68 III 117
33. Entscheid vom 15. September 1948 i. S. Sigrist-Nyffeler.
Grundstück im Mit- oder Gesamteigentum des Gemeinschuldners und seiner Ehefrau bei Güterverbindung. Betreibung auf Verwertung des Grundpfandes gegen die Ehefrau als persönliche Schuldnerin. Gehört ihr Anteil zum eingebrachten Gut, s0 isb ferner der Ehemann als ihr Vertreter zu betreiben, und schliesslich, wegen des eigenen Anteils des Ehemannes dessen Konkuremasse. Árt. 186 ZGB, 68 bis SchKG, 61 KV, 89 VZG.
Immeuble possédé en copropriété ou en propriété commune par des époux soumis au régime de l’union de biens. Pourswte en réalisation de gage dirigée contre la fomme en qualité de débitrice personnelle. Si la part de copropriété ou de propriétó commune de la femme constitue un apport de celle-ci, la poursuite doit être dirigée aussi contre le mari en qualité de représgentant de la femme et également contre la masse en faillite de ce dernier en raison des droits que celle-ci possède gur la part du mari. Art, 186 CC, 68 bis LP, 61 Ord. fail.,, 89 ORI.
Immobile posseduto in comproprietà o in proprietà comune da coniugi sottoposti al regime dell’unione dei beni. Esecuzione in via di realizzazione di pegno promossa contro la moglie quale debitrice personale. Se la ‘parte di comproprietà o di proprietà comune della moglie costitusce un suo apporto, *’esecuzione dev’essere diretta anche contro il marito quale rappresentante della moglie, come pure contro la massa fallimentare di quest’ultimo a motivo dei diritti ch’essa possiede zulla Parto del marito. Art. 186 CC, 68 bis LEF, 61 Reg. fall, 8 o Der geit dem 18. November 1941 im Konkurs befindliche Walter Sigrist-Nyffeler und seine Ehefrau stehen unter Güterverbindung. Sie sind laut Grundbucheintrag Gesamteigentümer einer Hotelbesitzung in Hergiswil, wobei der Anteil der Ehefrau, was nicht bestritten ist, zu ihrem eingebrachten Gute gehört (BGE 68 TII 42). Am 16. Januar 1942 hob ein Grundpfandgläubiger gegen Frau Sigrist-Nyffeler Betreibung auf Verwertung des Grundstückes für verfallene Hypothekarzinse an, und am 18.
Juli 1942 stellte er in dieger unbestritten gebliebenen Betreibung das Verwertungsbegehren. Davon mit dem Formular Nr. 28 benachrichtigt, führte die Schuldnerin Beschwerdg. Sie machte geltend, neben ihr müsse noch der Ehemann betrieben werden. Und zwar sei die Fortsetzung der Betreibung unzulässig, solange sich der Mann im Militärdienste befinde. Der Antrag der Beschwerde ging auf Aufhebung des Verwertungsbegehrens und Untersagung jeglicher betreibungsrechtlicher Vorkehrungen für die Dauer des Militärdienstes des Ehemannes. Die kantonale Aufsichtsbebörde wies die Beschwerde am 24. August 1942 ab. Mit dem vorliegenden Rekurs hält die Schuldnerin an ihren Beschwerdeanträgen fest.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
Erwägungen
Vom Verbot einer Betreibung des Gemeinschuldners während der Dauer des Konkursverfahrens (Art. 206 SchKG) nimmt Art. 89 VZG die Betreibung auf VerWertung eines nicht zur Konkuresmasse gehörenden Pfandes aus. Das Pfand als solches kann auch dann nicht im Konkurse verwertet werden, wenn es zwar nicht ganz im Kigentum von Drittpersonen steht, aber der Gemeinschuldner nur als - Mit- oder Gesamteigentümer beteiligt ist. Darauf beruht Art. 61 Abs. 1 KV, der die beiden Fälle gleichstellt ; vgl. ferner BGE 51 III 55, 62 III 145, 64 ITI 48, 67 TIT 107, Das schliesst natürlich nicht aus, dass im Konkurs auch ein bloss teilweises Eigentum des Gemeinschuldners zur Verwertung gelangen kann (Art. 73/130 VZG und Art. 16 VVAG, BGE 52 III 56), wenn eben nicht Betreibung auf Verwertung des ganzen Pfandes durohgeführt wird. Und im Fall einer solchen Betreibung kommt der Konkursmasse des einen Mit- oder Gesamteigentümers die Stellung eines mitzubetreibenden Pfandeigentümers zu, was Art, 89 VZG, vom Fehlen jeglichen Figentums des Gemeinschuldners am Pfandgegenstand ausgehend, nicht in Betracht zieht (vgl. BGE 67 III 107).