RRB Nr. 905/2012
Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland, Ersatz Klinikinformationssystem KIS, gebundene Ausgabe
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 5. September 2012
905. Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland
Erwägungen
(Ersatz Klinikinformationssystem KIS) Klinikinformationssysteme (KIS) dienen der elektronischen Erfassung, Bearbeitung und Weitergabe medizinischer und administrativer Daten in Spitälern. Sie dokumentieren den Behandlungsverlauf der Patientinnen und Patienten von ihrem Eintritt bis zu ihrer Entlassung und erfassen die dabei erbrachten Leistungen. Darüber hinaus unterstützen sie Managementaufgaben wie die Therapie-, Personaleinsatz- und Bettenplanung. Die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland (ipw) nutzt seit 2001 am Standort Hard und seit 2006 in der Klinik Schlosstal das Klinikinformationssystem KIS Qualicare, ein Produkt der Qualidoc AG, Liebefeld. 2008 wurde die Qualidoc AG von der Meierhofer AG, München, übernommen. Die Produkteentwicklung des KIS Qualicare wurde nach der Firmenübernahme eingestellt. Seither werden durch die Nachfolgefirma nur noch ungenügende Supportleistungen erbracht, welche eine Funktionseinschränkung des Systems zur Folge haben. So mussten wesentliche Module der Software abgeschaltet und die Anzahl Zugriffsberechtigte auf das KIS musste deutlich eingeschränkt werden. Als Folge davon ist die elektronische Dokumentation für die Mehrheit der therapeutischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ineffizient und die aufgesplitterten Prozesse führen in erhöhtem Masse zu Fehlern. Das KIS Qualicare muss daher durch ein voll funktionsfähiges KIS ersetzt werden. Die ipw verfolgt damit das Ziel, die Qualität und die Effizienz der Behandlungs- und Dokumentationsprozesse zu steigern und die interdisziplinäre, vernetzte Arbeitsweise zu unterstützen. Der Ersatz des Klinikinformationssystems wurde im Februar 2012 im offenen Verfahren ausgeschrieben. In der Evaluation der vier eingereichten Offerten erreichte das Produkt Polypoint der Erne Consulting AG, Gümlingen, die höchste Bewertung. Das Produkt erfüllt die Anforderungen der ipw bezüglich der Abbildung interdisziplinärer Prozesse und der Leistungserfassung am besten und ist die wirtschaftlich günstigste Lösung. Für die Unterstützung bei der Evaluation sowie bei der anstehenden Implementierung des neuen Systems wurde die Keller Unternehmensberatung, Baden-Dättwyl, beigezogen.
Die Systemarchitektur von Polypoint beruht auf einer ORACLE- Datenbank, auf der alle Anwendungsteile des Produktes installiert sind. Neben den Basisfunktionen wie einem Formular-, Report- und Schreibgenerator umfasst das Polypoint-KIS folgende Hauptmodule: – Krankengeschichte (ärztliche Dokumentation, Pflegedokumentation, Dokumentation sonstiger therapeutischer Leistungen) – Betten- und Zimmerdisposition – Terminplanung für Sprechstunden, Therapien usw. – Leistungserfassung mit spezifischen Erfassungsmasken je Berufsgruppe Die Kosten für das Polypoint-KIS der Erne Consulting AG setzen sich wie folgt zusammen: in Franken Externe Beratung 80 000 Software und Dienstleistungen 810 000 Reserve (18%) 160 000 Total (einschliesslich MWSt 8,0%) 1 050 000 Der Abschreibungssatz für Arbeitsplatz-Software beträgt 20%. Gemäss IPSAS errechnen sich die jährlichen Kapitalfolgekosten wie folgt: Investitionskosten Kapitalfolgekosten Konto 5200 0 00000 Kalkulatorische Abschreibung Abschreibung Software Zinsen (2,5%) nach IPSAS/H+ Fr. Fr. Fr. Total (einschliesslich MWSt 8,0%) 100% 1 050 000 13 125 20% 210 000 Total 1 050 000 Total 223 125 Die Wartungskosten des Systems belaufen sich auf jährlich rund Fr. 67 800 gegenüber Fr. 150 000 für das alte KIS. Personelle Folgekosten entstehen nicht. Der Informatikbeauftragte der Gesundheitsdirektion und Vertreter im Kantonalen IT-Team (KITT) haben das Vorhaben auf seine Übereinstimmung mit der Informatikstrategie der Gesundheitsdirektion geprüft und in seiner Stellungnahme vom 5. Juli 2012 dem Projekt zugestimmt. Für das Vorhaben ist gemäss § 3 des Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetzes (SPFG) eine Ausgabe von Fr. 1 050 000 zu bewilligen. Es handelt sich um eine gebundene Ausgabe gemäss § 37 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über Controlling und Rechnungslegung (CRG). Die Ausgabe geht zulasten des Kontos 6450.5200, Software. Im Budget 2012 sind für das Vorhaben Fr. 500 000 eingestellt. Der Rest ist im KEF 2012–2015 für das Jahr 2013 eingestellt.
Dispositiv
Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für den Ersatz des Klinikinformationssystems KIS der Integrierten Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 1 050 000 zulasten der Investitionsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 6400, Psychiatrische Versorgung, bewilligt.
II. Die Integrierte Psychiatrie Winterthur – Zürcher Unterland wird ermächtigt, die entsprechenden Verträge abzuschliessen.
III. Mitteilung an die ipw, Wieshofstrasse 102, 8408 Winterthur.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi