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57 II 583

94. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 23. Dezember 1981 i. S. Sennhauser u. Kons. gegen Halle.

Verjihrungsunterbrechung zufolge Forderungsanerkennung (OR Art. 135 Ziff. 1).

Die Anerkennung einer Forderung braucht, um gemiss Art. 135 Ziff. 1 OR eine die Verj&àhrung unterbrechende Wirkung zu entfalten, nicht zu dem Zwecke erfolgt zu sein, den Verpflichtungswillen zum Ausdruck zu bringen ; vielmehr geniigt hiefitr, dass der Schuldner ausdriicklich oder durch konkludente Handlungen seiner Meinung Ausdruck gegeben hat, die Schuld bestehe noch (vg. v. TUHR OR TI S. 614 f., Oser, Kommentar zu Art.1350R Note 3 a S. 653; Fick, Kommentar zu Art. 135 OR Note 10 S. 277; HAFNER, Kommentar zu Art. 154 aOR Note 1 b S. 64). Es bedarf also, entgegen der von Becker (in seinem Kommentar zu Art. 135 Note TI 1 S. 535) geiusserten Auffassung, keiner Willenserklérung, d. h. keines Rechtsgeschéftes. Das ergibt sich unzweideutig aus dem Wortlaut des Gesetzes selbst, das in Art. 135 Ziff. 1 OR als Beispiele einer Forderungsanerkennung (« namentlich auch », « notamment », «in specie ») auffiùhrt : « Zins- und Abschlagszahlungen, Pfand- und Biirgschaftsbestellung », d. h. Rechtshandlungen, deren Zweck in der Erfiullung oder Sicherstellung der beziigl. Verbindlichkeit, nicht in deren Anerkennung besteht. Geniigt somit zur Unterbrechung der Verjàhrung auch eine blosse Wissenserkléàrung, so tritt diese Wirkung aber auf alle Falle nur ein, wenn aus der Ausserung des Schuldners unzweideutig sich ergibt, dass er sich als rechtlich und nicht nur als moralisch verpflichtet erachtet (vgl. auch BGE 23 S. 940 f.). In der Regel, d. h. wenn eine auf einem normalen, den guten Sitten entsprechenden Schuldgrund beruhende Forderung in Frage steht, wird dies, sofern aus dem Verhalten des Schuldners nicht klar das Gegenteil hervorgeht, zu vermuten sein. Wo aber die Klagbarkeit der beziigl.

584 Frozessrecht. N° 95.

Forderung wegen Sittenwidrigkeit oder aus anderen Griinden zweifelhaft erscheint, darf aus einer Anerkennungs- , erklàrung bezw. Ausserung in der Regel nur auf das Zugestàndnis einer moralischen Schuldpflicht geschlossen werden ; auf jeden Fall ist bei derartigen Verhàltnissen, wenn auch nur die geringsten Zweifel bestehen, die Annahme der Anerkennung einer rechtlichen Schuldpflicht zu verneinen.

IV. PROZESSRECHT

Sachverhalt

Disposizioni modificate da allora

Questa decisione interpreta disposizioni il cui atto è stato nel frattempo nuovamente consolidato. Se sia cambiato l’articolo stesso non è registrato.

  • Legge federale di complemento del Codice civile svizzero, Art. 135 — l’atto è stato nuovamente consolidato il 1 gennaio 2000, 1 maggio 2000, 1 gennaio 2001, 1 maggio 2001, 1 giugno 2001, 1 giugno 2002, 1 luglio 2002, 1 gennaio 2003, 1 aprile 2003, 1 giugno 2003, 1 gennaio 2004, 1 maggio 2004, 1 luglio 2004, 1 gennaio 2005, 1 giugno 2005, 1 luglio 2005, 1 dicembre 2005, 1 gennaio 2006, 1 aprile 2006, 1 gennaio 2007, 1 maggio 2007, 1 gennaio 2008, 1 agosto 2008, 1 ottobre 2009, 1 gennaio 2010, 1 gennaio 2011, 1 gennaio 2012, 1 marzo 2012, 1 ottobre 2012, 1 gennaio 2013, 28 maggio 2013, 1 gennaio 2014, 1 luglio 2014, 1 luglio 2015, 1 gennaio 2016, 1 luglio 2016, 1 gennaio 2017, 1 aprile 2017, 1 novembre 2019, 1 gennaio 2020, 1 aprile 2020, 1 gennaio 2021, 1 febbraio 2021, 1 maggio 2021, 1 luglio 2021, 1 gennaio 2022, 1 gennaio 2023, 9 febbraio 2023, 1 settembre 2023, 1 gennaio 2024, 1 gennaio 2025, 8 luglio 2025, 1 ottobre 2025 e 1 gennaio 2026.

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