Portata: Non è stato analizzato come le decisioni successive abbiano trattato questa decisione. Nessuna delle 3 decisioni citanti è stata analizzata.

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138 Verfahren. No 30.

500 fr. et remis, en garantie des engagements assumés en vertu du contrat, une cédule hypothécaire de 10 000 fr. Bien qu'il eût été convenu que ce titre ne devait pas être aliéné, Muggier l’a vendu, le lendemain, à Zurich, pour le prix de 7000 fr.

Un conflit de for s’est élevé entre les autorités zurichoises, qui, sur dénonciation de Wildberger, avaient ouvert une enquête, et les autorités vaudoises. La Chambre d’accusation du Tribunal fédéral à déclaré ces dernières compétentes.

Extrait des motifs :

1. — Bien que l’annonce qui a engagé Wildberger à entrer en rapport avec le prévenu ait paru dans un journal zurichois, Muggler en a vraisemblablement établi le texte à Vevey, d’où il l’a expédié. C’est à Vevey également qu'ont eu lieu les pourparlers au cours desquels il a trompé Wildberger sur la situation de l’entreprise et l’a décidé à promettre un versement de 20 000 fr., à payer 5600 fr. et à lui remettre une cédule de 10 000 fr. S'il s’est rendu coupable d’une escroquerie, c’est à Vevey À supposer que la cédule lui ait été confiée, il aurait, en la vendant, abusé de la confiance de Wildberger. Ce délit aurait été commis à Zurich, lieu de la vente.

2. — D'après le Ministère public zurichois, il faudrait juger Muggler dans le canton de Vaud pour l’escroquerie et, en cas d’acquittement, le déférer aux tribunaux zurichois, qui statueraient sur l’inculpation d’abus de confiance. Pareil mode de faire ne se concilierait pas avec l’art. 350 ch. 1 CP. Cette disposition ne vise pas seulement l'inculpé poursuivi pour deux ou plusieurs infractions cornmises en divers lieux. Elle s'applique encore, par analogie, quand ïil a commis une seule infraction, mais que, selon sa qualification, plusieurs lieux d’exécution entrent en ligne de compte (inculpation alternative). Le for doit alors être déterminé d’après le premier ou le second alinéa de l’art. 350 ch. 1, suivant que les infractions que peut constituer l'acte incriminé sont passibles de peines identiques ou différentes. Il appartient au tribunal reconnu compétent de procéder à la qualification sur la base de tous les faits de la cause. En l'espèce, il n’est d’ailleurs pas exclu que Muggier ait commis à la fois une escroquerie (en ce qui concerne les versements de 5000 et de 509 fr.) et un abus de confiance.

L’escroquerie étant menacée d’une peine plus grave que l’abus de confiance, la compétence des autorités vaudoises découle de l’art. 350 ch. 1 al. 1 CP.

31. Entseheid der Anklagekammer vom 29. Juli 1949. i.S.

Staatsanwaltsehaît des Kantons Aargau gegen Staatsanwaltschaît des Kantons Zürich und Procuratore pubblico sopra- cenerino.

Art. 350 Zijf. 1, 343 und 346 SiGB. Tm interkantonalen Verhältnis kommt eme Handlung bei der Bestimmung des Gerichtsstandes nach Art. 350 Ziff. 1 nur dann in Betracht, wenn im Kanton des Begehungsortes die Verfolgung aufgenommen worden ist. Begriff der Verfolgung.

Ari. 350 ch. 1, 343 et 346 CP. En appliquant l’art. 350 ch. 1 CP dans les rapports intercantonaux, on ne peut tenir compte d’une infraction que si elle est poursuivie dans le canton où elle a été commise. Notion de la poursuite.

Arè. 360, cifra 1, 343 e 346 CP. Applicando l’art. 360, cp. 1, CP nei rapporti intercantonali, si pud tener conto d’un reato soltanto se si procede nel Cantone in cui à stato commesso. Nozione del procedimento.

Paul Schüpfer wurde in Zürich wegen Veruntreuung gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB und im Bezirk Kulm (Aargau) wegen wiederholter Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch gemäss Art. 62 MFG in Untersachung gezogen. Der im zweiten Falle mitangeschuldigte Erwin Hediger gab bei seiner Einvernahme durch die Jugendanwaltschaft Basel an, Schüpfer habe bei einer gemeinsamen Autofahrt nach Lugano am 1. Mai 1947 in der Näühe von Faido einen 140 Verfahren, N° 31.

zur Mitfahrt eingeladenen unbekannten Tessiner angegriffen, um ihm sein Geld wegzunehmen. Schüpfer bestritt, den Tessiner in dieser Absicht geschlagen zu haben.

Am 11. Juni 1949 überwies die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau die Akten unter Berufung auf Art. 350 Ziff. 1 Abs. 1 StGB den tessinischen Behôrden, weil von den Schüpfer zur Last gelegten Taten der im Tessin begangene Raub oder Raubversuch mit der schwersten Strafe bedroht sei. Der Procuratore pubblico sopracenerino lehnte jedoch die Übernahme der Strafverfolgung mit Schreiben vom 20. Juni 1949 ab. Er machte geltend, die im Tessin begangene Tat habe trotz seinen Nachforschungen nicht besser abgeklärt werden kônnen ; der Angegriffene, der keine Anzeige erstattet habe, habe sich nicht ermitteln lassen ; angesichts der widersprechenden Aussagen Hedigers und Schüpfers lasse sich die Anschuldigung gegen Schüpfer nicht beweisen ; Schüpfer müsste daher in diesem Punkte freigesprochen werden ; die Anschuldigung, mit der die Abtretung der Strafverfolgung an die tessinischen Behôrden begründet werde, sei somit hinfällig.

Mit Eingabe vom 25. Juni 1949 ersuchte hierauf die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau die Anklagekammer des Bundesgerichtes um Bestimmung des Gerichtsstandes. Sie beantragt, die tessinischen, eventuell die zürcherischen Behôrden seien als zuständig zu erklären. Der Procuratore pubblico sopracenerino hält an der in seinem Schreiben vom 20. Juni dargelegten Auffassung fest. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich betrachtet die tessinischen Behôrden als zuständig.

Die Anklagekammer aeht in Erwägung :

Art. 350 Ziff. 1 StGB setzt voraus, dass jemand wegen mehrerer, an verschiedenen Orten verübter strafbarer Handlungen verfolgt wird.’ Verfolgung wegen einer straf- . baren Handlung liegt vor, wenn eine Straf-, Untersuchungsoder Polizeibehürde durch die Vornahme von Erhebungen oder in anderer Weiïse zu erkennen gegeben hat, dass sie jemanden einer strafbaren Handlung verdächtigt, oder wenn eine solche Handlung wenigstens zum Gegenstand einer Strafanzeige oder (bei Antragsdelikten) eines Strafantrages gemacht worden ist.

Die Entscheidung darüber, ob ein Strafverfahren stattfinden soll, steht nach Art. 343 und 346 StGB den Behôrden des Kantons zu, wo der Täter (wirklich oder angeblich) gehandelt hat, sofern ein der kantonalen Gerichtsbarkeit unterstelltes Delikt in Frage steht. Im interkantonalen Verhältnis zählt also eine Handlung bei der Bestimmung des Gerichtsstandes nach Art. 350 Ziff. 1 nur dann mit, wenn im Kanton, wo sie ausgeführt wurde oder ausgeführt worden sein soll, im angegebenen Sinne die Verfolgung aufgenommen worden ist. Sehen die Behôürden dieses Kantons von sich aus keinen Anlass zur Einleitung eines Strafverfahrens, und ist den Behôrden dieses Kantons auch keine Strafanzeige bezw. kein Strafantrag zugegangen, so fällt die betreffende Handlung bei der Anwendung von Art. 350 Ziff. 1 ausser Betracht, auch wenn die Behôrden eines andern Kantons finden, dass sie verfolgt werden sollte.

Im vorliegenden Falle ist die Verfolgung wegen Raubs bezw. Raubversuchs im Kanton Tessin nicht aufgenommen worden. Denn der Verletzte hat keine Anzeige erstattet, und der Procuratore pubblico hat die von ihm erwähnten Erhebungen nur zur Überprüfung der ihm von der aargauischen Staatsanwaltschaft übermittelten Angaben durchgeführt und daraufhin die Verfolgung sofort abgelehnt, weil zu wenig Anhaltspunkte für das behauptete Verbrechen vorhanden seien. .

Beim Entscheid darüber, welchem Kanton nach Art. 350 Ziff. 1 die Verfolgung Schüpfers zukommt, sind demnach nur die Tatbestände der Veruntreuung und der Entwendung von Motorfahrzeugen zum Gebrauch zu berücksichtigen. Von diesen beiden Delikten ist das zuerst genannte, im Kanton Zürich begangene mit der schwereren Strafe bedroht.

142 Verfahren. N° 32.

Demnach erkennt die Anklagekammer :

Die Behôrden des Kantons Zürich werden als berechtigt und verpflichtet erklärt, Paul Schüpfer wegen der ihm vorgeworfenen Delikte der Veruntreuung und der Entwendung von Motorfahrzeugen zum Gebrauch zu verfolgen und zu beurteilen.

32. Auszug aus dem ÜUrteil des Kassationshoïfes vom 27. Mai 1949 i. S. Perret-Gentil gegen Generalprokurator des Kantons Bern.

Art. 270 Abs. 1, Art. 251 Abe. 1 BStP. Die Nichtigkeïitsbeschwerde steht ausser dem Angeklagten auch dessen Vormund zu. Dieser kann sie auch gegen den Willen des Angeklagten einlegen. Die Entscheide in den von kantonalen Behôrden beurteïlten Bundesstrafsachen sind ausser dem Angeklagten auch dessen Vormund zu erôffnen.

Ari. 270 al. Ï et 251 al. 1 PPF. Le droit de se pourvoir en nullité appartient non seulement à l’accusé, mais encore à son tuteur. Ce dernier peut aussi déposer un pourvoi contre la volonté de Paccusé. Dans les causes pénales fédérales, les décisions des autorités cantonales doivent être communiquées à l’accusé et à son tuteur. :

Art. 270 cp. I e 251 cp. 1 PPF. Il diritto d’interporre un ricorso per cassazione non spetta soltanto all’accusato, ra anche al suo tutore, il quale pud ricorrere anche se l’accusato non vuole. Nelle cause penali federali le sentenze delle autorità cantonali debbono essere comunicate all’accusato e al suo tutore.

Considérants

Nach Art. 272 Abs. 1 BStP ist die Nichtigkeitsbeschwerde binnen zehn Tagen seit der nach dem kantonalen Recht massgebenden Erüffnung des angefochtenen Entscheides einzulegen. Im Kanton Bern besteht die massgebende Er- 6ffnung in der mündlichen Verkündung der Urteilsformel in der Hauptverhandlung, wenn die Partei oder ihr Vertreter bei der Verkündung anwesend ist (Art. 212 Abs. 2, 215 Abs. 4, 216 Abs. 3, 302 StrV). Im vorliegenden Falle hat sie am 21. Januar 1949 in Anwesenheït des Verurteilten igkeitsbeschwerde nur bis 31. Januar 1949 einlegen. Als sein Vormund sie am 5. Februar 1949 in seinem Namen und Auftrag erklärte, war die Frist für Perret-Gentil abgelaufen.

Dem Vormund steht jedoch ein vom Willen des Bevormundeten unabhängiges Recht zur Nichtigkeitsbeschwerde zu. Gewiss darf der urteilsfähige Bevormundete Rechte ausüben, die ihm um seiner Persônlichkeit willen zustehen (Art. 19 Abs. 2 ZGB), sich folglich im Strafverfahren selber verteidigen und Rechtsmittel einlegen (BGE 68 IV 160). Die Macht, den Vormund an der Vertretung zu verhindern, hat er aber nicht. Das ginge gegen den Zweck der Vormundschaft, dem Bevormundeten in allen persônlichen Angelegenheiten Schutz und Beistand zu bieten (Art. 406 ZGB) und ihm einen Vertreter für alle rechtlichen Angelegenheiten zu geben (Art. 407 ZGB). Das Gesetz nimmt auf den Willen des urteilsfähigen Bevormundeten nur insofern Rücksicht, als Art. 409 ZGB den Vormund verpflichtet, bei wichtigen Angelegenheiten, soweit tunlich, den Bevormundeten vor der Entscheidung um seine Ansicht zu befragen. Wie die Zustimmung des Bevormundeten den Vormund nicht von seiner Verantwortlichkeiït befreit (Art. 409 Abs. 2 ZGB), nimmt auch die Missbilligung der Absichten des Vormundes durch den Bevormundeten jenem nicht die Pflicht und das Recht, nach eigenem Gevwissen zu handeln. Eine Ausnahme machen die hôchstpersônlichen Rechte (Recht, die Scheidung der Ehe zu verlangen, und dgl.) ; der Vormund kann sie nicht ohne Zustimmung des Bevormundeten ausüben (BGE 41 II 556, 68 IT 145). Ein solches Recht aber ist die Befugnis zur Einlegung eines Rechtsmittels im Strafverfahren gegen den Bevormundeten nicht.

Ist der Vormund berechtigt, im Namen des Bevormundeten gegen dessen Willen die Nichtigkeitsbeschwerde zu erklären, so ist Art. 251 BStP, wonach die kantonalen Behôrden die Entscheide in Bundesstrafsachen den Parteien mündlich oder schriftlich zu erôffnen haben, dahin auszulegen, dass in Fällen, wo der Angeklagte bevormundet

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