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Promozione di una sana alimentazione

Humbel Näf Ruth · Mit-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo PCD/PEV/glp

Eigentlich hätte ich es lieber gehabt, wenn zuerst Herr Stahl hier geredet hätte, damit ich seine Argumente gehört hätte. Ich verstehe nämlich nicht, warum meine ehemalige Kollegin und heutige Ständerätin Christine Egerszegi und Jürg Stahl beziehungsweise die SVP-Fraktion dieses Postulat bekämpfen und nicht bereit sind, in Zusammenarbeit mit der Industrie Massnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung zu prüfen. Ich möchte aber dem Bundesrat dafür danken, dass er die Annahme dieses Postulates beantragt.

Übergewicht ist eine der Ursachen für verschiedene Krankheiten in unserer Gesellschaft. In der Beantwortung des Postulates ist zu lesen, dass die entsprechenden Kosten rund 2,7 Milliarden Franken betragen. Wir haben eine Zunahme der Zahl übergewichtiger Menschen in unserem Land, insbesondere übergewichtiger Kinder. Die Gründe dafür sind hauptsächlich eine falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

Ich nehme an, Herr Stahl wird uns nachher an die Eigenverantwortung erinnern. Ich höre es immer wieder: Eigenverantwortung. Nur sagt mir dann niemand, wie diese Eigenverantwortung wahrgenommen und umgesetzt werden kann. Menschen müssen befähigt werden, ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen. Wir haben heute eine Deklarationspflicht, die eigentlich helfen sollte, dass sich Leute über den Nährwert und den Gehalt der verschiedenen Lebensmittel informieren können. Aber wer, nur schon in diesem Saal, kann dieses Kleingeschriebene lesen und verstehen? Es ist kompliziert und unverständlich - es nützt eigentlich wenig bis nichts. Viele Menschen haben daher Mühe, eine ausgeglichene Energiebilanz - es ist schwer für sie, das abzuschätzen - und damit auch ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Wir wissen, es sind die regelmässige Bewegung und eine ausgeglichene Ernährung, die eine zentrale Bedeutung haben. Eine bessere Wahrnehmung des Energiewertes bzw. der Energiedichte eines Lebensmittels kann in diesem Zusammenhang von grösster Bedeutung sein. Mit einer klareren, einfacheren Deklaration, wie ich sie mit meinem Postulat verlange, wird die Eigenverantwortung gefördert, weil der Kaufentscheid bewusster gefällt werden kann.

Ich habe mit meinem Postulat bewusst nicht verlangt, dass der Staat gesetzliche Bestimmungen erlässt, sondern ich habe den Bundesrat aufgefordert, möglichst in Zusammenarbeit mit der Nahrungsmittelindustrie Massnahmen zu prüfen, wie sie von der OECD empfohlen werden, wie sie im europäischen Raum angestrebt werden. Es geht nicht um zusätzliche Administration, sondern es geht um die Vereinfachung der Administration, um das Verständlichmachen von Deklarationen. Es geht darum, dass die Menschen befähigt werden, ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen.

In diesem Sinne bitte ich Sie, das Postulat anzunehmen.

Stahl Jürg · Mit-M · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo dell'Unione democratica di Centro

Auch wenn es nur ein Postulat ist, mache ich Ihnen trotzdem beliebt, den Vorstoss nicht anzunehmen.

Nach meiner Beurteilung gleicht dieses Postulat mehr einer Forderung nach konkreten Massnahmen als einem Prüfungsauftrag. Das ist der primäre Grund meiner ablehnenden Haltung. Aber es gibt tatsächlich auch genügend inhaltliche Gründe, das Postulat "Förderung einer gesunden Ernährung" abzulehnen. Im Wesentlichen enthält es drei Elemente: Einführung einer neuen Deklarationspflicht, neue Werbeverbote und Einschränkungen sowie Einführung des teuren und ungeeigneten Ampelsystems.

Ich bestreite nicht, dass es in unserem Land eine Tendenz zu mehr Übergewicht gibt. Ich bestreite nicht, dass das auch gesundheitspolitische Konsequenzen und vor allem auch Kostenfolgen hat. Aber dieses Postulat ist nach meiner Beurteilung der falsche Weg. Die Vorschriften der Lebensmittelverordnung und die heute bereits bestehende Deklarationspflicht betreffend Energiegehalte sind ausreichend. Werbeverbote sind wenig wirksam, das wissen wir. Sie sind inkompatibel mit der Wettbewerbsfreiheit. Bitte belasten Sie die Konsumenten in diesem Land nicht mit aufwendigen neuen Systemen, deren Kosten am Schluss auf den Preis überwälzt werden. Es geht für mich nicht auf, dass die Seite, die solche Postulate unterstützt, gleichzeitig die Grenzen des Handels in Europa herunterreissen will und Parallelimporte befürwortet. Hiermit implementieren Sie ein teures Schweizer System.

Erlauben Sie mir zum Schluss die folgenden Bemerkungen, Frau Kollegin Humbel Näf:

1. Vertrauen Sie etwas mehr darauf, dass die Menschen in diesem Land genügend eigenverantwortlich und intelligent sind, dass sie selber wählen können und nicht auch noch in Läden mit Lichtsignalen in Rot, Orange und Gelb erzogen werden müssen.

2. Verteufeln Sie nicht jeglichen Genuss. Genuss ist auch ein Teil der Lebensfreude.

3. Beim Übergewicht ist es einfach: Die Energiebilanz stimmt nicht. Entweder Sie essen weniger, führen sich weniger Energie zu, oder Sie verbrauchen mehr Energie, bewegen sich also.

Darum sind für mich Sport und Bewegung der bessere Weg als eine Intervention, wie dieses Postulat eine ist. Ich bitte Sie, das Postulat abzulehnen.

Couchepin Pascal · BR-M · Consiglio federale · Vallese

Depuis que ce postulat a été déposé, beaucoup de choses se sont passées, notamment dans l'Union européenne où l'on élabore des profils nutritionnels pour les aliments. C'est quelque chose qui, si c'est concrétisé dans l'Union européenne, sera repris aussi en Suisse.

Il y a aussi eu la révision de l'ordonnance sur l'étiquetage et la publicité des denrées alimentaires, qui a été effectuée à fin 2007. Elle s'est faite d'entente avec les milieux intéressés, et visait aussi un objectif qui a été poursuivi par l'Union européenne.

Faut-il rendre obligatoire un étiquetage nutritionnel - taux de graisse, sel, sucre, glucides? Nous ne ferons rien de plus que ce que l'Union européenne fait, de telle sorte qu'il n'y ait pas de distorsion de concurrence pour nos entreprises. Mais je crois que si le grand voisin qui nous entoure et qui décide en ces matières pour bientôt un demi-milliard d'habitants sur le continent européen fait quelque chose, c'est intelligent de notre part de suivre ou de faire quelque chose de parallèle qui ne soit pas différent.

C'est la raison pour laquelle le Conseil fédéral est prêt à accepter ce postulat - qui ne mange pas de foin, comme on dirait chez nous.

Votazione

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 82 Stimmen

Dagegen ... 73 Stimmen