10.3007

Fondi confiscati al narcotraffico per la riabilitazione dei tossicodipendenti

Goll Christine · Mit-F · Consiglio nazionale · Zurigo · Gruppo socialista

Das vorliegende Geschäft hat eine sehr lange Vorgeschichte, die ich im Folgenden kurz zusammenfassen möchte:

Am 17. Dezember 1998 reichte unser ehemaliger Kollege Jost Gross die parlamentarische Initiative 98.450, "Beschlagnahmte Drogengelder für die Suchtrehabilitation", ein, mit welcher er Folgendes forderte: "Im Rahmen von Strafverfahren wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz beschlagnahmte Vermögenswerte sind neben der Verwendung für Geschädigte zweckgebunden für die Finanzierung von Einrichtungen der Drogenprävention und der Drogenrehabilitation einzusetzen; entweder durch eine Änderung der Artikel 59ff. des Strafgesetzbuches oder durch eine Ergänzung des Betäubungsmittelgesetzes."

Am 13. August 1999 gab die SGK-NR der parlamentarischen Initiative ohne Gegenstimme Folge, und am 20. Dezember 1999 folgte der Nationalrat seiner Kommission ebenfalls ohne Gegenstimme. Im Rahmen der Umsetzung der parlamentarischen Initiative wurde festgestellt, dass aufgrund der vom Bundesrat eingesetzten Expertenkommission "Sharing" der Bericht zur Teilung eingezogener Vermögenswerte in Vorbereitung war, und dieser Bericht wurde im Juli 2000 dann auch veröffentlicht.

Am 5. Juli 2001 verabschiedete die SGK-NR den Bericht der entsprechenden Subkommission ohne Gegenstimme. In diesem Bericht wurde vorgeschlagen, keine eigenständige Vorlage zu erarbeiten, sondern das Anliegen im Rahmen der Behandlung des sogenannten Sharing-Gesetzes einzubringen.

Am 24. Oktober 2001 verabschiedete der Bundesrat die Botschaft zum Bundesgesetz über die Teilung eingezogener Vermögenswerte. Das Geschäft wurde in den Kommissionen für Rechtsfragen der beiden Räte behandelt.

Am 2. Dezember 2003 stimmte der Nationalrat dem Kompromissantrag einer Minderheit seiner Kommission für Rechtsfragen zu, die das Anliegen der ursprünglich unumstrittenen parlamentarischen Initiative Gross Jost aufnahm, doch die entsprechende Bestimmung im Sharing-Gesetz überlebte später das Differenzbereinigungsverfahren nicht.

Am 2. Juli 2004 reichte die SGK ein Postulat mit folgendem Text ein: "Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht auszuarbeiten über die gesamte Finanzierungssituation stationärer Einrichtungen der Suchtrehabilitation sowie die Verwendung der aufgrund von Artikel 59 StGB eingezogenen Vermögenswerte, einschliesslich der Verwendung aufgrund spezieller kantonaler Gesetze." Das entsprechende Postulat 04.3432 ist bis heute nicht im Rat traktandiert worden. Am 8. November 2007 beantragte die SGK-NR wiederum eine Fristverlängerung aufgrund eines inzwischen publizierten Berichtes von Infodrog unter dem Titel "Stationäre Suchttherapie Schweiz. Finanzierung". Der Bericht zeigt auf, dass die Finanzierung stationärer Suchttherapieeinrichtungen nach wie vor problematisch ist.

Am 27. Januar 2010 schliesslich lässt sich die SGK des Nationalrates von der Verwaltung über die aktuelle Situation informieren und stellt fest, dass nach wie vor Handlungsbedarf besteht. Sie reicht ohne Gegenstimme das nun vorliegende Postulat mit folgendem Text ein: "Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Finanzierungskonzept aufzuzeigen, wie die Versorgungssicherheit und die Versorgungsqualität stationärer Einrichtungen der Suchtrehabilitation allenfalls unter Verwendung eines Teils von Vermögenswerten, die im Rahmen von Strafverfahren wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz beschlagnahmt werden, sichergestellt werden können." Gleichzeitig beantragt die SGK des Nationalrates die Abschreibung der parlamentarischen Initiative 98.450 von Jost Gross.

Mit Blick auf die schwierige Ressourcenlage und die unterschiedlichen kantonalen Finanzierungskonzepte ist der Bundesrat nun bereit, die Verwendung eines Teils der beschlagnahmten Drogengelder erneut zu prüfen, und beantragt somit die Annahme des Postulates 10.3007.

Burkhalter Didier · BR-M · Consiglio federale · Neuchâtel

La demande de votre commission met l'accent sur un problème complexe qui avait en effet été soulevé à l'époque par votre regretté collègue Monsieur Jost Gross. Le financement des institutions résidentielles de traitement des toxicomanies est en fait à cheval sur plusieurs systèmes de financement, que ce soit l'aide sociale des cantons, des communes, l'assurance-maladie ou l'assurance-invalidité. Ce système de financement pose les conditions-cadres de cet ordre de traitement et exerce une influence considérable sur sa planification et sa qualité. Il faut rappeler que ce sont les cantons qui ont la compétence de mettre à disposition une offre de traitement. Ce système de financement engendre également des inégalités d'accès aux soins qui sont importantes: les traitements ordonnés par mesure pénale sont pris en charge par le système judiciaire cantonal; un traitement volontaire risque, suivant les cantons, d'engendrer une dette pour les personnes en traitement si la commune de domicile en demande le remboursement; et un traitement en clinique médicalisée est, lui, largement pris en charge par l'assurance-maladie.

Le Conseil fédéral voudrait insister sur le fait que la révision de la loi sur les stupéfiants a donné maintenant des compétences renforcées à la Confédération, l'intention du législateur étant d'harmoniser les mesures, en particulier dans les questions de financement des traitements, précisément de planification et de coordination de l'offre et du développement de la qualité de cette offre. Sur la base de ces compétences nouvelles qui entreront en vigueur au printemps 2011, la Confédération est prête à reprendre le dialogue avec les cantons pour vérifier leur volonté de concevoir un système de financement qui apporte des solutions aux problèmes exposés ci-dessus. C'est la condition nécessaire et préalable pour engager par la suite les ressources nécessaires pour élaborer des recommandations pour un nouveau système de financement incluant la possibilité d'utiliser une partie de l'argent saisi dans le trafic de drogue.

C'est dans cet esprit que nous nous déclarons également favorables à l'adoption de ce postulat.

Bruderer Wyss Pascale · P-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo socialista

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Angenommen - Adopté