09.095
gioventù + musica. Iniziativa popolare
Freysinger Oskar · Mit-M · Consiglio nazionale · Vallese · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Ich spreche für eine Minderheit der SVP-Fraktion.
Musik ist die abstrakteste und zugleich die immanenteste Sprache der Welt. Ein paar Haken auf fünf Notenlinien bauen Klangräume auf, Tonkathedralen, Schwingungen, die durch Mark und Bein dringen, jedes Atom, jede lebende Zelle durchdringen, um die menschliche Seele zu bereichern.
Musik vereinigt Raum und Zeit und schafft dadurch eine völlig neue Dimension. Denn Musik findet, im Unterschied zu allen anderen Künsten, immer nur im Augenblick statt, in der erlebten Gegenwart. Durch sie, durch diese wundersame Spiegelung des Lebens selbst, wird "carpe diem" endlich zur Wirklichkeit. Wie alle glücklichen und leidvollen Momente unseres Lebens lassen sich Töne und Klänge nicht aufhalten, geschweige denn besitzen. Man kann wohl ein Instrument besitzen, nicht aber die Musik. Man kann höchstens von ihr besessen werden. Sol- und Fa-Schlüssel öffnen Türen zu Sphären, wo sogar Gott versucht ist, das Tanzbein zu schwingen. Denn Musik ist nicht nur irgendein Fach im Unterricht oder eine belanglose Spielerei: Sie erfüllt jeden von uns, auch den unmusikalischsten Menschen, weil sie uns und der Welt innewohnt, weil jede Faser unseres Körpers, jeder Gegenstand eine Schwingung produziert.
So bedeutet denn Musizieren mehr als feuchtfröhliches Trällern, mehr als chorisches Gemeinschaftsgefühl, mehr als zum Tanzen oder Marschieren einladender Rhythmus. Musik ist das Fundament der Materie selber, Töne sind ihre Bausteine und Melodien ihre Architektur. Ein jedes Menschenleben ist ein einmaliges Musikstück, ein Stück, das weder eingeübt noch wiederholt werden kann.
Nein, nicht das Wort war zuerst, sondern der Ton, und der Ton wurde Musik, und die Musik wurde Fleisch. Wenn zwei Menschen miteinander sprechen, streiten, tanzen, im Liebesrausch durch Lusträume schweben, dann verschlingen sich Sonaten mit Arien.
Die Welt ist Musik. Was wir am Ende unseres Lebens vorlegen, ist eine Partitur. Die Zeichen darauf sind unser Schicksal. Ob sie Dissonanzen vorweisen oder Harmonien, hängt nur von uns ab.
Es soll hier und heute entschieden werden, ob wir der Musik den Stellenwert einräumen, der ihr gebührt. Einige finden, dieses Bekenntnis sei zu teuer. Ich aber finde es billig, dass wir vorbehaltlos unterstützen, was uns teuer ist.
Wer heute lernt, auf Tönen zu entschweben, den wird keine Verzweiflung je einholen können; wer das wunderbare Zusammenspiel der Klangwelten versteht, der versteht den Sinn des Lebens. Und wer im Leben einen Sinn findet, der verliert die Hoffnung nie. Wie viel Leid ist schon durch Musik geheilt, wie viel Hader in Töne verwoben worden, um der bedrückten Seele Erleichterung zu verschaffen! Denken wir an Mozart, der komponierend die Türen des Todes aufstiess und zur Unsterblichkeit vordrang; denken wir an Schubert, der seine Lieder wie Balsam auf seine Wunden strich.
Orpheus ist kein Mythos. Jeder von uns kann durch seinen Gesang Steine zum Weinen bringen - der zum Lachen, wenn er falsch singt.
Ein Mensch, der sich der Musik verschliesst, verschliesst sich der Welt, verwehrt sich dem eigenen Leben. Er mag wohl ein Meister der staatspolitischen Räson sein, ein Adler auf dem Steuerhorst und wie ein Affe auf Bilanzen herumklettern - er lebt am Leben vorbei.
Die Initiative "Jugend und Musik" verlangt, dass wir den künftigen Generationen ein Instrument in die Hand geben, das nicht Geld, nicht Ruhm, nicht Macht produziert, sondern Sein - ein Instrument, das ihnen den Weg in die eigene Seele weist, damit sie zu sich selber finden. Es ist Zeit, dass dieser fensterlose Raum von etwas anderem bewohnt wird als von verbaler Verstimmung, Zeit, dass die hier erzeugten Schwingungen, wenn schon auf taube Ohren, dann wenigstens auf offene Herzen stossen. Darum bitte ich heute nicht nur um Unterstützung der Initiative "Jugend und Musik", sondern um etwas musikalischere Töne bei den künftigen Voten in diesem Saal. Dann werden wir in ganz anderen Tönen verhandeln und die Herzen der Mitmenschen draussen bereichern.
Auf denn, Menschenbrüder: "Die holde Kunst, sie werde jetzt zur Tat!" Unterstützen Sie diese Initiative!
Maire Jacques-André · Mit-M · Consiglio nazionale · Neuchâtel · Gruppo socialista
Beaucoup d'excellents arguments ont déjà été exposés pour soutenir l'initiative. Je ne vais donc pas revenir sur l'importance du renforcement de la formation musicale des jeunes dans les domaines scolaire et extrascolaire, sur le bien-fondé du soutien aux nombreuses associations qui permettent la pratique de la musique en dehors de l'école ou encore sur l'encouragement de l'émergence des talents de ce pays.
Après avoir consulté la Conférence suisse des directeurs cantonaux de l'instruction publique - cela a été rappelé hier -, la commission a toutefois pris conscience qu'en ce qui concerne la formation musicale à l'école obligatoire - c'est bien de cela qu'on veut parler -, la question de la répartition des compétences entre la Confédération et les cantons n'est pas tout à fait évidente.
En effet, si l'on peut souhaiter que la Confédération fixe un cadre de référence garantissant que l'égalité des chances soit respectée pour tous les enfants de notre pays, il convient de rappeler que la Constitution fédérale prévoit bien qu'il appartient aux cantons d'organiser et de réglementer l'école obligatoire. La Constitution - en particulier l'article 62 qui avait été massivement adopté par le peuple - insiste en outre sur la nécessité pour les cantons d'harmoniser leurs pratiques, notamment au travers de concordats intercantonaux.
C'est bien ce que la Conférence des directeurs cantonaux de l'instruction publique a entrepris par le biais du concordat Harmos et de la conception des plans d'enseignement harmonisés au niveau de chacune des régions linguistiques. Je citerai pour exemple le plan d'études romand qui est d'ores et déjà adopté par tous les cantons de Suisse romande et qui fixe les objectifs et également une certaine répartition des heures d'enseignement.
Nous sommes donc d'avis que c'est bien au niveau de ces textes normatifs, élaborés par la Conférence des directeurs cantonaux de l'instruction publique, que les objectifs pédagogiques ainsi que le nombre d'heures d'enseignement hebdomadaires doivent être déterminés pour la musique - comme d'ailleurs pour toutes les autres disciplines scolaires.
Il appartient également à la Conférence des directeurs cantonaux de l'instruction publique de fixer les exigences minimales en matière de formation des enseignants de musique - comme d'ailleurs de toutes les autres disciplines scolaires. Elle le fait très bien au travers des règlements de reconnaissance des titres d'enseignement.
En définitive, comme la majorité des membres de la commission, je suis personnellement convaincu de l'importance que revêtent l'enseignement et la pratique de la musique pour le développement personnel des enfants et des jeunes. Dans ce sens, je soutiens sans réserve les demandes formulées dans l'initiative.
Toutefois, afin d'assurer le respect de la Constitution fédérale en matière de répartition des compétences entre la Confédération et les cantons, nous vous demandons de soutenir également la proposition de contre-projet déposée par la minorité Steiert. Ce contre-projet prévoit - sous la forme, vous l'avez vu, d'un arrêté fédéral sur la promotion de la formation musicale des jeunes - que les objectifs de l'initiative, auxquels, encore une fois, nous souscrivons pleinement, soient bel et bien remplis, mais dans le plein respect de la répartition des compétences entre Confédération et cantons, répartition fixée par la Constitution fédérale.
En conclusion, nous vous demandons donc d'apporter votre soutien à l'initiative populaire d'une part, et au contre-projet de la minorité Steiert d'autre part.
Nous vous recommandons donc un double oui pour favoriser l'enseignement et la pratique de la musique, sans que ce mouvement soit freiné par des obstacles d'ordre juridique que l'on ne manquerait pas de nous rappeler dans le cadre de la campagne en vue de la votation.
Bischof Pirmin · Mit-M · Consiglio nazionale · Soletta · Gruppo PCD/PEV/glp
Er hat es seit den Pisa-Studien noch schwerer als vorher: der Unterricht für Kunst, für Sport und für Musik. Die Länder setzen seither alles daran, die Defizite im Unterricht von Mathematik und von Sprachen zu beheben - zu Recht, denn das sind Standortfaktoren für die Nationen dieser Welt. Und dieses Parlament hat erfreulicherweise eben beschlossen, auch im Bereich Sport eine Mindestzahl von Lektionen festzulegen, weil man sich der Bedeutung des Sports für die menschliche Entwicklung und für die Gesundheit bewusst ist.
Aber wie steht es mit der Musik? Die Musik ist ein Fach zweiter Wahl geworden. Die Musik ist nicht mehr so wichtig im Unterricht. Die Musik ist nicht matchentscheidend. Die Musik ist kein Wirtschaftsfaktor. Aber stimmt das? Wenn man den Wissenschaftlern folgt, ist das grundfalsch. Eine eindrückliche Studie des deutschen Musikdidaktikers Hans Günther Bastian hat Folgendes ergeben: Er hat in den sechs Jahren zwischen 1992 und 1998 Hunderte von Schülerinnen und Schülern in Dutzenden von Klassen geprüft, und zwar in einer Vergleichsstudie mit Kindern, die viel Musikunterricht hatten, und solchen, die wenig Musikunterricht hatten. Das Ergebnis ist frappant: Nach vier Jahren Musikerziehung waren die Intelligenzwerte der Kinder mit mehr Musikunterricht deutlich höher als jene der Kinder in der Vergleichsgruppe. Besonders die Ausdauer und die Fähigkeit zu abstraktem Denken, aber auch die Leistungsbereitschaft und die Konzentration waren erheblich stärker ausgeprägt als in der Vergleichsgruppe. Noch überraschender war ein Effekt, der uns interessieren sollte, wenn wir über Jugendkriminalität und Ähnliches reden: Die Kinder, die mehr Musikunterricht genossen, zeigten in Schule und Gesellschaft ein deutlich geringeres Aggressions- und Gewaltverhalten. Musik wirkt in diesem Bereich also prophylaktisch. Vielleicht übertrieb ja der ehemalige deutsche Innenminister Otto Schily etwas, aber ein bisschen Recht hatte er schon, als er sagte: "Wer Musikschulen schliesst, gefährdet die innere Sicherheit."
Ja, machen wir denn hier einen Umsturz in Bezug auf die Beziehung zwischen den Kantonen und dem Bund, wenn wir die Initiative gutheissen? Dieses Parlament und das Volk haben im Bildungsbereich tatsächlich einen Umsturz herbeigeführt, als sie 1874 beschlossen, die Kantone dazu zu zwingen, allen Kindern einen unentgeltlichen Primarschulunterricht zu gewährleisten, und der Bund gleichzeitig beschloss, überhaupt nichts daran zu bezahlen. Das war ein Eingriff in die Kantons- und die Bildungshoheit. Gottlob ist dieser Umsturz erfolgt. Die Initiative, mit der wir es heute zu tun haben, kommt da bescheiden daher. Sie verlangt keine Ausweitung der Kompetenz auf den Bund. Die Bildungshoheit der Kantone bleibt erhalten, die finanziellen Konsequenzen für den Bund sind gleich null. Die Initiative verlangt nicht einmal Mindestzahlen für die Lektionen, wie wir das für den Sportunterricht beschlossen haben. Sie bringt aber immerhin einen allgemeinen Förderungsartikel und ein Stück weit Anerkennung für die Musik. Sie ermöglicht einen gemeinsamen Standard für den Musikunterricht. Swissness heisst eben Qualität und Verlässlichkeit - auch bei der Musik.
Ich bitte Sie, der Mehrheit zu folgen und die Initiative zur Annahme zu empfehlen.
Egger-Wyss Esther · Mit-F · Consiglio nazionale · Argovia · Gruppo PCD/PEV/glp
Wir haben in diesem Saal nun sehr lange über Musik und den Wert von Musik diskutiert. Bei mir klingt ein Konzert des weltbesten Blasorchesters, des Tokyo Kosei Wind Orchestra, von gestern Abend nach - leider konnten Sie das wahrscheinlich nicht geniessen. Es hat mir aber aufgezeigt, wie viel Musik in uns Menschen eben bewirken kann. Vor zwei Wochen haben wir hier in diesem Saal über Sportförderung diskutiert. Diese war zu Recht kaum umstritten, denn Sport gehört unbestrittenermassen zu einer gesunden Lebenshaltung von Kindern und Jugendlichen und ist auch ein wesentlicher Teil ihrer Allgemeinbildung. Wenn hier in diesem Saal gesagt wurde, der Sportförderung komme eine wichtige Präventionswirkung zu, bei der Musik sei das aber nicht der Fall, kann ich das schlichtweg nicht verstehen. Es gibt wirklich keinen Grund, Musikförderung nicht gleich zu behandeln wie Sportförderung.
Mit Musik werden die soziale Kompetenz und die Intelligenz junger Menschen gestärkt, und mit Musikförderung wird wesentlich zur seelischen und geistigen Bildung der jungen Menschen beigetragen. Genau dies fordert ja auch unsere Bundesverfassung. Jedes Kind sollte die Möglichkeit zum Kontakt mit Musik haben, und zwar nicht nur durch Konsumieren, darin sind wir ja alle stark, sondern eben durch aktives Musizieren. Im Gegensatz zum Sport fehlen vor allem in ländlichen Regionen die dringend notwendigen Infrastrukturen und auch die finanziellen Mittel, um den Musikunterricht nicht willkürlich, sondern für alle Kinder und Jugendlichen gleichwertig anbieten zu können. Das zeigt deutlich, dass die Musikförderung leider immer noch nicht den ihr zustehenden Stellenwert in der Bildungslandschaft hat. Es zeigt deutlich, dass in der schulischen und ausserschulischen Bildung in Bezug auf Musik in der ganzen Schweiz Defizite entstehen, wenn man sie davon abhängig macht, ob die Eltern den Musikunterricht ihrer Kinder bezahlen können oder nicht.
Die Musikschulen erfüllen zweifellos eine wichtige Aufgabe in der musikalischen Bildung. Sie leisten Grundlagenarbeit in der musikalischen Breitenförderung wie auch in der Nachwuchsförderung. Trotz allem sind sie nur in einigen wenigen Kantonen in die kantonale Bildungsgesetzgebung eingebunden. Die Musikschulen fallen richtigerweise in die Regelungszuständigkeit der Kantone. Es wäre nicht akzeptabel, dem Bund die Kompetenz zu geben, die Kantone zur Finanzierung von Musikschulen zu verpflichten. Analog dem Sport sollen die Kantone und Gemeinden nun aber die Verantwortung für die ausserschulische musikalische Bildung wahrnehmen. Dies könnte doch wirklich durch ein Rahmengesetz des Bundes erreicht werden. Die Kantonshoheit wäre nicht tangiert. Jedoch würden in der ganzen Schweiz die gleichen Qualitätsrichtlinien und die gleichen Anstellungskriterien für Musiklehrpersonen wie für jene an den Volksschulen gelten. Denn es ist wiederum eine Tatsache, dass durch die unterschiedlich hohen oder eben zu hohen Elternbeiträge für den Musikunterricht verhindert wird, dass für alle Kinder gleiche Chancen bestehen - da spreche ich wirklich aus Erfahrung, auch in unserer Region, in unserer Gemeinde ist das so.
Erst kürzlich wurde eine deutsche Umfrage veröffentlicht, deren Ergebnis sicherlich auch auf die Schweiz übertragen werden kann. 96 Prozent der befragten Personen halten Musikunterricht in der Schule und im Kindergarten für wichtig und sehen ihn als Teil einer ganzheitlichen Bildung an. Zudem wurde in dieser Umfrage auch deutlich zum Ausdruck gebracht, dass Musik nicht eine Angelegenheit einer kleinen, elitären Minderheit ist, sondern dass ein starkes Bewusstsein dafür vorhanden ist, dass es sich um etwas Wertvolles, etwas Bewahrenswertes und vor allem um etwas Förderungswürdiges handelt.
Mit der Unterstützung der Initiative und der Ablehnung des Gegenvorschlags tragen wir alle dazu bei, dass das Kulturgut Musik erhalten und vor allem an künftige Generationen weitergegeben wird. Wer weiss, vielleicht werden dadurch sogar noch mehr Ausnahmetalente entdeckt, auf welche die Schweiz dann stolz sein kann - das ist dann nämlich Standortmarketing. Als Vizepräsidentin des Aargauer Symphonie-Orchesters und als Präsidentin des Trägervereins einer regelmässig stattfindenden Oper im Kanton Aargau freue ich mich natürlich auf jeden Fall auch auf musikalischen Nachwuchs.
Joder Rudolf · Mit-M · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo dell'Unione democratica di Centro
Der Botschaft des Bundesrates zu dieser Initiative kann entnommen werden, dass das Musizieren die am meisten verbreitete kulturelle Aktivität ist. Ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung spielt ein Musikinstrument, und ein Sechstel ist in einem Chor aktiv. In der Schweiz gibt es rund 400 öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Musikschulen, an denen etwa 260 000 Kinder und Jugendliche von rund 12 500 Musiklehrerinnen und -lehrern ausgebildet werden. Die Musik-Initiative ist mit 153 600 Unterschriften zustande gekommen. Ihre Anliegen und ihre Ziele sind in der gesamten Bevölkerung breit abgestützt. Das zeigen diese Zahlen sehr deutlich. Die breite Abstützung der Initiative steht im Gegensatz zur ablehnenden Haltung des Bundesrates.
Der Bundesrat argumentiert rein formaljuristisch. Er sagt, die Kantone seien zuständig, nicht der Bund, und ein neuer Verfassungsartikel sei nicht nötig. Weitere Argumente werden vom Bundesrat eigentlich gar nicht aufgezählt.
In rechtlicher Hinsicht ergibt sich Folgendes:
1. Die Kantone verlieren keine Kompetenzen. Sie werden nur aufgefordert und verpflichtet, ihre Verantwortung im Bereich Musik wahrzunehmen. Die Initiative ist nicht eine Konkurrenz, sondern eine Konkretisierung des bestehenden Artikels 69 Absatz 2 der Bundesverfassung.
2. Was für den Sport mit einem eigenständigen Verfassungsartikel möglich ist, muss auch für die musikalische Bildung aufgrund ihrer gesellschaftlichen Bedeutung Gültigkeit haben. Es gibt kein Argument, der musikalischen Bildung den eigenständigen Status in der Verfassung abzusprechen; dies umso weniger, als im Kulturbereich verschiedene eigenständige Verfassungsbestimmungen bereits vorhanden sind, so zum Beispiel für den Film.
3. Es geht darum, die Existenzberechtigung der musikalischen Bildung nicht zu gefährden, sondern sicherzustellen und verfassungsmässig und nicht nur gesetzlich klar zu verankern.
4. Der bisherige Absatz 2 von Artikel 69 der Bundesverfassung enthält betreffend Förderung der Musik nur eine Kann-Formulierung, demgegenüber ist die Musik-Initiative verpflichtend formuliert.
Zwischen dem bisherigen Absatz 2 von Artikel 69 und dem neuen Verfassungsartikel 67a gibt es rechtlich einen ganz klaren Unterschied. Der neue Musikartikel in der Bundesverfassung ist aus rechtlicher Sicht nötig. Er verletzt die Bildungshoheit der Kantone nicht.
Ich bitte um Zustimmung.
Darbellay Christophe · Mit-M · Consiglio nazionale · Vallese · Gruppo PCD/PEV/glp
Je ne vous cacherai pas mon enthousiasme à l'idée de soutenir cette initiative. La musique est un élément central de notre pays, qu'elle soit populaire, jodel, fanfare ou art choral, qu'elle soit traditionnelle, classique, rock ou rap. La musique participe au rayonnement de notre pays et à son attractivité touristique - je pense notamment aux festivals de Verbier, de Gstaad et de Lucerne. Et enfin, la musique est un moment de rencontre, de fête: au Gurten, à Gampel, à Nyon ou à Montreux.
La musique favorise les compétences sociales et l'intelligence des jeunes. A l'heure où l'on s'émeut, à juste titre, de la violence d'une minorité d'entre eux, la musique et le sport constituent, à n'en point douter, les meilleures réponses à ce problème. La musique, c'est aussi un formidable moyen d'intégration sociale et d'épanouissement personnel. Donner des perspectives aux jeunes, voilà l'horizon désormais ouvert par l'initiative populaire "Jeunesse et musique". La musique n'a pas encore la place qui lui revient dans le système de formation en Suisse. C'est précisément cela que cette initiative, munie de 153 626 signatures, souhaite combler en demandant notamment un enseignement musical obligatoire et de qualité pour les enfants et les jeunes, en demandant de soutenir les enfants et les jeunes qui suivent des cours dans des écoles de musique et de promouvoir de manière particulière les enfants talentueux.
La majorité de la commission, contre l'avis du Conseil fédéral, demande d'accepter cette initiative. Alors faut-il un article constitutionnel pour la musique? La musique aurait désormais un article constitutionnel pour elle, au même titre que le sport et la promotion du film. Depuis 40 ans nous avons dans la Constitution, et c'est un bienfait, l'article sur "Jeunesse et Sport". Avec cet article la Confédération obtiendrait la possibilité de promouvoir la musique. Elle donnerait à la musique la place qui lui revient, en fixant les éléments principaux, mais sans entamer la souveraineté des cantons en matière de formation; les cantons concrétiseraient ces directives dans le Plan d'études 21.
Pour qu'aujourd'hui la politique soit débarrassée des "anicroches" et des "soupirs", parce que la musique est un élément central de notre culture et de notre pays, la musique mérite largement son article constitutionnel pour lui donner enfin la place qui lui revient au même titre que le sport. Merci de soutenir cette initiative!
Kiener Nellen Margret · Mit-F · Consiglio nazionale · Berna · Gruppo socialista
Gerade weil ich persönlich mehr im Sport zu Hause bin, unterstütze ich die Volksinitiative "Jugend und Musik" mit Überzeugung.
Der Bundesrat argumentiert primär mit den Kantonskompetenzen gegen die Initiative. Noch nie wurde demgegenüber im Bereich Sport die Kompetenz des Bundes in ihrer flächendeckenden Wirkung negativ beurteilt, ganz im Gegenteil: Alle Kantone profitieren unmittelbar von den Bildungsangeboten des Bundes im Sport; diese ergänzen die eigenen kantonalen Angebote ideal. Wir haben sie im Sportförderungsgesetz in dieser Session hier im Nationalrat bestätigt und mit "Jugend und Sport" für fünf- bis zehnjährige Kinder eine wichtige Ergänzung ins Sportförderungsgesetz aufgenommen.
Die Bildungsverfassung fordert eine gemeinsame Verantwortung von Bund und Kantonen für die Bildung. Die Subsidiarität des Bundes im Bereich der Grundschule wird durch die Initiative nicht gefährdet.
Kein anderer Bereich im Bildungswesen der Schweiz kennt derart hohe Elternbeiträge wie die Musik. Das erzeugt eine Zugangssperre für Kinder aus ärmeren Familien. Die Forderung der Chancengleichheit von Artikel 2 Absatz 3 der Bundesverfassung, wonach der Bund für eine möglichst grosse Chancengleichheit sorgt, wird so schwer missachtet. Dabei bin ich auch überzeugt, dass die musikalische Intelligenz neben der sprachlichen, der logisch-mathematischen sowie der bildlich-räumlichen Intelligenz bei Kindern und Jugendlichen eine der wichtigsten förderungswürdigen und vor allem förderungsfähigen Intelligenzen darstellt - natürlich ist sie das auch bei erwachsenen Menschen, bekanntlich bis ins hohe Alter.
Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und sieben Personen aus meiner Nähe die Frage gestellt, was ihnen die musikalische Bildung bedeute. Eine Mutter sagte: "Die Gelegenheit, unsere Kinder auf einem Instrument ausbilden zu lassen." Ein Vater sagte: "Die Möglichkeit, Kinder zur Musik hin zu erziehen." Ein fünfzehnjähriger Oberstufenschüler meinte sec: "Sie bedeutet mir nichts." Eine Sechstklässlerin dagegen bemerkte: "Sie bedeutet mir viel, weil ich jeweils nach der Musikstunde so friedlich bin." Eine Kindergärtnerin sagte: "Die Musikschule ist ein wichtiges Grundangebot, bei welchem beide Hirnhälften angeregt werden." Ein pensionierter Lehrer meinte: "Diese Initiative ist äusserst wichtig, nachdem das Angebot Musik als Folge von Sparmassnahmen in vielen Schulen reduziert wurde." Eine Musikerin wies darauf hin, dass Musizieren die Ausgeglichenheit und die Intelligenz unserer Kinder und Jugendlichen fördere. Fazit: Von sieben befragten Personen äusserte sich einzig der Fünfzehnjährige - mit den typischen Merkmalen der Pubertät - gegen den Förderungseffekt der musikalischen Bildung.
Ergänzen wir also die Bundesverfassung mit einem wichtigen musikalischen Bildungsauftrag. Vergrössern wir damit den Raum, welchen Musikbildung und Musikerziehung benötigen. Rücken wir die Musik noch mehr ins Zentrum der Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen. Thematisieren wir die musikalische Bildung, diskutieren wir sie, und fördern wir sie. Stimmen wir dieser wichtigen Initiative "Jugend und Musik" zu.
Abate Fabio · Mit-M · Consiglio nazionale · Ticino · Gruppo liberale-radicale
L'iniziativa popolare "Gioventù e musica" è stata depositata forte di oltre 150 000 firme. L'intento di promuovere la formazione musicale dei giovani nel nostro Paese è senz'altro da salutare con convinzione. La musica è un elemento irrinunciabile della vita culturale della Svizzera. La formazione di un'identità collettiva che rispecchia altresì le diversità linguistiche, culturali e regionali ne risulta evidentemente facilitata. Convivere con la musica in Svizzera è un obiettivo voluto anche dalla nostra popolazione.
Alla base del successo abbiamo evidentemente un percorso formativo che inizia in ambito scolastico - e qui si accende il dibattito. Attualmente la competenza dell'educazione musicale nella scuola dell'infanzia così come nei livelli primari e secondari in prima fase spetta ai Cantoni. Gli autori dell'iniziativa vogliono che i bambini giovani durante gli anni di scuola obbligatoria ricevano un'educazione musicale pari per qualità a quella delle altre materie. Quindi si chiama la Confederazione ad assumersi la competenza di legiferare sui principi dell'insegnamento musicale nelle scuole.
Sembra di assistere in parte al dibattito condotto dalla nostra Camera durante la prima settimana di sessione sull'adozione della nuova legge sulla promozione dello sport. In che misura la Confederazione può e deve assumersi compiti costituzionali di promozione della musica in ambito di formazione, analogamente a quanto già accade per lo sport? Questo è il quesito.
A mio avviso, alla luce della natura particolare di questo ambito, di questa disciplina possiamo rispondere affermativamente alla domanda sulla promozione della musica da parte della Confederazione. Non posso condividere la posizione di coloro che escludono categoricamente questo compito dalla Costituzione e ancor meno seguo chi rifiuta addirittura il controprogetto. La musica non è la matematica, e chissà mai che le future generazioni di questo Paese, oramai confrontate con serie difficoltà nel comunicare utilizzando una lingua nazionale, non riusciranno ad incontrarsi e rafforzare i principi della coesione nazionale grazie alla comunicazione musicale promossa dalla Confederazione ai sensi del nuovo articolo 67a della Costituzione. Infatti, sono profondamente convinto che ogni strumento utile a rafforzare la capacità di convivenza in un contesto caratterizzato da diversità - promosse nella loro vivacità - è un'occasione assolutamente da non perdere. Non si tratta così di rilasciare un attestato di simpatia o di strapazzare la Costituzione federale, inserendovi compiti inconferenti, tanto meno di creare confusione sulla portata dei compiti dello Stato.
Burkhalter Didier · BR-M · Consiglio federale · Neuchâtel
La valeur de la musique n'est pas contestée. Bien au contraire, elle est largement reconnue par la Confédération et par les cantons. Ce n'est pas la musique qui est en cause, mais la manière dont on voudrait jouer la partition. La musique est même actuellement l'un des seuls domaines, avec le cinéma et les monuments historiques, à être explicitement mentionné dans la Constitution fédérale.
Il s'agit donc ici de discuter, aussi objectivement que possible, des revendications concrètes des initiants et des conséquences de l'initiative. Il ne s'agit pas seulement de fredonner une mélodie apparemment plaisante; depuis quelques heures, c'est devenu pratiquement une litanie. Mais il s'agit de lire le texte soumis par les initiants de manière constructive, bien sûr, mais aussi critique. Et lorsque le Conseil fédéral lit le texte de l'initiative, il estime que le meilleur moyen d'atteindre l'objectif principal - valorisation de la musique -, qui est juste, c'est d'accélérer la démarche en cours dans les cantons.
Le Conseil fédéral recommande donc le rejet de l'initiative sans contre-projet au niveau constitutionnel. En fait, le véritable "contre-projet", ce serait la démarche des cantons, donc les plans d'études régionaux des cantons ou alors un contre-projet qui soutient réellement cette démarche d'une manière ou d'une autre.
Le Conseil fédéral est d'avis que l'initiative présente de graves défauts. Elle constitue une atteinte à la souveraineté cantonale et au fédéralisme, ce fédéralisme modernisé qui a été confirmé par la population en 2006 lorsqu'elle a accepté les nouveaux articles constitutionnels sur la formation. L'approbation par la population a été très nette et celle des cantons a été unanime. Il est cependant difficile de maintenir le délicat équilibre entre la Confédération et les cantons dans le domaine de la formation.
Par son vote, le peuple a dit à la Confédération et aux cantons de collaborer, de travailler ensemble, mais selon des principes clairs. En vertu des principes inscrits dans la Constitution, l'école obligatoire est clairement du ressort des cantons. Au niveau de la formation postobligatoire, c'est-à-dire du degré secondaire II et du degré tertiaire, la Confédération et les cantons assument la responsabilité en partenariat. La Confédération conserve certes une compétence subsidiaire dans le domaine scolaire en vertu de l'article 62 alinéa 4 de la Constitution. Cette compétence n'entre en ligne de compte que si les cantons ne parviennent pas à se mettre d'accord sur certains principes de la formation scolaire: l'âge de l'entrée à l'école, la durée de la scolarité, les objectifs des niveaux d'enseignement et le passage d'un niveau à l'autre.
La subsidiarité telle qu'elle est définie dans la Constitution ne prévoit pas de compétence réglementaire de la Confédération pour fixer des standards tant sur le plan de la quantité que de celui de la qualité pour les cours de musique dans les écoles. La compétence législative que les initiants souhaitent donner à la Confédération dans le domaine de la formation musicale à l'école est donc tout simplement incompatible avec le système d'éducation en Suisse. Les cantons seraient pour ainsi dire placés sous la tutelle de la Confédération dans le domaine de l'enseignement de la musique, mais pourquoi pas par la suite dans d'autres domaines?
Ces réserves s'appliquent également au contre-projet de la minorité de la commission, qui est une sorte de copier-coller de l'initiative populaire. Selon ce contre-projet, la Confédération aurait certes une compétence subsidiaire, mais toujours pour édicter des principes concernant la quantité et la qualité de l'enseignement de la musique. En outre, les critères pour juger de cette subsidiarité ne seraient pas précisés dans la Constitution, ce qui serait totalement nouveau.
Plusieurs d'entre vous, dans ce débat qui dure depuis hier après-midi, ont fait le parallèle avec le sport. En effet, pourquoi au fond traiter différemment sport et musique? Je vous dirai d'emblée: pourquoi alors traiter différemment arts visuels et musique? En effet, je n'ai entendu personne parler clairement des arts visuels. Tout le monde a parlé de la musique et a fait le parallèle avec le sport, mais pas un mot pour les arts visuels. C'est vrai qu'il y a peut-être moins d'organisations pour soutenir les arts visuels.
Le 15 septembre dernier, vous avez décidé que la Confédération pouvait émettre des directives aux cantons sur le nombre minimal de périodes d'éducation physique et sur les normes de qualité applicables en la matière. C'est donc la loi sur l'encouragement du sport. Cette position s'explique - et vous le savez, car certains l'ont rappelé - pour des raisons historiques. L'éducation physique a toujours été un cas à part dans le système de répartition des compétences entre la Confédération et les cantons. C'est certainement lié à "Jeunesse et Sport" et à son rattachement par le passé au Département militaire fédéral. Vous avez donc décidé le 15 septembre dernier de maintenir cette exception concernant l'éducation physique et de laisser les compétences de régulation au niveau fédéral. Mais c'est autre chose que de vouloir créer une exception supplémentaire et de retirer aux cantons des compétences qui leur appartiennent, comme le veulent les initiants. Créer une nouvelle exception pour l'enseignement de la musique chamboulerait le système fédéraliste en matière d'éducation.
Nous aimerions encore dire, au nom du Conseil fédéral, qu'il faut veiller aux conséquences sur les autres branches de ce privilège constitutionnel qui serait donné pour la musique. En effet, pourquoi privilégier un domaine plutôt qu'un autre? Il est probable que si la porte est ouverte pour la musique, cela suscitera d'autres revendications dans d'autres domaines avec des conflits programmés, comme l'ont dit plusieurs d'entre vous, et notamment Monsieur Noser.
Ainsi les initiants estiment que la musique n'est pas assez enseignée à l'école et qu'il est indispensable d'augmenter la dotation horaire. Nous ne partageons pas ce point de vue. Regardons les faits. La moyenne suisse de la dotation horaire des disciplines artistiques, si l'on prend musique et arts visuels ensemble, est actuellement de 19,4 pour cent. C'est une dotation en temps plus élevée que celle qui est consacrée à l'apprentissage de la langue maternelle, 17,4 pour cent, ou des mathématiques, 18,3 pour cent, même si j'ai bien compris que cet apprentissage se faisait mieux en chantant. D'ailleurs, on pourrait presque se demander si la seule solution ne devrait pas être de faire de l'immersion musicale pour apprendre les maths parce que, sinon, on ne trouvera pas suffisamment de temps pour faire tout ce que l'on devrait faire à l'école. L'OCDE a publié en 2008 une étude selon laquelle la part des disciplines artistiques dans les trente Etats membres est en moyenne de 12 pour cent. Un seul Etat, le Danemark, accorde aux disciplines artistiques une place légèrement plus grande, pratiquement la même chose que la Suisse, avec 20 pour cent. Avec 19,4 pour cent, la Suisse est au top concernant la quantité des heures consacrées aux disciplines artistiques.
Développer davantage l'enseignement de la musique aurait inévitablement pour effet des réductions d'heures dans d'autres disciplines, avec pour conséquence de faire nécessairement des "perdants" dans les autres branches. Jusqu'à maintenant, les initiants - et je crois qu'ici non plus personne n'a dit comment on devrait procéder, à savoir quelle branche devrait être réduite au bénéfice de la musique - ont une approche qui consiste à promouvoir, indépendamment du plan d'études, une seule discipline, sans prendre en considération les conséquences pour l'ensemble de l'enseignement. Ce n'est pas la bonne chose à faire. Il faut veiller à ne pas lancer une sorte de guerre des branches scolaires.
Les initiants jugent également qu'il est indispensable de prendre des mesures sur le plan constitutionnel pour améliorer la qualité - pas seulement la quantité - de l'enseignement de la musique en Suisse. Ils attendent de la Confédération qu'elle édicte des standards d'enseignement à l'échelle nationale qui réglementent la formation des enseignants. Eh bien, ces standards nationaux que les initiants appellent de leurs voeux sont en préparation. Les cantons sont précisément en train de poser des jalons importants en matière de formation à l'échelle nationale. Dans le cadre d'Harmos, il est prévu d'établir des standards de base dans les différentes disciplines, y compris dans les branches comme la musique. Ces standards définiront le niveau minimum de connaissances et de compétences que l'ensemble des élèves devrait atteindre en matière de formation musicale. Les plans d'étude au niveau des régions linguistiques vont encore plus loin pour ce qui est de l'harmonisation de l'école sur le plan national: le but est de fixer des objectifs concrets également en matière de contenu d'enseignement et d'élaborer des recommandations pour les grilles horaires de chaque discipline.
Le plan d'études romand sera introduit par étapes dès l'année prochaine et la Suisse alémanique suivra avec le "Lehrplan 21", auquel vingt cantons ont déjà adhéré sur l'essentiel, de sorte que la mise en application du plan pour les cantons alémaniques est actuellement prévue pour l'été 2014. Le Conseil fédéral estime qu'il faut non pas bloquer, mais encourager les efforts déployés par les cantons pour harmoniser l'école obligatoire en Suisse.
J'aimerais ici dire à Monsieur Neirynck qu'il n'y a pas de contradiction entre le respect du fédéralisme d'un côté et l'harmonisation de l'autre, si le moteur de l'harmonisation se trouve auprès des cantons eux-mêmes, et la position du Conseil fédéral en la matière ne consiste pas à ne rien faire; elle consiste à faire confiance à la démarche des cantons. Cette confiance est la base, le ciment même qui a fait que 86 pour cent de la population a accepté les articles constitutionnels qui règlent la question de la collaboration entre les niveaux de ce pays et qui modernise le fédéralisme en la matière.
Certains ont encore objecté que l'enseignement de la musique à l'école maternelle et à l'école primaire est assuré en partie par des enseignants qui ne disposent pas toujours des compétences nécessaires. C'est vrai, l'enseignement de la musique n'est pas partout obligatoire dans les hautes écoles pédagogiques. Il en résulte une pénurie d'enseignants compétents pour la musique. Mais il existe là aussi des solutions qui respectent la répartition des tâches entre Confédération et cantons. Le problème peut être résolu si l'on donne aux enseignants, qui n'ont pas pris la musique parmi les branches de leur formation, la possibilité d'élargir leur diplôme à des disciplines supplémentaires après avoir achevé leurs études. Cette possibilité doit être attrayante. Elle doit faire l'objet d'une harmonisation, là encore au niveau national, et c'est précisément la voie dans laquelle s'est engagée la Conférence suisse des directeurs cantonaux de l'instruction publique (CDIP) avec le soutien de pratiquement tous les cantons. Il n'y a donc pas de nécessité de changer la Constitution fédérale pour atteindre ce but.
Le dernier message du Conseil fédéral sur ce sujet: il aimerait vous dire que pour l'encouragement dans le domaine extrascolaire, les bases constitutionnelles existent déjà et les bases légales ont déjà été renforcées. L'initiative populaire exige en effet de la Confédération qu'elle prenne également des mesures pour promouvoir l'enseignement de la musique en dehors de l'école.
Il ressort de toutes ces délibérations, que ce soit en commission ou ici en plénum, que le principal problème pointé par les initiants et par les partisans de l'initiative est celui des coûts d'écolage élevés pour les familles à revenu modeste. En fait, les chiffres publiés par la CDIP attestent des efforts importants qui ont été déployés par les cantons et les communes pour financer ces écoles. Entre 40 et 60 pour cent des frais totaux des écoles de musique sont à la charge des cantons et des communes, et, la plupart du temps, l'écolage est indexé sur le revenu et permet aussi aux enfants de familles à revenu modeste de fréquenter les écoles de musique.
Pour les familles au bénéfice de l'aide sociale, il y a des recommandations de la Conférence des directrices et directeurs cantonaux des affaires sociales, de manière à ce que les dépenses pour les leçons de musique ou pour la location d'un instrument soient également prises en charge par l'aide sociale dans l'intérêt de l'enfant. Les dépenses des cantons et communes pour les écoles de musique ainsi que pour la musique dans le cadre de l'école obligatoire sont estimées à un montant se situant entre un demi-milliard et un milliard de francs par année. Une première estimation effectuée par les cantons avait donné un chiffre de l'ordre de 700 millions de francs.
A propos du domaine extrascolaire, l'article 12 de la nouvelle loi sur l'encouragement de la culture, qui va entrer en vigueur en 2012, prévoit des mesures destinées à favoriser la formation musicale des enfants et des adolescents. Une série de mesures concrètes sont prévues et vous pourrez en débattre dans le cadre du "message culture" qui vous sera adressé et qui est actuellement soumis à une audition des milieux intéressés. Une série de mesures concrètes sont prévues, dans le cadre du soutien aux activités extrascolaires en matière musicale. Evidemment, les montants ne sont pas ceux qui sont attendus par les initiants, mais il vous appartiendra également d'en débattre dans ce cadre-là puisque, encore une fois, le "message culture", qui est un message financier pour une période de quatre ans, vous sera soumis l'année prochaine.
Pour l'ensemble de ces raisons, qui touchent aussi bien au domaine scolaire qu'au domaine extrascolaire, le Conseil fédéral, avec tout le respect qu'il accorde et qu'il doit de toute manière au domaine musical et aux valeurs fondamentales de la musique, vous demande de recommander au peuple de rejeter cette initiative ainsi que l'actuelle proposition de contre-projet qui lui est opposée et qui revient pratiquement au même que l'initiative. Et, quelle que soit votre décision, nous rechercherons la meilleure solution possible dans le cadre du débat au Conseil des Etats également. La Chambre des cantons devrait pouvoir comprendre la nécessité de maintenir cet équilibre délicat entre cantons et Confédération dans le domaine de la scolarité, en particulier de la scolarité obligatoire.
Häberli-Koller Brigitte · Mit-F · Consiglio nazionale · Turgovia · Gruppo PCD/PEV/glp
Ich möchte Sie nochmals darauf hinweisen, dass die klare Mehrheit der Kommission die Initiative "Jugend und Musik" unterstützt; in der Kommission gab es 13 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen.
Denjenigen, die nun befürchten, die Kantone könnten sich aus der musikalischen Bildung verabschieden, wenn diese Initiative angenommen würde, möchte ich nochmals den Text der Initiative, Absatz 1, in Erinnerung rufen: "Bund und Kantone" - Bund und Kantone! - "fördern die musikalische Bildung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen." Es ist hier also klar festgehalten, dass es eine gemeinsame Aufgabe sein soll. Es geht um die Festlegung von Grundsätzen. Es geht aber nicht um die Einmischung in den Lehrplan, dieser ist klar Sache der Kantone, welche übrigens schon seit einiger Zeit am Lehrplan 21 arbeiten und sich hoffentlich zum Wohle unserer Kinder auch bald einigen werden.
Ein Redner nannte diese Initiative "populistisch". Ja, sie ist populistisch. Es ist ja eine Volksinitiative, von über 150 000 Personen gewünscht und unterzeichnet. Ich bin stolz, dass in unserem Land das Volk mitreden kann und dass wir als Parlament die Anliegen des Volkes diskutieren müssen.
Ich bitte Sie, die Initiative zur Annahme zu empfehlen und damit der Musik den ihr zukommenden Stellenwert zu geben.
Aubert Josiane · Mit-F · Consiglio nazionale · Vaud · Gruppo socialista
Les très nombreuses interventions entendues au cours du débat démontrent une chose: la musique fait partie de notre nature humaine, elle ne laisse personne indifférent, elle est partie intégrante du "vivre ensemble", elle donne à l'être humain ce surplus d'âme qui lui permet de mieux se développer et de participer plus pleinement à la vie en société, elle donne à un peuple des racines communes constructives et constitutives de sa richesse culturelle et de son identité.
"La musique adoucit les moeurs" dit le proverbe. Dans le monde globalisé actuel, la société a besoin, pour sauvegarder le bien commun, d'un balancier qui lui assure un équilibre humaniste. La musique peut être ce balancier.
Inscrire un article sur l'encouragement à la formation musicale dans la Constitution est un acte fort pour un peuple, la reconnaissance de la valeur qu'il attribue à ce que ses citoyennes et citoyens soient des êtres humains complets et épanouis qui vivent en harmonie. Notre charte fondamentale fixe les priorités, nos fondements pour le "bien vivre ensemble". Nous entendons souvent, en parlant de la Suisse, l'expression "Willensnation" pour bien marquer notre détermination à construire et maintenir une cohésion nationale. Cette initiative nous offre une belle opportunité de le concrétiser. Il sera temps ensuite, lors de la mise en oeuvre, de procéder au réglage fin dont notre démocratie a l'habitude, dans un fédéralisme bien compris. Le fédéralisme doit cependant rester au service du peuple et non le peuple devenir esclave du fédéralisme et de la subsidiarité.
C'est dans cet esprit que notre commission vous propose, par 13 voix contre 8 et 2 abstentions, de recommander au peuple l'acceptation de cette initiative. Le refus d'y opposer un contre-projet a été encore plus net: 20 voix contre 3 et 1 abstention.
Je vous invite à suivre les recommandations de la majorité de votre commission en refusant le contre-projet et en recommandant l'acceptation de l'initiative populaire "Jeunesse et musique", contre l'avis du Conseil fédéral.
Germanier Jean-René · 1VP-M · Consiglio nazionale · Vallese · Gruppo liberale-radicale
1. Bundesbeschluss über die Volksinitiative "Jugend und Musik"
1. Arrêté fédéral concernant l'initiative populaire "Jeunesse et musique"
Eintreten ist obligatorisch
L'entrée en matière est acquise de plein droit
Detailberatung - Discussion par article
Titel und Ingress, Art. 1
Antrag der Kommission
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Titre et préambule, art. 1
Proposition de la commission
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Angenommen - Adopté
2. Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung (Gegenentwurf zur Volksinitiative "Jugend und Musik")
2. Arrêté fédéral sur la promotion de la formation musicale des jeunes (contre-projet à l'initiative populaire "Jeunesse et musique")
Antrag der Minderheit
(Steiert, Ineichen, Moser, Perrinjaquet, Schenk Simon, Simoneschi-Cortesi)
Titel
Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung (Gegenentwurf zur Volksinitiative "Jugend und Musik") vom ...
Ingress
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf Artikel 139 Absatz 5 der Bundesverfassung, nach Prüfung der am 18. Dezember 2008 eingereichten Volksinitiative "Jugend und Musik", nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 4. Dezember 2009, beschliesst:
Ziff. I Art. 69a Titel
Musikalische Bildung
Ziff. I Art. 69a Abs. 1
Bund und Kantone fördern die musikalische Bildung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen.
Ziff. I Art. 69a Abs. 2
Der Bund legt subsidiär zur Volksschulkompetenz der Kantone Grundsätze fest für den Musikunterricht an Schulen sowie für den Zugang der Jugend zum Musizieren und unterstützt die Förderung musikalisch Begabter.
Ziff. II
Dieser Gegenentwurf wird Volk und Ständen zur Abstimmung unterbreitet. Sofern die Volksinitiative "Jugend und Musik" nicht zurückgezogen wird, wird er zusammen mit der Volksinitiative nach dem Verfahren gemäss Artikel 139b der Bundesverfassung Volk und Ständen zur Abstimmung unterbreitet.
Proposition de la minorité
(Steiert, Ineichen, Moser, Perrinjaquet, Schenk Simon, Simoneschi-Cortesi)
Titre
Arrêté fédéral sur la promotion de la formation musicale des jeunes (contre-projet à l'initiative populaire "Jeunesse et musique") du ...
Préambule
L'Assemblée fédérale de la Confédération suisse, vu l'article 139 alinéa 5 de la Constitution, vu l'initiative populaire "Jeunesse et musique" déposée le 18 décembre 2008, vu le message du Conseil fédéral du 4 décembre 2009, arrête:
Ch. I art. 69a titre
Formation musicale
Ch. I art. 69a al. 1
La Confédération et les cantons encouragent la formation musicale, en particulier des enfants et des jeunes.
Ch. I art. 69a al. 2
En complément de la compétence des cantons dans le domaine de l'école obligatoire, la Confédération fixe les principes applicables à l'enseignement de la musique à l'école ainsi qu'à l'accès des jeunes à la pratique musicale, et soutient l'encouragement des talents musicaux.
Ch. II
Le présent contre-projet sera soumis au vote du peuple et des cantons. Il sera soumis au vote en même temps que l'initiative populaire "Jeunesse et musique", si cette initiative n'est pas retirée, selon la procédure prévue à l'article 139b de la Constitution.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Minderheit ... 32 Stimmen
Dagegen ... 152 Stimmen
Intervento procedurale
1. Bundesbeschluss über die Volksinitiative "Jugend und Musik"
1. Arrêté fédéral concernant l'initiative populaire "Jeunesse et musique"
Art. 2
Antrag der Mehrheit
... die Initiative anzunehmen.
Antrag der Minderheit
(Steiert, Ineichen, Moser, Perrinjaquet, Schenk Simon, Simoneschi-Cortesi)
(siehe Entwurf 2)
Abs. 1
Sofern die Volksinitiative nicht zurückgezogen wird, wird sie zusammen mit dem Gegenentwurf (Bundesbeschluss über die Jugendmusikförderung) Volk und Ständen nach dem Verfahren gemäss Artikel 139b der Bundesverfassung zur Abstimmung unterbreitet.
Abs. 2
Die Bundesversammlung empfiehlt Volk und Ständen, die Initiative und den Gegenentwurf anzunehmen und den Gegenentwurf in der Stichfrage vorzuziehen.
Antrag Föhn
Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Art. 2
Proposition de la majorité
... d'accepter l'initiative.
Proposition de la minorité
(Steiert, Ineichen, Moser, Perrinjaquet, Schenk Simon, Simoneschi-Cortesi)
(voir projet 2)
Al. 1
Si l'initiative populaire n'est pas retirée, elle sera soumise au vote du peuple et des cantons en même temps que le contre-projet (arrêté fédéral sur la promotion de la formation musicale des jeunes), selon la procédure prévue à l'article 139b de la Constitution.
Al. 2
L'Assemblée fédérale recommande au peuple et aux cantons d'accepter l'initiative et le contre-projet, et de donner la préférence au contre-projet en réponse à la question subsidiaire.
Proposition Föhn
Adhérer au projet du Conseil fédéral
Le président (Germanier Jean-René, premier vice-président): La proposition de la minorité est caduque suite au vote précédent.
Votazione
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 126 Stimmen
Für den Antrag Föhn ... 57 Stimmen