RRB Nr. 36/2026
Berufsschule Bülach, Gesamtinstandsetzung und Erweiterung, Vorstudie, zusätzliche gebundene Ausgabe, Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung, gebundene Ausgabe
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 14. Januar 2026
36. Berufsschule Bülach, Gesamtinstandsetzung und Erweiterung,
Erwägungen
Vorstudie (zusätzliche gebundene Ausgabe), Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung (gebundene Ausgabe)
Ausgangslage Im Kanton Zürich bestehen 18 kantonale und 11 nichtkantonale Berufsfachschulen. Es werden rund 42 000 Lernende in über 200 Berufen ausgebildet. Damit stellen die Berufsfachschulen einen entscheidenden Pfeiler des dualen Bildungssystems dar, dessen Bedeutung angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels zunimmt. Die Berufsschule Bülach (BSB) ist ein Kompetenzzentrum für die kaufmännische Grundbildung (KV), Elektrofachleute sowie Poly- bzw. Flugzeugmechanikerinnen und -mechaniker. Im Schuljahr 2024/2025 besuchen rund 1300 Lernende die BSB. Deren Zahl stieg innerhalb von zwei Jahren um rund 8% an. An der BSB gibt es zudem ein grosses Angebot im Bereich der Erwachsenenbildung, darunter Lehrgänge der höheren Berufsbildung und der berufsorientierten Weiterbildung. Gesamtinstandsetzung Die Berufsschulanlage «Schwerzgrueb» wurde 1981 fertiggestellt. Es hat noch nie eine Erneuerung stattgefunden, lediglich punktuelle Instandsetzungen in kleinerem Rahmen wurden vorgenommen. Eine Gesamtinstandsetzung ist dringend notwendig. Insbesondere die Gebäudetechnik und der Innenausbau haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Gleiches gilt für die Gebäudehülle, die – dem Ende der 1970er- Jahre üblichen Baustandard entsprechend – schlecht gedämmt ist und sich in einem schlechten Zustand befindet. Wachstum – Erweiterungsbau In den letzten zehn Jahren wuchs die Bevölkerung im Kanton Zürich um 12%. In Zukunft wird weiteres Wachstum erwartet. Das Bevölkerungswachstum führt zu weiter steigenden Schüler- bzw. Lernendenzahlen. Diese Entwicklung sowie die aufzuholende Bedarfsdeckung sind im Rahmen des Flächenbedarfs zu berücksichtigen. Die BSB ist zusätzlich von Kapazitätsdruck betroffen, da bei mehreren grossen Lehrbetrieben im Bereich KV eine Verlagerung aus dem Raum Zürich in den Raum Bülach zu verzeichnen ist. Es sind mehrere Provisorien in
Betrieb. Diese Holzpavillons sind am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Regelmässig kommt es zu Wassereintritten und die Dämmung ist ungenügend. Aufhebung Aussenstandorte – Rochade während Gesamtinstandsetzung Mit einem Erweiterungsneubau können einerseits der zusätzliche Bedarf gedeckt, anderseits angemietete, dezentrale Aussenstandorte in die Stammschulanlage integriert werden. Die heutige Verteilung auf drei weit voneinander entfernt liegende Standorte ist für den Schulbetrieb ineffizient, lässt keine gemeinsame Nutzung von Schulrauminfrastruktur zu und verursacht zusätzliche Betriebs- und Anmietkosten. Während der Gesamtinstandsetzung der Schulanlage dient der Neubau als zentrales Rochadegebäude. Dessen vorgängige Erstellung ist die Voraussetzung für eine effiziente und wirtschaftliche Umsetzung. Eine alternative Unterbringung einer derart grossen Schulanlage in anderweitigen Provisorien hätte deutlich höhere Aufwendungen zur Folge.
Projektziele Gesamtinstandsetzung Die Gesamtinstandsetzung umfasst fast alle Bereiche der rund 45-jährigen Bauten. Die Zustandsanalyse hat folgende Handlungsbereiche aufgezeigt, die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie und der Projektierung besonders im Fokus stehen: – Gebäudehülle einschliesslich Dämmung, Fenster, Storen und Dächer; – Gebäudetechnik einschliesslich Elektroanlagen, Gebäudeautomation, Lüftung, Trinkwasserleitungen und Heizung (Ersatz der fossilen Heizung durch Erdwärme); – Gebäudekonstruktion, namentlich Tragsicherheits- und Erdbebenertüchtigung sowie Brandschutz; – gesamter Innenausbau, insbesondere Bodenbeläge, Oberflächen, Absturzsicherungen, Brandschutz, Kantinenküche. In der erarbeiteten Vorstudie stand der Erweiterungsneubau im Fokus, während für die Gesamtinstandsetzung erst eine Zustandsanalyse vorgenommen wurde. Für die Machbarkeitsprüfung der Gesamtinstandsetzung sind weitere Mittel erforderlich. Die mit Verfügung der Baudirektion vom 24. Mai 2024 bewilligte Ausgabe für Vorstudien von Fr. 940 000 ist um Fr. 340 000 zu erhöhen. Diese zusätzliche gebundene Ausgabe ist Voraussetzung für die Ermittlung der konkreten Instandsetzungsmassnahmen und einer angemessenen Kostengenauigkeit im Hinblick auf den Objektkredit.
Projektziele Erweiterungsneubau Die Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass der gesamte künftige Flächenbedarf mit einem Erweiterungsbau auf dem Grundstück der bestehenden Schulanlage möglich ist. Das Potenzial ergibt sich aus der unmittelbaren Nähe zum Bestand, was viele organisatorische und betriebliche Vorteile hat. Im Neubau sind 24 Unterrichtszimmer, Gruppenräume, Arbeitsflächen für Lernende und Lehrpersonen, ein Mehrzweckraum und eine Cafeteria vorgesehen. Eine zusätzliche Sporthalle und ein Allwettersportplatz finden auf dem Grundstück ebenso Platz. Die Berufsbildungsverordnung (SR 412.101) definiert moderne Lehr- und Lernformen. Die kantonalen Berufsschulen sollen heutigen pädagogisch-didaktischen Anforderungen gerecht werden. Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, der Bezug nach heutigem Planungsstand 2030. Das gesamte Investitionsvolumen von Gesamtinstandsetzung und Erweiterungsbau einschliesslich Ausstattung und Reserven wird sich voraussichtlich in der Grössenordnung von rund 70 Mio. Franken bewegen. Während der Bauphase sind für eine funktionierende Baulogistik zusätzliche Provisorien erforderlich. Diese sind mit rund 2 Mio. Franken veranschlagt. Nachgelagert zum Erweiterungsbau erfolgt die dringend notwendige Gesamtinstandsetzung der bestehenden Schulanlage. Der Erweiterungsbau dient in einer ersten Phase als Ersatzschulraum für die während der Gesamtinstandsetzung entfallenden Flächen. Danach ermöglicht er die Aufgabe von extern angemieteten Schulräumen. Mit diesen baulichen Massnahmen kann eine optimal verdichtete Schulanlage entstehen, die das baurechtliche Potenzial ausschöpft und betriebliche Synergien ermöglicht.
Finanzielles Die Kosten für die Projektierung und vorgezogene Ausführungsplanung der Gesamtinstandsetzung und des Erweiterungsbaus der Berufsschule Bülach setzen sich wie folgt zusammen: Tabelle 1: Baukostenplan (Beträge in Franken) Leistung Projektierung Vorgezogene Kosten Ausführung Bestandesaufnahme 140 000 140 000 Bewilligungen, Gebühren 340 000 340 000 Muster, Modelle, Vervielfältigungen 365 000 365 000 Honorare 5 750 000 2 700 000 8 450 000 Reserve 675 000 675 000 Total (einschliesslich MWSt) 7 270 000 2 700 000 9 970 000 Kostenstand 5. August 2024, Zürcher Index der Wohnbaupreise: April 2024, Basis 1939, 1197,2 Punkte.
Für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung der Gesamtinstandsetzung und des Erweiterungsbaus der BSB ist gemäss § 37 Abs. 2 lit. d des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (LS 611) eine gebundene Ausgabe von Fr. 9 970 000 durch den Regierungsrat zu bewilligen. Die Finanzierung der Ausgabe erfolgt über die Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen. Während der Objektkredit für den Erweiterungsneubau in der Kompetenz des Kantonsrates liegen wird, sind die Kosten für die Gesamtinstandsetzung nach erfolgter Projektierung durch den Regierungsrat zu bewilligen. Die Durchführung steht unter dem Vorbehalt, dass das Vorhaben im Rahmen der zur Verfügung stehenden Budgetkredite der Investitionsrechnung finanziert werden kann. Im Rahmen der Erarbeitung des Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplans (KEF) 2026–2029 wurden alle Investitionsvorhaben grösser als 4 Mio. Franken priorisiert. Vorhaben mit einer tiefen Bewertung wurden nicht in den KEF 2026–2029 aufgenommen. Ihre Priorisierung und das weitere Vorgehen werden auf den KEF 2027–2030 hin überprüft. Die Projekte werden im Sinne eines Investitionsschutzes jedoch nicht gestoppt. Das vorliegende Projekt wurde entsprechend seiner Bewertung nicht in den KEF 2026–2029 aufgenommen. Aufgrund von Verzögerungen in anderen Vorhaben kann es nach heutigem Kenntnisstand dennoch weiterverfolgt und innerhalb des Budgetkredits finanziert werden. Es werden Varianten für eine günstige Erstellung evaluiert. Für das Vorhaben sind folgende Beträge geplant: Tabelle 2: Verteilung pro Jahr gemäss Projektplanung in Franken 2026 2027 2028 2029 Investitionen 1 500 000 2 300 000 2 500 000 8 000 000 Der grösste Teil der Kosten wird aufgrund des Baubeginns 2028 erst in den Jahren 2029–2032 anfallen.
Dispositiv
Auf Antrag der Baudirektion und der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Vorstudien zur Gesamtinstandsetzung und die Erweiterung der Berufsschule Bülach wird zur Ausgabenbewilligung gemäss Verfügung der Baudirektion vom 24. Mai 2024 eine zusätzliche gebundene Ausgabe von Fr. 340 000 zulasten der Erfolgsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, bewilligt. Die gesamte zur Verfügung stehende Ausgabensumme beträgt Fr. 1 280 000.
II. Für die Projektierung und die vorgezogene Ausführungsplanung der Gesamtinstandsetzung und des Erweiterungsbaus der Berufsschule Bülach wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 9 970 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 8750, Liegenschaften Verwaltungsvermögen, bewilligt.
III. Dieser Betrag wird nach Massgabe des Zürcher Indexes der Wohnbaupreise gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Indexstand April 2024)
IV. Mitteilung an die Finanzdirektion, die Bildungsdirektion und die Baudirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli