213.41

Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur Adoption

Vom 7. Mai 1985 (Stand 1. Oktober 2015)

Der Regierungsrat des Kantons Zug,

gestützt auf Art. 316 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 19071, Art. 30 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (Ausländergesetz, AuG) vom 16. Dezember 20052, Art. 15 Abs. 3 und Art. 26 des Bundesgesetzes zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen (BG-HAÜ) vom 22. Juni 20013, Art. 9 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes vom 20. November 19894, die eidgenössische Verordnung über die Adoption (Adoptionsverordnung, AdoV) vom 29. Juni 20115, die eidgenössische Verordnung über die Aufnahme von Pflegekindern (Pflegekinderverordnung, PAVO) vom 19. Oktober 19776, §§ 5 Abs. 1 Ziff. 5, 8 Abs. 1 Ziff. 4 und 40 Abs. 1 und 2 des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für den Kanton Zug (EG ZGB) vom 17. August 19117 und §§ 5 Abs. 2 und 3, 6 Abs. 1 und 2 sowie 8 des Gesetzes über soziale Einrichtungen (SEG) vom 26. August 20108,

beschliesst:

1. Geltungsbereich und Zuständigkeiten

Art. 1 Geltungsbereich

Diese Verordnung gilt für die Aufnahme von Minderjährigen ausserhalb des Elternhauses. Die Bestimmungen der PAVO9 und der AdoV10 bleiben vorbehalten.

Art. 2 Organe

Der Vollzug der Pflegekinderaufsicht gemäss Art. 316 ZGB11 obliegt folgenden Organen:

  1. Der Direktion des Innern betreffend Adoptionen, stationäre Einrichtungen für Minderjährige (§§ 3 Abs. 1 Bst. a und 5 Abs. 2 SEG12) sowie betreffend die Bewilligung von Dienstleistungsangeboten in der Familienpflege, namentlich von Familienplatzierungsorganisationen, und die Aufsicht darüber (Art. 2 lit. b und Art. 20a ff. PAVO13)

  2. Der Direktion für Bildung und Kultur betreffend Bewilligung des Wohnbereichs von Sonder- und Privatschulen (§ 5 Abs. 3 SEG14);

  3. Der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) betreffend Familienpflege (§ 40 Abs. 1 EG ZGB15);

  4. Dem Gemeinderat betreffend die Tagesbetreuung (§ 8 Abs. 1 Ziff. 4 EG ZGB und §§ 2 und 4 des Gesetzes über die familienergänzende Kinderbetreuung, Kinderbetreuungsgesetz16).

Art. 3

Art. 4 Direktion des Innern

Die Direktion des Innern ist:

  1. Die zuständige kantonale Stelle für den Vollzug der AdoV17;

  2. Mit der Erfüllung der Aufgaben betraut, die der gemäss Art. 316 Abs. 1bis ZGB18 bezeichneten Behörde zugewiesen sind;

  3. Die Verbindungsstelle zur kantonalen Migrationsbehörde (Art. 8 AdoV19) und

  4. Im Bereich der Aufnahme eines Kindes nach dem Haager Adoptionsübereinkommen die kantonale zentrale Behörde (Art. 3 Abs. 1 BG-HAÜ20).

Die Direktion des Innern kann Muster für Pflegeverträge und Formulare für Gesuche und Meldungen erstellen, Richtlinien für die Festsetzung von Pflegegeldern erlassen und Merkblätter über die Rechte und Pflichten von Eltern und Pflegeeltern herausgeben.

2. Familienpflege

Art. 5

Art. 6

Art. 6a

3. Kinderkrippen und Kinderhorte

Art. 7

4. Heimpflege

Art. 8

5. Rechtsmittel

Art. 9

6. Schluss- und Übergangsbestimmungen

Art. 10 Aufhebung bisherigen Rechts

Auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung sind aufgehoben:

  1. die Verordnung über das Pflegekinderwesen vom 16. November 195121;

  2. die Verordnung betreffend die Aufsicht über die Kinderheime vom 31. Dezember 197022.

Art. 11 ...

Art. 12 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Juli 1985 in Kraft.

GS 22, 675