08.423

Riconoscimento di Stati soltanto da parte dell'Assemblea federale

Intervento procedurale

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Schibli, Brunner, Fehr Hans, Hutter Jasmin, Joder, Miesch, Perrin, Wobmann)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Schibli, Brunner, Fehr Hans, Hutter Jasmin, Joder, Miesch, Perrin, Wobmann)

Donner suite à l'initiative

Wobmann Walter · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Mit dieser parlamentarischen Initiative möchte ich Artikel 24 des Bundesgesetzes über die Bundesversammlung mit einem neuen Absatz 5 ergänzen, der besagt, dass die Anerkennung von Staaten und Regierungen durch die Bundesversammlung erfolgen muss.

Solange der Bundesrat die Neutralität als Auftrag des Volkes an die Regierung ernst nahm, hat er die um eine formelle Anerkennung ersuchenden Staaten nie allein von tagespolitischer und opportunistischer Warte aus beurteilt. Als neutraler und unabhängiger Kleinstaat hat die Schweiz früher stets sorgfältig und zurückhaltend alle Aspekte gegeneinander abgewogen, bevor ein Anerkennungsentscheid gefällt wurde. Diese Haltung war ausschlaggebend dafür, dass die Neutralität der Schweiz von allen Regierungen der Welt respektiert, geachtet und von den meisten Völkern gar bewundert wurde.

Bei der Anerkennung von Kosovo - das sei hier als Beispiel erwähnt - hat der Bundesrat dann alle Grundsätze aussenpolitischer Berechenbarkeit über Bord geworfen. Dies muss fast als ein Neutralitätsverrat bezeichnet werden, denn einige Staaten fühlten sich sichtlich vor den Kopf gestossen, hat doch die internationale Staatengemeinschaft Kosovo bis heute nicht anerkannt. Darum ist die Anerkennung von Staaten durch die Bundesversammlung vorzunehmen, denn dort sind auch die Vertreter des Volkes - die direkt gewählten Vertreter. Es kann viel breiter und ausführlicher diskutiert und schlussendlich auch abgewogen und entschieden werden.

Ich möchte daran erinnern, dass selbst die Professoren der Universität St. Gallen schreiben, dass die materielle Entscheidungskompetenz aus Exekutive und Legislative bestehen soll.

Es gibt bei einer Anerkennungsfrage auch immer genügend Zeit zum Diskutieren. Ich sehe nicht ein, warum es Zeitdruck geben soll, es sei denn, jemand wolle sich voreilig persönlich profilieren. Die Schweiz täte wirklich gut daran, die Frage der Anerkennung von Staaten vertiefter und seriöser zu behandeln, als sie es in der Vergangenheit, vor allem in der jüngsten Vergangenheit, getan hat. Nur so, davon bin ich überzeugt, kann die Schweiz als wirklich neutrales Land ihre bewährten Guten Dienste weiterhin allen Parteien anbieten. Das ist eine Stärke unseres Landes, die wir nicht verspielen dürfen.

Ich bitte Sie, meiner parlamentarischen Initiative Folge zu geben.

Schibli Ernst · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Das Vorprellen des schweizerischen Aussenministeriums und des Bundesrates bei der Anerkennung Kosovos als selbstständiger Staat hat in grossen Teilen der schweizerischen Bevölkerung Kopfschütteln und Unverständnis ausgelöst. Auch in vielen anderen Staaten ist das Verhalten der Schweiz in dieser Angelegenheit nicht verstanden worden. Ein schwergewichtiges Argument bildet dabei die weltweit hochgeachtete und geschätzte Neutralität unseres Landes. Es darf nicht sein, dass durch eine unüberlegte Handlungsweise aus reiner Effekthascherei unsere Glaubwürdigkeit und unsere Vertrauenswürdigkeit aufs Spiel gesetzt werden.

Durch das mit der parlamentarischen Initiative Wobmann vorgeschlagene Vorgehen ist eine vertiefte Abklärung der entsprechenden Situation möglich und gegeben. Eine vertiefte Meinungsbildung lässt einen breiter abgestützten Entscheid zu, und die Wertschätzung, die Leistungen und die Verdienste der Schweiz werden nicht für unzählige Menschen auf der Welt relativiert. In der Aussenpolitik unseres Landes sind Sensibilität und Weitsicht gefragt. Damit kann die Schweiz ihre bedeutungsvolle Aufgabe als Vermittlerin in heiklen Missionen auch weiterhin erfolgreich wahrnehmen.

Ich bitte Sie deshalb, der parlamentarischen Initiative Wobmann Folge zu geben und damit in Zukunft das Parlament in der Frage der Anerkennung von Staaten entscheiden zu lassen.

Zisyadis Josef · Mit-M · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo dei Verdi

Monsieur Wobmann a déposé une initiative parlementaire par laquelle il demande l'approbation de l'Assemblée fédérale pour la reconnaissance d'un Etat. Il propose en fait que l'article 24 de la loi sur le Parlement soit complété par un nouvel alinéa prévoyant ceci: "Sur proposition du Conseil fédéral, elle approuve la reconnaissance officielle d'Etats et de gouvernements."

Dans son développement, l'auteur de l'initiative dit que la reconnaissance prématurée du Kosovo a au fond suscité d'énormes réactions négatives et que ce geste a suscité beaucoup d'incompréhension. Dès lors, selon Monsieur Wobmann, lorsqu'il s'agit d'éléments de reconnaissance d'un Etat qui sont de la plus haute importance et de décisions aussi fondamentales qui touchent la neutralité de notre pays, il faudrait que l'approbation de l'Assemblée fédérale soit requise. D'autre part, l'auteur de l'initiative insiste sur le fait que, vraisemblablement, dans le cas du Kosovo - mais ça pourrait être le cas pour la reconnaissance d'autres Etats -, il y a parfois une volonté de satisfaire des ambitions personnelles et politiques de la part des conseillers fédéraux.

La commission a délibéré sur cette initiative parlementaire; elle insiste sur le fait que la reconnaissance d'un Etat étranger fait partie des attributions du Conseil fédéral en matière de politique extérieure. D'ailleurs, la Constitution fédérale est extrêmement claire sur ce point puisqu'elle prévoit, à l'article 184 alinéa 1: "Le Conseil fédéral est chargé des affaires étrangères sous réserve des droits de participation de l'Assemblée fédérale; il représente la Suisse à l'étranger." C'est donc assez clair: "sous réserve des droits de participation de l'Assemblée fédérale". Cela signifie que, conformément à la Constitution, notre Parlement a la possibilité de participer aux décisions. Et d'ailleurs la loi sur le Parlement prévoit que le Conseil fédéral consulte les Commissions de politique extérieure sur les orientations principales - ce qui a été fait, d'ailleurs, dans le cas du Kosovo.

Par ailleurs, la commission a relevé que la question du Kosovo était du ressort des commissions compétentes et que ce dossier avait été discuté en leur sein. De plus, si les deux commissions avaient donné un avis totalement négatif sur la reconnaissance du Kosovo, le Conseil fédéral aurait pu prendre une autre position au sujet de la reconnaissance de cet Etat.

Dès lors, votre commission a décidé, par 15 voix contre 8 et 1 abstention, de ne pas donner suite à la présente initiative parlementaire.

Une minorité de la commission, par contre, vous l'avez entendu tout à l'heure, soutient qu'il faudrait y donner suite, cela parce qu'une décision prise par l'Assemblée fédérale bénéficierait d'une assise nettement plus large.

Votazione

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 54 Stimmen

Dagegen ... 112 Stimmen