04.418

LAMal. Iscrizione delle case natali

Intervento procedurale

Antrag der Mehrheit

Der Initiative Folge geben

Antrag der Minderheit

(Stahl, Borer, Bortoluzzi, Dunant, Hassler, Parmelin, Ruey, Scherer, Triponez)

Der Initiative keine Folge geben

Proposition de la majorité

Donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Stahl, Borer, Bortoluzzi, Dunant, Hassler, Parmelin, Ruey, Scherer, Triponez)

Ne pas donner suite à l'initiative

Binder Max · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Präsident (Binder Max, V, ZH): Man könnte meinen, es handle sich hier um ein präsidiales Stelldichein, nachdem die Initiantin die Ex-Präsidentin Liliane Maury Pasquier ist, nachdem die Kommissionssprecherin französischer Sprache die Ex-Präsidentin Thérèse Meyer ist und nachdem die Kommissionssprecherin deutscher Sprache, Frau Egerszegi, die erste Vizepräsidentin unseres Rates ist.

Egerszegi-Obrist Christine · 1VP-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo radicale liberale

Die parlamentarische Initiative Maury Pasquier verlangt, dass Geburtshäuser ins KVG aufgenommen werden, damit die Krankenkassen die Kosten für die Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung übernehmen. Das ist ein bekanntes, dreieinhalb Jahre altes Anliegen. Bei der KVG-Revision wurde dieses Begehren damals im Nationalrat mit grossem Mehr gutgeheissen. Im Ständerat war die Zustimmung etwas knapper. Als die Revision im Dezember 2003 schlussendlich gescheitert war, drohte auch dieses kleine, aber wichtige Anliegen aus allen Traktanden zu fallen. Deshalb wurde es von der SGK auf Initiative von Kollegin Maury Pasquier hin wiederaufgenommen.

Geburtshäuser sind anerkannte, vom jeweiligen Kanton zugelassene Einrichtungen der Geburtshilfe. Sie ermöglichen eine Zwischenlösung zwischen einer Hausgeburt und einer Spitalgeburt. Diese Geburtshäuser obliegen der Betreuung einer oder mehrerer Hebammen. Sie können aber auch Ärzte beiziehen; diese sind in Rufbereitschaft. Geburt und Schwangerschaft haben in den meisten Fällen nichts mit Krankheit zu tun. Sie sind ein natürlicher Prozess im Leben einer Frau. Da die Möglichkeit der Hausgeburt nicht mehr so oft gewünscht wird - in Grossfamilien waren noch weitere Familienmitglieder da, um die Frau im Wochenbett zu betreuen und zu entlasten -, haben sich seit den Achtziger- und vor allem seit den Neunzigerjahren Geburtshäuser entwickelt, wo die Geburt so natürlich wie möglich im kleinen und eher privaten Rahmen stattfinden kann. So verlaufen fast 80 Prozent aller Geburten völlig normal. Es ist allen klar, dass die Frauen bei Risikoschwangerschaften, etwa bei Diabetes oder bei voraussehbaren Schwierigkeiten, immer an die Spitäler weitergewiesen werden. Dafür tragen die Hebammen die Verantwortung.

Es gibt in der Schweiz zurzeit etwa 14 Geburtshäuser, jährlich kommen dort mehr als 1000 Kinder zur Welt. Der Aufenthalt ist unterschiedlich lang, er dauert von einem Tag bis zu mehreren Tagen, wie im Spital. Die SGK hat vor allem drei Gründe genannt, warum die Geburtshäuser ins KVG aufgenommen werden sollen:

1. Heute sind in den Geburtshäusern die Kosten für die reine Hebammenarbeit gedeckt, nicht aber die Kosten für die Infrastruktur, obwohl eine Geburt mit Wochenbettbetreuung in einem Spital ein Vielfaches kostet.

2. Wir haben heute sehr verschiedene Arten von Geburtshäusern. In Zürich, Thurgau und Freiburg bezahlt man die Leistungen, und man hat gute Erfahrungen gemacht. In einigen Kantonen sind die Geburtshäuser auf der Spitalliste, in anderen läuft ein Antrag an die Leistungskommission. An verschiedenen Orten sind Geburtshäuser nur für Zusatzversicherte zugänglich. Eine Vereinheitlichung der Bedingungen wäre also nötig.

3. Es wäre auch vom Gesichtspunkt des Gesetzgebers wünschenswert, dass die Definition eines Geburtshauses festgelegt würde. Ebenso müssten die Qualitätsanforderungen, die ja heute nur über die Leitlinien des Verbandes aufgestellt werden, und das Ausmass der Leistungen generell geregelt werden.

Die SGK hat dieser Initiative ganz klar zugestimmt. Die Minderheit meint, es gelte eine Mengenausweitung zu verhindern, vor allem auch, weil die freien Kapazitäten in den Spitälern nicht abgebaut würden. Ein Arzt äusserte zudem seine Besorgnis, dass in diesem eher privaten Rahmen für Risikofälle und Komplikationen zu wenig vorgesorgt werde. Aber die Mehrheit der SGK wehrte sich gegen den Begriff der Mengenausweitung. Geburtshäuser können nicht komplementär zu den Spitälern genutzt werden, sondern immer nur alternativ. Sie sind im Vergleich zu den Spitälern eine günstigere Möglichkeit, weil sie eine viel günstigere Infrastruktur haben. Jede Statistik zeigt auch klar, dass bei diesen Geburten prozentual weniger Dammschnitte gemacht werden und weniger Medikamente abgegeben werden - von überflüssigen Kaiserschnitten ganz zu schweigen. Zu guter Letzt möchte ich Ihnen sagen: Es kommt wegen der Aufnahme der Geburtshäuser ins KVG kein einziges Kind mehr zur Welt. Alternative sind die viel teureren Spitalgeburten.

Eine stattliche Mehrheit - 13 zu 8 Stimmen - empfiehlt Ihnen, dieser Initiative Folge zu geben, und bittet Sie darum.

Maury Pasquier Liliane · Mit-F · Consiglio nazionale · Ginevra · Gruppo socialista

Les maisons de naissance permettent un accouchement à mi-chemin entre l'accouchement à domicile et l'accouchement en milieu hospitalier. Présentes en Suisse depuis les années 1980, les maisons de naissance ont surtout développé leurs activités à partir du début des années 1990. Au nombre de 15, la plupart en Suisse alémanique, elles ont pris en charge plus de 1100 naissances en 2004 sur un total de plus de 70 000 naissances dans toute la Suisse.

Selon les termes mêmes de l'OFAS, qui en 2002 était en charge du dossier de l'assurance-maladie, les maisons de naissance offrent "une forme de prise en charge axée sur la continuité des soins et l'accompagnement de la mère tout au long de la grossesse, de l'accouchement et du post-partum et favorisent de ce fait la prévention des pathologies, tant physiques que relationnelles". Bénéficiant d'une infrastructure nettement plus légère que les hôpitaux, les maisons de naissance offrent des prestations qui s'adressent aux femmes dont la grossesse s'est déroulée de manière physiologique, ce qui représente au minimum 75 pour cent des grossesses. Elles contribuent à une diminution des coûts de prise en charge, aussi bien des coûts immédiats de l'accouchement que des coûts à moyen terme, grâce au bénéfice d'un suivi personnalisé.

En ce qui concerne les coûts immédiats, vous avez reçu, dans un courrier émanant de la Communauté d'intérêts des maisons de naissance de Suisse, un exemple tiré des frais d'accouchement et de post-partum du canton de Fribourg. En regardant ce courrier, vous pouvez constater que pour un accouchement en hôpital, les frais totaux sont de plus de 6000 francs, que pour un accouchement en clinique les frais totaux sont de plus de 7000 francs, alors que la moyenne des frais pour les accouchements réalisés dans la maison de naissance du canton de Fribourg n'atteint même pas 4000 francs.

En ce qui concerne les coûts à moyen terme, il faut reconnaître qu'ils sont difficiles à chiffrer. Mais au moment où on assiste à une augmentation impressionnante, et je dirais même inquiétante, du nombre de naissances par césarienne, le suivi global assuré lors d'un accouchement en maison de naissance laisse entrevoir des avantages certains, aussi bien en termes de santé que d'économies.

Depuis bientôt dix ans, j'ai tenté à plusieurs reprises de faire reconnaître par ce Parlement la prise en compte des maisons de naissance dans la LAMal. Je dois d'ores et déjà vous remercier parce que vous avez bien voulu vous rendre à mes arguments à plusieurs reprises lors de la précédente révision de la LAMal qui a malheureusement échoué au vote final. Une fois encore, je reviens devant vous avec la même demande - non pas que je sois monomaniaque ni que je n'aie d'autres centres d'intérêt, non pas parce que je serais butée, mais simplement parce que c'est une question de bon sens. C'est une question de bon sens et non pas une question de gauche ou de droite. C'est le bon sens le plus élémentaire qui nous fait aisément comprendre que la mention des maisons de naissance dans la LAMal ne fera en rien augmenter le nombre de naissances dans notre pays. Il n'en découlera, même si nous pouvons peut-être le regretter, aucun nouveau-né supplémentaire.

Le bon sens permet aussi facilement de voir que l'accouchement en maison de naissance est une forme d'accouchement qui répond en tous points aux critères fixés par l'article 32 LAMal, qui prescrit, je vous le rappelle, que les prestations fournies doivent être "efficaces, appropriées et économiques".

D'autres griefs ont été faits à l'encontre de mon initiative parlementaire au sein de la commission du Conseil des Etats, griefs parfois contradictoires entre eux et parfois fondés sur une méconnaissance du sujet. J'y répondrai volontiers en particulier ou dans un débat dans lequel j'aurai plus de temps.

Je me contenterai simplement ici aujourd'hui de vous demander de continuer de faire preuve de bon sens et de donner suite à mon initiative parlementaire.

Stahl Jürg · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Ich störe diese präsidiale Runde hier vorne jetzt tatsächlich. Ich möchte zuerst meine Interessenbindung offen legen: Ich bin Mitglied der Geschäftsleitung einer der grössten Krankenversicherungen der Schweiz. Ich beantrage Ihnen aus verschiedenen Gründen, dieser parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.

Der erste Grund ist tatsächlich ein grundsätzlicher: Ich bin der Meinung, dass es nicht an der Kommission liegt, zu beurteilen, ob die Aufnahme der Geburtshäuser ins KVG eine Mengenausweitung ist oder nicht. Denn eine Neuaufnahme ins KVG hat eine Mengenausweitung zur Folge.

Ich betrachte den Zustand der Krankenversicherungsgesetzgebung in der Schweiz in einem Gesamtzusammenhang. Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir seit der Einführung des KVG eigentlich nur Leistungen dazugenommen, nur die Prämien erhöht und uns kein Konzept zurechtgelegt haben, wie wir diese Kostenentwicklung in den Griff bekommen können. Darum wehre ich mich gegen eine Ausweitung. Es ist in unserer Verantwortung, zuerst die laufende KVG-Revision abzuschliessen und dann wieder über die möglichen Ausweitungen oder die Ausgestaltung des Grundleistungskatalogs generell zu diskutieren.

Ich darf aber auch vorausschicken - das meine ich ganz ehrlich -, dass die Arbeit, die in Geburtshäusern geleistet wird, eine qualitativ gute Arbeit ist, dass es ein Nischenangebot ist, das tatsächlich auch genutzt wird; das wissen wir. Aus meiner Sicht dürfen aber die Qualität und die Wertschätzung einer Arbeit nicht unbedingt davon abhängig gemacht werden, ob sie von der Krankenversicherung bezahlt wird oder nicht. Wir müssen uns im Klaren sein: Jede Geburt, jede Behandlung, jede Hebammenleistung in einem Geburtshaus wird ebenso wie bei der Hausgeburt, wie bei der Geburt in einem Spital bezahlt. Wir sprechen also ausschliesslich über die Hotellerieleistung. Da geht mein Minderheitsantrag sicher in die richtige Richtung.

Das Risiko - es ist von der Kommissionspräsidentin angesprochen worden, und es war auch in der Kommission ein Thema - ist leicht erhöht. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Infrastruktur für die invasive Medizin und die Notfallsituationen in den Spitälern genau gleich aufrechterhalten werden muss. Darum führt eine massive Reduktion der Infrastruktur in Spitälern nicht zu einer Vergünstigung einer Geburt.

Die ständerätliche Kommission hat sich im Übrigen etwas vertiefter mit dem Punkt der Kompetenzverteilung zwischen den Kantonen und dem Bund auseinander gesetzt. Sie hat ja den Antrag gestellt, der parlamentarischen Initiative sei keine Folge zu geben.

Wir öffnen die Tür für weitere Begehrlichkeiten, ich denke auch an Kurhäuser oder andere Leistungserbringer, die vielleicht auch in den Topf der Grundleistungsversicherung hineingreifen wollen. Da gilt es jetzt - obwohl die Arbeit, wie gesagt, gut geleistet wird -, konsequent zu sein.

Zusammenfassend: Ich bin gegen diese parlamentarische Initiative, weil sie zu einer Mengenausweitung führt, weil grundsätzlich die Geburt in den Geburtshäusern bereits jetzt bezahlt ist, weil es keinen Abbau bei der Infrastruktur in Spitälern und für Notfallsituationen gibt und weil es ein schlechtes Signal für die Prämienzahler ist. Ich kenne die Aufschreie; im Herbst werden wieder alle Begehrlichkeiten und alle Entwicklungen im Gesundheitswesen kritisiert werden. Diese Situation befriedigt mich nicht.

Ich bitte Sie, der Minderheit zu folgen.

Guisan Yves · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo radicale liberale

Monsieur Stahl, vous avez l'air d'être très préoccupé par l'augmentation éventuelle du volume des prestations. Est-ce que vous ne croyez pas qu'un hôpital qui a une infrastructure développée, un plateau technique complet, n'incite pas plutôt à en faire plus en cas d'accouchement traditionnel? Ne vaudrait-il pas mieux sélectionner les accouchements qui, par définition, devraient se dérouler sans risque et permettre qu'ils se déroulent dans un établissement doté d'un équipement minimal?

Stahl Jürg · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Herr Kollege Guisan, ich gebe Ihnen Recht, dass, ganz nüchtern betrachtet, die Zahlen dieser Statistiken - wir haben sie auch zugestellt bekommen - im Einzelfall stimmen. Aber ich gebe Ihnen erst dann Recht, wenn Sie sich dafür einsetzen, dass endlich auch die Kantone hinsichtlich der Anzahl Spitalbetten und der Infrastruktur in den kantonalen Einrichtungen und Spitälern ihre Arbeit machen. Wenn Sie dort mithelfen, Kosten zu senken, kann ich Ihnen zustimmen. Aber ich kenne die Situation. Es wird sich auf Spitalseite keine Reduktion der Kosten ergeben.

Intervento procedurale

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben .... 103 Stimmen

Dagegen .... 55 Stimmen