034-03-V2002-01.01.pdf

StP 34 Nr. 3

Aufwendungen für Energiesparen und Umweltschutz

1. Allgemeines

Gemäss § 34 Abs. 1 Ziff. 1 StG können energiesparende Aufwendungen und Um- weltschutzmassnahmen, wie die übrigen Unterhalts- und Verwaltungskosten, steuer- lich in Abzug gebracht werden. Wird eine betragsmässig grosse Investition mit einer nur sehr geringen Ressourcen- einsparung getätigt, wird der Abzug jedoch nicht oder nur teilweise zugelassen bzw. gekürzt. Es liegt im Ermessen der entscheidenden Behörde, über die Angemessen- heit der Investitionskosten im Vergleich zur erzielten Ressourceneinsparung zu be- finden. Die steuerliche Behandlung von Aufwendungen für Energiesparen und Umweltschutz innert vier Jahren nach dem Erwerb (Dumont-Praxis) ist in der Steuerpraxis unter StP 34 Nr. 2 beschrieben.

2. Definition Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen

Sämtliche Massnahmen, die dazu beitragen, dass Ressourcen eingespart werden können, sind Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen. Zu diesen Ressourcen gehören nicht nur fossile oder elektrische Energiequellen, sondern auch das Wasser (Beispiel Regenwassersammelanlage). Als Energiespar- und Umweltschutzmass- nahmen gelten insbesondere:

2.1. Wärmedämmungen

Aufwendungen für Wärmedämmungen betreffen alle Aufwendungen, welche die be- heizten Räume nach aussen abgrenzen (Dach, Dachboden, Aussenwände, Keller- decke, Garage). Unter Aufwendungen für Wärmedämmungen fallen:

  1. a) Dachisolationen:

  • Thermische Isolationen

  1. b) Fassadenrenovationen:

  • Verkleidungen mit Eternit, Aluminium, Kunststoff oder Putz, mit zusätzlicher thermischer Isolation

  1. c) Fenster:

  • Doppelverglasungs- und Isolierglasfenster anstelle der bisherigen Fenster und Vorfenster

  1. d) Wände, Decken:

  • Täfer- und Wandbespannungen

  • Faser- und Spanplattenverkleidungen

01.01.2002 - 1/3 - neu

StP 34 Nr. 3

2.2. Verminderungen des Energieverlustes und des Energieverbrauches

Unter Aufwendungen für Verminderungen des Energieverlustes und des Energie- verbrauches fallen:

  1. a) Heizung / Warmwasser:

  • Umweltfreundliche Alternativsysteme, insbesondere elektrische Heizungen mit Ausgleichsspeicher, Truhenheizungen, Zentralspeicher mit Warmwasseraufbe- reitung, Wärmepumpen und Anlagen, welche regenerierbare Energiequellen wie Solarenergie, Holz, Wind und Biogas etc. verwenden;

  • Einbau von automatischen Regelungs-, Mess- und Steuerungsanlagen, auto- matische Heizkörperventile, Wärmerückgewinnungseinrichtungen;

  • Ersatz des Heizkessels durch einen modernen Kessel mit optimaler Wärme- nutzung;

  • Umstellung der bisherigen hauseigenen Heizzentrale auf eine regionale Fern- wärmeversorgung;

  • Auslagen zur Einführung der verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung.

  1. b) Abluftanlagen/Umluft-Frischluftanlagen/Lüftungsanlagen mit Befeuchtung/ Klimanlagen:

  • Massnahmen, die dazu führen, dass auf eine Klimatisierung verzichtet werden kann;

  • Einbau von Regulierungen zur zeitlich und örtlich begrenzten Einschaltung der Anlage;

  • Wärmerückgewinnung, Abwärmenutzung oder Wiederverwendung von saube- rer Luft.

3. Nicht zum Abzug zugelassene Aufwendungen

Unter die nicht zum Abzug zugelassenen Aufwendungen fallen zum Beispiel:

3.1. Wintergärten

Die Kosten für einen Wintergarten sind in der Regel als wertvermehrend zu qualifizie- ren. In den Fällen, in denen nicht die Isolationswirkung, sondern der Gewinn eines Zusatzraumes Hauptbeweggrund für die Aufwendungen ist, fällt kein Abzug der Er- stellungskosten des Wintergartens als Liegenschaftsaufwand in Betracht. Die Ausnahmeregelung für die Abzugsmöglichkeit von Kosten für isolationsverbes- sernde und energiesparende Massnahmen vom steuerbaren Einkommen kommt nur zum Zuge, wenn an bestehenden Gebäuden eine energietechnische Verbesserung erreicht wird. Für Neu- oder Anbauten gelten die gesamten Investitionskosten als wertvermehren- de Aufwendungen, und ein Abzug von energiesparenden Aufwendungen vom steu- erbaren Einkommen ist dort nicht möglich. Die Abzugsmöglichkeit wird bei jedem Einzelfall neu geprüft. Dem Bauherrn bleibt der Nachweis einer positiven Gesamtenergiebilanz offen.

neu - 2/3 - 01.01.2002

StP 34 Nr. 3

3.2. Innenarchitektonische Massnahmen

Keine Aufwendungen für Umweltschutz und Energiesparmassnahmen sind: ͟ Innenarchitektonische Massnahmen wie das Anbringen von Wand- und Deckenverkleidungen; ͟ Massnahmen, die hauptsächlich der Verschönerung und des grösseren Wohn- komforts dienen, wie z. B. der Einbau von luxuriösen Kachelöfen und Cheminées.

3.3. Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen bei Neubauten

Bei Neubauten gelten die gesamten Investitionskosten als wertvermehrende Auf- wendungen. Ein Abzug für Energiesparen oder Umweltschutz ist daher nicht möglich.

3.4. Lärmschutzmassnahmen

Das Eidgenössische Finanzdepartement hat in Zusammenarbeit mit den Kantonen in der Verordnung über die Massnahmen zur rationellen Energieverwendung und zur Nutzung erneuerbarer Energien vom 24. August 1994 die einzelnen Massnahmen aufgeführt, welche Kosten für Energiesparen und Umweltschutz abzugsfähig sind. Lärmschutzmassnahmen sind darin nicht aufgeführt. Unter Energiespar- und Umweltschutzmassnahmen fallen grundsätzlich nur Mass- nahmen, welche eine energiesparende und/oder umweltschonende Wirkung im Zu- sammenhang mit dem notwendigen Ressourcenverbrauch einer Liegenschaft bewir- ken. Davon kann aber offensichtlich bei der Erstellung (z.B. einer Schallschutzmauer) oder Abänderung von Bauten im Sinne von Lärmschutzmassnahmen nicht gespro- chen werden. Daran ändert der Umstand nichts, dass der Lärmschutz einen Teil des Umweltschutzes darstellt. Solche Kosten gelten als Investitionen und können somit nicht als Unterhalt in Abzug gebracht werden.

01.01.2002 - 3/3 - neu