihnen gerne ein paar interessante Aussagen daraus: Der volkswirtschaftliche Effekt von Parallelimporten falle insgesamt positiv aus. Die verfügbaren Einkommen würden steigen. Die Kaufkraft werde gestärkt. Die Preise würden sinken. Das Bruttoinlandprodukt wachse stärker, und die Verlierer bei den Parallelimporten seien die ausländischen Produzenten. Das, was ich jetzt gesagt habe, ist nicht meine Erfindung, sondern es steht im Zwischenbericht, den der Bundesrat verabschiedet hat.
Ein weiterer Einwand, der gegen meinen Minderheitsantrag erhoben werden wird, ist der, dass eine regionaleuropäische Erschöpfung wegen der WTO nicht möglich sei. Die WTO wird übrigens immer dann angerufen, wenn man keine besseren Argumente mehr hat. Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass im Trips-Abkommen, also dort, wo das Immaterialgüterrecht WTO-rechtlich geregelt wird, die Frage der Erschöpfung von Immaterialgüterrecht bewusst ausgeklammert wurde. Nach Artikel 6 des Trips-Abkommens wird die Frage der Erschöpfung ausdrücklich dem nationalen Gesetzgeber vorbehalten.
Die Frage, ob die Europäische Union eine regionaleuropäische Erschöpfung will oder akzeptieren würde, bleibt offen. Es ist kein Geheimnis, dass wir bereits früher mit der EU darüber verhandelt haben und dass die EU kein Interesse daran hatte, mit uns ein solches Abkommen abzuschliessen. Ich muss also davon ausgehen, dass die Schweiz sehr wohl ein Interesse daran hat.
Das Interesse in der Schweiz ist tatsächlich sehr gross. Alle Konsumentenorganisationen unterstützen die Einführung von Parallelimporten - aber von echten Parallelimporten. Der gesamte Detailhandel in der Schweiz hat extra zu diesem Zweck eine "Interessengemeinschaft Freie Importe" gegründet, weil der Detailhandel in der Schweiz Parallelimporte will und braucht. Die Bauern haben ein zentrales Interesse, weil sie nicht nur für die Traktoren viel mehr bezahlen als ihre Kollegen im Ausland, sondern weil sie auch bei den Pflanzenschutzmitteln benachteiligt werden. Sie werden ja gemerkt haben, dass immer mehr Pflanzenschutzmittel gentechnisch veränderte Organismen enthalten - nicht deshalb, weil die Produkte damit besser würden, sondern weil diese Produkte aus diesem Grund patentiert werden können und damit auch keine Parallelimporte möglich sind.
In den nächsten Wochen werden wir wieder über die Krankenversicherungsprämien stöhnen. Seit über einem Jahr verlangt Santésuisse in jeder Ausgabe ihrer Publikation Parallelimporte in der Schweiz. Ich meine, es sind in diesem Saal genug Interessengruppen prominent vertreten, die jetzt endlich nicht nur über Parallelimporte reden und schreiben, sondern Hand dazu bieten sollten, dass in der Schweiz die Krankenversicherten, die Patienten, die Konsumenten und die Bauern mit echten, anständigen Preisen rechnen können.
Ich bitte Sie, den Antrag der Minderheit zu unterstützen.
Schneider Johann N. · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Die FDP-Fraktion unterstützt die Mehrheit. Sie lehnt den Antrag der Minderheit Sommaruga ab und will keine Patentgesetzrevision en passant. Falls die Erfahrung zeigen sollte, dass Gesetzesanpassungen nötig sind, so können diese im laufenden Prozess der Patentgesetzrevision aufgenommen werden. Damit geht in der Kartellgesetzrevision keine Zeit verloren, und die zusätzliche Erfahrung der nächsten Zeit wird erlauben, allenfalls einen fundierten Entscheid zu fällen. Also: Unterstützung der Mehrheit, Ablehnung des Antrages der Minderheit Sommaruga.
Ehrler Melchior · Nationalrat · Aargau · Christlichdemokratische Fraktion
Die CVP-Fraktion beantragt Ihnen, die Mehrheit zu unterstützen. Es gibt dafür einen formellen Grund: Wir halten es nicht für richtig, quasi im Vorbeigehen hier auch gleich noch das Patentgesetz teilzurevidieren. Ich erinnere Sie an Dinge, die im Zusammenhang mit dem Filmgesetz passiert sind, wo wir auch im Vorbeigehen etwas regeln wollten. Es ist richtig, die ganze Problematik bei der Revision des Patentgesetzes im Gesamtzusammenhang zu regeln.
Dann gibt es für uns noch materielle Gründe. Ich bin mit Frau Sommaruga einverstanden: Wir haben hier ein Problem, und das kommt daher, dass wir nicht im EWR sind. Wir haben diese nationale Erschöpfung; das heisst, dass es in unserem kleinen Markt entsprechend hohe Preise ausmacht. Wenn wir jetzt aber der Minderheit zustimmen, machen wir einseitig - ich betone: einseitig - eine regionale Erschöpfung. Wenn wir es zweiseitig tun wollten, müssten wir vorgängig mit der EU verhandeln. Es gibt noch ein weiteres Problem: Wir bekommen dann auch gewisse Schwierigkeiten mit der ganzen Diskriminierungsfrage vonseiten der WTO.
Aus diesen Gründen bitte ich Sie namens der CVP-Fraktion, der Mehrheit zu folgen.
Blocher Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Unsere Fraktion lehnt diesen Minderheitsantrag selbstverständlich ab. Worum geht es hier wieder? Es geht wieder um die allgemeine Heuchelei, nämlich darum, das zu verschweigen, worum es eigentlich schon den ganzen Vormittag geht. Es geht auch hier wieder um eine schwerwiegende Einschränkung des Eigentums. Die Garantie des Eigentums ist die Voraussetzung für eine florierende Gesellschaft. Wir haben heute Morgen nichts anderes getan, als ununterbrochen Eigentum einzuschränken. Und auch hier soll es wiederum eine Eigentumseinschränkung geben, Eigentumsbeschränkungen bei den Parallelimporten, bei Absprachen usw. Dies wird selbstverständlich von Leuten gefordert, die noch nie ein Produkt erforscht, entwickelt, patentiert und verkauft haben, von Leuten, die vermutlich fixe Löhne haben und sagen: Wir kommen jetzt als die grossen Retter der freien Marktwirtschaft! Dabei bedeutet die freie Marktwirtschaft ein einziges Recht, nämlich eine freie Wirtschaft zu haben, ohne Eingriffe des Staates.
Hier passiert das Gegenteil! Wer ein Produkt entwickelt, wer ein Produkt erforscht und Millionen Franken dafür ausgibt, wer es produziert und patentiert, hat ein Recht, über dieses Produkt zu verfügen, es gehört ihm. Jetzt haben Sie natürlich Recht: Wenn der Staat kommt und sagt, wir nehmen ihm das Produkt oder einen grossen Teil des Eigentumsrechtes weg, dann wird der Enteigner reicher. Es ist gesagt worden, dass die Produkte dann billiger werden. Jeder weiss, dass das im Moment stimmt. Wer Eigentum wegnimmt, wird reicher, das weiss jeder Dieb, und hier wird Diebstahl gesetzlich sanktioniert! Das kann für den Moment vorteilhaft sein, auf die Dauer ist das der Tod der freien Marktwirtschaft!
Das ist auch weltweit bereits klar zu sehen. Ich würde nichts sagen, wenn die für die grössten Freiheitsbeschränkungen Verantwortlichen, die Monopole, angepackt und verboten würden. Monopole sind aber erlaubt, Monopole lässt man in Ruhe, auch die weltweiten Monopole, auch die grossen, weltweiten Kartelle! Aber wir müssen nicht bis ins Ausland gehen; auch in unserem Land ist es so: Strommonopole sind selbstverständlich erlaubt! Keine Kartellkommission wird hier Strommonopole aufbrechen - ich habe gehört, die Kartellkommission werde nach dem vergangenen Abstimmungssonntag bereits nicht mehr weitermachen. Beim Fernsehen, beim staatlichen Fernsehen, wird selbstverständlich das Monopol zementiert! Da, wo für die freie Meinungsäusserung der Wettbewerb nötig wäre, wird das Monopol geschützt! Im Kartellgesetz aber werden Absprachen zwischen Kleinunternehmen unter Kronzeugenregelung gestellt, wie man das mit Schwerkriminellen macht! Immer diese Eigentumsbeschränkungen - es geht aber um Produkte, die den Erfindern gehören!
Machen Sie weiter so! Aber für den Wohlstand bringt es nichts, und die Abzocker sind jene, welche den Diebstahl hier gesetzlich festschreiben. Das war in Staaten des Sozialismus und des Kommunismus immer so: Die Abzocker waren immer die anderen.
Ich gratuliere Ihnen zu diesem "Chämifägergesetz", das Sie hier machen, denn dort werden selbstverständlich hohe Bussen eingefahren. Ich gratuliere zur Betonierung von staatlichen, ausländischen und weltweiten Monopolen, und ich gratuliere Ihnen zu den schwerwiegenden Eingriffen in die Eigentumsrechte, die Sie hier vornehmen und die der Wohlfahrt zuwiderlaufen! Von der Nachfragemacht im Lande spreche ich nicht einmal; auch das ist selbstverständlich salonfähig.
Die SVP-Fraktion wird auch dieses Gesetz ablehnen. Mit gutem Gewissen. Da können Sie mit Hilfe der Boulevardzeitungen usw. lange auf uns herumhacken mit der Frage, wo die Abzocker sind; das können wir ertragen.
Wer das Eigentum schützt, ist für den Wohlstand, die anderen sind dagegen.
Strahm Rudolf · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Herr Blocher bezeichnet das als allgemeine Heuchelei. Herr Blocher, es sind Sie und Ihre Partei, die ständig "Markt, Markt, Markt!" rufen und die Marktwirtschaft predigen. Einmal mehr haben Sie mit Ihrem Votum und hat Ihre Partei von der ersten bis zur letzten Abstimmung für Marktabschottung und gegen Wettbewerbsbekämpfung gekämpft. Sie sind ein "Sonntagsliberaler"! Am Sonntag predigen Sie Ihren Leuten die Marktwirtschaft, und von Montag bis Freitag machen Sie Marktabschottung. Dann sagen Sie noch, es gehe hier um eine allgemeine Heuchelei.
Herr Blocher, wir wollen keinen Diebstahl am geistigen Eigentum begehen. Uns ist doch auch bekannt, dass das geistige Eigentum, dass die Patente, ein Wert sind, und das soll auch belohnt werden. Wir wollen aber nicht, dass das Patentrecht für den Diebstahl am Konsumenten missbraucht wird. Ich bin froh um diese Debatte, froh, dass man jetzt einmal auch via Namensaufruf gezeigt hat, wer für die Hochpreispolitik in der Schweiz - namentlich auch zulasten der KMU, nicht nur zulasten der Haushalte - verantwortlich ist und in Zukunft verantwortlich sein wird.
Das Patentrecht wird von den grossen Konzernen mehr und mehr auch als Marktsegmentierungsinstrument, als Marktbeherrschungsinstrument missbraucht. Es werden viele, unheimlich viele Anstrengungen unternommen, nur mit Scheinerneuerungen, vielleicht mit Scheininnovationen Patente zu erwerben, damit die Märkte abgeschottet bleiben. Das Patentrecht wird sozusagen zum Mittel, um die Preishochhaltung in den einzelnen Märkten durchzusetzen. Zum Beispiel des Kodak-Urteils, das ja sehr viel eingeleitet und auch sehr viel Unheil gestiftet hat: Bei diesem Kodak-Film gab es keine Neuerung beim Film, keine Neuerung bei den Farbstoffen, sondern dieser Kodak-Film hatte eine neue Deckfolie, die patentiert worden war. Dieser Film wurde neu patentiert, gerade um die einzelnen Märkte abzuschotten.
Es ist dann bekanntlich vom Bundesgericht entschieden worden, dass eben nur der Alleinvertreiber Kodak Suisse SA diese Filme in der Schweiz vertreiben kann, notabene zum doppelt so hohen Preis wie in England.
Die Minderheit Sommaruga möchte jetzt eine regionaleuropäische Erschöpfung - nicht eine gesamteuropäische, sondern eine Erschöpfung im europäischen Wirtschaftsraum, in dem die Systeme vergleichbar sind. Wenn wir diese einführen, ist das keine Unterhöhlung des Patentschutzes, denn auch der Vertreiber von Kodak in England zahlt für sein Patent Lizenzgebühren. Es geht nicht um eine Unterhöhlung der Eigentumsrechte, sondern darum, dass das Patentrecht nicht für eine länderweise Marktsegmentierung missbraucht werden kann.
Ich kann Ihnen Beispiele aus dem Parfummarkt nennen. Parfums sind nicht patentierbar, sie sind keine Erfindung. Aber jetzt werden Parfums vertrieben mit Sprühköpfen, die patentiert sind, um damit eine Marktabschottung zu erreichen. Das ist eine Scheinneuerung, die dann zur Wettbewerbsbehinderung führt. Solche Fälle - es gibt deren Hunderte und Tausende - müssen wir angehen.
Ich muss noch etwas zum europäischen und zum schweizerischen Markt sagen. Europa hat einen Markt von 370 Millionen Konsumenten; 15 verschiedene Länder mit 15 verschiedenen Vertriebssystemen haben jetzt unter sich eine Erschöpfung innerhalb ihres Wirtschaftsraumes. Die Schweiz ist ein kleiner Markt mit 7 Millionen Menschen, meist mit einem Alleinvertreiber, und dank der hohen Kaufkraft ist natürlich eine Marktabschottung und sind Wettbewerbsbehinderungen viel eher möglich. Wir hatten Hearings in der Kommission. Sowohl der Vertreter des deutschen Bundeskartellamtes als auch der Vertreter der OECD haben eingeräumt: Je kleiner ein Markt ist, desto stärker ist natürlich die Tendenz zur Preishochhaltungs- und Abschottungspolitik.
In diesem Sinne bitte ich Sie, dem Antrag der Minderheit Sommaruga zuzustimmen. Er richtet sich nicht gegen das Patentrecht; eine regionaleuropäische Erschöpfung wird heissen, dass nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland oder England die notwendigen Lizenzgebühren an den gleichen Konzern abgeliefert werden.
Christen Yves · 1VP-M · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion
Le groupe libéral communique qu'il suit la majorité.
Schneider Johann N. · Nationalrat · Bern · Freisinnig-demokratische Fraktion
Ich halte mich kurz, aber ich lege doch Wert darauf, noch ein paar Worte zu sagen. Es gab heute Morgen keine Heuchelei, und das darf es nicht sein. Das private Eigentum, Herr Blocher, wollen wir gemeinsam schützen, darüber gibt es keinen Zweifel. Was wir aber auch wollen, ist Wachstum, und zwar ein Wachstum mit möglichst korrektem Wirtschaften. Ich rede hier unter anderem auch als KMU-Exportunternehmer. Sie wissen, dass unsere Exportindustrie jeden zweiten Franken direkt oder indirekt für diese Volkswirtschaft verdient. Wenn es uns nicht gelingt, miteinander und aus einigermassen freien Stücken etwas von unserem Status als Hochlohn- und Hochpreisinsel wegzukommen, dann werden wir eines Tages einfach ganz brutal auf den Boden zurückgeworfen werden. Mit anderen Worten: Die Politik, die wir - ich rede für die Fraktion - heute Morgen hier gemacht haben, ist eine Politik, die auch etwas Weitsicht anvisiert und die etwas weniger Egoismus will. Letztlich geht es uns um Wohlstand, um Wohlfahrt, um Sicherheit, auch um soziale Sicherheit, also auch um die Sicherheit der Arbeitsplätze. Vor diesem Hintergrund ist die Revision aus unserer Sicht sehr wohl zu vertreten.
Pelli Fulvio · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion
J'essaierai de ramener un peu de rationalité dans cette discussion qui, pour un instant, a été digne de la presse de boulevard. Maintenant, il faut la faire revenir au niveau où elle doit se situer. Le problème soulevé par Mme Sommaruga est un problème important. C'est juste de l'affronter avec sérieux.
Dans l'arrêt Kodak, le Tribunal fédéral a confirmé qu'en Suisse s'applique le principe de l'épuisement national. Cela signifie que la protection du brevet en faveur du détenteur ne s'épuise pas sur notre territoire si le produit breveté est mis en circulation à l'étranger. La même règle vaut dans l'Union européenne, mais le territoire de protection n'est plus celui des Etats membres, mais celui de la Communauté entière. La même règle de l'épuisement national vaut aussi dans les autres Etats occidentaux, sauf de petites exceptions.
La minorité Sommaruga voudrait voir appliqué en Suisse le principe de l'épuisement international ou, mieux, d'un épuisement international réduit, limité aux quinze pays membres de l'Union européenne et aux quatre de l'AELE, Suisse comprise. Cela signifierait qu'une fois que le produit breveté serait mis en circulation dans l'un des 19 pays, en Suisse, il n'y aurait plus de protection. Le titulaire du brevet ou le revendeur suisse autorisé ne pourraient pas s'opposer à l'importation ou à la réimportation du produit en Suisse. On assisterait donc à une forme de concurrence en Suisse entre revendeurs autorisés suisses et étrangers du même produit. L'effet recherché est évidemment une réduction du prix en Suisse, qui est plus élevé qu'à l'étranger. Le marché auquel pense la minorité Sommaruga est évidemment surtout celui des médicaments.
La commission a, à plusieurs reprises et longuement, discuté du problème et demandé au Conseil fédéral plusieurs rapports. Un premier rapport lui a été remis en juin 2002, mais le plus important des rapports demandés le sera seulement vers la fin de l'année ou au mois de janvier prochain. Il s'agit de comprendre non seulement quels avantages l'introduction du principe de l'épuisement international ou régional pourrait comporter pour les prix en Suisse - l'espoir est évidemment celui d'assister à une forte diminution des prix -, mais aussi quelles conséquences une telle mesure aurait pour l'industrie suisse et dans nos rapports avec les autres pays du globe, les Etats-Unis surtout.
L'introduction du principe de l'épuisement international ou régional pourrait avoir des conséquences très négatives. Dans son rapport du mois de juin, le Conseil fédéral indique comme probable une diminution des prix en Suisse dans les secteurs des médicaments et des biens de consommation, les seuls secteurs dans lesquels les différences de prix entre la Suisse et l'Union européenne sont significatives. Mais il signale que les effets bénéfiques d'un changement de régime ne devraient influer que faiblement sur l'économie puisque les volumes échangés - médicaments et biens de consommation - sont peu importants. Le Conseil fédéral demande en tout cas, avant de prendre toute décision, d'attendre jusqu'au moment où l'étude sur les importations parallèles sera terminée, donc de ne pas réviser la loi sur les brevets pendant l'examen de la loi sur les cartels, mais de la modifier dans ce sens, éventuellement, lors de sa révision.
La majorité de la commission soutient cette demande et juge imprudent de vouloir prendre une décision aussi importante avant d'avoir examiné toutes les conséquences d'un tel pas. Il est en effet probable qu'elle n'engendrera pas que des conséquences positives. La commission fait remarquer en particulier que la Suisse est un pays dans lequel les activités de recherche sont importantes. L'introduction du principe de l'épuisement international affaiblirait la protection des brevets suisses et pourrait donc aussi remettre en question beaucoup d'investissements dans ce secteur vital et beaucoup de places de travail. La commission remarque qu'on ne peut pas prévoir la réaction de l'industrie pharmaceutique suisse vis-à-vis d'une telle décision après qu'elle s'est déclarée prête à fournir à des prix très bas d'importants médicaments aux pays en voie de développement. Une telle décision, même si elle est limitée aux pays européens, pourrait avoir comme conséquence l'augmentation du risque de voir les médicaments exportés vers les pays du tiers monde réimportés dans les pays industrialisés.
L'introduction en solitaire, donc sans réciprocité du principe de l'épuisement régional, pourrait se révéler problématique. Personne ne peut douter qu'il faudrait garantir, par un accord bilatéral, la réciprocité de la part des pays de l'Union européenne et de l'AELE, qui devraient dans ce cas aussi accepter les importations parallèles en provenance de la Suisse.
Il serait aussi prudent de bien vérifier les conséquences qu'une telle démarche aurait sur les relations avec les pays membres de l'OMC, car cette organisation n'autorise pas de solutions à la carte. Il faut donc s'attendre à des réactions virulentes surtout de la part de pays tels que les Etats-Unis et le Japon pour lesquels les brevets revêtent une grande importance. La Suisse a suffisamment de problèmes avec les pays de l'Union européenne pour ne pas avoir intérêt à ouvrir d'autres contentieux internationaux graves.
La commission, par 14 voix contre 5, vous demande de rejeter la proposition de minorité Sommaruga et d'attendre, avant de prendre une décision sur la nécessité et l'opportunité de l'introduction d'un autre système d'épuisement des brevets que le système national, le résultat des études demandées par le Conseil fédéral.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Nous vous proposons de rejeter fermement la proposition de minorité Sommaruga. Nous rappelons que nous sommes en train de discuter la loi sur les cartels et non pas la loi sur les brevets.
C'est une expérience constante des parlements qu'il est dangereux de modifier un article isolé d'une loi différente à l'occasion de la révision générale d'une autre loi. On constate en général qu'en pratiquant de cette manière, on risque de créer des incohérences dans la logique interne de la loi dont on a modifié un seul article. Il n'est pas nécessaire, même si on veut intégrer dans la législation la teneur de l'arrêt Kodak du Tribunal fédéral, de modifier la loi sur les brevets à l'occasion de la révision de la loi sur les cartels.
Le Conseil fédéral, au demeurant, a déjà analysé la variante proposée par la minorité Sommaruga dans son rapport "Importations parallèles et le droit des brevets" daté de mai 2000. Le Conseil fédéral fait valoir les arguments suivants:
1. La variante est eurocompatible, mais du point de vue de la politique d'intégration, il est peu sensé de conférer d'ores et déjà et sans contrepartie des avantages à l'UE par le biais de l'acceptation des importations parallèles provenant de l'UE ou de l'EEE.
2. Une différenciation unilatérale selon les pays de mise en circulation, comme le propose la minorité, n'est pas compatible avec les engagements internationaux de la Suisse. Elle s'oppose à la clause de la nation la plus favorisée selon les termes de l'Accord sur l'OMC. Si le législateur suisse veut un épuisement supranational, il devrait accorder les mêmes avantages juridiques dans des conditions identiques à tous les ressortissants des états membres de l'OMC, et cela sans contrepartie.
3. Enfin, si l'on vise à un épuisement régional reposant sur la réciprocité, selon le modèle de l'Union européenne, il faut avoir un accord avec l'UE, et cela passe probablement par l'adhésion à l'UE ou à l'EEE.
Dans le cadre de la discussion relative à l'EEE, nous avions proposé un accord bilatéral avec l'UE dans ce domaine. Nous avons repris cette proposition ultérieurement, lors des discussions dans le cadre du Comité mixte institué par l'Accord de libre-échange, proposition qui a été rejetée par l'UE. Si un jour, on veut aller dans ce sens-là, il faut être sûr que l'UE est d'accord avec nous. Il ne faut pas prendre une initiative unilatérale maintenant, parce que nous devrions étendre cet avantage à tous les pays qui bénéficient de la clause de la nation la plus favorisée selon les règles de l'OMC, que nous appliquons scrupuleusement, dans notre intérêt aussi.
Abstimmung
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit .... 88 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit .... 62 Stimmen
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Ziff. II
Antrag der Kommission
Abs. 1
Wird eine bestehende Wettbewerbsbeschränkung innert eines Jahres nach ....
Abs. 2
Mehrheit
Absatz 2 von Artikel 49a tritt zwei Jahre nach Inkrafttreten der anderen Bestimmungen dieses Artikels in Kraft.
Minderheit
(Meier-Schatz, Berberat, Ehrler, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Maitre, Rechsteiner Paul, Sommaruga, Strahm)
Streichen
Antrag Polla
Abs. 1
Wird eine Wettbewerbsbeschränkung innert zwei Jahren nach Inkrafttreten von Artikel 49a gemeldet und/oder aufgelöst, so werden die Belastungen nach dieser Bestimmung auf keines der Mitglieder der betroffenen Kartelle angewandt.
Schriftliche Begründung
Um dem Kartellgesetz mehr Wirkung zu verleihen, braucht es andere Anreizmassnahmen als das Anzeigebonussystem. Das Bonussystem, das einen Unternehmensleiter dazu verleitet, seine Konkurrenten bei der zuständigen Behörde anzuzeigen, ist nicht mit unserer Unternehmerkultur und -ethik vereinbar und verträgt sich nicht mit dem Geist des Schweizer Rechts. Die vorgeschlagene Regelung hingegen stellt einen echten Anreiz für alle betroffenen Unternehmungen dar und ist gleichzeitig ethisch vertretbar. Sie dürfte deshalb innerhalb des besagten Zeitraums zumindest ebenso wirksam, wenn nicht gar noch wirksamer als das Bonussystem sein.
Ch. II
Proposition de la commission
Al. 1
Si une restriction actuelle à la concurrence est annoncée ou supprimée dans un an à compter ....
Al. 2
Majorité
L'alinéa 2 de l'article 49a entrera en vigueur deux ans après le reste de l'article.
Minorité
(Meier-Schatz, Berberat, Ehrler, Fasel, Fässler, Gysin Remo, Maitre, Rechsteiner Paul, Sommaruga, Strahm)
Biffer
Proposition Polla
Al. 1
Si une restriction à la concurrence est annoncée et/ou supprimée dans un délai de deux ans à compter de l'entrée en vigueur de l'article 49a, les sanctions prévues par ledit article ne seront appliquées à aucun des membres des cartels concernés.
Développement par écrit
Pour renforcer l'efficacité de la loi sur les cartels, il faut des mesures incitatives autres que le système de bonus à la dénonciation. Le système de bonus, qui incite un chef d'entreprise à dénoncer ses concurrents aux autorités compétentes, est incompatible avec notre culture et notre éthique d'entreprise et ne s'inscrit pas dans l'esprit du droit suisse. La mesure proposée est par contre à la fois réellement incitative pour l'ensemble des entreprises concernées et éthiquement acceptable, et devrait donc s'avérer sur la période considérée au moins aussi efficace que le bonus, si ce n'est plus.
Abs. 1 - Al. 1
Pelli Fulvio · Nationalrat · Tessin · Freisinnig-demokratische Fraktion
La proposition Polla demande en substance, avec un texte un peu différent, de prolonger à deux ans la période dans laquelle l'autodénonciation des cartels n'entraîne pas de conséquences. Le Conseil fédéral voulait proposer un délai de six mois. La commission a augmenté ce délai à un an.
La commission a une autre solution. Au cours de la première année, elle exempte tout le monde d'une sanction et pendant la deuxième année elle ne permet pas de jouir du bonus. C'est une règle un tout petit peu différente.
C'est à vous de décider quelle est la solution à appliquer. En tout cas, cela concerne l'introduction de ces nouvelles règles, ce qui est la conséquence directe du fait qu'on a choisi d'infliger des peines beaucoup plus lourdes que celles initialement prévues.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Nous sommes naturellement pour le projet du Conseil fédéral. Nous pensons qu'un délai de six mois, à partir de l'entrée en vigueur de cette loi, est suffisant pour annoncer ou supprimer une restriction à la concurrence. Je crois que le danger de la prolongation de ce délai, c'est qu'il peut y avoir aussi des effets pervers - et, Madame Polla, pour éviter une question complémentaire tout à l'heure, je tiens à dire que quand j'utilise le terme "pervers" je ne prétends pas que les gens qui ont formé des cartels sont des pervers. Les effets peuvent être pervers en ce sens que les gens sont incités à attendre la fin du délai de grâce pour s'annoncer et profiter ainsi des dispositions transitoires. Alors, il faut trouver un équilibre entre l'esprit pragmatique que vous manifestez, contre lequel je n'ai rien bien sûr, et l'effet pervers qui peut se manifester.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Kommission .... 92 Stimmen
Für den Antrag Polla .... 59 Stimmen
Abs. 2 - Al. 2
Meier-Schatz Lucrezia · Nationalrat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion
Es ist unseres Erachtens sehr wichtig, dass wir eine Übergangsregelung vorsehen, die es den kartellisierten Unternehmen erlaubt, sich aus ihrem Kartell zu verabschieden. Die vom Bundesrat vorgesehene Frist von sechs Monaten ist zu kurz. Darum haben Sie jetzt auch der Mehrheit zugestimmt und sich für die Einführung einer einjährigen Frist entschieden. Während dieser Zeit werden keine Sanktionen ausgesprochen. Die Mehrheit beantragt, dass wir die Sanktionen und die Bonusregelung nicht zum selben Zeitpunkt einführen. Das hiesse, dass wir uns nach Ende des ersten Jahres bis Ende des zweiten Jahres in einer Grauzone befänden, während der zwar Sanktionen ausgesprochen werden können, während der aber keine Kronzeugen aussagen können. Würden sich während dieser Zeit dennoch Kronzeugen melden, könnte die Wettbewerbsbehörde weder auf eine vollständige noch auf eine teilweise Belastung verzichten. Dies ist meines Erachtens völlig kontraproduktiv. Auch die Argumente der Mehrheit, dass kartellisierte Unternehmen mehr Zeit zur Auflösung ihres Kartells benötigen, ist nicht vernünftig. Unternehmen - vor allem betroffene Unternehmen - verfolgen schon heute unsere gesetzgeberische Arbeit und wissen bereits heute, dass sie sich auf eine neue, schärfere Gangart der Wettbewerbsbehörden einstellen müssen.
Wenn wir nun den realistischen Zeitplan betrachten, so sehen wir, dass Unternehmen, die bereits heute gegen das Kartellgesetz verstossen, mindestens drei, allenfalls sogar vier Jahre Zeit haben, bis die neuen Massnahmen angewendet werden. Diese Zeitspanne ist gross genug. Wie Herr Schneider in der Diskussion zuvor gesagt hat, könnte man höchstens darüber diskutieren, ob sowohl für die Implementierung des Sanktionierungssystems als auch für die Implementierung der Bonusregelung anstelle der einjährigen Frist eine zweijährige Frist berücksichtigt werden soll. Wichtig ist nämlich meines Erachtens auch, dass die Unternehmen die Spielregeln von Beginn an kennen. Bei Inkrafttreten des Gesetzes darf daher bei den Adressaten keine Rechtsunsicherheit über die zukünftige Anwendbarkeit der Bestimmungen ausgelöst werden, und es darf keine Intransparenz herrschen. Es ist deshalb notwendig, dass in der Übergangsbestimmung von vornherein klare und berechenbare Kriterien definiert werden.
Dass die Sanktionen und die Bonusregelung wie ein Junktim betrachtet werden müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Es geht nämlich nicht an, dass wir die Ausführungsbestimmungen so definieren, dass wir ein Zweistufensystem einführen und während einem Jahr eine Grauzone tolerieren. Mit einer parallelen Einführung der Massnahmen kann möglichen Unsicherheiten bei den Unternehmen und einer Intransparenz bei der Wettbewerbskommission von vornherein entgegengewirkt werden.
Daher bitte ich Sie, den Minderheitsantrag zu unterstützen und so Transparenz zu schaffen.
Spuhler Peter · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die SVP-Fraktion unterstützt die Mehrheit. Wir haben jetzt eine Bestimmung betreffend vertikale Absprachen ins Kartellgesetz aufgenommen. Wie bereits mehrfach erwähnt worden ist, werden dadurch Zehntausende von entsprechenden Verträgen tangiert. Die Frist von sechs Monaten bzw. einem Jahr erachten wir als zu kurz und möchten Sie daher bitten, der Mehrheit zu folgen, die zwei Jahre vorsieht.
Stellen Sie sich vor, was es alles an entsprechenden organisatorischen Massnahmen bedarf, was in solchen Unternehmungen, die solche Verträge abgeschlossen haben, reorganisiert und neu definiert werden muss. Daher ist eine verhältnismässig lange Frist von zwei Jahren absolut opportun.
Ich möchte Sie bitten, der Mehrheit zu folgen.
Ehrler Melchior · Nationalrat · Aargau · Christlichdemokratische Fraktion
Die Mehrheit der CVP-Fraktion beantragt Ihnen, der Minderheit Meier-Schatz zu folgen. Das Ziel der Revision ist ja nicht, dass wir möglichst viele Bussen verhängen können, sondern dass gesetzeswidrige Zustände beseitigt werden und der Wettbewerb spielt. Wir halten es für richtig, dass die Betroffenen eine gewisse Zeit eingeräumt erhalten, um gesetzeswidrige Zustände zu beseitigen, ohne gleich gebüsst zu werden. Wir haben vorhin entschieden, dass hier ein Jahr genügen soll.
Für problematisch halten wir es hingegen, wenn wir unterschiedliche Fristen ansetzen, auf der einen Seite für Direktsanktionen, auf der anderen Seite bei der Frage der Kronzeugenregelung. Das hätte nämlich zur Folge, dass ab dem zweiten Jahr Sanktionen ergriffen werden könnten und dass jemand, der bei der Aufdeckung der Missstände mitwirkt, im zweiten Jahr eben nicht, wohl aber im dritten Jahr von der Bonusregelung profitieren könnte. Wir glauben, dass in beiden Fällen die gleichen Fristen zur Anwendung kommen sollen. Wir wollen auch nicht, dass wir bei der Kronzeugenregelung mit einer längeren Frist gleichsam die Türe dafür öffnen, dass die Kartelle doch noch ein bisschen länger aufrechterhalten werden können.
Aus all diesen Gründen bitte ich Sie namens der Mehrheit der CVP-Fraktion, der Minderheit zuzustimmen.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Le groupe radical-démocratique communique qu'il soutient la proposition de la majorité.
Polla Barbara · Nationalrat · Genf · Liberale Fraktion
Au nom du groupe libéral, je vous invite à soutenir la proposition de la majorité à l'alinéa 2 des dispositions transitoires.
Il ne s'agit donc pas de savoir quand on introduit des sanctions, puisque le Conseil vient de rejeter ma proposition. Les sanctions seront introduites un an après l'application de la loi. En fait, ma proposition avait justement comme objectif de supprimer cette zone grise dont parle Mme Meier-Schatz, puisqu'elle ne proposait ni sanction ni bonus pendant une période de deux ans. Alors c'est vrai que la zone grise existe, mais en l'occurrence le groupe libéral estime que gris, c'est mieux que noir, qu'en tout cas c'est "moins pire", et que deux ans avant l'introduction d'un mauvais système, c'est mieux qu'un an. C'est plus favorable pour les entreprises.
Comme le groupe libéral se prononce toujours pour les mesures qui sont les plus favorables aux entreprises, nous vous recommandons de suivre la majorité de la commission.
Fässler Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion
Wir haben vorher beschlossen, dass diese Bestimmung erst ein Jahr nach dem Gesetz in Kraft treten soll. Es stellt sich jetzt einfach die Frage, auf welchen Zeitpunkt nach der Einführung der Sanktionen man die Bonusregelung einführen soll. Das war in der Kommission ziemlich umstritten. Der Antrag Meier-Schatz unterlag in der Kommission mit 11 zu 10 Stimmen. Die Mehrheit beantragt Ihnen also, die Bonusregelung zwei Jahre nach den Sanktionen einzuführen.
Was könnte dahinter stecken? Man muss sich überlegen, was in diesen zwei Jahren passieren könnte. In diesen zwei Jahren wäre es eigentlich "dumm", wenn man etwas melden würde, weil man dann nicht vom Bonus profitieren würde. Das würde heissen: Entweder gibt es einen gewissen Druck, dass man das im ersten Jahr macht, weil dann alle straffrei wegkommen. Oder es wird allenfalls Druck ausgeübt, der fast in Richtung Erpressung geht, dass man diese Meldung nicht schon im ersten Jahr macht, weil man im zweiten und dritten Jahr vom Denunziantentum sozusagen nicht profitieren kann.
Das scheint der Mehrheit vernünftig zu sein, weil dann einige Meldungen schon im ersten Jahr kommen und es daraufhin eine Phase gibt, in der sich die Kartelle überlegen können, wann sie sich melden sollen. Das geschieht dann nach drei Jahren. Mir scheint das etwas spitzfindig zu sein. Ich meine, man sollte beides, Sanktionen und Bonusregelung, miteinander einführen. Ich habe das am Anfang schon gesagt. Es sind Zwillinge. Ob wirklich eine Erpressung stattfinden kann, wenn man die Frist einschiebt, die Bonusregelung also erst zwei Jahre später in Kraft tritt, scheint mir persönlich etwas fraglich. Aber die Mehrheit hat so entschieden.
Ich empfehle Ihnen im Namen der Mehrheit, diesem Antrag zuzustimmen. Ich werde mich anders entscheiden.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Le groupe socialiste communique qu'il suit la minorité.
Couchepin Pascal · BR-M · Bundesrat · Wallis
Le Conseil fédéral soutient la proposition de minorité Meier-Schatz.
L'application de sanctions directes en cas de violation de la loi sur les cartels et le programme de clémence sont complémentaires; ce sont des éléments indissociables. D'une part, les sanctions directes ne pourraient pas déployer toute leur efficacité sans le programme de clémence. D'autre part, ce dernier offre aux entreprises la possibilité d'échapper à une sanction si elles coopèrent, ce dont elles seraient privées pendant deux ans si la proposition de la majorité était acceptée. Il n'y a d'ailleurs pas de raison de penser que les entreprises qui adoptent des comportements illicites seraient davantage incitées à démanteler un cartel si la proposition de la majorité l'emportait.
Plus les instruments de la Commission de la concurrence sont efficaces, plus la motivation de supprimer un comportement illicite est grande. Comme on l'a vu, les cartels qui décident de se conformer à la nouvelle loi ont la possibilité de le faire. Tout ce qu'il faut, c'est qu'ils s'annoncent et demandent l'avis de la Commission de la concurrence et de son secrétariat quant aux changements nécessaires à apporter.
En conclusion, une entrée en vigueur retardée de l'article 49a alinéa 2 de la loi sur les cartels n'est ni nécessaire ni judicieuse.
Nous vous recommandons de suivre la minorité Meier-Schatz.
Maury Pasquier Liliane · P-F · Nationalrat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit .... 87 Stimmen
Für den Antrag der Mehrheit .... 62 Stimmen
Ziff. III
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Ch. III
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
Polla Barbara · Nationalrat · Genf · Liberale Fraktion
Monsieur le Conseiller fédéral, je m'exprime à titre personnel. En fait, je rejetterai ce projet de loi - ni gangster, ni pervers. J'estime en effet que dans la balance des intérêts, même si je me suis engagée, au nom de mon groupe, pour les sanctions, l'introduction d'un système de bonus est quant à elle trop contraire à mon éthique d'entreprise pour pouvoir adopter ce projet de loi.
Baader Caspar · Nationalrat · Basel-Landschaft · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Die SVP-Fraktion wird das Kartellgesetz in der von Ihnen beschlossenen Form ablehnen. Sie haben gegen unseren Willen den Zweckartikel ausgedehnt und die Anwendung dieses Gesetzes auch für den Bereich des geistigen Eigentums erheblich erklärt. Dann haben Sie Sanktionen in wirtschaftlich, aber auch sachlich nicht zu verantwortender Höhe beschlossen, die ein ganzes Unternehmen in den Ruin führen können, wenn ein Spartenleiter gegen das Wettbewerbsrecht verstösst. Schliesslich haben Sie - unter dem Feigenblatt des Begriffs "Kronzeugenregelung" - eine Denunzierungsregelung eingeführt. Es kann doch nicht sein, dass ein Unternehmen zuerst ein Kartell initiiert und dann, wenn es Probleme mit seinen Absprachepartnern hat, diese verrät und am Schluss noch von einem Bonus profitieren kann. Das widerspricht unserem Rechtsempfinden und unserer Ethik diametral.
Insgesamt erachten wir dieses geänderte Kartellgesetz als Angriff auf die Wirtschaftsfreiheit, auf die Verteilstrukturen in diesem Land und damit auf die KMU. Wir wollen nicht, dass am Schluss die KMU von der Weko geplagt werden und die harten horizontalen Kartelle verschont bleiben. Wollen Sie lieber, dass sich die Hersteller und Verteiler zu Konzernen zusammenschliessen, die dann konzernintern die Preise festlegen, ohne dass nach Kartellgesetz eingegriffen werden kann? Damit werden nur Monopole gefördert. Frau Sommaruga, diese zunehmende Konzentration wird uns tagtäglich beim Einkaufen vor Augen geführt, indem sich auch unsere grössten Konsumgüterverteiler von ehemals selbstständigen Genossenschaften je zu Konzernen zusammengeschlossen haben. Glauben Sie, das sei im Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten? Wir glauben das nicht und lehnen daher das geänderte Kartellgesetz ab.
Abstimmung
Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble
Für Annahme des Entwurfes .... 104 Stimmen
Dagegen .... 42 Stimmen
Abschreibung - Classement
Antrag des Bundesrates
Abschreiben der parlamentarischen Vorstösse
gemäss Brief an die eidgenössischen Räte
Proposition du Conseil fédéral
Classer les interventions parlementaires
selon lettre aux Chambres fédérales
Angenommen - Adopté