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Schweizer Botschaftsgebäude für private Firmenanlässe?

Berset Alain · P-M · Ständerat · Freiburg · Sozialdemokratische Fraktion

Le président (Berset Alain, président): Monsieur Reimann est partiellement satisfait de la réponse écrite du Conseil fédéral et demande la discussion. - Ainsi décidé.

Reimann Maximilian · Mit-M · Ständerat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Nicht befriedigt bin ich vor allem einmal vom formellen Vorgehen: Ich habe die Antwort des Bundesrates, die vom 25. Februar 2009 datiert, nämlich erst am Sonntag, also gestern, zur Kenntnis nehmen können, und zwar durch Abruf der parlamentarischen Website. Hätte mein Laptop wieder einmal gestreikt, was ja ab und zu vorkommen kann, wäre ich praktisch mit leeren Händen nach Bern gekommen. Und eben vorhin habe ich den Text dann noch in meinem Fach vorgefunden - reichlich spät. Ich frage mich wirklich, ob es nicht möglich wäre, den Urhebern eines Vorstosses - zumindest in Fällen, in denen die Zeitspanne zwischen der Beantwortung durch den Bundesrat und der Traktandierung im Plenum so kurz ist - den Text auch noch per Post, allenfalls per Express, rechtzeitig zuzustellen. Das ist also meine erste Unzufriedenheit.

Damit zum materiellen Teil des Geschäftes: Wir wissen nun, dass grundsätzlich jedes Schweizer Unternehmen private Anlässe in ausländischen Missionsgebäuden der Schweiz durchführen kann. Vorausgesetzt ist im weitesten Sinn einfach nur, dass der Anlass irgendwie der Förderung von Handels- und Wirtschaftsinteressen dient. Fragwürdiger ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass der Missionschef als Gastgeber auftritt und dass für die Benutzung der Räumlichkeiten kein Entgelt, also weder Miete noch Benutzungsgebühr, zu entrichten ist.

Dass die Benutzer immerhin für die anfallenden Kosten aufkommen, wie der Bundesrat auf meine zweite Frage festhält, ist ja klar; danach hatte ich schon gar nicht gefragt. Ist es aber dem Steuerzahler gegenüber auch gerecht, dass die dem Staat gehörenden Gebäude unentgeltlich für private Firmenanlässe zur Verfügung gestellt werden? Das war meine Frage, und die ist nicht beantwortet worden. Ich erinnere nur daran, dass jede Gemeinde - zumindest diejenigen, die ich kenne - auch Gebühren für die Benutzung von Waldhütten, Turnhallen, Gemeindesälen usw. erhebt, wenn analoge privatwirtschaftliche Veranstaltungen stattfinden. Ich meine, da müsste der Bundesrat schon noch einmal über die Bücher gehen, wenn es sich um die Nutzung von Botschaftsgebäuden handelt.

Schliesslich noch zu Frage 4: Dass sich der Bundesrat da um eine konkrete Antwort herumdrücken würde, war ja zu erwarten. Bekanntlich geht es um den leidigen Fall der faktischen Abberufung eines verdienten schweizerischen Botschafters, der zum Opfer einer widerlichen öffentlichen Attacke durch teils hochrangige Leute im besagten Medienkonzern geworden war. Deshalb halte ich es nach wie vor für stossend, dass die Schweizerische Eidgenossenschaft ausgerechnet diesem Unternehmen Gastrecht für einen privaten Firmenanlass in eben dieser Botschaft gewährt hat. Da wäre es meines Erachtens für einmal auch zu verantworten gewesen, ein Gesuch für einen solchen Anlass abzulehnen. Wirtschaftliche Interessen für die Gewährung dieses Anlasses, wie sich der Bundesrat ausdrückt, in Ehren, aber neben wirtschaftlichen Interessen gibt es auch noch ethische Aspekte, und diese hätte ich im vorliegenden Fall höher gewichtet. Einen Anspruch auf die Benutzung eines öffentlichen Gebäudes unseres Landes zu privaten Zwecken hat schliesslich niemand. Deshalb vermag mich die Antwort des Bundesrates in der Tat nur teilweise zu befriedigen.

Calmy-Rey Micheline · BR-F · Bundesrat · Genf

Il est normal que les ambassades et les résidences puissent être mises à disposition des entreprises suisses en vue de promouvoir leurs intérêts économiques, et de fait elles sont régulièrement mises, aux quatre coins du monde, au service des secteurs les plus divers de notre industrie et de nos entreprises. Ces représentations sont mises à disposition comme plate-forme, comme instrument de promotion active de nos intérêts économiques ou culturels. Cette mise à disposition ne fait l'objet d'aucun tarif, émolument ou facturation, puisqu'il ne s'agit pas de rentabiliser des locaux qui sont déjà financés. Il serait en revanche injustifié que nos représentations et donc indirectement les contribuables suisses supportent les frais de manifestations organisées à l'initiative d'entreprises privées. C'est pourquoi les frais effectifs doivent être pris en charge par lesdites entreprises, et nos entreprises se tiennent à cette règle.

Le soutien à l'industrie suisse d'exportation et aux investisseurs suisses fait partie des tâches de défense des intérêts confiées aux représentations suisses à l'étranger. Le chef ou la cheffe de poste ou de mission assume la responsabilité de la bonne exécution de ces tâches. Il est, par ailleurs, bien placé pour juger de l'opportunité de mettre sa résidence à disposition. C'est la raison pour laquelle la décision lui revient. L'une des exigences à respecter dans ce cadre est bien sûr celle de ne pas discriminer une entreprise ou un secteur au détriment d'autres.

Vous avez soulevé la question, Monsieur Reimann, de savoir s'il était approprié, dans le cas d'espèce, que les locaux de l'ambassade aient été mis à disposition d'un groupe de presse qui a été critique à l'égard du Conseil fédéral ou de l'administration fédérale. A mon avis, la question ne doit pas se poser en ces termes, car autant il est inacceptable d'accorder des privilèges à l'une ou l'autre des entreprises suisses, autant il serait inconcevable de discriminer des entreprises en fonction de leur degré d'allégeance aux autorités. S'il en allait autrement, je suis convaincue que les contrôles politique et médiatiques ne manqueraient pas de stigmatiser à juste titre toute velléité de censure indirecte.